Wissen zum Thema MS
Erkrankung
Hier finden Sie Informationen zu Ursachen und Auslösern der Multiplen Sklerose sowie dem Krankheitsverlauf. Zusätzlich erfahren Sie etwas über die Geschichte der MS und die Rolle unserer Gene.
Basistipps
Schub oder nicht?
MS-Symptome können sich plötzlich und unvorhersehbar verschlechtern. Dieses Szenario ist von Menschen mit MS gefürchtet. Auch die immunmodulatorische Langzeittherapie, die bei guter Therapietreue die Schubfrequenz stark vermindert, kann dies nicht immer verhindern. Der erste Gedanke eines jeden Erkrankten ist: Geht es wieder los? Habe ich einen Schub? MS-Patienten, die an der schubförmigen Form der Multiplen Sklerose leiden, leben meistens mit dieser Sorge.
Und tatsächlich kann eine Verschlechterung der Beschwerden aufgrund des sogenannten Uthoff-Phänomens einem Schub ähneln. Doch der Unterschied ist, dass es sich bei einem „echten“ Schub um eine reale Verschlechterung der Erkrankung handelt, die über mehrere Tage oder Wochen hinweg anhält. Beim Uthoff-Phänomen handelt es sich dagegen um eine temperaturabhängige, vorübergehende Verschlechterung oder Betonung von Symptomen, die bereits vorher bestanden hatten. Dies beeinflusst den Verlauf der Erkrankung aber nicht negativ. Die hitzebedingte Verschlechterung verschwindet gewöhnlich bei Abkühlung innerhalb von 24 Stunden und ist nicht auf eine neue Entzündung des zentralen Nervensystems zurückzuführen.
Versuchen Sie deshalb – auch wenn es schwer fällt – gerade jetzt in den Sommermonaten „cool“ zu bleiben und nicht allzu schnell an einen Schub zu denken. Denn Hitze und Schwüle sind bei MS-Betroffenen der häufigste Auslöser für das Uthoff-Phänomen!
Wie soll ich reagieren?
- Als erste Maßnahme sollten Sie sich Ruhe gönnen.
- Falls Sie sich direkt der Hitze ausgesetzt haben, suchen Sie eine kühle Umgebung.
- Bei körperlicher Betätigung ist eine Pause nötig.
- Haben Sie sich aufgeregt oder sind arg gestresst, können Sie versuchen, sich mit Entspannungstechniken und Atemübungen zu entspannen.
Wenn Sie an einer umschriebenen Entzündung oder einer Infektion mit Fieber leiden, kann eine Verschlechterung der MS-Symptomatik auch auf einen solchen Zustand zurückzuführen sein. Wenden Sie sich dann an Ihren Hausarzt, um eine solche Situation auszuschließen oder ggf. zu beseitigen. Sobald das Fieber weg ist, sollten auch die Symptome innerhalb von 24 Stunden verschwinden.
Wenn die Symptome wirklich länger als 24 Stunden anhalten oder bei Ihnen ganz unbekannte, bisher nicht vorhandene Symptome auftreten, dann sollten Sie Ihren Neurologen aufsuchen. Er wird gemeinsam mit Ihnen beurteilen, ob nun tatsächlich ein neuer Schub angenommen werden kann und die erforderliche Behandlung einleiten.
Und Sie können auch selbst im Alltag aktiv etwas dazu beitragen, die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass ein neuer Schub auftritt: Denken Sie an Ihre immunmodulatorische Langzeittherapie! Denn die Multiple Sklerose schläft nicht und ist auch in schubfreien Zeiten aktiv! Durch eine dauerhafte und konsequente Anwendung Ihrer Therapie können Sie aktiv positiven Einfluss auf den Verlauf Ihrer Erkrankung und den für Sie bestmöglichen Therapieerfolg nehmen!
Quellen:
www.dmsg.de
www.nationalmssociety.org
www.wissenschaft.de
Neuester Kommentar zu diesem Artikel
Zu diesem Artikel gibt es noch keine Kommentare.



