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Untersuchung
Neues Myelin aus dem eigenen Rückenmark
BOSTON (Biermann) – Bei Multipler Sklerose greift das Immunsystem die schützende Myelinschicht um die Nervenfasern an. Neue Experimente amerikanischer Forscher wecken nun die Hoffnung, dass der Körper lebenslang dazu angeregt werden kann, das zerstörte Myelin durch neues zu ersetzen. Die Arbeitsgruppe der Harvard Universität behandelte alte Mäuse, deren Myelinschicht geschädigt war, mit Zellen aus dem Blut von jungen, gesunden Mäusen. Dabei beobachteten sie, dass bestimmte Immunzellen aus dem Blut der jungen Mäuse in das Gehirn und das Rückenmark der alten Mäuse einwanderten. Dort regten sie vorhandene Stammzellen dazu an, neues Myelin zu bilden.
Aus früheren Studien weiß man bereits, dass noch vorhandene Rückstände von altem, zerstörtem Myelin die Entstehung einer neuen Myelinschicht stören. Es zeigte sich, dass die Immunzellen der jungen Mäuse diese Myelinreste besonders effektiv beseitigen können und so den Weg für neues Myelin freimachen.
Wenn sich diese im Tiermodell erlangten neuen Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen, könnten sie eines Tages für Menschen mit Multipler Sklerose von großem Nutzen sein. Sie zeigen, dass remyelinisierende Therapien nicht auf einer Stammzelltransplantation basieren müssen. Es könnte möglich sein, bereits im Gehirn und Rückenmark vorhandene Stammzellen dazu anzuregen, neues Myelin zu bilden.
Quelle: Cell Stem Cell 2012 Jan;10(1):96-103
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