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AdrianS

Freundin hat MS

5 posts in this topic

Hallo zusammen,

bei meiner Freundin, 25, wurde Ende Juli MS diagnostiziert. Direkt nach der Diagnose haben wir uns keine allzu großen Gedanken gemacht, wahrscheinlich war das eine Art Schock- bzw. Abwehrhaltung. Mittlerweile allerdings merke ich, dass die MS immer mehr Platz im Alltag einnimmt, was uns beide sehr belastet (selbst banales wie Autokennzeichen mit MS rufen die Krankheit ständig in Erinnerung..)

Meine Freundin hat direkt nach der Diagnose eine Cortison-Schubtherapie bekommen und wurde auf Tecfidera eingestellt. Tecfidera verträgt sie im Großen und Ganzen gut, allerdings leidet sie seit ca. zwei Monaten unter starkem Haarausfall, welcher uns sehr zu schaffen macht. Jeden Morgen beim Haare kämmen sinkt ihre Stimmung (verständlicherweise) in ein Tief, Abends dasselbe. Außerdem ist sie oft  antriebslos und schlapp, was ihre Stimmung noch zusätzlich runterzieht.

Das Hauptproblem ist allerdings ein anderes: meine Freundin hat Endometriose, außerdem wurde ihr vor ca. 2 Jahren eine Vorstufe von Gebährmutterhalskrebs operativ entfernt. Die MS kam jetzt noch dazu.

Die Chancen, dass meine Freundin Kinder bekommen kann, sind auf Grund der Endometriose und des durch die OP verkürzten Gebährmutterhalses bereits geschmälert, die MS macht das ganze nicht besser. Vor allem verfällt meine Freundin in letzter Zeit immer öfter in depressive Stimmungen und gibt sich selbst die Schuld ("Du hast was besseres verdient..", "Wegen mir können wir vielleicht keine Kinder kriegen..", "Mir fallen die Haare aus, dann habe ich eine Glatze und die verlässt mich...").

Ich habe ihr schon oft gesagt dass die Gefahr, keine Kinder zu bekommen, für mich kein Grund ist die Beziehung zu beenden, aber sie hat trotzdem Angst bzw. Schuldgefühle, dass sie mir nicht gerecht werden kann. Ich weiß aktuell nicht wie ich ihr helfen kann. Ich versuche Ihr soviel wie möglich abzunehmen, wenn es ihr nicht gut geht. Ich versuche ihr das Gefühl zu geben, dass sie nicht allein ist und dass ich trotz Krankheit bei ihr bleiben werde, aber trotzdem hat sie Angst und fragt mich des Öfteren ob ich sie verlassen würde, wenn sie eine Glatze bekäme oder wenn sie im schlimmsten Fall keine Kinder bekommen kann.

 

Befindet sich jemand in einer ähnlichen Situation und kann mir weiterhelfen? Ich weiß nicht wie ich ihr helfen kann, ich bin immer für sie da und entlaste sie so gut es geht.

 

Ich hoffe auf Ratschläge oder Tips der Community ;)

Viele liebe Grüße,

Adrian

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Hallo Adrian,

da es bei mir parallelen zu euch gibt antworte ich einfach mal.  :)

Ich habe die Diagnose seit bald 3 Jahren bin 36 Jahre alt und wir können keine Kinder bekommen. 

An dem Kinderthema haben wir uns 8 Jahre versucht. Mit Hormonbehandlungen usw ... Das war eine extrem belastende Zeit. Allerdings eher für mich da mein Mann ( zum Glück ) da keinen Druck gemacht hat. Heute sind wir immer noch ohne Kinder und manchmal macht es mich noch traurig. Aber dafür können wir uns viel leisten und oft beobachten wir junge Familien und würden nicht tauschen wollen. ;) 

Das Leben ist halt kein Wunschkonzert und darunter fallen halt auch Krankheiten. Da MS chronisch ist und sich immer wieder meldet und für zunehmende Einschränkungen sorgt ruft sie sich selber immer wieder in Erinnerung. Davon kann man sich nie frei machen. Aber die Panik nimmt ab und man wird routinierter.  

Ich würde ihr übrigens jetzt noch nichts abnehmen. Außer sie hat schon Einschränkungen? Die Diagnose macht ja nicht von Tag 1 schon hilfsbedürftige.  

LG Lena 

 

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Hallo AdrianS.

es ist nicht so einfach mit der Diagnose MS! Ich denke, das deine Freundin sich eine/n Psychologen langsam 

suchen sollte. Man muss bedenken, das die meisten Psychologen eine längere Wartezeit haben,  und es könnte

nicht von heute auf morgen gehen, das sie einen Platz bekommt. Jedoch auch wenn längere Wartezeiten sind,

nicht bei dem/r ersten bleiben, wenn sie sich nicht angenommen und wohl fühlt. Das hätte keinen Sinn.

Leider kann ich bei deinen Themen keine Antwort geben,  den ich habe in sofern andere Probleme.

Ich habe einen Sohn der mittlerweile schon 22 aber ebenso wie ich Schwerbehindert und seit er 5 Jahre ist,

bin ich Alleinerziehend. Ich denke, egal zu wem man schaut, es sind meistens dies oder das Problem vorhanden.

Übrigens leite ich seit über 15 Jahren einen Stammtisch "MopS" damit mir nicht die Decke auf den Kopf fällt.

Dies sind noch 1 oder 2 Tipps.

Alles liebe für alle

nwmoni
 

 

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Entschuldigt die späte Antwort, ich bin momentan sehr eingespannt und komme zu fast nichts.

 

Danke für eure Antworten! Momentan ist alles sehr stressig, wir haben unseren Umzug hinter uns gebracht, momentan sind wir bzw. ich noch mit der Renovierung der neuen Wohnung beschäftigt, meine Freundin muss sich in ihrem neuen Job zurecht finden, ich in meinem Studium. Natürlich kommt alles immer auf einmal ;)

Vielleicht bin ich auch zu fürsorglich, was das Arbeiten abnehmen angeht. Oft ist es so, dass es meiner Freundin psychisch nicht gut geht, häufig aber auch Rückenbeschwerden, weswegen sie auch wöchentlich Physio bekommt. Hinzu kommen Phasen, in denen ihre Sehfähigkeit teilwese stark eingeschränkt ist (beim letzten MRT wurden aktive Entzündungsherde an den Sehnerven diagnostiziert..)

Bin ich zu fürsorglich? Wäre ja durchaus mögluch, dass sich ihr psychischer Zustand durch mein "in-Watte-packen" noch verschlechtert, weil die Krankheit dadurch wieder ins Blickfeld geschoben wird bzw. sie dadurch sieht, dass sie eingeschränkt ist..

Zum Kinderthema: der Verdacht, dass sich die Endomythriose wieder gebildet hat, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt, so weit scheint alles gut zu sein. Die Aussage der Frauenärztin war für uns beide auf jeden Fall ein kleiner Lichtblick ;)

 

Nichts desto trotz hat meine Freundin von sich aus gesagt, dass sie sich einen Psychologen suchen möchte. Ich denke, das ist der richtige Weg um die Anfangszeit, in der die Diagnose noch recht frisch ist, gut zu meistern.

Danke für eure lieben Worte!

 

Liebe Grüße,

Adrian

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Hallo Adrian,

sicher ist es schön, das du deiner Freundin viel abnimmst, aber sie muss aber auch einen gewissen Teil selbst tun, 

damit sie ihren Selbstwert nicht verliert und denkt, sie ist nur eine Last für dich. Wenn du ihr etwas abnimmst, kannst 

du ihr ja zeigen, das du es gern machst für sie. Jedoch denke ich, die psychisch. Probleme sind ein großer teil davon, mit der Diagnose

nicht klar zu kommen.  Bitte tut euch den Gefallen über Probleme zu reden, weil meistens zu wenig gesprochen wird. Dies ist jedoch

meine Meinung. Vermutlich brauchst du doch etwas Fingerspitzengefühl.

Jetzt alles liebe und gute

Moni

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