Stress und MS

Die Zeit und Prioritäten im Blick

Gerissenes Seil

Menschen mit Multipler Sklerose sollten Stress vermeiden. Zur Stressvermeidung ist ein effektives Zeitmanagent sinnvoll. Praktische Tipps für den Alltag helfen, "sich nicht stressen zu lassen".


MS-Betroffenen wird geraten, Stress möglichst zu meiden. Wichtig ist, dass sie sich selbst bewusst machen:

  • Was stresst mich?
  • Wie kann ich dem entgegenwirken?


Hierbei ist es zunächst wichtig, Situationen und Menschen positiv zu begegnen. Das heißt, durch eine positive Einstellung können Menschen mit MS selbst darauf einwirken, ob sie sich gestresst fühlen oder nicht. Mit überhöhten Ansprüchen an sich selbst, Versagensängsten oder Perfektionismus setzen sich MS-Betroffene unter Druck. Daher sollten sie ihre Gedanken und Verhaltensweisen hinterfragen, um zu einer realistischen Einschätzung zu kommen.

Stressbewältigung heißt Zeitmanagement

Für eine aktive Stressbewältigung spielt Zeitmanagement eine herausragende Rolle. Zeitmanagement heißt vor allem, Prioritäten zu setzen und zu überlegen, ob man für bestimmte Dinge überhaupt Zeit aufwenden möchte. Außerdem sollten Menschen mit MS Aufgaben bündeln oder auch Dinge abgeben, um Zeit zu haben für Sachen, die ihnen wirklich wichtig sind. Als oberste Maxime gilt immer "aktiv leben, aber Kraft sparen und die Arbeit vereinfachen". Deshalb sollten Sie sich immer, bevor Sie eine Aufgabe beginnen, folgende Fragen stellen:

  • Ist die Angelegenheit wirklich wichtig?
  • Wann muss sie erledigt sein?
  • Wie kann sie am leichtesten erledigt werden?
  • Kann jemand anders sie erledigen?


Tipps für effektives Zeitmanagement

Es ist wichtig, sich zunächst einen Überblick zu verschaffen, wofür Zeit verwendet wird. Indem Betroffene eine Woche lang aufschreiben, wofür sie ihre Zeit aufwenden und wie sie gewisse Dinge erledigen. Im Anschluss sollten die Fragen "Was ist wichtig?" und "Was ist dringend?" gestellt werden. So können "Zeitfresser" identifiziert und minimiert werden.

  • Erstellen Sie einen Tages- oder Wochenplan. Planen Sie schriftlich – so wird nichts vergessen und Sie behalten besser den Überblick.
  • Durch gute Planung sparen Sie Zeit bei der Durchführung.
  • Grundsätzlich sollten Sie nur 60 Prozent Ihrer Zeit verplanen, 40 Prozent sollten frei gehalten werden für unerwartete Dinge, aber auch für Ruhepausen.
  • Versuchen Sie, ein Gleichgewicht zwischen Pflichtterminen und Ihrer Freizeit zu finden. So sollten Sie Arzt- oder Banktermine auf zwei Tage legen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie noch am nächsten Tag die Überanstrengung spüren und dies wirkt sich auf die MS aus.
  • Die Aufgaben sollten priorisiert werden. So bleibt nichts Wichtiges liegen. Sie vermeiden so auch, dass Sie noch Wichtiges erledigen müssen, wenn Sie schon müde sind, und geraten nicht unnötig unter Zeitdruck.
  • Viele Menschen mit MS sind schneller erschöpft als andere Menschen. Planen Sie daher immer kurze Pausen ein und beachten Sie dabei auch Ihren Biorhythmus. Die meisten Menschen haben vormittags und am späten Nachmittag Leistungshochs – nutzen Sie diese Zeit für anspruchsvolle Aufgaben.
  • Oft fällt es schwer, Aufgaben abzugeben. Verabschieden Sie sich von Ihrem Perfektionismus und schauen Sie, welche Dinge Sie delegieren können.
  • Lernen Sie, Nein zu sagen.
  • Vermeiden Sie auch Aktivitäten bei warmem Wetter. Wärme macht den meisten MS-Betroffenen sehr zu schaffen. Einkäufe oder Gartenarbeit sollten deshalb auf den Morgen oder Abend gelegt werden. Stellen Sie sich einen Ventilator am Arbeitsplatz auf.


Praktische Tipps, um alltäglichem Stress zu entgehen

  • Schlafen Sie vor Anlässen wie Familienfeiern oder Besuchen vor.
  • Wenn Sie nach Hilfe fragen, versuchen Sie, möglichst genau zu schildern, wobei oder wofür Sie Hilfe benötigen.
  • Denken Sie praktisch. Machen Sie sich Ersatzschlüssel. Kaufen Sie Dinge wie Toilettenpapier, Briefmarken, Batterien etc. auf Vorrat, um unnötige Wege zu sparen. Wenn etwas zu Neige geht oder leer ist, schreiben Sie es sofort auf einen Einkaufszettel.
  • Viele Dinge, wie Essen vorbereiten, Abwaschen und Bügeln, können im Sitzen erledigt werden. Arrangieren Sie den Arbeitsplatz so, dass unnötiges Aufstehen oder Bücken vermieden werden können.
  • Richten Sie Ihren Arbeitsplatz, ob im Haushalt oder im Beruf, so ein, dass Sie alles gut erreichen können. Der Drucker kann auf dem Tisch stehen. Locher und Tacker müssen nicht immer in der Schublade verschwinden. Küchengeräte sehen mittlerweile so schick aus, dass Sie nach dem Benutzen nicht immer im Schrank verstaut werden müssen.
  • Sie müssen nicht beim Klingeln an das Telefon hasten. Schalten Sie öfter mal den Anrufbeantworter ein.
  • "Morgen Stund hat Gold im Mund": Diese Weisheit sollten Sie befolgen. Stehen Sie lieber 15 Minuten früher auf. Bereiten Sie Dinge wie Kleidung oder Kaffee schon am Abend vor.
  • Lassen Sie sich, wenn möglich, alles schriftlich geben, damit Sie sich leichter erinnern können.
  • Autofahren kann ein großer Stressfaktor sein. Fahren Sie ab und zu mal einen anderen Weg. Hören Sie bei längeren Fahrten schöne Musik und machen Sie viele Pausen.
  • Nehmen Sie eine Dusche.
  • Essen Sie regelmäßig.



Menschen mit MS können auf diese Weise Stress reduzieren und ihren Alltag entspannter gestalten. Ein effektives Zeitmanagement ist für die Stressbewältigung unerlässlich.


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