Wissen zum Thema MS

Symptome

Krankheitszeichen können bei jedem Betroffenen sehr unterschiedlich auftreten, von Sehstörungen über Gangunsicherheiten bis hin zu Gefühlsmissempfindungen. Wir erklären die häufigsten Symptome.


 

Fatigue: Was tun? - So äußert sich Fatigue bei MS

Fatigue: Was tun?

So äußert sich Fatigue bei MS

Diese stählerne Abgeschlagenheit und Mattigkeit: Sie tritt ohne Grund auf, überfallsartig und hemmend. Morgens, obwohl Sie genug geschlafen haben. Kleinste Handgriffe werden zur Tortur. Dazu kommt die schnelle Ermüdbarkeit, wenn Sie für kurze Zeit bestimmte Muskelgruppen angestrengt haben, verspüren Sie diese Erschöpfung und Müdigkeit, sogar das Schreiben fällt schon nach ein paar Sätzen schwer.
Das Fatigue-Syndrom kann ein Symptom der MS sein, das die aktive Lebensgestaltung deutlich erschwert. Das Fatigue-Syndrom kann aber auch aufgrund anderer Faktoren, die nicht direkt mit der MS zusammenhängen, auftreten:

  • Schlaflosigkeit: Häufiger Harndrang, Spastik, Schmerzen, Depressionen oder Angst können einem den Schlaf rauben.
  • Infektionen: können viele Symptome des Fatigue-Syndroms hervorrufen, wie Fieber, das die Köpertemperatur ansteigen lässt.
  • Anstrengung: Starke körperliche Betätigung insbesondere wenn Koordination gefragt ist, kann ein Auslöser sein.
  • Medikamente: Viele Medikamente können Müdigkeit oder Benommenheit als Nebenwirkung haben.
  • Depression: Fatigue ist ein typisches Symptom von Depressionen. Eine Depression kann durch einen Nervenschaden oder durch die emotionale Auswirkung, die die MS auf die erkrankte Person hat, verursacht sein.
  • Das natürliche Umfeld: Die Temperatur oder auch die Beleuchtung ist wichtig. Die Augen werden durch eine ungenügende Lichtquelle überanstrengt und ermüden schneller. Überhitzte Räume können Mattigkeit fördern.


Was unterscheidet ein Fatigue-Syndrom bei MS? Eine MS bedingte Fatigue unterscheidet sich zu einem Fatigue-Syndrom, das auch nicht erkrankte Menschen haben, durch:

  • schnelles, plötzliches Auftreten
  • kommt meist jeden Tag vor
  • trotz einer erholsamen Nacht kann die Fatigue morgens vorkommen
  • wird durch Hitze oder Schwüle hervorgerufen oder erschwert
  • ist normalerweise schwerwiegender als eine normale Fatigue und wirkt sich auf den Tagesablauf aus.

Selbsthilfe – was kann ich gegen Fatigue tun?

Wichtig ist auch, dass Sie offen und ehrlich mit Ihren Mitmenschen reden. Kollegen, Familie, Partner und Freunde können sich darauf einstellen und werden Verständnis haben, wenn Sie ganz plötzlich eine Party absagen oder von einer Minute auf die andere still sind und eigentlich lieber nach Hause möchten. Ziehen Sie auch Ihren behandelnden Arzt, Physiotherapeuten und Ihre MS-Schwester zu Rate. Die wichtigste Maßnahme, die man selbst ergreifen kann, ist Änderungen an seiner täglichen Routine vorzunehmen und den Alltag an die Umstände, hervorgerufen durch die Erkrankung, anzupassen.

  • Ruhe und Entspannung: Wenn die Müdigkeit schon eine Routine erkennen lässt, sollte man sich, bevor sie am schlimmsten ist, ausruhen.
  • Prioritäten setzen: Machen Sie eine Liste mit allen wichtigen Dingen, die täglich anfallen. Sie werden erkennen, dass manche wirklich wichtig, andere jedoch abgegeben, geteilt oder ganz weggelassen werden können.
  • Tagesplanung: Die täglichen Aufgaben erfordern sowohl Kraft als auch Konzentration. Lernen Sie nicht einfach loszulegen, um die Sachen schnell zu erledigen, sondern koordinieren Sie die Aufgaben. Am besten planen Sie so, dass Sie mit dem Schwersten beginnen und zwischendurch regelmäßige Pausen machen. Beim Hausputz mit den Räumen beginnen, die am aufwendigsten sind und nach jedem erledigten Raum eine Pause machen. Bei der Arbeit, die unliebsamen Aufgaben, die einem nicht so leicht von der Hand gehen und eventuell noch hohe Konzentration erfordern, zuerst erledigen.
  • Organisation: Organisieren Sie Ihre Umgebung nach Ihren Bedürfnissen. Häufig verwendete Dinge sollten stets in Ihrer Nähe und gut erreichbar sein. Dies lässt sich besonders gut auf Bereiche wie Küche, Arbeitsplatz und Wohnbereich anwenden. So sollte der Drucker eher bei Ihnen auf dem Tisch oder direkt neben Ihnen stehen, um unnötiges Aufstehen zu vermeiden. Ein „Headset“ erleichtert das Telefonieren. In der Küche ist eine Sitzgelegenheit von Vorteil, damit Sie beim Vorbereiten des Essens nicht stehen müssen. Getränke, zumindest der Tagesvorrat, sollten hier gelagert werden und nicht im Keller.
  • Ernährung: Neben einer guten, kalorienreduzierten Ernährung sollten Sie übermäßigen Alkoholgenuss und große Mahlzeiten meiden.
  • Leichte Übungen um die Muskelkraft, Beweglichkeit und Ausdauer zu stärken. Dazu wirkt sportliche Betätigung stimmungsaufhellend.
  • Heiße Bäder und hohe Temperaturen vermeiden. Bei Hitze ab und zu kaltes Wasser über Beine und Arme laufen lassen.

 



 

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