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Quitta

Rücksicht?

14 posts in this topic

Hätte da mal eine Frage die ich mir selbst stelle, und freue mich über andere Ansichten.

Wie ist das mit der Rücksichtsnahme? 

Meine Lebensgefährtin weiß von ihrer MS seit Herbst letzten Jahres.

Wir haben den gleichen Arbeitgeber.

Bei Stress auf Arbeit würde ich am liebsten verkünden. Hallo Leute, Sie hat MS, bitte nehmt Rücksicht sonst kündigt sich vielleicht grad deshalb ein neuer Schub an.

Und wer weiß was der mit sich bringt...

auf jeden Fall nichts Gutes.

Ihre Krankheit ist nicht jedem bekannt.... 

Daheim das Gleiche. 

Die Kinder hab ich schon mal drum gebeten etwas feinere Antennen zu entwickeln ob sich Aufregung lohnt.

Ich hab einfach Angst... und will Sie beschützen.

Ob das so richtig ist? Ich weiß es nicht. 

Was meint Ihr als Angehörige und Betroffene. Freue mich über einen Gedankenaustausch!

 

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Hallo Quitta,

ich würde dich dafür hassen. Tut mir leid, aber auch ein MSler (besonders am Anfang) ist kein rohes Ei. Also behandele deine Partnerin auch nicht so. Sprich mit ihr ab, dass sie weiß, dass sie jederzeit sagen kann, wenn ihr etwas zu viel ist und du dann gern hilfst, aber lass sie die volljährige Frau sein, die sie auch vorher war und selbst entscheiden wann sie wem was erzählt.

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Hass auf Jemand der sich um dich sorgt?

Gibt es keinen Menschen um den Du Dich sorgst, so dass du den Gedankengang wenigstens ein Stück weit nachvollziehen kannst?

 

Nicht jeder Mensch erkennt seine Grenzen und nimmt darauf Rücksicht. Sondern lebt im Gegenteil jeden Tag wie ein Leistungssprortler...

im Beruf und Privat.

 

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Du magst dein Verhalten als Sorge sehen, ich sehe es als Mitleid. Und Mitleid ist eine ganz abscheuliche Eigenart, finde ich. Sorge wäre, wie bereits gesagt, dass man ehrlich sagt, derjenige kann sich mit allen Dingen an einen wenden. Aber gerade am Anfang ist MS halt doch noch nicht einschränkend.

Ich habe jahrelang meine Grenzen überschritten und auch heute noch, fällt mir immer wieder schwer, auf meinen Körper zu hören, aber dennoch bin ich erwachsen und wenn ich meine Grenzen aus Gründen überschreite, dann weil ich es so will.

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Hi Quitta.

Ich sehe es ganz genauso wie meine Vorschreiberin !!

Ich entscheide wie, wann, warum ich über meine Grenzen gehe !! Woher weiß denn mein Partner wann diese Grenzen erreicht sind ?? 

Die Diagnose Deiner Partnerin ist noch recht frisch. Sie selbst ist noch dabei aus zu loten wie weit sie gehen kann, gehen will. Es hat seinen ganz eigenen Grund, das NICHT jeder von ihrer Krankheit weiß !! Sie selbst entscheidet wann sie wem, was erzählen wird.

Lasse sie ein eigenständiger Mensch bleiben.

Noch was ..... Kinder muss man nicht bitten "feinere Antennen" zu entwickeln..... Kinder..... besitzen diese Antennen !!

 

Nimm Dich zurück Quitta !!

LG. Ute

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Ich hätte gerne einen Austausch und keine Maßregelung! Danke

Und woher bitte sollen erwachsene Kinder mit eigenem Leben sich einfühlen können wenn man nicht miteinander darüber spricht. 

Ab mit der MS in die Schublade und alles ist gut? 

 

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Hallo Quitta,

ich vermute, u.w.e. ist von kleinen Kindern ausgegangen. Bei großen Kindern ist es wie bei allen anderen auch, misch dich doch nicht ein. Deine Partnerin muss selbst lernen, was sie sich zutrauen kann. Du entmündigst sie total, pass auf, dass das nicht böse endet.

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Hi Quitta,

es stimmt, ich war von kleineren Kindern aus gegangen. Meine Töchter sind mittlerweile 26 und 27 Jahre alt. Als ich die Diagnose bekam waren sie 5 und 6 Jahre alt. Ich habe mit ihnen immer, wie ich hoffe, alters gerecht über meine Krankheit gesprochen.

Inzwischen habe ich eine 8-jährige Enkelin und auch wir beide, sie und ich, reden über die Krankheit. Die MS gehört bei uns dazu.... wenn auch nicht unbedingt geliebt so kann ich sie doch nicht "vor die Tür" setzen. Auch Deine Partnerin wird irgendwann so weit sein über ihre Krankheit zu sprechen. Aber nur sie allein kann entscheiden wann sie so weit ist. 

Ach, ich empfinde meine Antwort nicht als "Maßregelung" !! Du hast gefragt, ich habe geantwortet.

 

LG. Ute

 

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Hallo Quitta,

Ich habe meine Diagnose seit Juni letzten Jahres.  Obwohl ich hier öfter anderes lese, mein Leben hat sich, auf Grund der Einschränkungen, total geändert. Zur Zeit kämpfe ich damit zu akzeptieren, dass ich nicht mehr arbeiten kann und stelles den Antrag auf EMR.

Nach der Diagnose hatte ich kaum sichtbare Einschränkungen. Ich habe mich dafür entschieden offen mit der Krankheit umzugehen, habe mein komplettes Team informiert. Sie hatten viele Fragen, die ich noch nicht beantworten konnte.  

Ich bin immer ganz normal behandelt worden, wenn ich Hilfe benötige, dann sage ich es.

Auch zu hause sage ich, wenn ich Hilfe brauche. Manchmal fragt mich mein Mann, ob er dieses oder jenes machen soll. Ich weiß, dass er es gut meint. Ich erkläre ihm dann, warum ich das jetzt selbst mache.

Ich denke, ihr solltet offener damit umgehen, reden hilft immer.

Für meinen Sohn (29) wohnt weiter weg,  war es zu Anfang schwer damit umzugehen. Wir haben viel darüber geredet. Hinzu kommt, dass mein Mann 2015 einen Herzinfarkt und 7 wochen später einen schlaganfall hatte.  Trotz gesunder Ernährung, kein Übergewicht und viel Sport.  Er hat alles gut überstanden.

Mein Tipp: redet drüber und akzeptiere die Antwort deiner Frau.  Sie wird schon auf ihren Körper hören!

Alles gute für euch!

VG Ilona 

 

 

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Hallo Quitta,

Liebe lebt von Akzeptanz und Achtung. Auch wenn beschützen wollen im Prinzip etwas Positives ist, so spricht man dabei doch dem anderen die Eigenständigkeit völlig ab. Das kann schon mal allergische Reaktionen auslösen...

 

Klar muß man nach der Diagnose die neuen Grenzen ausloten, sich neu sortieren. Für sich selbst, für die Partnerschaft. Aber das werdet Ihr hinkriegen! Geht bis zum Äußersten - redet miteinander :wink:  Hilfe kann darin bestehen, die Hausarbeit neu zu verteilen. Manchmal fühlt man sich gut und kann Bäume ausreißen, manchmal mag man einfach nur in der Ecke sitzen, Füße hoch und Ruhe haben.

 

:kopfhoch: 

 

GlG KarU

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um 9.3.2017 um 19:10, Famous hat geschrieben:

Du magst dein Verhalten als Sorge sehen, ich sehe es als Mitleid. Und Mitleid ist eine ganz abscheuliche Eigenart, finde ich. Sorge wäre, wie bereits gesagt, dass man ehrlich sagt, derjenige kann sich mit allen Dingen an einen wenden. Aber gerade am Anfang ist MS halt doch noch nicht einschränkend.

Ich habe jahrelang meine Grenzen überschritten und auch heute noch, fällt mir immer wieder schwer, auf meinen Körper zu hören, aber dennoch bin ich erwachsen und wenn ich meine Grenzen aus Gründen überschreite, dann weil ich es so will.

Sehr seltsame Aussage für einen "Insider"...

Wenn du es als Mitleid siehst, ist es deine Sache. Ich habe von mir geschrieben, und dabei ist es Sorge.

Vielleicht auch ein Stück weit Egoismus, denn natürlich möchte ich die chronische Krankheit so gut wie möglich ausbremsen.

So wie Sie auch nur das Beste für mich möchte. Denn natürlich möchte auch Sie mich möglichst lange Zeit gesund an ihrer Seite.

Gegenseitige Rücksichtnahme, Beschützen, Versorgen, Verwöhnen, Mitdenken,viel gemeinsames Tun,  so sieht für uns Liebe aus.

Mitleid steht für mich auf einer ganz eigenen Karte. 

 

 

 

 

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Hallo Quitta,

ja das sage ich als "Insider", denn bei mehr als 50% der Menschen, die MS bekommen, ist es eben nicht gleich nach dem ersten Schub so, dass sich alles ändern muss, weil Einschränkungen den Alltag kontrollieren. Das ist so, auch wenn viele nach der Diagnose gleich das schlimmste annehmen. Nicht ohne Grund gibt es eben nicht nur mit Diagnose nen SBA etc.

Du hast nach Gedankenaustausch gefragt, wenn du dir sicher bist, dass deine Partnerin dein Verhalten als Sorge sieht und dies als Ausdruck deiner Liebe, dann tu es doch einfach. Offensichtlich bist du aber nicht sicher, denn sonst hättest du nicht gefragt. Und für mich, wie anscheinend auch etliche andere, ist es eben keine Sorge sondern schlichtes Entmündigen.

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Hallo Zusammen,

aus meiner Sicht als Betroffene aber auch bevor mein Mann an seiner Krebserkrankung gestorben ist - Partnerin eines chronisch Kranken (vielleicht nicht etwas spezieller da kurz nach der Diagnosestellung nur noch eine pallitative Behandlung im Raum stand).

Meinen eigenen Umgang mit meiner Untermieterin habe ich weiter oben  gerade geschrieben - für meine Selbstfürsorge bitte kurz nachlesen wenn von Interesse...

Bezüglich Partnerschaft - Sorge ist für mich zuersteinmal Mitgefühl  und ist etwas Positives (sich um Jemanden sorgen, Jemanden umsorgen). Aber trotzdem Achtung - die eigenen Gefühle diesbezüglich müssen sich nicht immer mit denen des Partners decken/überschneiden.

Das bedeutet für mich sehr genau zu schauen was braucht der Andere gerade, um mit seiner Krankheit einen Umgang zu finden und welche Rolle habe ich dabei. Andere Freunde können vielleicht eine ganz andere Rolle haben. Aus meiner Sicht darf/muß das der Betroffene selbsst entscheiden. Ich kann als Partnerin nur das Angebot machen  - ich bin da, stehe unverrückbar an Deiner Seite und dann schauen wir wie der Weg verläuft.

Da gibt es unterschiedliche Phasen, tausend verschiedene Möglichkeiten. Das Miteinander reden ist immer eine gute Möglichkeit, wenn der Betroffene es möchte. Es gibt aber auch Menschen (mein Mann war so einer) der hat ersteinmal die Dinge mit sich selbst ausgemacht und sich erst später anderen mitgeteilt. Er war ein ganz besonderer Mensch und dafür habe ich ihn geliebt - wir sind den Weg bis zum letzten Atemzug gemeinsam gegangen, aber ich habe seinen Umgang mit der Krankheit akzeptieren müssen. so hat er mit mir bestimmte Dinge nicht besprechen wollen und hat die mit Freunden geteilt, deren Leben sich nicht mit seinem Tod total verändern würde. Wir haben das Leben geteilt und seine Hoffnung, dass unserer gemnsamer Weg nicht so schnell zu Ende geht.

Gerade weil ich ihn geliebt habe, habe ich seinen Umgang mit der krankheit akzeptiert - auch wenn es mir nicht leicht gefallen ist und habe mir den Austausch an anderer Stelle geholt.

Ich bin ein anderer Mensch somit gehe ich mit meiner Erkrankung anders um - habe mich von Anfang an für einen sehr offenen Umgang damit sowohl im Freundeskreis als auch am Arbeitsplatz. Es gibt aber auch Menschen in meinem Umfeld (sprich bestimmte Menschen in meiner Familie) mit dene ich weniger spreche, da mir deren Umgang mit Krankheit und mir nicht gut tut. Aber da war ehrlich gesagt auch vorher die Beziehung schon schwierig.

Da MS keine tödliche Krankheit ist, gibt es alle Zeit der Welt in ruhe gemeinsam den Weg zu finden wie man am besten miteinander umgeht und das ist glaube ich genauso unterschiedlich wie die Haltung zur Basistherapie oder die Krankheit selbst - tausend Gesichter, tausend Wege - wichtig ist aus meiner Sicht nur, dass der Weg selbst gewählt und nicht fremdbestimmt ist und wie im Leben allgemein - manchmal verläuft man/frau sich, muß einen neuen Weg finden, umkehren, jemanden fragen wo´s langgeht - aber im Leben ist für mich der Weg das Ziel und genau so wichtig ist zu lernen den eigene Weg zu kennen und somit zu erkennen an welchen Wegstrecken man gemeinsam den Weg geht und an welchen Teilstrecken jeder einen anderen Weg wählt und man sich am vereinbarten Treffpunkt verabredet zu einem schönen Wiedersehen - weil welche Aussicht jeder genießen will oder ob beim Gehen manchmal allein sein und schweigen besser ist oder ein gemensames Wandern und darüber Reden was man gerade sieht ist jeden Tag anders und manchmal ist es auch mehrmal täglich anders.

Aber hey, das macht das Leben doch so schön, wunderbar und einzigartig - egal ob mit oder ohne MS...

Sonnige Grüße und ein schönes Wochenende

Birgit

 

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Hallo Quitta, 

Gerade erst deinen Post gelesen. Auch ich bin selbst betroffen. 

Hast du mit deiner Frau über deine Sorgen schon mal gesprochen? 

Die MS lässt sich gar nicht einschätzen. Das wichtigste ist die Therapie um möglichst lange fit zu bleiben. Vielleicht hilft es dir mit euren HA oder ihren Neurologen über deine Sorgen zu sprechen. Die können dir sicher helfen!

Ich selber habe seit mind 2000 MS, damals 25J.  Hatte damals eine dreijährige Tochter,welche eine spastische Halbseitenlähmung rechts hat. Ich lebte und arbeitete  mit der Verdachtsdiagnose weiter wie immer.

Wir bekamen noch zwei Kinder und bauten ein Haus mit gr Garten. 2011 hatte ich eine SNE re und damit recht schnell die Diagnose MS bestätigt. Auch in den elf Jahren hatte ich einige Schübe, welche nicht erkannt wurden. Das erneute MRT Bild sah heftig aus!  ABER bis dahin war ich fit. Alle Neurologen und Ärzte sagten mir, jemand der ihr MRT Bild sieht,würde es nicht mit ihnen in Verbindung bringen. 

Da ein Schub den nächsten jagte,begann ich mit der BT. Mein Mann mischte sich eigentlich nie ein,er ließ mich meine eigenen Erfahrungen machen. Diese wird auch deine Frau machen und um Hilfe bitten,wenn sie die braucht. Ich habe viel mit meinem HA gesprochen und später meine Freundin und meinen Mann gebeten mich auf Auffälligkeiten anzusprechen. 

LG Sandra 

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