Wissen zum Thema MS

Diagnose

MS ist eine chronische Erkrankung mit "tausend Gesichtern". Die Diagnosestellung ist - auch auf Grund des individuell sehr unterschiedlichen Verlaufs und der Vielfalt der Symptome - nicht einfach.


 

Zwei Frauen sitzen am Tisch und schauen sich gemeinsam eine Broschüre an.

Professionelle Unterstützung bei MS

Anlaufstellen und Ansprechpartner

Nach der Diagnose MS stellt sich für Betroffene und Angehörige die Frage nach dem richtigen Ansprechpartner, wenn es um Betreuung und Therapie geht.


Anlaufstelle MS-Ambulanz

Eine MS-Ambulanz zeichnet sich dadurch aus, dass bei Menschen mit MS-Verdacht oder diagnostizierter MS neurologische Untersuchungen kompetent durchgeführt werden können. Diagnoseverfahren wie die Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) und Laboruntersuchungen sind unter einem Dach zu finden und der MS-Betroffene wird umfassend über alle Therapieoptionen informiert. Darüber hinaus greifen MS-Ambulanzen häufig auf ein Datendokumentationssystem zurück, das alle Daten des Betroffenen sammelt. So können wichtige Kenntnisse über den individuellen Verlauf der MS gewonnen und daraus Schlüsse über die geeignete Therapie und die weitere Prognose gezogen werden.

Beim niedergelassenen Neurologen

Letztlich muss jeder selbst entscheiden, mit welcher Art der Betreuung er sich wohler fühlt. Entscheidende Kriterien für viele MS-Betroffene, sich für die Betreuung durch einen Neurologen und sein Praxisteam zu entscheiden, sind:

  • weniger Anonymität als in einer Klinik bzw. Ambulanz.
  • MS-Ambulanzen befinden sich meist in Ballungszentren, die nicht für jeden gut erreichbar sind.


Bei der Wahl eines niedergelassenen Neurologen sollte man darauf achten, dass weitere MS-Betroffene regelmäßig die Praxis aufsuchen und dass andere Menschen mit MS sich in der Praxis gut betreut fühlen. So ist auf jeden Fall gewährleistet, dass die Behandlung und Betreuung nach neuestem Wissen und Forschungsstand durchgeführt wird.

Professionelle Partner: MS-Schwestern

Von großem Nutzen für die Patienten sind auch "MS-Schwestern", die dem Betroffenen zur Seite stehen: Sie helfen bei der Bewältigung der MS, führen regelmäßige kognitive und neurophysiologische Untersuchungen durch und unterstützen den Menschen mit MS bei der Handhabung von Therapien, indem sie ihm beispielsweise den Umgang mit der regelmäßigen Selbstinjektion zeigen. Auch in vielen neurologischen Praxen stehen MS-Schwestern den Betroffenen zur Seite oder können über den Arzt vermittelt werden.

Information und Wissen verbessern die Lebensqualität

Eine gute Kommunikation mit dem behandelnden Arzt ist bei der MS besonders wichtig, da es sich um eine chronische Erkrankung handelt. Sie sollte daher an erster Stelle stehen. Doch oft reicht die Zeit bei einem Arzttermin nicht aus, um alle Fragen zu klären. Gut über die MS informiert zu sein, ist aber von großer Bedeutung. Mit den richtigen Informationen kann man z.B. Unsicherheiten im alltäglichen Leben vermeiden und somit die Lebensqualität enorm verbessern. Selbsthilfegruppen bieten hier einen direkten Austausch mit anderen Menschen mit MS.

Infoquelle Internet immer beliebter

Das Internet ist in den letzten Jahren als Informationsquelle bei MS-Betroffenen immer beliebter geworden. Nicht zuletzt wegen seiner Anonymität. Neben allgemeinen Informationen zur MS gibt es Foren, Chats und Mailinglisten, in denen sich Menschen mit MS austauschen oder mit Fachleuten kommunizieren können. Der MS-Betroffene und seine Angehörigen erhalten hier Tipps und Unterstützung in allen fachlichen und alltäglichen Fragen, die die MS betreffen. Viele MS-Internetseiten sind privat initiiert und werden von MS-Betroffenen betreut. Ob Sie sich nach der MS-Diagnose für eine weitere medizinische Betreuung in einer Ambulanz oder in einer neurologischen Praxis entscheiden, ist eine sehr individuelle Entscheidung. Informieren Sie sich vorab umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten.




 

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