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Frau wird mit Akupunktur-Nadeln behandelt.

Symptomtherapie bei MS

Kann Traditionelle Chinesische Medizin helfen?

12.10.2011

In den letzten Jahren ist die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) als Ergänzung zu modernen Therapien immer populärer geworden. Auch viele MS-Betroffene nutzen TCM mittlerweile zur Therapie verschiedener MS-Symptome. Aber was versteht man eigentlich unter TCM?

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) entstand vor rund 2000 Jahren in China als Naturheilkunde und hat sich über die Jahre soweit entwickelt, dass sie mittlerweile als eine Medizinform anerkannt ist und auch in der westlichen Welt in Arztpraxen und Kliniken praktiziert wird.  Aus Sicht der TCM gilt ein Mensch als gesund, wenn seine Energie (Qi) im Gleichgewicht ist. Das Qi besitzt gegensätzliche Eigenschaften: Yin und Yan. Yin charakterisiert Kälte, Ruhe und Ernährung. Yang wird mit Hitze, Anregung, Bewegung und Aktivität verknüpft.

Die Energie fließt in Bahnen (Meridiane) durch den Körper und versorgt die sogenannten Funktionskreise, die nach den Organen Lunge, Milz, Niere, Herz und Leber benannt sind. Beschwerden und Krankheiten sind Störungen, die den Energiefluss stören. Ziel der chinesischen Medizin ist es, Yin und Yan im Gleichgewicht zu halten und ihr freies Fließen zu garantieren.


Fünf Behandlungsformen

TCM bedient sich fünf verschiedener Behandlungsformen, den
"Fünf Therapeutische Säulen":

  • Akupunktur: Die wohl am weitesten verbreitete Behandlungsmethode. Nadeln stimulieren bestimmte Akupunkturpunkte, die an den Meridianen liegen. Die Störungen werden so beseitigt und die Energie kann wieder fließen.
  • Ernährung: In der TCM haben Nahrungsmittel eine energetische Heilwirkung. So regt Bitteres das Herz, Saures die Leber, Scharfes die Lunge, Salziges die Nieren und Süßes die Milz an.
  • Pflanzenheilkunde: Pflanzenteile wie Wurzeln, Rinden, Blätter, Stängel und Blüten werden in der Regel zu einem Tee oder einem Arzneimittelsud verarbeitet. Da Pflanzenbestandteile hoch medikamentös wirksam sein können, erfordert dies eine kontrollierte Verabreichung, sowie eine sorgfältige Untersuchung des Patienten vor und während der Einnahmen.
  • QiGong: Atem- und Koordinationsübungen, die Bewegung, Atmung und den Geist in Einklang bringen.
  • Shiatsu: Reize werden durch abwechselnde Massage- und Grifftechniken gegeben. Lebensenergie und Blutzirkulation werden so angeregt.


Neben einem gründlichen Anamnesegespräch bedient sich die TCM der Zungen- und Pulsdiagnose. Die Zunge gilt als Spiegel des energetischen Zustandes. Sie ist in Zonen unterteilt, die verschiedenen Organen zugeordnet werden. Farbe und Belag geben Auskunft über das jeweilige Leiden. Der Puls gibt Auskunft über Unausgewogenheiten im Körper. Gemessen an verschiedenen Positionen wird er bestimmten Meridianen zugeordnet und zeigt den Zustand eines Organs an.


Wie hilft TCM bei MS-Symptomen?

Die TCM betrachtet nicht die nur die MS, sondern alle auftretenden Beschwerden. So erhält jeder MS-Betroffene eine individuelle, eigens auf ihn abgestimmte Therapie. Neben dem Funktionskreis Milz, Leber oder Herz, ist MS hauptsächlich eine Erkrankung des Funktionskreises Niere. Symptome wie Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, Harninkontinenz, Beinschwäche und Gedächtnisstörungen werden diesem Kreis zugeordnet.
Die verschiedenen Behandlungsformen können gegen unterschiedliche MS-Symptome eingesetzt werden:

  • Akupunktur kann bei Schmerzen, Blasenfunktionsstörungen, Angst, Depressionen, Schwindel und Schlaflosigkeit helfen.
  • QiGong kann Spastik, Schmerzen, Fatigue und Depressionen mindern und Gangunsicherheit verbessern.
  • Neben der entspannenden Wirkung, hilft die spezielle Massagetechnik gegen Depressionen, Angstzuständen und Schmerzen und steigert das Selbstwertgefühl.
  • Die chinesische Kräutertherapie sollte mit etwas Vorsicht betrachtet werden. Viele Kräuter, wie asiatischer Ginseng, Astragalus Membranaceus und Chinesische Angelika wirken stimulierend auf das Immunsystem. Dies könnte eine schubauslösende Wirkung haben. Außerdem können Kräuter in der falschen Dosierung beträchtliche Nebenwirkungen haben.

TCM – Eine gute Ergänzung zur Basistherapie

Richtig eingesetzt kann chinesische Medizin, z.B. Qigong, Shinjitsu und Akupunktur eine gute komplementäre Therapie sein. Sie kann gegen viele Symptome helfen und ermöglicht für den Betroffenen eine neue ganzheitliche Betrachtungsweise. TCM behandelt gleichermaßen den Körper, die Seele und die Psyche. Eine gesunde Ernährung und Bewegung spielen dabei eine große Rolle.

Woran erkannt man einen seriösen TCM-Arzt oder Heilpraktiker?

In China ist ein fünfjähriges Studium erforderlich, um als traditioneller Mediziner praktizieren zu können. Hierzulande können sich neben Ärzten auch Angehörige nicht-ärztlicher Berufsgruppen, wie Therapeuten, Heilpraktiker und Ernährungsberater in der TCM ausbilden lassen. Krankenkassen übernehmen in der Regel nur die Behandlung von Schmerzen mit Akupunktur. Bei privaten Krankenkassen ergeben sich die Kostenübernahmen aus dem jeweiligen Vertrag. Einen seriösen TCM-Experten erkennen Sie vor allem an folgenden Kriterien:

  • Er nimmt sich besonders viel Zeit für das erste Gespräch und erfragt genauestens Ihre Krankheitsgeschichte.
  • Er bedient sich der Zungen- und Pulsdiagnose
  • Er hat eine oder mehrere fachliche Qualifikationen vorzuweisen und bildet sich ständig fort auf diesem Gebiet
  • Er behandelt nicht ohne eine schulmedizinische Diagnose.


Besprechen Sie eine ergänzende TCM-Therapie immer mit Ihrem behandelnden Neurologen. Vielleicht kann er auch Kollegen empfehlen. Therapien wie Akupunktur können – richtig angewandt – bei vielen MS-Symptomen helfen.


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Quellen:

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