Wissen zum Thema MS
Symptome
Krankheitszeichen können bei jedem Betroffenen sehr unterschiedlich auftreten, von Sehstörungen über Gangunsicherheiten bis hin zu Gefühlsmissempfindungen. Wir erklären die häufigsten Symptome.
Sehstörungen bei MS
Doppelte und verschwommene Bilder
Immerhin etwa drei Viertel aller MS-Betroffenen klagen über Sehstörungen. Die Sehfähigkeit kann bei MS auf verschiedene Weise beeinträchtigt werden. Der Sehnerv selbst kann betroffen sein, aber auch Störungen der Nerven der Sehmuskulatur können Ursache von Sehstörungen sein.
Entzündung des Sehnervs: Optikusneuritis
Wenn der Sehnerv befallen ist, spricht man von einer Optikusneuritis. Diese Sehnerventzündung ist eines der häufigsten Symptome bei MS. Anzeichen der Optikusneuritis sind:
- Schmerzen bei Augenbewegung (häufig das erste Anzeichen einer Optikusneuritis)
- verschwommenes Sehen
- reduzierte Farbempfindung
- eingeschränktes Gesichtsfeld
- fleckenförmige Sehschärfe
- Lichtempfindlichkeit
- ein Gefühl, als ob man durch Milchglas sieht
Dauer der Sehstörungen
Sehstörungen können sich zu Beginn eines akuten Schubes verschlimmern. Eine Besserung tritt in der Regel schon nach ein paar Tagen ein. In einigen schweren Fällen können sich die Sehstörungen jedoch bis zu zwei Wochen bemerkbar machen. Manche Betroffene erholen sich innerhalb eines Monats, andere benötigen ein ganzes Jahr. Die meisten erlangen jedoch ihr normales Sehvermögen wieder.
Vorsicht vor Wärme
Durch heiße Bäder oder Duschen, sportliche Betätigungen oder Fieber können die Symptome einer Sehnerventzündung auch vorübergehend auftreten. Dies hängt damit zusammen, dass Nerven, die demyelinisiert sind oder sich im Stadium der Wiederherstellung befinden (Remyelinisierung), sehr empfindlich auf Wärme reagieren. Halten diese Symptome länger als ein paar Tage an, sollte der behandelnde Arzt kontaktiert werden.
Evozierte Potenziale
Eine Sehnerventzündung kann unbemerkt ablaufen, noch bevor die MS diagnostiziert wird. Um eine eventuelle Schädigung am Sehnerv festzustellen, werden die so genannten „evozierten Potenziale“ gemessen. Am Kopf befestigte Elektroden messen die Leitgeschwindigkeit der empfangenen Impulse. Ist der Nerv durch eine Entzündung gestört, erreicht der optische Reiz die Sehrinde verspätet. Die gemessene Zeit verlängert sich somit. Die Untersuchung der evozierten Potentiale gibt früh einen Hinweis auf die Ausbreitung von Entzündungsherden im Gehirn und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Frühdiagnose von MS.
Doppelbilder
Bei etwa der Hälfte aller MS-Betroffenen treten im Laufe der Multiplen Sklerose Doppelbilder auf. Hierbei ist eine Sehbahn, die für die Bewegungen der Augenmuskeln verantwortlich ist, auf einer Seite gestört. Die Augen-
bewegungen sind nicht mehr perfekt aufeinander abgestimmt, so dass der Betroffene ein Doppelbild sieht. Er sieht den fokussierten Gegenstand mit dem einen Auge scharf, mit dem beschädigten dagegen unscharf und verschoben. Nur wenn er ein Auge abdeckt, hat er ein einfaches Bild. In der Regel verschwindet dieses Symptom ohne Behandlung.
Störung der Sehbahn
Die Sehbahnen sind die Verlängerung der Sehnerven im Gehirn, die bis zum Sehzentrum verlaufen. Eine Bildung von Plaques ist hier eher selten. Sollte es doch dazu kommen, hat dies den Ausfall des halbseitigen Gesichtsfelds zur Folge, so dass ein Objekt nur zur Hälfte gesehen werden kann.
Zitternde Augen
Nystagmus, auch Augenzittern genannt, sind unwillkürliche ruckartige Augenbewegungen, verursacht durch eine Koordinationsstörung und Schwäche der Augenmuskeln. Das Fixieren eines Punktes ist dabei nicht möglich. Ein leichter Nystagmus ist bei etwa der Hälfte der MS-Betroffenen zu beobachten, er ist aber im täglichen Leben meist nicht störend. Schwere Formen, bei denen der Nystagmus bereits beim Geradeausschauen vorhanden ist und vor allem das Lesen sehr gestört ist, tritt bei weniger als 10 % der Personen auf. Informationen zur Therapie von Sehstörungen finden Sie hier.
Fazit: Sehstörungen sind ein häufiges Symptom bei MS. Die Ausprägungen und Formen der Sehstörungen sind vielfältig.
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