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Fitness

Laufen kann das Nervensystem schützen

22.07.2010

IDSTEIN (BIERMANN) – Der Sportwissenschaftler Professor Dr. Christian Haas betonte in seiner Antrittsvorlesung an der Hochschule Fresenius die Bedeutung des Laufens für die Neurorehabilitation.

Die Bewegungsform setze, so die Mitteilung der Universität, neurotrophe Faktoren frei, die das Überleben der Nervenzellen sichern. Zu den neurotrophen Faktoren werden in der Wissenschaft Substanzen gezählt, die zum Beispiel für die Vermehrung und Reifung von Nervenzellen verantwortlich sind. „Die Bedeutung für die Neurorehabilitation ist enorm, denn die gezielte Freisetzung neurotropher Faktoren kann positive Auswirkungen auf den Verlauf neurologischer Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson haben“, erläuterte Haas.

Besonders gut sei es demnach, viel, schnell und bergab zu laufen. Allerdings mit Vorsicht! Wird das Laufen zu anstrengend, so werden auch die Faktoren zerstört. Freizeitsportler profitieren daher mehr als Hochleistungssportler.

Neurodegenerative Erkrankungen, wie Multiple Sklerose, können zu Bewegungseinschränkungen führen. Im weiteren Verlauf führt dann die Bewegungsarmut zu weiteren körperlichen Einschränkungen. Um das zu verhindern, entwickelte Haas eine Therapieform, für die er bereits 2002 den „Fresenius Innovations- und Erfinderpreis“ erhielt. Bei dieser Therapie werden zufällige Reize über die Füße auf die Muskulatur und das Nervensystem ausgeübt, die denen des Laufens ähneln. So können auch gehunfähige Menschen neurotrophe Faktoren freisetzen.

In den letzten Jahren ging Haas der Frage nach, wie sich sportliche und neurologische Trainingsmaßnahmen auf Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose und Rückenmarksverletzungen auswirken. Diese Forschung will er auch an der Hochschule Fresenius fortsetzen. Darüber hinaus widmet er sich auch der Interaktionsforschung, die es zum Ziel hat, parallel verlaufende Therapieansätze besser aufeinander abzustimmen – und so das Risiko für Neben- und Wechselwirkungen zu vermindern.

Quelle: Hochschule Fresenius, Mitteilung vom 7. Mai 2010

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