Wissen zum Thema MS

MS-Therapie

Ein wichtiges Thema für alle MS-Betroffenen ist die Langzeittherapie. Hier spielt vor allem die Verträglichkeit sowie wirkungsvolle Behandlung von akuten Schüben eine große Rolle.


 

Arzt verschreibt Medikament

Eskalationstherapie bei MS

Ausweitung der Immuntherapie

Viele MS-Betroffene sprechen auf eines der zur Basistherapie zugelassenen Medikamente gut an und können so langfristig ein aktives Leben mit MS führen. Sollte diese Therapie jedoch nicht mehr ausreichend wirksam sein und auch ein Wechsel auf ein anderes Basistherapeutikum keinen Erfolg erbringen, muss die immunmodulatorische Therapie auf eine nächste Stufe erweitert ("eskaliert") werden, daher spricht man von einer "Eskalationstherapie".

Mitoxantron – nicht für jeden MS-Betroffenen geeignet

Für diese Ausweitung der Immuntherapie ist in Deutschland die Substanz Mitoxantron zugelassen. Da dieses Medikament erhebliche Nebenwirkungen haben kann, vor allem am Herzen, wird sein Einsatz nur bei solchen Betroffenen erwogen, bei denen es unter Behandlung mit einem Basismedikament zu einem raschen Fortschreiten der MS kommt oder bei denen Gegenanzeigen gegen die Basismedikamente vorliegen.

Arzneimittelbehörden raten zur Vorsicht

Ein weiteres zur Eskalationstherapie zugelassenes Medikament ist Natalizumab, ein sogenannter monoklonaler Antikörper. Es hemmt das Einwandern von weißen Blutzellen in Entzündungsherde und wird zur Behandlung hochaktiver Formen der schubförmig verlaufenden MS eingesetzt. Allerdings traten in der Behandlung mit Natalizumab Fälle einer sogenannten progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML), einer schweren, teilweise tödlich verlaufenden, durch ein Virus verursachten Erkrankung des zentralen Nervensystems, auf. Außerdem warnten die Arzneimittelbehörden EMA und FDA vor teils schweren Leberschäden unter der Behandlung.

Die Multiple Sklerose Therapie Konsensugruppe (MSTKG) der DMSG hat Natalizumab in ihr Stufenschema aufgenommen. Sie appelliert aber an alle Ärzte und MS-Betroffenen, für einen äußerst sorgfältigen Umgang mit dem Wirkstoff zu sorgen, einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu immunsuppressiven Vorbehandlungen einzuhalten und eine engmaschige Überwachung der Therapie mit detaillierter Dokumentation durchzuführen. Die Gabe von Natalizumab erfordert sowohl bei Therapiebeginn als auch während der Therapie besondere Sorgfalt und Erfahrung, um den MS-Betroffenen vor den Folgen der möglichen schweren Nebenwirkung PML adäquat zu schützen.

Wenn unter der Eskalationstherapie ein gutes Ergebnis erzielt werden konnte, kann die Therapie oftmals wieder auf ein Basismedikament umgestellt ("deeskaliert") werden.

Eine Eskalationstherapie wird nur dann erwogen, wenn unter einem Basismedikament die Multiple Sklerose rasch fortschreitet oder Gegenanzeigen gegen die Basismedikamente vorliegen.



Quellen:
www.amsel.de

Schmidt/Hoffmann (Hrsg.). Multiple Sklerose. 4. Auflage, Urban & Fischer bei Elsevier.




 

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