Wissen zum Thema MS

MS-Therapie

Ein wichtiges Thema für alle MS-Betroffenen ist die Langzeittherapie. Hier spielt vor allem die Verträglichkeit sowie wirkungsvolle Behandlung von akuten Schüben eine große Rolle.


 

Mikroskop in Großaufnahme

Immunsuppressiva bei MS

Unterdrückung des Immunsystems

Immunsuppressive Behandlungen, mit denen auf verschiedenen Ebenen das körpereigene Immunsystem unterdrückt (supprimiert) wird, wurden für die Therapie der MS aus der Tumortherapie und der Transplantationsmedizin übernommen. Man bezeichnet solche Medikamente als Immunsuppressiva.

Azathioprin erfüllt Hoffnungen nur begrenzt

Zur Behandlung von MS wurden große Hoffnungen in das Medikament Azathioprin gesetzt, mit dem sich unerwünschte Abwehrreaktionen wie die Abstoßung eines transplantierten Organs verhindern lassen. Diese Erwartungen wurden jedoch in mehreren Studien bisher noch nicht ausreichend bestätigt. Insgesamt kann eine Reduktion der Schubfrequenz als gesicherte Wirkung gelten.

Andere Immunsuppressiva wie Cyclosporin A, Methotrexat oder Cyclophosphamid kommen nur in Ausnahmefällen, etwa bei Fehlen möglicher Alternativen wegen Unverträglichkeiten gegenüber anderen Pharmaka oder Ausschöpfung anderer Möglichkeiten, zum Einsatz.

Nebenwirkungen

Eine erhöhte Infektionsanfälligkeit, ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Tumoren sowie eine Einschränkung der natürlichen Funktionen des Knochenmarks bei der Bildung von weißen wie roten Blutzellen und Blutplättchen für die Blutgerinnung sind nur einige von vielen möglichen Nebenwirkungen immunsuppressiver Substanzen. Die Risiken stehen somit in einem Ungleichgewicht gegenüber dem Nutzen der Substanzen. Vor diesem Hintergrund wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt immunmodulierenden Substanzen wie Glatirameracetat oder Interferonen für die Basis- und Dauertherapie der Vorzug gegeben. Erinnert sei hier nochmals an Kortison, das nach wie vor als Medikament der Wahl für die Akutbehandlung im Schub gilt. Obwohl Kortison auch zu den immunsupprimierenden Medikamenten zu zählen ist, ist hierbei nicht mit derartigen Nebenwirkungen zu rechnen, da es zwar hochdosiert, doch meist nur für drei bis fünf Tage angewendet wird.

Quellen:
www.amsel.de

Schmidt/Hoffmann (Hrsg.). Multiple Sklerose. 4. Auflage, Urban & Fischer bei Elsevier.




 

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