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Multiple Sklerose verstehen: Interaktives Lernmodul aufrufen TEVA Pharma und Sanofi Aventis
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MS-Lexikon: A–E

A

Akustisch evozierte Potentiale (AEP):

Überprüfung der Reizverarbeitung in der zentralen Hörbahn durch Messung der Reaktion auf rasch aufeinander folgende Klicklaute. Dabei wird die Zeitspanne zwischen dem akustischen Reiz sowie der Ableitung der elektrischen Impulse von einer Elektrode an der Schläfenregion gemessen.

Anamnese:

Krankengeschichte mit Angaben zu Art, Beginn und Verlauf der aktuellen Beschwerden sowie mit Informationen zu früheren Erkrankungen und anderen wichtigen Zusatzinformationen (z. B. Familie, soziales Umfeld etc.). Die Anamnese wird von jedem Arzt zu Beginn einer Untersuchung erhoben. Sie dient der Einschätzung des Patienten und seiner Vorerkrankungen.

Antigen:

Ein Antigen ist ein Eiweiß (Protein) oder auch ein synthetischer Stoff. Es handelt sich dabei um einen Bestandteil der Oberfläche von Bakterien, Viren oder sonstigem Material, das vom Körper als „fremd“ erkannt wird. Ein Antigen ist die Voraussetzung dafür, dass der Körper fremdes Material erkennen und entfernen kann.

Antigenpräsentierende Zellen:

Antigenpräsentierende Zellen des Immunsystems nehmen Antigene (körperfremde Strukturen) auf und zerstören diese. Anschließend präsentieren sie Bruchstücke der Antigene an ihrer Zelloberfläche. Dadurch werden unterschiedliche Abwehrmechanismen des Immunsystems aktiviert.

Antikörper:

Antikörper werden von so genannten B-Lymphozyten gebildet. Sie bilden mit einem Antigen, für das sie spezifisch sind, einen so genannten Antigen-Antikörper-Komplex. Durch diese Komplexierung werden verschiedene Abwehrmechanismen aktiviert.

Astrozyten:

Astrozyten sind sternförmige Zellen des zentralen Nervensystems, die für den Transport von Nährstoffen und Abbauprodukten zwischen den Neuronen und dem Blut zuständig sind und eine generelle strukturgebende Stützfunktion haben. Außerdem sind sie entscheidend an der Bildung der Blut-Hirn-Schranke beteiligt.

Ataxie:

Als Ataxie wird eine Störung der Koordination von Bewegungsabläufen bezeichnet, die infolge einer gestörten Abstimmung der entsprechenden Muskelgruppen auftritt.

Autoimmunerkrankung:

Eine Autoimmunerkrankung ist ein Prozess, bei dem sich Immunzellen gegen körpereigene Strukturen richten und diese zerstören. Neben der Multiplen Sklerose zählt auch die Rheumatoide Arthritis zu derartigen Autoimmunerkrankungen.

Autogenes Training:

Methode zur Selbstentspannung

Autonomes/vegetatives Nervensystem:

Das autonome Nervensystem arbeitet unabhängig vom Bewusstsein. Es kontrolliert die Atmung, den Herzschlag, die Verdauung, die Körpertemperatur sowie weitere unwillkürliche Körperfunktionen. All diese Funktionen laufen auch vollautomatisch im Schlaf ab. Das autonome Nervensystem besteht aus einem parasympathischen („Parasympathikus“) und einem sympathischen („Sympathikus“) Anteil, die gegensätzliche Aufgaben haben.

Autoreaktive Zellen:

Autoreaktive Zellen sind Körperzellen, die körpereigenes Gewebe angreifen. Sie sind daher für die Entstehung von Autoimmunerkrankungen mitverantwortlich.

Axon:

Axone sind Fortsätze von Nervenzellen. Sie stellen die Verbindung zwischen den Nervenzellen und den ihnen nachgeschalteten Erfolgszellen,
z.B. Muskelzellen, her und dienen der Kommunikation im Nervensystem. Axone werden von Hüllzellen umgeben. Diese bilden Myelin und überziehen die Axone mit einer weißlichen Myelinscheide (Markscheide). Die Myelinscheide schützt die Axone und beschleunigt die Leitung der Nervenimpulse.

B

Blasendruckmessung:

Messung des Harnblaseninnendruckes mittels eines Zystomanometers.

Blut-Hirn-Schranke:

Die Blut-Hirn-Schranke ist selektiv durchlässige Schranke zwischen Blut und Hirnsubstanz, durch die der Stoffaustausch mit dem ZNS kontrolliert wird. Diese „Schranke“ soll das Gehirn vor toxischen Substanzen schützen.

Bobath:

Die Krankengymnastik nach Bobath ist eine spezielle Behandlungsmethode auf neurophysiologischer Grundlage. Dabei sollen der Muskeltonus reguliert und normale Haltungs- und Bewegungsabläufe gefördert werden.

B-Lymphozyten/ B-Zellen:

B-Lymphozyten gehören zu den weißen Blutzellen und werden durch Kontakt mit einem Antigen aktiviert. Durch verschiedene Umwandlungen sind die B-Zellen in der Lage, spezifische Antikörper gegen ein Antigen zu bilden.

C

Charcot-Trias:

Als Charcot-Trias bezeichnet man die Kombination der drei Symptome Nystagmus (rhythmisches Augenzucken), Intentionstremor (bei Annäherung an das Bewegungsziel erfolgendes Zittern der Hände) sowie skandierende (abgehackte) Sprache. Diese häufig bei einer MS vorhandene Kombination wurde nach dem großen französischen Neurologen Jean-Martin Charcot benannt, der die MS erstmals beschrieb.

Computertomographie:

Die Computertomographie ist ein Bild gebendes Verfahren, bei dem die verschiedenen Schichten des Körpers mit Röntgenstrahlen durchstrahlt werden. Die Bildergebnisse werden mittels eines Computers analysiert. Da das Gerät mit einer schnell rotierenden Röntgenröhre, bei der die Messwinkel veränderbar sind, arbeitet, kann aus der Summe der Einzelbilder ein Gesamtbild zusammengefügt werden.

Cortex:

siehe Kortex

D

Demyelinisierung:

Unter Demyelinisierung versteht man die Schädigung sowie den Verlust von Myelin (= Substanz, die Axone und Nervenzellkörper schützt und isoliert).

Dendrit:

Ein Dendrit ist ein Ausläufer einer Nervenzelle. Er dient der Kommunikation der Nervenzelle mit benachbarten Zellen.

Diagnosekriterien:

Aspekte, deren Vorhandensein für eine Diagnose gefordert werden. Derzeit werden für die Diagnosestellung der MS die so genannten McDonald-Kriterien herangezogen. Die Poser-Kriterien aus den 80er Jahren sind mittlerweile nicht mehr gebräuchlich.

Dual:

Doppelt, zweifach, aus zwei Teilen bestehend. Die Multiple Sklerose wird aufgrund ihrer zwei Krankheitsmechanismen - Entzündung und Axonverlust - auch als duale Erkrankung bezeichnet.

E

EDSS:

Die EDSS (Expanded Disability Status Scale), auch als Kurtzke-Skala bekannt, ist eine Skala zur Erfassung von neurologischen Ausfällen. Dabei werden die Stufen 0-10 unterschieden: Die Stufe 0 entspricht keiner Behinderung, auf Stufe 9 ist der Patient hingegen vollständig pflegebedürftig. 10 bedeutet Tod durch MS.

Elektroenzephalographie (EEG):

Das EEG ist eine Methode zur Erfassung der Hirnströme. Dabei werden elektrische Potentiale gemessen, die Aufschluss über die Hirnfunktionen geben können.

Elektromyogramm (EMG):

Beim Elektromyogramm werden die elektrischen Potentiale, die der Muskel erzeugt, beobachtet. Auf diese Weise können Erkrankungen des Muskels selber oder seiner nervalen Versorgung diagnostiziert werden.

Encephalomyelitis disseminata:

Andere Bezeichnung für Multiple Sklerose.

Enzyme:

Enzyme sind Eiweißkörper, die in Körperzellen biochemische Vorgänge beschleunigen und diese in einer gewünschten Richtung ablaufen lassen.

Enzymkaskade:

Eine Enzymkaskade ist ein Reaktionsablauf, an dem mehrere Enzyme beteiligt sind.

Epileptischer Anfall:

Krampfanfall durch abnorme Steigerung der elektrischen Aktivität im Gehirn

Evozierte Potentiale:

Als evozierte Potentiale versteht man Potentialänderungen am Gehirn, die durch Reizung eines Sinnesorgans oder seiner Nerven ausgelöst werden. Durch Messungen dieser Potentiale an der Hirnoberfläche kann die intakte Funktion des Organs bzw. der Nervenleitung überprüft werden.

Experimentelle allergische Encephalomyelitis (EAE):

Die Experimentelle Allergische Enzephalomyelitis (EAE) stellt das Tiermodell einer MS dar. Durch Injektion von basischem Myelinprotein konnte bei Tieren ein immunologisch bedingter Demyelinisierungsprozess wie bei der MS ausgelöst werden.

Eskalationstherapie:

Therapieerweiterung nach Versagen oder mangelnder Wirksamkeit der immunmodulatorischen Basistherapie

Extrapyramidalmotorische Bahnen:

Nervenbahnen vom Gehirn zum Rückenmark, deren Funktionen im Rahmen von Massen- und Stützbewegungen als unentbehrliche Grundlagen einer ungestörten Willkürmotorik dienen. Fällt die Funktion der Pyramidenbahn (s. u.) aus, können diese Bahnen eine gewisse motorische Restfunktion übernehmen: Sie regen überwiegend die Muskulatur des Rumpfes und der körpernahen Muskulatur an und können so „grobe“ Bewegungen der Gliedmaßen in Schulter- und Hüftgelenk vermitteln.

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