Saisontipps

Das große Frühlingsgähnen - Fatigue oder frühjahrsmüde? Bei MS nur schwer zu unterscheiden

Das große Frühlingsgähnen

Fatigue bei MS oder nur frühjahrsmüde?

06.03.2012

Wenn die Tage länger werden, setzt es wieder ein: das große Frühlingsgähnen. Etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Deutschen fühlt sich regelmäßig im Frühjahr schlapp, müde und erschöpft. Mit MS hat die Frühjahrsmüdigkeit primär nichts zu tun. Für MS-Betroffene ist es aber oft nicht leicht zu unterscheiden, ob sie der Wechsel der Jahreszeiten erschöpft, oder ob eine Fatigue dahinter steckt.

Schlaf-Wach-Rhythmus außer Takt

So genau weiß die Wissenschaft nicht, warum so viele Menschen beim Übergang von Winter zum Frühling regelrecht ermüden. Man nimmt an, dass Licht und Wärme uns aus dem "Winterschlaf" wecken. Stoffwechsel und Kreislauf müssen sich auf die veränderten Außenbedingungen einstellen. Diese Anpassung braucht ihre Zeit. Bekannt ist, dass Licht im Körper die vermehrte Produktion von Serotonin – auch als Glückshormon bekannt – bewirkt. Im Gegenzug drosselt die Helligkeit das Schlafhormon Melatonin. Wenn die Tage länger werden, kommt der Winterrhythmus der beiden Hormone aus dem Takt. Es dauert etwa zwei bis drei Wochen, bis sich das Verhältnis von Serotonin und Melatonin wieder eingependelt hat.

Erschöpfte Energiereserven

Auch die steigenden Temperaturen können den auf Kälte gepolten Körper erschöpfen: Bei Wärme weiten sich die Blutgefäße; der Blutdruck sinkt – was sich in Kreislaufproblemen mit Schwindelgefühlen, Unkonzentriertheit und allgemeiner Erschöpfung niederschlagen kann. Einige Ärzte vermuten außerdem, dass unsere Energiereserven nach den langen dunklen Tagen aufgebraucht sind. Das Immunsystem ist nach der Schwerstarbeit in der kalten Jahreszeit ausgelaugt. Der Körper schaltet sozusagen einen Gang runter, um neue Kraft zu schöpfen. Und wieder andere halten die Hauptursache für denkbar simpel: Wenn die Tage länger werden, schlafen viele Menschen schlichtweg weniger – und sind tagsüber entsprechend müde.

Frühjahrsmüdigkeit oder Fatigue?

Schläfrig am Tag, unkonzentriert und gereizt - anhand der Symptome lässt sich leider nicht sagen, ob es sich um vorübergehende Frühjahrsmüdigkeit oder um einen Fatigue-Schub handelt. Als Faustregel gilt: Wer sich zwischen März und Mai länger als zwei bis drei Wochen am Stück schlapp fühlt, sollte einen Arzt aufsuchen. Der hat dann die Möglichkeit über entsprechende Diagnosemethoden die Ursachen der Erschöpfung einzugrenzen.

Das weckt frühjahrsmüde Geister

  • Bewegung an der frischen Luft bringt den Kreislauf in Schwung. Munter machen Ausdauersportarten wie (Nordic) Walking oder Rad fahren, aber auch ein flotter Spaziergang oder Gymnastik am offenen Fenster wecken die Kräfte.
  • Sonnenlicht kurbelt die Produktion des Glückshormons Serotonin an und lässt Körper und Geist aufblühen. Deshalb: Gleich morgens Fensterläden öffnen und die Sonne ins Zimmer lassen. Und natürlich so viel wie möglich raus ans Tageslicht. So kommt möglichst viel der Energiequelle UV-Strahlung in unseren Körper. Aber bitte nicht direkt in die Sonne sehen, das kann den Augen schaden. Wer eine extra Lichtdusche braucht, setzt sich morgens unter eine spezielle Tageslicht-Leuchte.
  • Wechselduschen trainieren die Gefäßwände, auf Temperaturänderungen zu reagieren. Bei Kälte ziehen sie sich zusammen und bei Wärme weiten sie sich. Der schnelle Temperaturwechsel wirkt daher äußerst anregend auf den Kreislauf und macht wach. MS-Betroffene, die bei Wärme eine Verschlechterung ihrer Symptome beobachten (Uhthoff-Phänomen), sollten jedoch von Wechselduschen absehen. Sie könnten eventuell vorhandene MS-Symptome verstärken.
  • Auch beim Essen kann man der Frühjahrsmüdigkeit den Garaus machen. Obst und leicht verdauliches Gemüse bringen Energie. Die Finger lassen sollte man hingegen von fettem Essen. Fett bedeutet Schwerstarbeit für die Verdauung. Empfohlen werden auch Vollwertprodukte mit einem hohen Anteil an B-Vitaminen. Die regen nämlich auch die Bildung von Serotonin an, ebenso wie Cashew-Kerne, Sojabohnen, Tunfisch und Haferflocken. Achtung beim Turbo-Muntermacher Schokolade: Sie sorgt wie andere Süßigkeiten zwar für wache Höhenflüge. Aber weil der Blutzuckerspiegel sehr schnell wieder abfällt, ist man auch schnell wieder müde.


Wie so oft: Aktivität ist auch gegen Frühjahrsmüdigkeit die beste Medizin. Menschen mit Multipler Sklerose sollten dabei insbesondere auf ihr individuelles Ruhebedürfnis achten und sich nicht von langen Frühlingsabenden zum späten Schlafengehen verlocken lassen. Denn gerade bei MS ist erholsamer Schlaf wichtig für die Regeneration des Körpers.


Quellen:



 

Neuester Kommentar zu diesem Artikel


Zu diesem Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Dieser Artikel wurde noch nicht bewertet.
Nur angemeldete Nutzer können Artikel bewerten.

 
Haben Sie weitere Fragen?

COPAKTIV Service-Team

Das COPAKTIV Service-Team
ist für Sie da:
Mo-Fr 8:00 - 22:00, Sa 8:00 - 12:00

0800 1 970 970
(gebührenfrei)

Rückrufwunsch >
Kontakt per E-Mail >

Noch mehr Service?
Sie sind MS-Betroffener und wünschen sich mehr Unterstützung bei der Therapie? Nutzen Sie die Möglichkeit, sich in unser COPAKTIV-Betreuungsprogramm einzuschreiben und profitieren Sie von vielen Vorteilen. 

 

Jetzt einschreiben >


 
MS verstehen

Videotour: Multiple Sklerose verstehen
Was läuft bei MS im Körper ab? Animationen erklären Symptome, Diagnostik, Verlauf und Therapie.

mehr >


 
Häufig gestellte Fragen

Was ist die Ursache von MS?

Die Ursachen der MS konnten bisher nicht vollständig geklärt werden. Genetische Einflüsse können eine mögliche Ursache sein. Man geht davon aus, dass bei...

mehr >


 

Unterstützt von

TEVA Deutschland GmbH