Thema des Monats

Eine Frau erklimmt einen Kletterturm.

1. Platz beim COPAKTIV Fotowettbewerb

"Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut."

01.06.2011

Eine Frau erklimmt eine Kletterwand und schaut lächelnd hinab. Dieses Bild hat die Nutzer von www.aktiv-mit-ms.de dazu bewogen, knapp 1000 Stimmen abzugeben. Vielleicht liegt es an der symbolischen Kraft: Auch mit MS hoch hinaus zu kommen, ein fernes Ziel zu erreichen und sich selbst etwas zuzutrauen. Die Frau auf dem Bild ist Evi – 45 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Seit einigen Jahren bereichert das Klettern ihr Leben. Im Interview erzählt sie von ihrer Leidenschaft.


Herzlichen Glückwunsch zum 1. Platz beim COPAKTIV Fotowettbewerb "Mein aktives Leben mit MS"! Auf www.aktiv-mit-ms.de gab es 995 Stimmen für Ihr Bild, hat Sie der große Zuspruch überrascht?

Ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut, viel Reklame für mein Bild gemacht und viele Freunde und Bekannte dazu motiviert, daran teilzunehmen. Zudem hatte ich das Glück, dass sie alle von dem Bild so begeistert waren, dass sie auch bei ihren Freunden und Bekannten Werbung für mein Foto gemacht haben. So habe ich immer mehr Stimmen bekommen. Und ich habe mich gefreut, dass das so toll klappt. Herzlichen Dank an alle, die mich gewählt haben.


Ihr Bild zeigt, wie Sie an einem Turm erklimmen – wie sind Sie zum Klettern gekommen?

Ich habe damit vor fünf Jahren angefangen. Davor habe ich mich nie für das Klettern interessiert. Dann habe ich in einer Zeitschrift der DMSG ein Bild gesehen mit einem Rollstuhl vor einer Kletterwand und einer Person, die die Wand hochsteigt. Es stand noch dabei, dass es eine Klettergruppe in München gibt. Das Bild hat mich so fasziniert, dass ich gedacht habe: "Das möchte ich auch mal ausprobieren. Wenn jemand, der im Rollstuhl sitzt, das schafft, dann müsste ich das auch schaffen." Nach drei Wochen habe ich mich endlich getraut, dort anzurufen. Dann habe ich einen Termin ausgemacht und bin zu einem ersten Treffen gegangen. Es hat mir so gut gefallen, dass ich dabei geblieben bin.


Hat es denn schon von Anfang an geklappt mit dem Klettern?

Nein, am Anfang habe ich mich natürlich nicht ganz so getraut. Ich kam ein kleines Stückchen hoch. Aber es war ein tolles Gefühl, überhaupt ein kleines Stück hochzukommen. Nach und nach habe ich mich natürlich gesteigert. Inzwischen schaffe ich auch schwierige Routen bis ganz nach oben.


Dieses Foto hat jemand anderes von Ihnen gemacht. Fotografieren Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Ab und zu – aber ich bin kein großer Hobbyfotograf. Vor dem Turm bat ich einen Mitstreiter, einige Fotos von mir zu machen, weil ich von dem Wettbewerb gelesen hatte. Von den Bildern habe ich mir das Schönste ausgesucht und dann eingeschickt.


Was macht Ihnen besonders Spaß an Ihrem Hobby?

Ich gehe jede Woche zum Klettern. Es ist eine tolle Gruppe mit netten Leuten, mit denen man sich auch gut unterhalten kann und nicht die MS, sondern der Sport steht im Mittelpunkt. Wenn man allerdings ein Problem mit seiner MS hat, z .B. ein neues Symptom, das aufgetreten ist, dann kann man sich mit jedem dort austauschen und darüber reden und wird gleich verstanden. Beim diesem Sport fasziniert mich die Höhe, ich schaue immer gerne runter, wenn ich oben bin.
Da sieht man, was man geschafft hat.


Welche körperlichen Auswirkungen des regelmäßigen Kletterns haben Sie bisher bemerkt?

Ich habe mehr Kraft bekommen. Ich bin früher sehr oft gestürzt. Seit ich klettere, hat sich das wesentlich reduziert und ich kann mein Gleichgewicht besser halten. Und wenn ich doch mal hinfalle, dann kann ich mich ganz anders abstützen. Ich habe in den Armen viel mehr Kraft und ich verletze mich nicht mehr und kann schneller reagieren oder mich besser mit den Armen abstützen. Außerdem traue ich mir mehr zu und probiere eher neue Sachen aus. Mein Selbstvertrauen ist durch das Klettern einfach gestiegen. Jeder Zentimeter, den man geschafft hat, baut das eigene Selbstvertrauen auf. Ich habe gemerkt: "Ich kann ja doch noch etwas." Ich bin im Alltag beim Gehen auf Walking Stöcke angewiesen. Im Winter benötige ich einen Rollator. Wenn ich dann eine Wand hochkomme, dann ist das einfach nur toll.


Was würden Sie anderen MS-Betroffenen empfehlen, die das Klettern auch einmal ausprobieren möchten?

Es kann jeder ausprobieren. Es gibt aber auch Kletterhallen, die extra für Behinderte Schnupperkurse anbieten. Auch die VHS bietet Schnupperkurse an, wo man erstmal ausprobieren kann, ob es einem überhaupt gefällt. Desweiteren kann man sich auf unserer Homepage informieren, wo es überall in Deutschland bereits Klettergruppen für MS-Betroffene gibt.


Weitere Informationen:
Klettergruppe MS on the Rocks
www.ms-ontherocks.de



021380

 
Dieser Artikel wurde noch nicht bewertet.
Nur angemeldete Nutzer können Artikel bewerten.

 
Haben Sie weitere Fragen?

COPAKTIV Service-Team

Das COPAKTIV Service-Team
ist für Sie da: Mo-Fr 8:00 - 20:00

0800 1 970 970
(gebührenfrei)

Rückrufwunsch >
Kontakt per E-Mail >

Noch mehr Service?
Sie sind MS-Betroffener und wünschen sich mehr Unterstützung bei der Therapie? Nutzen Sie die Möglichkeit, sich in unser COPAKTIV-Betreuungsprogramm einzuschreiben und profitieren Sie von vielen Vorteilen. 

 

Jetzt einschreiben >


 
MS verstehen

Videotour: Multiple Sklerose verstehen
Was läuft bei MS im Körper ab? Animationen erklären Symptome, Diagnostik, Verlauf und Therapie.

mehr >


 
Häufig gestellte Fragen

Welche Auswirkungen kann MS auf die Partnerschaft und Familie haben?

Das Leben in Partnerschaft oder Familie ist bei MS-Betroffenen im Vergleich zu Gesunden viel größeren psychischen Belastungen ausgesetzt. Zum einen für...

mehr >


 

Unterstützt von

TEVA Deutschland GmbH