Saisontipps
Barrierefreie Gartengestaltung
Blütenpracht leicht gemacht
Der Frühling kündigt sich endlich an. Wer einen Garten hat, freut sich jetzt darauf, hier schöne Stunden zu verbringen. Doch bevor Sie Ihren Garten richtig genießen können, müssen Sie gewöhnlich einiges an Pflege investieren. Regelmäßig müssen Unkraut gezupft, der Rasen gemäht und verwelkte Pflanzen ersetzt werden. Für viele Menschen mit MS ist die Gartenarbeit jedoch oft kaum zu bewältigen. Sowohl körperliche Einschränkungen wie auch Fatigue oder das Uthoff-Phänomen lassen zuweilen kaum Gartenpflege zu. Doch mit einer gut durchdachten, barrierefreien und pflegeleichten Gartengestaltung haben Sie wieder Freude an Ihrem Garten.
Auswahl der Pflanzen
Folgendes sollten Sie beachten:
- Machen Sie einen Spaziergang durch die Nachbarschaft, bevor Sie einen Garten anlegen. So erkennen Sie, welche Blumen und Pflanzen in Ihrer Gegend gut gedeihen.
- Beim Kauf sollte auf heimische und robuste Pflanzen geachtet werden. Werden sie gemäß ihren Standortbedingungen gepflanzt, begrenzt sich ihre Pflege auf einmal jährlich.
- Besonders pflegeleichte Pflanzen für das Beet sind langsam wachsende Gehölze, wie Thujen und Buchs, Gräser und Stauden. Stauden wurzeln langfristig im Boden und müssen nicht jährlich frisch gesetzt werden. Es gibt sie für verschiedene Standortbedingungen (Sonne oder Schatten) und einige Sorten blühen von April bis Oktober.
Rasen – ein Muss im Garten?
Meist braucht der Rasen am meisten Pflege. Mindestens 20mal im Jahr muss er gemäht werden. Regelmäßiges Düngen und Wässern ist Pflicht. Und ständig kämpfen Sie gegen Moos und andere Unkräuter. Bei körperlichen Beeinträchtigungen wird ein Rasen zudem schnell zur Stolperfalle. Bei nassem Wetter besteht die Gefahr auszurutschen oder einzusinken. Eine sehr schöne Alternative zum Rasen ist eine Blumenwiese. Sie ist robust, pflegeleicht und wandelt ihr Aussehen im Laufe des Jahres. Wenn Sie dennoch auf einen Rasen nicht verzichten möchten, sollten Sie sich bei der Wahl des Rasens im Fachhandel beraten lassen.
Blumen, Gemüse und Obst
Blumen und Gemüse sind im herkömmlichen Beet schwer zu pflegen. In gebückter Haltung muss das Unkraut gejätet werden. Das ist für viele MS-Betroffene nur schwer oder gar nicht zu bewältigen. Eine gute Alternative bieten hier Hochbeete. Hochbeete sind feststehende Pflanzengefäße aus Holz oder Stein. Sie können als dekoratives Gestaltungselement dienen zum Beispiel als Abgrenzung zur Terrasse oder Begrenzung des Gartens. Unterfahrbare Hochbeete sind auch für Rollstuhlfahrer geeignet.
Hohe Obstbäume machen die Ernte sehr beschwerlich. Mittlerweile gibt es jedoch klein gezüchtete Obstbäume, deren Früchte gut zu erreichen sind. Auch das Anbauen von niedrigem Spalierobst entlang eines Zaunes ist eine gute Alternative. Beeren, Tomaten und Kräuter sind leichter zu pflegen, wenn sie in Töpfen gepflanzt werden.
Das beste Mittel gegen Unkraut sind Bodendecker. Immergrüne Bodendecker, wie zum Beispiel Haselwurz sind das ganze Jahr über grün und zudem sehr pflegeleicht.
Barrierefreiheit im Garten
Auch wenn Sie nicht auf eine Gehhilfe oder Rollstuhl angewiesen sind, hat es viele Vorteile, den Garten barrierefrei zu gestalten. Breitere Wege sind auch bei Gangschwierigkeiten besser zu bewältigen. Treppen können durch flache befahrbare Rampen ersetzt werden. So lassen sich Transporthilfen wie Schub- und Sackkarren einfacher lenken. Wichtig ist ein rutschsicherer und ebener Bodenbelag. Am besten lassen Sie sich im Fachhandel beraten.
Helfer, die die Gartenpflege erleichtern:
- Zur Bewässerung ist ein Schlauch leichter und schonender als eine Gießkanne.
- Eine Geräteschürze erspart unnötige Wege und das Suchen nach den benötigten Gartengeräten. Zudem vermeiden Sie ständiges Bücken.
- Um Kübel oder Eimer zu bewegen, sind Rolluntersetzer praktisch.
- Mit einem Rollhocker können Sie zudem die Arbeit im Sitzen erledigen.
- Ergonomische Gartengeräte helfen, die Gartenpflege in einer schonenden Körperhaltung zu verrichten. Sie sind so an den Körper angepasst, dass Gelenke und Rücken geschont werden. Ergonomische Geräte zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass Sie leicht und zum Teil höhenverstellbar sind. Die Griffgestaltung ist aus rutschfestem Material oder mit Gelpolstern ummantelt. So kann die Kraft optimal eingesetzt werden und Blasen werden verhindert.
- Eine Neuheit sind Geräte mit S-förmigen Stilen. Der Rücken bleibt so beim Arbeiten gerade. Teleskopstile sind besonders hilfreich, um schwer zu erreichende Stellen zu pflegen.
Damit Sie Ihren Garten auch in der Dämmerung oder im Dunkeln genießen können, ist ein gutes Beleuchtungssystem zu empfehlen. Eine schöne Beleuchtung bringt nicht nur eine besondere Atmosphäre in den Garten, sondern dient auch der Sicherheit. Solarleuchten sind hierfür besonders geeignet. Sie brauchen keinen Strom und können nachträglich in jedem Garten installiert werden.
Gute Planung
Planen Sie die Gartengestaltung pflegeleicht und barrierefrei. Ein barrierefreier Garten ist übersichtlicher und leichter zu pflegen. Wichtig ist, dass die Gartenpflege für Sie keinen Stress darstellt. Holen Sie sich Hilfe, wenn Sie die Pflege mal nicht schaffen. Als Dankeschön fürs Unkraut zupfen, Rasenmähen, oder Ernten gibt es einen Obstkorb oder einen gemütlichen Abend in Ihrem schönen Garten.
Quellen:
www.wdr5.de/sendungen/leonardo/s/d/29.05.2006-16.05.html
www.mein-schoener-garten.de/de/gartengestaltung/gestaltungsideen/den-garten-pflegeleicht-gestalten-65728
www.hausgarten.net/gartenformen/garten/pflegeleichter-garten-gartenarbeit-ade.html
www.pflanzen-portal.com/artikel.php





