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Stefanie1234

MS

7 posts in this topic

Gerne würde ich von anderen Angehörigen wissen:

Wie grenzt ihr auch ab (ohne schlechtes Gewissen) und dem ständigen konfrontiert sein mit der MS? Fühlt ihr euch auch verantwortlich, aber gleichzeitig würdet ihr das alles am liebsten abschieben (wie ich es teilweise mit meiner Schwester mache)? Wie kann man einen MS Kranken auf ein Fehlverhalten hinweisen, wenn dieser dann bei allem die MS "vorschiebt", auch wenn ganz klar kein Zusammenhang gegeben ist?

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Reden, reden, reden,

und gibts kein anderes Thema mehr als die MS bring deine Mutter doch mal auf andere Gedanken und schlepp sie zum Beispiel zum Reha-Sport falls das möglich ist. Oder macht gemeinsame Ausflüge zur Verwandschaft oder in die Natur.

Und erzähle von deinen eigenen Problemen. Damit sie mal auf andere Gedanken kommt.

Ein Haustier wäre vielleicht auch noch eine Möglichkeit...

Ganz abgrenzen finde ich schwierig, egal wie die Mutter ist, es ist und bleibt doch deine Mutter...

damit wirst du dein schlechtes Gewissen glaub nie los.

 

 

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Hallo Stefanie,

 

Du bist nicht für Deine Mutter verantwortlich, daß ist sie allein.

Auch wenn sie Euch beiden Schwestern das Gefühl gibt, sie wäre der alleinige Mittelpunkt.

 

Es ist ja schön und gut, wenn sie in sich hinein hört und auf sich acht gibt. Auch daß Ihr Euch um sie kümmert.  Aber Ihr habt Euer eigenes Leben, das sollte sie anerkennen.

Grenzen kann man bei MS-Kranken genauso ziehen wie bei jedem anderen auch. Freundlich, bestimmt, im Guten.

 

Es gibt "problemorientierte" Menschen und "lösungsorientierte". Will damit sagen, manche beißen sich am Problem fest, lassen nicht mehr los. Andere schauen nach vorne, suchen Lösungen, betrachten auch mal die Welt von anderen Standpunkten aus.

Wie könntest Du Deine Mutter an positive Gedanken heranführen? Reha-Sport wäre wirklich nicht schlecht, eine MS-Selbsthilfe-Gruppe, oder einfach über Filme diskutieren, über Bücher, Musik hören. Ein Instrument lernen? Eine Fremdsprache? Fotografieren? Malen... Allerdings muß sie von sich aus wollen, das wäre ein riesengroßer Schritt.

Wünsche Dir ganz viel Kraft

KarU

 

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Hallo Stefanie!

Meine Mutter zwar keine MS, die habe ich selber. Meine Mutter hatte 2014 eine Schlaganfall gehabt, dazu har sie noch starkes Rheuma und ist leicht Dement.

Seit dem Schlaganfall bin ich auch ihr Betreuer, allso kann ic h mir gut vorstellen welc he Gedanken Du dit machst. Ich habe mich darum gekümmert, das sie eine SBA bekommt und auch 2x am Tag ein Pflegedienst bei ihr zuhause vorbeischaut. Auch für Mittag "Essen auf Rädern" ein warmes Essen bringt.  Allso ist das Wichtigte erst mal geregelt.

Zu ihr gehe ich zweimal die Woche, sonst telefoniere ich nur täglich 1 - 2 x am Tag mit ihr. Ich habe auch mein Leben und das lebe ich auch. Sie kann mich im Notfall anrufen, aber das passiert so gut wie nie. 

Animiere Deine Mutter dazu viele Sachen selbstständig zu machen, das klappt schon. Dies geht bei meiner  Mutter auch und die ist schon 81 Jahre.

LG Longracer

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Hallo Stefanie,

auch ich habe eine Mutter, die MS hat. Ich bin 26 Jahre alt und meine Mutter hat seit etwas mehr als 20 Jahren MS. Mein Vater ist vor fünf Jahren verstorben und Geschwister habe ich keine. Die meiste Zeit fühle ich mich also für alles alleine verantwortlich. 

Vieles was du beschreibst kann ich sehr gut nachvollziehen. Meine Mutter ist zwar keine Person, die sich total ihrer Krankheit hingibt, jedoch ist sie mittlerweile so stark eingeschränkt, dass es fast nur noch in unseren Gesprächen um ihre Krankheit bzw. irgendetwas Organisatorisches geht. Dies versuche ich momentan zu ändern, denn wenn nur noch die Krankheit Thema ist, dann bekommen wir beide immer mehr schlechte Laune und streiten uns. Zu Meiner Mutter kommt ein Pflegedienst, jedoch lässt sie viel weniger von ihm machen als notwendig wäre, weil sie vieles, was sie nicht mehr kann, nicht akzeptieren kann und denkt, dass sie es alleine schafft (was häufig jedoch nicht der Fall ist). Meine Mutter hat noch ein paar Freunde, die gelegentlich etwas mit ihr unternehmen, oder auch meine Oma kümmerst sie um sie und bringt ihr essen vorbei, oder geht mit ihr spazieren. Aber bei jeglichen Amts- oder Krankenkkassenangelegenheiten, neuer Rollstuhl usw. verlässt sie sich voll und ganz auf mich. Sie hat nicht mehr die Kraft und den Elan Dinge alleine zu schaffen und möchte aber nicht, dass es jemand ausser mir erledigt. Das ist mir sehr häufig eine zu große Verantwortung, aber ich weiß auch nicht, wie ich das ändern kann. Letztendlich ist es eben meine Mutter und ich fühle mich verpflichtet all diese Dinge zu übernehmen.

Dass kognitive Fähigkeiten abnehmen habe ich in den letzten Jahren auch häufig beobachtet, obwohl meine Mutter erst 52 Jahre alt ist. 

 

um 3.8.2017 um 10:56, Stefanie1234 hat geschrieben:

Wie grenzt ihr auch ab (ohne schlechtes Gewissen) und dem ständigen konfrontiert sein mit der MS? Fühlt ihr euch auch verantwortlich, aber gleichzeitig würdet ihr das alles am liebsten abschieben (wie ich es teilweise mit meiner Schwester mache)? Wie kann man einen MS Kranken auf ein Fehlverhalten hinweisen, wenn dieser dann bei allem die MS "vorschiebt", auch wenn ganz klar kein Zusammenhang gegeben ist?

 

Leider habe ich auch noch keine Methode gefunden mich ohne schlechtem Gewissen abzugrenzen. Ich füglich mich auch permanent verantwortlich, würde aber auch gerne alles abschieben. Das einzige, was ich gemacht habe ist, dass ich vor ein paar Jahren in eine andere Stadt gezogen bin. Wenn ich alle paar Wochen zu meiner Mutter fahre, wartet immer ein Haufen Arbeit auf mich (z.B. Arztbesuche, Friseur, Briefe etc.), also alles Dinge, die sie mit niemand anderem machen möchte. Ich fühle mich auch verpflichtet sie täglich anzurufen. Da beneide ich manchmal meine Freunde, die in dieser Hinsicht ein die freieres Leben führen können. 

Leider kann ich dir keine deiner Fragen beantworten, falls aber jemand anderes Antworten weiß, würde ich mich auch freuen.

 

Ich weiß ja nicht, wie fortgeschritten die MS bei deiner Mutter ist, aber fällt es dir auch so schwer zu zusehen, wie sie immer weniger kann? Meine  Mutter hat auch keine Schübe, sondern die progrediente Verlaufsform, so dass ich jedes Mal, wenn ich sie nach ein paar Wochen wieder sehen, auch sehe, was sie nicht mehr oder nicht mehr so gut wie das letzte Mal kann. Das bricht mir das Herz, weil sie noch so jung ist und ich mich frage, wie sie das aushalten soll?

 

Liebe Grüße

Letti

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