Wissen zum Thema MS

Symptome

Krankheitszeichen können bei jedem Betroffenen sehr unterschiedlich auftreten, von Sehstörungen über Gangunsicherheiten bis hin zu Gefühlsmissempfindungen. Wir erklären die häufigsten Symptome.


 

Kognition, Sensorik, Wahrnehmung

Fatigue und Depressionen

Die häufig bei MS auftretende vorschnelle Ermüdbarkeit (Fatigue) kann im Alltag sehr störend sein und den Patienten stark belasten. Die Gründe ihres fast typischen Auftretens bei den MS-Patienten sind bisher nicht eindeutig geklärt. Zum Teil kann die Beeinträchtigung durch eine geschickte Arbeitseinteilung und Tagesplanung verringert werden. Eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf und Verzicht auf Alkohol und Nikotin unterstützt dies.

Sind allgemeine Maßnahmen nicht ausreichend wirksam, können – nach sorgfältiger Prüfung, ob nicht andere Erkrankungen oder Störungen wie eine Anämie, Schilddrüsenerkrankungen etc. für die Fatigue verantwortlich sind – auch Medikamente eingesetzt werden.

Laut neueren Studien hilft die stimulierende Substanz Modafinil gegen die Tagesmüdigkeit bei MS-Patienten. Das Stimulans wird auch von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie empfohlen. Es bestehen aber Einschränkungen seines Gebrauchs bei Menschen mit Herzkrankheiten und Bluthochdruck. Zudem ist Modafinil für die Behandlung der Fatigue bei MS nicht zugelassen, so dass die Krankenkassen die Medikamentenkosten eventuell nicht übernehmen.

Einige Ärzte empfehlen, zur Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit Medikamente zur Verbesserung der Hirndurchblutung einzusetzen. Gegen die vorschnelle körperliche Ermüdbarkeit wird bei vielen Patienten auch mit Erfolg Amantadin eingesetzt, ein in der Parkinson-Erkrankung verwendetes Mittel gegen die Verlangsamung der Bewegungsabläufe. Allerdings ist auch diese Substanz nicht für die Behandlung der Fatigue bei MS nicht zugelassen und kann derzeit wegen der zu schwachen Datenlage nicht allgemein empfohlen werden.


Depression

Zu Beginn der Erkrankung bzw. nach der Diagnose ist es wichtig, dass der Patient über seine Ängste und Sorgen spricht und sich so Erleichterung verschafft. Dies kann in Form von Gesprächen mit Freunden und Angehörigen, in einer Selbsthilfegruppe oder im Rahmen gesprächstherapeutischer Angebote erfolgen. Ist dies nicht ausreichend, kann die Gabe eines der zahlreichen verschiedenen die Stimmung aufhellenden, depressionslösenden Medikamente ("Antidepressiva") hilfreich sein. Unterstützend gibt es verschiedene Formen psychotherapeutischer Behandlung, die dazu beitragen können, emotionale Stabilität und Zuversicht zurückzugewinnen.

Antidepressiva sind besser als ihr Ruf. Sie machen nicht süchtig und verändern den Menschen nicht. Im Gegenteil, solche Medikamente können dem Betroffenen helfen, wieder zu sich selbst zu finden. Sie müssen jedoch regelmäßig, konsequent und vertrauensvoll unter der Überwachung durch einen Facharzt eingenommen werden.




 

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