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Er liebt mich – er liebt mich nicht – er liebt mich…

Für MS-Betroffene ist das Thema „neu verlieben“ mit gemischten Gefühlen verbunden. Verliebt sich der gesunde Mensch, gehört eine große Portion Unsicherheit dazu. Diese ist ein wichtiger Teil der gesamten spannenden Situation des sich Verliebens:

Liebt sie/er mich oder liebt sie/er mich nicht?

Fragen über Fragen

Kommt man sich näher, kommen Schamgefühle hinzu. Bagatellen, wie morgendlicher Mundgeruch oder das erste Erwachen ohne Wimperntusche, können kleine Panikattacken hervorrufen. MS-Betroffenen geht es natürlich nicht anders. Doch bevor man diese Gefühle und Gedanken überhaupt zulässt, stellen sich eher andere belastende Fragen.

Gerade im Stadium des Verliebtseins denken viele nicht gerade rational. Man überinterpretiert und übertreibt eher. Ein MS-Betroffener, dem man die Erkrankung gar nicht ansieht, malt die Situation für sich schwarz aus:

  • Wie reagiert der andere, wenn ich sage, dass ich eine chronische und noch dazu unheilbare Krankheit habe?
  • Wird er mich noch lieben, wenn sich die hässlichen Symptome zeigen?
  • Wird er zu mir stehen, wenn ich im Rollstuhl sitze?

Wie ist es mit denen, die die Krankheit offensichtlich haben, das heißt auf eine Hilfe in Form von Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind? Bei ihnen kann zur normalen Unsicherheit noch der Komplex hinzukommen, dass sie offensichtlich behindert sind. Und diejenigen, die mit Symptomen wie Zittern, Gangschwierigkeiten oder Sprachschwierigkeiten zu tun haben, haben das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen. Egal wie: Sich unbeschwert zu verlieben, scheint schwierig zu sein.

Der richtige Zeitpunkt

Wann und wie man es dem anderen erzählt, ist definitiv eine schwere und persönliche Entscheidung. Es hilft vielleicht, sich vorher darüber Klarheit zu verschaffen, wie viel einem der andere überhaupt wert ist:

Bin ich richtig verliebt und meine ich es ernst?

Wenn ja, dann sollte MS thematisiert werden. Wenn der Auserwählte ein Problem damit hat, kann der große Kummer im Keim erstickt werden. Zudem erkennt man so auch früh genug, welchen Charakter die Person hat. Denn heutzutage sollten und haben die wenigsten ein Problem mit der Krankheit. Zumal man nicht nur die Diagnose erwähnen, sondern ein paar Basisfakten hinzufügen sollte:

  • Durch neue Medikamente kann man mit MS, obwohl sie nicht heilbar ist, sehr lange ein ganz normales und aktives Leben führen.
  • MS ist keine Erbkrankheit oder ansteckend.
  • Die Mehrheit aller MS-Betroffenen werden Zeit ihres Lebens nicht im Rollstuhl sitzen. Und wenn, gibt es viele Beispiele, die zeigen, dass ein Leben mit Rollstuhl lebenswert ist.

Es gibt auch die MS-Betroffenen, die das Thema MS lieber hinauszögern. Warum die Pferde scheu machen, wenn es sich um einen harmlosen Flirt handelt? Ein solch persönliches Thema kann schnell die Freude trüben, wenn man eigentlich nur genießen möchte.

Die innere Stimme

Es gibt für diese Situation leider keine Anleitung. Sich zu verlieben ähnelt einer Lotterie. Ob an MS erkrankt oder gesund, es gibt immer das Risiko des Scheiterns und der Enttäuschung. Und es scheint seinen Reiz zu haben, denn die Menschheit betreibt es seit jeher. MS-Betroffene sind sicherlich vorsichtiger und sensibler, wenn es darum geht, sich gefühlsmäßig auf jemanden einzulassen. Wenn es dann passiert, und man hat sofort das gegenseitige Gefühl, dass alles stimmt, ist MS kein Hindernis, und es ist ein Leichtes, über sie zu sprechen. Wichtig ist es manchmal nur, auf seine innere Stimme zu lauschen!

Weitere Interessante Links zum Thema:

http://www.aktiv-mit-ms.de/fruehlingsgefuehle.html

http://www.aktiv-mit-ms.de/basistipps-erwartungen-ms-erkrankter.html

http://www.aktiv-mit-ms.de/partnerschaft-intimitaet-sexualitaet.html

http://www.aktiv-mit-ms.de/seele-freunde-liebe.html

Quelle:
http://www.nationalmssociety.org/living-with-multiple-sclerosis/relationships/index.aspx

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