MS-Lexikon: S–Z
S
Saltatorische Erregungsleitung:
Erregungsausbreitung entlang einer peripheren Nervenfaser. Die Erregung „springt“ von einem Ranvierschen Schnürring zum nächsten.
Schübe:
Ein Schub bei MS bedeutet, dass neue Symptome oder Beschwerden auftreten oder sich schon bestehende Krankheitszeichen verschlimmern. Dies ist Ausdruck einer erneuten Entzündungsaktivität im Gehirn.
Schwannsche Zellen:
Die Schwannschen Zellen bilden das Myelin rund um die peripheren Nerven. Sie haben somit dieselbe Aufgabe wie die Oligodendrozyten. Da sich die Autoimmunreaktion bei MS jedoch nur gegen Oligodendrozyten richtet, sind periphere Nerven bei der MS nicht vom Demyelinisierungsprozess betroffen.
Sensibilitätsstörungen:
Empfindungsstörungen
Sensible Neurone:
Nervenzellen, die Informationen über Empfindungen (Schmerz, Temperatur, Lagesinn, Vibration) weiterleiten und verarbeiten.
Somatosensorisch evozierte Potentiale:
Potentialänderungen am Gehirn, die durch Reizung der Haut (z.B. durch leichte Stromstöße auf Arme und Beine) ausgelöst werden.
Spastik:
unwillkürlich und „federnd“ erhöhte Muskelspannung, die bei rascher aktiver oder passiver Bewegung zunimmt, entsteht bei zentralen Lähmungen.
Sympathikus:
Als Sympathikus bezeichnet man den „Gegenspieler“ des Parasympathikus im autonomen Nervensystem. Die sympathischen Anteile des autonomen Nervensystems sind vor allem bei körperlicher Aktivität und Leistung aktiv. Insbesondere bei Stress und Aufregung sind ihre Wirkungen deutlich spürbar: Schweißausbrüche, schneller Herzschlag, Unruhe, schneller Atem.
Synapsen:
Synapsen sind Kontaktstellen zwischen zwei Nerven oder zwischen einem Nerv und einem Muskel. Die ankommenden Informationen bzw. Erregungen werden mittels Neurotransmittern (Botenstoffe) über den synaptischen Spalt hinweg weitergegeben.
Synaptischer Spalt:
Zwischen zwei Nerven oder zwischen einem Nerv und einem Muskel befindet sich ein mikroskopisch kleiner Raum, der so genannte synaptische Spalt. Die ankommenden Informationen/Erregungen werden mittels Neurotransmitter (kleine chemische Substanzen) durch den synaptischen Spalt von einer Seite auf die andere vermittelt.
T
TCA:
Abkürzung für Triamcinolonacetonid, ein Kortisonpräparat. Dies kann bei chronischen MS-Verläufen mit Beteiligung des Rückenmarks in den Liquor injiziert werden, was in vielen Fällen zu einer zeitlich begrenzten, jedoch wiederholbaren Verbesserung der Symptome führt.
TCM:
Traditionelle chinesische Medizin (u. a. Akupunktur, Qi-Gong).
T-Lymphozyten:
Weiße Blutkörperchen, die eine wichtige Funktion in der Erkennung und Zerstörung von körperfremdem Material haben.
Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Anwendung elektrischer Impulse. Diese wirken durch die Haut auf die Nerven ein, um Schmerzen zu vermeiden oder zu lindern.
Tremor:
Zittern von Körperteilen, insbesondere der Hände/Finger.
Trigeminusneuralgie:
Schmerzattacken im Gesichtsbereich, die fast immer einseitig auftreten und etwa 0,5–1 Minuten andauern. Sie sind auf den Versorgungsbereich des Trigeminusnerven begrenzt, der für die Sensibilität im Gesicht zuständig ist.
U
Uthoff-Zeichen:
Vorübergehende Zunahme von MS-Symptomen bei äußerer Wärmeeinwirkung bzw. bei Zunahme der Körpertemperatur.
Ultraschalluntersuchung:
Untersuchungsverfahren zur bildlichen Darstellung von Körperstrukturen mittels Ultraschall. Je nach Beschaffenheit des Gewebes können verschiedene Organe gut oder schlecht beurteilt werden.
V
Visuell evozierte Potentiale:
Potentialänderungen am Gehirn, die durch Reizung des Auges ausgelöst werden. Durch Messen der Potentiale an der Hirnoberfläche kann die intakte Funktion des Auges bzw. der Nervenleitung zum Gehirn gemessen werden.
W
Weiße Substanz:
Die weiße Substanz wird aus der Masse der Fortsätze der Neuronen (Axone und Dendriten) sowie der Gliazellen gebildet.
Y
Yoga:
Der indischen Entspannungstechnik liegt der enge Zusammenhang zwischen Körper, Geist und Seele zugrunde. Bestimmte Körperstellungen (Asanas), Atemübungen (Pranayamas) sowie Konzentrations- und Entspannungsübungen verbessern das Körperbewusstsein sowie die Wahrnehmung innerer Prozesse. Yoga soll bei regelmäßiger Anwendung stressbedingten Störungen wie Bluthochdruck, Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen entgegenwirken. Yoga fördert zudem die Konzentrationsfähigkeit und sorgt für innere Ausgeglichenheit.
Z
Zelluläre Abwehr:
In Abgrenzung zur humoralen Abwehr durch lösliche Blutbestandteile (Antikörper) bezeichnet man als zelluläre Abwehr jene Abwehrmechanismen, die von Zellen des Immunsystems vermittelt werden.
ZNS:
Zentralnervensystem


