Wissen zum Thema MS
Symptome
Krankheitszeichen können bei jedem Betroffenen sehr unterschiedlich auftreten, von Sehstörungen über Gangunsicherheiten bis hin zu Gefühlsmissempfindungen. Wir erklären die häufigsten Symptome.
Lähmung und Spastik bei MS
Kleine Ungeschicklichkeiten und große Beeinträchtigungen
Lähmungen und Spastiken sind typische Symptome der Multiplen Sklerose. Diese Krankheitszeichen reichen von kleinen Ungeschicklichkeiten bis zu Lähmungs-
erscheinungen. Geeignete Behandlungen können diese Symptome kontrollieren.
Menschen mit MS klagen manchmal über müde oder schwere Beine oder sie haben Probleme mit der Feinmotorik, die auf Lähmungen in den Armen hindeuten können. Grund hierfür ist, dass jene Nervenfasern in Mitleidenschaft gezogen sind, über die im Gehirn und Rückenmark unsere Muskeln gesteuert werden. So können grundsätzlich zwei Arten von Symptomen auftreten:
- Beeinträchtigungen der Willkürmotorik, also unserer aktiv gesteuerten Bewegungen, die an dieser Stelle beschrieben werden,
- Funktionsstörungen von unbewusst arbeitenden Muskeln bzw. Muskelsystemen, wie die von Blase oder Mastdarm.
Von Ermüdbarkeit bis zur Bewegungsunfähigkeit
Je nach Ausprägung und Lokalisation eines MS-Herdes im Zentralen Nervensystem (ZNS) können Störungen der willkürlichen Muskelfunktionen zu einem unterschiedlich starken Verlust an Muskelkraft führen. Dies kann von einer verstärkten Ermüdbarkeit bestimmter Muskeln ("Ich kann nur noch die Hälfte der sonst üblichen Strecke joggen.") bis zur Bewegungsunfähigkeit (inkomplette bis komplette Lähmung) der jeweiligen Muskeln reichen.
Muskelschwäche und Spastik
Die Beeinträchtigung der Beinmuskulatur kann zur Gehunfähigkeit des MS-Betroffenen führen. Werden die Muskeln nicht mehr vom zentralen Nervensystem angesteuert (Enthemmung), kann eine gesteigerte Muskelaktivität, eine so genannte Spastik, auftreten. Mehr als 30 Prozent der Menschen mit MS leiden unter einer Spastik und haben steife bzw. verkrampfte Muskeln.
Therapie von Lähmungen und Spastik
Motorische Störungen können neben den Muskeln der Arme und Beine auch andere Muskelgruppen wie z. B. die Rachen- oder Gesichtsmuskeln betreffen, wodurch weitere Funktionen wie Sprechen, Schlucken oder Mimik beeinträchtigt werden können. Wie bei allen anderen Symptomen ist auch hier eine Rückbildung ganz oder teilweise möglich. Bleiben die Symptome bestehen, können insbesondere spastische Beschwerden gezielt und mit guter Aussicht auf Erfolg medikamentös und/oder mit Krankengymnastik therapeutisch beeinflusst werden. Hier können gymnastische Übungen dazu beitragen, die Muskeln weich und geschmeidig zu halten. Zudem sind die Hippotherapie und die progressive Muskelentspannung gute Möglichkeiten, einer Lähmung und Spastik entgegenzuwirken.
020320
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