13.01.2012 | Frostige Zeiten

Was hilft bei kalten Händen und Füßen?

Frau liegt schlafend auf einem Sofa.

Kalte Hände und Füße sind lästige und unangenehme Begleiter in der kalten Jahreszeit. Bei vielen MS-Betroffenen wird dies durch die MS-Symptomatik verstärkt. Gefühlsstörungen lassen Hände und Füße häufig eiskalt erscheinen. Niedriger Blutdruck, aufgrund von Fatigue oder Bewegungsmangel durch körperliche Beeinträchtigungen, kann außerdem zu einem verstärkten Kälteempfinden beitragen.

Warum frieren wir zuerst an Händen und Füßen?

Kalte Hände und kalte Füße sind ein normaler Schutzmechanismus unseres Körpers bei niedrigen Temperaturen. Der Körper benötigt eine konstante Körpertemperatur, um lebensnotwendige Stoffwechselprozesse aufrechtzuerhalten. Dazu benutzt er ein kompliziertes Wärmeregulationssystem, damit die Funktionen lebensnotwendiger innerer Organe wie Herz, Lunge, Nieren und Gehirn auch bei Tiefsttemperaturen gesichert sind. Bei Kälte werden zuerst die Blutgefäße der Extremitäten enger. Weniger warmes Blut fließt durch Hände und Füße.

Besonders Frauen leiden unter kalten Händen und Füßen. Das liegt zum einen daran, dass Frauen eine dünnere Haut haben und so schneller Wärme abgeben. Zum anderen haben Männer mehr Muskelmasse, die sogar im Ruhezustand Wärme erzeugt. Auch Raucher sind betroffen. Nikotin verengt die Gefäße und insbesondere die Extremitäten werden schlechter durchblutet.

Wer nicht nur temperaturbedingt, sondern ständig an kalten Händen und Füßen leidet, insbesondere in Verbindung mit Schmerzen, sollte seinen behandelnden Arzt konsultieren.

Vorsicht Erkältungsgefahr

Kalte Hände und Füße sind nicht nur unangenehm, sie können auch mit einer höheren Anfälligkeit gegenüber Erkältungen einhergehen. Der Körper versucht, sich vor weiterem Wärmeverlust zu schützen, indem die Durchblutung in den Extremitäten abnimmt. Hierzu gehört auch die Nase. Wenn sie weniger durchblutet wird, können weniger Abwehrzellen in die Schleimhäute gelangen. Erkältungsviren haben ein leichtes Spiel. MS-Betroffene sollten einen erkältungsbedingten Infekt unbedingt meiden, da jeder Infekt eine Schubgefahr bergen kann.

Tipps, wie Sie Hände und Füße warm halten:

  • Durch Bewegung wird die Durchblutung angeregt. Wer sich regelmäßig bewegt, erfährt zudem eine nachhaltige Wirkung. Bewegung hilft nicht nur gegen Frieren, sie wirkt sich bei MS-Betroffenen positiv auf die MS, die Psyche und das Immunsystem aus. Geeignete Sportarten sind z. B. Nordic Walking, Yoga und Radfahren. MS-Betroffene, die erheblich in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, können mit ihrem Arzt oder Physiotherapeuten über geeignete Aktivitäten beraten.
  • Gerade im Büro kommt die Bewegung zu kurz. Bei kalten Händen und Füßen helfen warm- kalte Wechselbäder an den Armen und Händen, schnipsen mit den Fingern oder reiben und klatschen mit den Händen. Den Füßen heizen Sie ein, indem Sie am besten ohne Schuhe auf und ab wippen. Im Wechsel die Zehen einkrallen und ausstrecken oder die Füße hoch und runter ziehen. Alle Übungen mehrfach wiederholen.
    Vermeiden Sie Schweißfüße, denn feuchte Füße werden schneller kalt. Schuhe und Socken aus natürlichen Materialen wie Leder und Wolle sind empfehlenswert. Zu enge Schuhe behindern eine gute Blutzirkulation.
  • Besonders unangenehme und echte Schlafsaboteure sind kalte Füße in der Nacht. Wärmekissen aus Körnern oder Moorschlamm halten die Wärme länger als Wärmflaschen.
  • Fußbäder mit ätherischen Ölen, zum Beispiel aus Rosmarin, Thymian oder Eukalyptus mit anschließender Fußmassage haben einen wärmenden und pflegenden Effekt. Danach Wollsocken überziehen.
    Überprüfen Sie Ihre Trinkmenge. Zu wenig Flüssigkeit lässt das Blut dickflüssig werden und langsamer zirkulieren. Dem Körper wird langsamer warm.
  • Von innen einheizen: Heißgetränke wärmen von innen. Allerdings gilt dies nicht für alkoholische Varianten. Alkohol erweitert zwar die Gefäße und uns wird kurzfristig warm. Doch wird durch die erweiterten Gefäße die Wärme auch wieder schneller abgegeben.
  • Gewürze wie Pfeffer, Ingwer, Chili und Senf heizen in Getränken wie auch im Essen ein. Rezepte finden Sie unter: www.aktiv-mit-ms.de/aktiv-leben/exklusiv/saisontipps/heissgetraenke-selbst-gemacht-gesunde-bauchwaermer-mit-minze-ingwer-co/
  • Neben klassischen Handschuhen und bewährten Thermo- und Fellsohlen, gibt es eine große Auswahl an wärmenden Utensilien. Wärmepads, die durch chemische oder physikalische Prozesse Wärme abgeben, und  elektrische Wärmekissen, die per Akku aufgeladen werden können, sind für Hand und Fuß und in vielen Varianten erhältlich.

Gerade in den kalten Monaten machen es sich viele lieber mit einer Decke auf dem Sofa gemütlich, als aus dem Haus zu gehen. Überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund und sorgen Sie für Bewegung – gerade MS-Betroffene profitieren von den positiven Effekten.


Quellen:



 

 

 

 

 

 

 

 

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