Wissen zum Thema MS
MS-Therapie
Ein wichtiges Thema für alle MS-Betroffenen ist die Langzeittherapie. Hier spielt vor allem die Verträglichkeit sowie wirkungsvolle Behandlung von akuten Schüben eine große Rolle.
Schubtherapie bei MS
"Was muss ich während der Kortison-Stoßtherapie beachten?"
Durch den Einsatz der immunmodulatorischen Langzeittherapie können Sie heute aktiv dazu beitragen, die Schubhäufigkeit bei Multipler Sklerose zu verringern und deren langfristigen Verlauf positiv zu beeinflussen. Tritt ein akuter Schub auf, ist Kortison das Mittel der ersten Wahl, um die akute Entzündung effektiv zu behandeln. Im Folgenden finden Sie einige nützliche Hinweise und praktische Tipps, um möglichen Nebenwirkungen entgegenzuwirken.
Verträglichkeit
Wenn es um den Einsatz von Kortison geht, sind die Vorstellungen vieler Menschen noch immer mit vielen Vorurteilen und Ängsten behaftet. Bei der hochdosierten Stoßtherapie über drei bis fünf Tage hinweg kommt es aber selten zu unangenehmen Nebenwirkungen. Und wenn doch, bilden sich diese meist sehr schnell nach Beendigung der Gabe zurück. Die klinische Erfahrung zeigt, dass die höheren, intravenös gegebenen und gleichzeitig wirksameren Dosen in der Regel sogar besser vertragen werden als die niedrigeren oralen Dosen.
Ernährung
Da Kortison die Magenschleimhaut angreifen kann, werden in der Regel begleitend magenschützende Präparate verabreicht. Am besten sagen Sie Ihrem Arzt schon vor Beginn der Therapie, wenn bei Ihnen besondere Probleme mit dem Magen, z. B. eine Magenschleimhautentzündung, vorliegen! Zudem wird eine Appetitsteigerung während der Einnahme beobachtet, die zu unerwünschter Gewichtszunahme führen kann. Achten sie deshalb auf Folgendes:
- Nehmen Sie nicht übermäßig viel Zucker zu sich, da Kortison den Blutzuckerspiegel erhöht.
- Ernähren Sie sich fettarm, denn Kortison steigert die Konzentration von Cholesterin im Blut.
- Salzen Sie nur mäßig. Denn besonders bei hohen Dosen unterdrückt Kortison die Salzausscheidung des Körpers, es kann dann evtl. zu unerwünschter Wassereinlagerung kommen.
- Kalzium und Vitamin D sind jetzt wichtig, um der Verringerung der Knochendichte (Osteoporose) vorzubeugen. Milch, Käse und andere Milchprodukte sind gute Kalziumlieferanten. Versuchen Sie, sich viel an der frischen Luft aufzuhalten, weil auch das Sonnenlicht einen positiven Einfluss auf den Kalzium- und Vitamin-D-Haushalt hat. Eine Supplementation ist in der Regel nicht notwendig, Sie sollten dies mit Ihrem Arzt besprechen.
- Eiweiß hilft, dem Verlust von Muskelmasse vorzubeugen. Die wichtigsten Lieferanten sind Fleisch, Eier, Molkereiprodukte, Fisch, Getreide, Hülsenfrüchte und Soja.
- Ihr Kaliumbedarf ist unter der Kortisontherapie erhöht. Bananen, Orangen, Kartoffeln und Tomaten enthalten Kalium und noch viele andere wichtige Vitamine.
Infusion am Vormittag
Versuchen Sie, die tägliche Gabe möglichst früh auf den Morgen zu legen. Denn zu dieser Tageszeit besteht auch das physiologische Maximum der körpereigenen Produktion. Außerdem kann das Kortison eine anregende Wirkung haben, die bei abendlicher Gabe zu Schlafproblemen in der Nacht führen kann. Im Rahmen eines stationären Aufenthalts ist die tägliche Gabe der Infusion aus diesen Gründen in der Regel am Vormittag üblich. Die Infusionen müssen aber nicht zwingend unter stationären Bedingungen stattfinden.
Ihr Arzt wird mit Ihnen zusammen entscheiden, ob Sie die Infusion ambulant erhalten können.
Schlafstörungen behandeln
Sollten trotz allem doch einmal Schlafstörungen im Rahmen der Kortisontherapie auftreten, fragen Sie Ihren Arzt nach einem Schlafmittel, das Sie über die Therapietage einnehmen. Quälen Sie sich nicht!
Bewegung hilft
Wenn es Ihr Zustand erlaubt, ist Bewegung in Maßen von Vorteil! Gleich drei unerwünschten Wirkungen kann dadurch entgegengewirkt werden: Bewegung stärkt die Knochen, beugt dem Abbau von Muskeleiweiß vor und reguliert den Blutzuckerspiegel!
Infekten aus dem Weg gehen
Während der Therapie können Sie besonders infektanfällig sein, da Kortison einen Einfluss auf die Immunvorgänge hat. Achten Sie auf eine gute Hygiene, und meiden Sie große Menschenmengen. Eine gute Mundhygiene sollte jetzt ebenfalls besonders beachtet werden. Durch die geschwächte Abwehr könnte es zu unangenehmem Pilzbefall der Mundschleimhaut kommen.
Bitte beachten Sie außerdem:
Brechen Sie die Therapie nicht eigenmächtig ab. Nehmen Sie das Präparat genau so, wie Ihr Arzt es Ihnen verordnet hat, denn Therapietreue ermöglicht Ihnen langfristig eine aktive Zukunftsgestaltung. Bitte melden Sie sich sofort bei Ihrem Arzt, wenn größerer Durst, verstärktes Wasserlassen, Fieber oder sonstige Hinweise auf einen Infekt auftreten.
Wenn Sie bei einem Schub mit hochdosiertem Kortison behandelt werden, können Nebenwirkungen auftreten. Sie können jedoch aktiv dazu beitragen, unangenehme Begleiterscheinungen bei einer Stoßtherapie positiv zu beeinflussen oder ganz zu vermeiden.
Quellen:
www.internisten-im-netz.de
www.cortisonpartner.de
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