Wissen zum Thema MS

Diagnose

MS ist eine chronische Erkrankung mit "tausend Gesichtern". Die Diagnosestellung ist - auch auf Grund des individuell sehr unterschiedlichen Verlaufs und der Vielfalt der Symptome - nicht einfach.


 

Diagnose MS

Die neurologische Untersuchung

Der Neurologe ist der Facharzt für Nervenerkrankungen wie der Multiplen Sklerose. Abhängig von den auftretenden Symptomen führt er zur Diagnose verschiedene neurologische Untersuchungen durch. Auch nach der Diagnose ist der Neurologe der wichtigste Ansprechpartner bei allen medizinischen Fragen rund um die MS. Im Zentrum des Besuchs beim Neurologen steht neben einer allgemeinen körperlichen Untersuchung die spezielle neurologische Untersuchung. Sie umfasst die Überprüfung des Nervensystems von Kopf bis Fuß. So werden z. B. die Reflexe, die verschiedenen Grade der  Sensibilität, einschließlich der Schmerzempfindung, in allen Körperregionen, die Muskelkraft und die Koordination von Muskelfunktionen sowie der Gleichgewichtssinn mit speziellen Tests untersucht.

Seh- und Sprechstörungen

Eine weitere wichtige Untersuchung gilt den direkt aus dem Gehirn austretenden Nerven und deren Funktionstüchtigkeit. Dies sind vor allem die den Kopf versorgenden Nerven, die u. a. für das Sehen, Kauen, Schlucken, die Augenbewegungen oder Stimmbildung verantwortlich sind. Die passive Bewegung von Armen und Beinen gibt dem Untersuchenden Hinweise darauf, ob eine erhöhte Muskelspannung, also eine Spastik, vorliegt. Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit kann der Neurologe ebenfalls mit unterschiedlichen, meist einfachen Tests untersuchen.

Skalen ermöglichen eine Bewertung

Der Neurologe hält alle erhobenen Befunde üblicherweise in speziellen Listen schriftlich fest. Mit Hilfe solcher international standardisierter Skalen kann er nach dem Ausgangsbefund den weiteren Verlauf der MS und die Entwicklung einzelner Beeinträchtigungen besser verfolgen und beurteilen.

Ärztliche Zusammenarbeit

Bei Sehstörungen ist es oft notwendig, einen Augenarzt hinzuzuziehen, um andere Augenerkrankungen auszuschließen. Aus den gleichen Gründen kann es ratsam sein, bei Gleichgewichtsstörungen einen Spezialisten für Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen zu konsultieren.

Wie oft zum Neurologen?

Hat der Betroffene mit einer immunmodulatorischen Langzeittherapie begonnen, muss er regelmäßig seinen Neurologen aufsuchen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind ebenfalls von großer Wichtigkeit. Viele Menschen mit MS haben im Verlauf der MS latente Schübe, die unbemerkt verlaufen und Vernarbungen hinterlassen können. Es dauert lange, bis man "seine MS" wirklich kennen gelernt hat. Bei einem fremden Symptom, wie einem erstmals auftretenden Blasenproblem, wird man vielleicht wieder zum Internisten gehen. Wichtig ist, dass man jedem Arzt von seiner MS berichtet. Allgemein sollte für jeden MS-Betroffenen gelten, bei nicht zu klärenden oder neuen Beschwerden besser zuerst einen Neurologen aufzusuchen. Denn im Falle eines Schubes ist der frühe Beginn einer Kortison-Stoßtherapie wichtig.

Was ist ein Schub?

Generell spricht man von einem Schub, wenn neue oder auch alte Symptome länger als 24 Stunden anhalten. Für den MS-Betroffenen selbst ist dies oft schwer zu erkennen. Bei Wetterwechsel, Hitze, Fieber, Stress oder Schlafmangel können sich die Symptome verschlimmern. Auch hier gilt, lieber nicht zu lange warten. Schon die Ungewissheit und Angst vor einem erneuten Schub kann sich negativ auf die MS auswirken. Deshalb: Lieber einmal mehr zum Neurologen gehen!




 

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