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  1. #1
    Neuer Benutzer
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    Träume wegen MS vernachlässigen?

    Hallo Zusammen,

    ich bin 22 Jahre alt, männlich und die Diagnose seit 10/2011. Mir geht es zum Glück seitdem sehr gut, ich habe kaum Symptome.

    Ich bin nächstes Jahr mit meinem Bachelor fertig und mein Traum war es schon immer meinen Master in den USA zu machen. Leider kann ich mir es absolut nicht leisten für Copaxone jeden Monat den vollen Preis zu bezahlen...versicherungstechnisch schaut es ja in den USA auch nicht rosig aus.

    Ich könnte natürlich auch einfach aufhören zu spritzen für den Zeitraum. Natürlich würde mir jeder nicht dazu raten...aber sollen wir wirklich unsere Träume vernachlässigen, nur wegen so einer dummen Krankheit? Das Leben ständig in Unsicherheit und Angst vor dem nächsten Schub verbringen? Ist es dann überhaupt noch Leben, oder nur warten auf das Ende?

    Dies ist mein erster Eintrag hier im Forum, es tut echt gut was von der Seele zu lassen ohne jemandem dabei in die Augen schauen zu müssen.

    Hat jemand schon Erfahrungen mit längeren Reisen im Ausland, oder speziell den USA gemacht?

    Und wie geht Ihr mit euren Träumen um? Vernachlässigt ihr sie, oder denkt ihr "Jetzt erst recht!" ?

    Ich wünsche Euch noch einen wunderschönen Sonntag,

    viele Grüße,

    Tom

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von W E R ?
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    Hallo Tom,

    zuerst möchte ich Dich hier bei uns herzlich begrüßen.

    Es ist schön, dass Du hier Dich hier mal von seelischem Ballast befreit hast.
    Du fragst:
    >>aber sollen wir wirklich unsere Träume vernachlässigen, nur wegen so einer dummen Krankheit? Das Leben ständig in Unsicherheit und Angst vor dem nächsten Schub verbringen? Ist es dann überhaupt noch Leben, oder nur warten auf das Ende?<<

    Ich glaube, dass ganz viele hier einiges an Träumen, die man hatte, nicht nur vernachlässigen mussten, sondern auch ganz begraben haben.

    Darf ich Dir meine Einstellung sagen, auch wenn sie vielleicht nicht das ist, was Du hören möchtest?
    An erster Stelle steht doch Gesundheit. Dazu gibt es absolut keine Alternative. Punkt!!!
    Für alles andere kann man auch einen akzeptablen Ersatz finden, auch wenn es nicht zu 100% das ist, was ich mir vorgestellt und gewünscht habe.
    Wir alle, die betroffen sind, wissen alle, die Krankheit MS ist nicht nur dumm, sie ist besch*****!
    Trotzdem kann das Leben schön sein, wenn man die Krankheit nimmt, was sie ist, eine Krankheit und was daraus macht!

    Trotzdem wünsche ich Dir, dass Du deine Träume nicht vernachlässigen oder gar begraben musst.
    Geändert von W E R ? (25.09.2011 um 18:36 Uhr)
    viele Grüße W E R ?

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Avatar von Henkel74
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    Ich würde sagen: Träume nicht vernachlässigen, aber vielleicht der Krankheit anpassen und die Ziele nicht zuuuuu hoch stecken. Eigentlich müßte doch die deutsche Krankenversicherung auch bei Auslandsaufenthalt die Kosten übernehmen???? Einfach mal fragen???

    LG Raquel
    Trying to keep the faith!

  4. #4
    Neuer Benutzer
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    Hi Tom,

    Ich sehe das ein wenig anders. Ok wir sind Krank...der eine von uns hat mehr damit zu kämpfen, der andere weniger. Ich habe z.B. im schon im Rollstuhl gesessen und hab mich da wieder rausgearbeitet. Ich singe in einer Metallband, spiele dort auch E-Gitarre, fange bald eine 2jährige Umschulung an und kümmere mich extrem gern um meine 5 jährige nichte. Wenn ich den "schwarzmalern" wie meinem Neurologen, der MS-Schwester, meinen Eltern und Freunden geglaubt hätte, wäre ich wahrscheinlich ganz allein und total gelangweilt vom Leben. Ich denke mir zwar nicht "jetzt erst recht" aber ich lasse mir auch nicht von anderen sagen, was gut und was schlecht für mich ist...aus dem Alter bin ich raus. Ich musste lernen mit meiner Energie zu haushalten und bin da auch immer noch bei. Wenn es zu viel war, merke ich das am nächsten Tag. Aber desshalb bekomme ich noch keinen Schub.
    Und sind wir doch mal ehrlich....ja die Gesundheit kommt zu erst, aber man sollte sich nicht in Watte packen, man weiß ja eh nie was passiert. Wenn man keine Ziele hat, egal ob krank oder nicht kann man auch gleich im Altenheim einziehen und vor sich hinwegitieren.
    Hier noch mal meine Beispiele: Meine Ärzte haben mir quasi verboten mich um meine Nicht zu kümmern, da dies zu viel Energie ziehen würde....ja, das ist bei Kindern nun mal so....jede "gesunde" Mutter fällt abends kaputt ins Bett. Das ich in einer Band singe sollte ich aufgeben, da die Proben so spät sind (und teilweise bis morgens 4h dauern) und wir MSler lieber Tagsüber aktiv sein sollen...wäre besser !!! Schwachsinn
    Gitarrespielen würde ich nie mehr können, da Nerven kaputt....scheiße is...ich musste zwar wieder ganz von forne anfangen und es klappt auch nicht an allen Tagen, aber ich kann wieder Gitarrespielen.

    Und so ist es doch mit soooo vielem. Was wir können und was nicht, sollte nicht die Angst vor dem nächsten Schub bestimmen, der kommt so oder so - ob wir wollen oder nicht, ob wir uns in Watte packen oder nicht. Solange wir zuhören wenn unser Körper uns was zu sagen hat und darauf reagieren und manches einfach nur ein wenig genauer Planen als andere, können wir leben wie wir wollen. Denn man sollte nicht vergessen, das Erfolgserlebnisse, Freude und Spaß immer noch und nach wie vor GUT für uns und alle anderen sind.

    Ergo: Wenn du WIRKLICH in den USA studieren willst, wird es auch umsetzbar sein, vielleicht mit ein paar Hindernissen, vielleicht auch nur mit ein paar Tricks....aber wenn DU DIR das zutraust, mach es.

    Liebe Grüße

    P.S: Sorry, in diesem Beitrag hab ich mir mal ein wenig die Wut mit von der Seele geschrieben, da ich mitlerweile viele MSler persönlich kennengelernt habe die sich aufgegeben haben, nur weil andere gesagt haben das dies oder jenes nicht gut für sie sei.
    Geändert von Tinka83 (26.09.2011 um 09:56 Uhr)

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von W E R ?
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    @Tinka83

    Erst einmal Dir eine liebe Begrüßung hier bei uns.

    Frner stimme ich Dir voll und ganz zu. Ich hab in meiner 25-järigen MS-Laufbahn auch vieles gemacht, was mancher MS-ler besser sein lässt und des Öfteren meine Grenzen überschritten. Aber ich habe nie die med. Seite vernachlässigt (sprich Medikamente, Spritzen, Arztbesuche und dergleichen). Ich bin überzeugt, das hätte sich irgendwann gerächt.
    Geändert von W E R ? (26.09.2011 um 10:46 Uhr)
    viele Grüße W E R ?

  6. #6
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    @ W E R
    Da stimme ich dir voll und ganz zu. Um Medikamente oder regelmäßige Arztbesuche kommen wir nich drum rum und sind für uns ebenso wichtig wie für jeden anderen "Kranken", egal was er / sie hat.

    Gott sei dank haben unsere Träume und Ziele damit meist nix zu tun....auch wenn ich manchmal träume ich müsste mich nicht mehr spritzen

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von Honey
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    Hallo Tom,

    ich würde auch sagen nicht Träume aufgeben sonder Träume verwirklichen sollte unser Ziel sein.
    ABer ganz wichtig ist, dass man sie mit der Krankheit und den nötigen Medis usw. in Einklang bringt, genau wie es die Anderen auch schon gesagt haben.

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute, viel Erfolg und alles was dazu gehört!
    Grüßle
    Honey

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von Bambus
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    Hallo Tom,

    kann mich den anderen nur anschließen.
    Nicht die Träume aufgeben, nur dran denken, was ist machbar, was kann man irgendwie anders machen, um es zu verwirklichen usw.
    Aber niemals aufgeben.
    Wer aufgibt, hat doch schon verloren.

    Viel Glück bei Deinen Träumen verwirklichen.

    LG Bambus

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von niknak
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    hey tom!
    träume nicht dein leben, sondern lebe deine träume!!!!!!!!
    copaxone gibt es auch in den usa! erkundige dich doch mal beim cop-service, mir haben sie auch schon mal bei solchen fragen geholfen!
    also- gaaaanz viel spaß beim träume leben!!!!
    glg niknak

  10. #10
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    Hi Tom!
    Möönsch, wenn ich das lese.. kann ich gut verstehen, klaro ist Auslansstudium verlockend- näher kommt man an das Land (egal wo) kaum ran).
    Ich persönlich würd den Traum auch nicht abschreiben- würde ebenfalls versuchen, ihn ggf. anzupassen.
    Aber auf die Gesundheit achten- das tu schon, denn sonst isses auch nicht gut.
    Zum Verstandnis vielleicht: Mir haben auch x Leute gesagt, ich soll doch meine Art zu reisen lieber hintenan stellen.. seh ich aber gar nicht ein, das muss halt vereinbar sein. Und isses auch: ich reise eben eher individuell, biwakiere z.B.in der Wüste, nix Kühli, tags Hitze, nachts Minusgrade.. da war ich schon am überlegen. Wie heb ich mein Zeugs auf? Im Endeffekt hab ich dafür ne unkonventionelle Lösung gefunden. Will sagen: Es ist mehr möglich, als man erstma
    l denkt. War jetzt in Südafrika, wo mir auch einige Leute sagten (wie auch schon bei Kroatien wegen der Hitzte): Lass es.
    Witzigerweise sagt mein Neuro genau das,w as ich denke: Warum?
    Also was ich sagen will: Vielleicht sind unsere Träume nimmer so einfach zu realisieren.. vielleicht müssen wir uns auch von welchen verabschieden.. aber von vorn herein gar nicht versuchen?
    Mir fiel sofort ein: Frag doch mal bei der DMSG.. vielleicht erwischt Du zufällig genau die Person, die sich mitn dem Thema schon beschäftigt hat. Löcher mal Deine Krankenkasse.. als ich studierte, gab´s bei Erasmus (gibbet die noch?) eine Dame, die ziemlich viel gute Tipps hatte. Ich hatte damals noch lange keine Diagnose, aber ich weiß, dass sie einer aus meiner Klasse grad bzgl. Studieren im Ausland/ Krankenkasse/ Dauermedis sehr hilfreich war (hörte interessanterweise von beiden Seiten, denn die Studentin war eben meine Freundin, die Erasmusdame die Mutter meines damaligen Freundes.. und anhand von 1+1 konnte ich 2 zusammenzahlen).

    Manchmal muss man eben auch Glück haben!

    Und falls das tatsächlich mit den Auslandssemestern nicht geht.. dann würd ich mal nachdenken, vielleicht Praktikum was-weiß-ich?

    Ich denk immer, wir sind doch nicht die ersten und einzigen, die sich mit dieser/jener Fragestellung tragen.. also am Ball bleiben, fragen.
    So oder so mach Dich kundig wegen Reisekrankenversicherung etcpp.- bei längerem Aufenthalt und sowieso bei chron. Krankheit wichtig!

    Last not least: Nee, ich geb zu.. für längere Zeit auf Basistherapie verzichten würd ich auch eher nicht, zumal Du ja auch auf der anderen Seite vom großen Teich sitzt und nicht mal eben so beim Neuro Deines Vertrauens vorbeischneien kannst, wenn was ist (und JA, USA ist sackteuer und ein Thema für sich bzgl. Behandlung/ Medis).
    Deutsche KK und längerer Auslandsaufenthalt musss auf jeden Fall geklärt sein wg. Kostenübernahme, keine Schüsse ins Blaue!

    Ich drück jedenfalls feste Däumchen, dass es was werden kann mit Deinen Wünschen!
    Toitoitoi :-)))

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