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Multiple Sklerose verstehen: Interaktives Lernmodul aufrufen TEVA Pharma und Sanofi Aventis
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MS-Lexikon: F–L

F

Fatigue:

Typisches MS-Symptom: Es zeichnet sich durch sehr schnelle Ermüdbarkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfbarkeit des Patienten aus.

Fibrillen:

Mikroskopisch kleine Muskelfasern, die eine Muskelkontraktion (Anspannung) bewirken.

G

Glatirameracetat:

Substanz, die zur immunmodulierenden Dauertherapie bei Multipler Sklerose eingesetzt wird und Ähnlichkeit mit einem Bestandteil der Myelinscheide hat

Gliazellen:

Das ZNS setzt sich aus Neuronen und Glia zusammen. Gliazellen bilden neben den eigentlichen Nervenzellen ein Zellgewebe des Nervensystems, das verschiedene andere wichtige Funktionen ausübt. Folgende Zelltypen werden zu den Gliazellen gezählt: Astrozyten (Transport von Nährstoffen, Stützfunktion), Mikroglia (Entsorgung von Abbauprodukten), Oligodendrozyten (Bildung der Myelinscheide) und Ependymzellen (Auskleidung der Liquorräume).

Graue Substanz:

Als graue Substanz wird die Ansammlung von Nervenzellkörpern im ZNS bezeichnet.

H

Hippotherapie:

Physiotherapie mit Pferden. Unter Anleitung von speziell geschulten Physiotherapeuten werden durch die besondere Haltung und Bewegung auf dem Rücken der Pferde Symptome wie Spastizität, Koordinationsmängel, Bewegungsschwächen oder auch der Gleichgewichtssinn therapiert. Der intensive Kontakt mit den Pferden kann zudem eine Steigerung des seelischen Wohlbefindens bewirken.

Hitzeempfindlichkeit:

siehe Uthoff-Phänomen

HLA-Klasse I:

Diese Proteine sind auf fast allen Körperzellen vorhanden und präsentieren zelleigenes Material.

HLA-Klasse II:

Diese Proteine kommen nur auf bestimmten Zellen des Immunsystems vor und präsentieren zelleigenes oder körperfremdes Material. Damit geben sie die entsprechenden Zellen zur Zerstörung frei.

HLA-System:

HLA steht für humane Lymphozytenantigene. Sie werden auch als MHC-Proteine (Major Histocompatibility Complex) bezeichnet. Sie stellen erblich festgelegte Oberflächeneiweiße der Körperzellen dar und übernehmen eine wichtige Funktion in der Antigenpräsentation. Im HLA-System werden diese Oberflächenstrukturen in verschiedene Klassen unterteilt. Bestimmte HLA-Merkmale sind gehäuft mit bestimmten Erkrankungen verbunden.

Humorale Abwehr:

Die humorale Abwehr bezeichnet die Bildung von Antikörpern sowie die damit einhergehende Zerstörung von körperfremdem Material. Humoral (aus dem lat.: über Flüssigkeiten erfolgend) bezieht sich auf die Bildung von Antikörpern und deren Transport/Aussendung im Blut.

I

Immunisierung:

Unter Immunisierung versteht man das Herbeiführen einer erhöhten Reaktionsbereitschaft des Körpers gegen Bakterien und Viren. Der Körper ist durch die Bildung von Antikörpern gegen diese Erreger geschützt und kann sich im Falle eines „Angriffs“ durch die vorhandenen Antikörper schnell und effektiv verteidigen. Das Prinzip der Impfung beruht auf einer Immunisierung.

Immunologie:

Immunologie bezeichnet die Wissenschaft vom Abwehrsystem der Lebewesen gegen fremde Substanzen und Krankheitserreger.

Immunsystem:

Das Immunsystem ist ein komplexes System von Zellen und Zellfunktionen in einem Lebewesen. Es dient der Abwehr von fremden Substanzen und Krankheitserregern.

Immuntherapie:

Eine Immuntherapie ist die Behandlung von Krankheiten durch die Beeinflussung des Immunsystems. Durch die Stärkung von bestimmten körpereigenen Zellen oder das Ausschalten von Immunvorgängen können einige Krankheiten positiv beeinflusst werden. Auch Impfungen zählen zur Immuntherapie, da der Körper durch eigene Leistung
(Bildung von Abwehrzellen) bzw. durch fremde Antikörper vor Infektionen geschützt wird.

Innervation:

Versorgung eines Körpergebietes oder eines Organs durch einen Nerven.

Intentionstremor:

Zittern der Hände, das bei Annäherung an ein bestimmtes Ziel beginnt oder zunimmt.

Interferone:

Interferone sind Botenstoffe, die von körpereigenen Zellen gebildet werden und in die Regulation von Abwehrvorgängen eingreifen. Bei der Multiplen Sklerose werden gentechnisch hergestellte Interferone als sogenannte Immunmodulatoren eingesetzt.

Inzidenz:

Als Inzidenz bezeichnet man die Anzahl der Neuerkrankungen einer Erkrankung in einem bestimmten Zeitraum.

Impfung:

Erzeugung einer Immunität zur Vorbeugung einer Erkrankung. Bei Impfungen werden aktive und passive Impfungen unterschieden. Bei passiven Impfungen werden lediglich Antikörper injiziert, die gegen den Erreger gerichtet sind und diesen im Falle einer Infektion unschädlich machen. Die aktive Impfung basiert auf der Einbringung einer geringen Menge an abgetöteten Keimen bzw. Erregern in den Körper. Das Immunsystem entwickelt gegen diese Erreger eine Immunantwort. Bei einer Infektion zerstört das derart programmierte Immunsystem den Erreger.

K

Kernspintomographie:

Die Kernspintomographie
(= Magnetresonanztomographie, MRT) ist ein Bild gebendes Diagnoseverfahren, das durch die Einbringung des Patienten in Magnetfelder verschiedene Strukturen des Körpers sehr konstrastintensiv und differenziert darstellen kann. Die Methode macht sich den unterschiedlichen Wassergehalt der verschiedenen Gewebe zu Nutze. Durch die MRT ist der Patient keiner Strahlenbelastung ausgesetzt.

Kortex:

Rindenbereich, d. h. äußerste Schicht des Groß- und Kleinhirns, in der sich die Nervenzellen befinden.

Kortison (auch Kortikoide, Cortison, Glukokortikoide):

Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das vielfältige Funktionen im Körper erfüllt. Insbesondere in Stresssituationen setzt Kortison wichtige Energie- und Leistungsreserven frei. Als Medikament wird es bei zahlreichen Krankheitsbildern zur Entzündungshemmung eingesetzt. Auch in der Behandlung der Allergien wird Kortison verwandt. Die Nebenwirkungen sind – je nach Dosierung – vielfältig, so dass bei notwendiger Dauertherapie eine möglichst niedrigdosierte Gabe angestrebt wird. Im Rahmen einer sog. Kortison-Stoßtherapie, die zur Behandlung eines akuten MS-Schubes durchgeführt wird, werden hohe Dosen für nur wenige Tage verabreicht, evtl. gefolgt von kurzzeitiger Tablettengabe („Ausschleichen“). Dann ist nicht mit den typischen gefürchteten Nebenwirkungen zu rechnen.

Kurtzke-Skala:

siehe EDSS

L

Leukozyten:

Leukozyten sind weiße Blutkörperchen. Sie übernehmen vielfältige Funktionen in der Abwehr von körperfremdem Material (Viren und Bakterien) sowie bei der Entstehung von Allergien.

Lhermitte-Zeichen:

Als Lhermitte-Zeichen wird ein elektrisierendes Gefühl entlang der Wirbelsäule bezeichnet, das bei Beugung des Kopfes nach vorne auftritt (= Symptom der MS).

Lipide:

Sammelbezeichnung für Fette und fettähnliche Stoffe.

Liquor:

„Nervenwasser“, Flüssigkeit im Zentralnervensystem, die Gehirn und Rückenmark umspült. Sie schützt das Zentralnervensystem vor mechanischer Verformung und spielt eine Rolle im Stoffwechsel sowie möglicherweise der Informationsvermittlung im Gehirn.

Liquoruntersuchung:

Zur Bestimmung von Veränderungen des Liquors wird eine Probe aus dem Liquorraum entnommen. Veränderungen von Eiweißbestandteilen, Zuckergehalt, Antikörpern oder Zellen können dann mikroskopisch oder laborchemisch bestimmt werden und Hinweise auf verschiedene Erkrankungen geben.

Lumbalpunktion:

Entnahme von Liquor. Mittels einer Spezialkanüle wird in Höhe der mittleren Lendenwirbelsäule (unterhalb des Rückenmarkendes) eingestochen und eine geringe Menge Liquor aus dem Liquorraum rund um das Rückenmark entnommen. Eine Verletzung des Rückenmarkes ist fast ausgeschlossen, da dieses deutlich oberhalb der Einstichstelle endet.

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