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SaHi

Angst vor Depression und Libidoverlust

8 posts in this topic

Hi Zusammen.

 

Vor ca. einer Woche bekam ich die Diagnose nun gesichert. Bei mir fing es 2013 mit einer Sehnerventzündung an. In den letzten Jahren hatte ich, Gott sei Dank, keine größeren Schübe (es kribbelte mal eine Zeit lang ab und an im Fuß oder in dem ein oder anderen Finger.)

Da ich glücklicherweise einen tollen Mann kennen gelernt habe, der mich extrem unterstützt, genau wie meine guten Freunde und meine tolle Familie, komme ich einigermaßen damit klar. Ich denke mir immer, es geht dir doch gerade gut.. warum soll ich nicht Glück haben und der Verlauf ist bei mir gut bis nicht vorhanden?

Und dann gibt es Momente, die sicher jeder von Euch kennt, in denen es mich einholt. So wie gerade. Ich habe so tierische Angst vor dieser sche** Krankheit. Was da alles kommen kann..oh man.

Wovor ich einfach am meisten Schiss habe, ist, Depressionen zu bekommen oder das die Krankheit mein Wesen verändert. Ich hab doch noch so viel vor..ich will Reisen, Arbeiten; Lachen.. ich bin ein froher Mensch der gerne viel unterwegs ist. Ich habe auch unglaublich gerne Sex und habe Angst, dass sich das mal ändern könnte und mein Partner mich auf Lange Sicht dann verlassen wird. Ich möchte eine Familie gründen und Kinder haben. Und das führt wieder zu dieser Angst, vor der Zukunft und was alles kommen kann.

Kann man damit irgendwann klar kommen? Hat jemand diese Ängste auch so wie ich? Kann man auch im schlimmstenfall mit einer Depression gut leben und trotzdem noch Spaß am Leben haben? Geht sowas auch ggf. wieder vorbei?

Würde mich sehr über eure Erfahrungen freuen..

VG

Sara

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Also nur zur Beruhigung: ich habe schon 29 Jahre MS, merke es überall dran, aber keine Depressionen und keinen Libiloverlust.

Es gibt vieles war man bekommen kann und auch vieles nicht. Mach dich nicht verrückt! Ich wünsche dir noch ein ganz tolles Leben! (Geht übrigens auch mit MS)

Viele Grüße, Linda

 

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Hallo Sara,

Du hast die Diagnose ganz frisch bekommen - gib Dir ein bisschen Zeit um das ganze zu verdauen. Das von Zeit zu Zeit mal diverse Ängste hochkommen, ist glaube ich ganz normal.

Das heißt aber noch lange nicht, dass Du deshalb depressiv wirst. 

Aber falls es Dich beruhigt, sind Depressionen in der Regel gut behandelbar. Ich bin selber mal daran erkrankt, nehme seitdem ein Antidepressivum und bin psychisch wieder soweit okay.

Sollte Dir die MS mal ganz übel mitspielen, könnte dadurch rein theoretisch auch Dein Wesen verändert werden, auch Empfindunsstörungen im Intimbereich wären denkbar. Aber diese Spekulationen was-wäre-wenn führen doch zu nichts... 

Derzeit scheint es Dir doch gut zu gehen und die MS hat Dich jahrelang in Ruhe gelassen. Klingt doch erstmal nach einem milden Verlauf. 

Liebe Grüße 

 

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Hallo SaHi,

gib dir doch erst mal die Zeit, mit der Diagnose klar zu kommen. Es stimmt auch, das du die MS schon eine ganze Weile hast und es bei weitem nicht so viele Probleme gemacht hat wie du haben könntest. Was wäre wenn von heute auf morgen etwas anderes zuschlagen würde oder bei deinem Freund!

Man kann nie wissen was kommt und braucht es nicht herauf zu beschwören. Geh soweit möglich in die Zukunft  und wenn du Probleme kriegst, kann man noch reagieren. Es gibt auch noch gute Psychologen, bei denen du evtl eine Gesprächstherapie machen kannst.

Laß es einfach auf die zukommen!  Meine MS fühlt sich schon über 17 Jahren bei mir wohl! Ich war alleinerziehende von einem behinderten Kind. Es geht, wenn auch manches anders als gewünscht.

Liebe Grüße

Moni

 

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Hallo SaHi,

auch ich kam, als ich im Sommer vorigen Jahres die Diagnose bekam (Beginn auch mit Sehnervenentzündungen), zunächst nicht gut damit zurecht. Ich habe mir dann tatsächlich eine Psychotherapie gesucht, vor allem um einen Raum zu haben, in dem ich über all das reden konnte, was mir durch den Kopf ging. Zuerst über tausend Befürchtungen, dann aber auch über neue Strategien, um quasi "dagegenzuhalten". Das hat mir wirklich geholfen.

Jetzt kommen immer noch hin und wieder Ängste - und gehen aber auch wieder. Es geht mir recht gut, und ich hoffe jetzt einfach mal auf einen milden Verlauf. Die Krankheit begleitet mich, aber irgendwann habe ich mich an diese Begleitung gewöhnt. :rolleyes:  Es brauchte nur ein bisschen Zeit.

An Depressionen litt ich übrigens schon etliche Jahre vor der MS-Diagnose immer mal wieder. Die sind durch die MS auch nicht mehr geworden, eher weniger. Ich habe, könnte man sagen, durch die Diagnose auch eine eher kämpferische Seite in mir entdeckt. Ich mache kognitive Übungen, ein bisschen Gymnastik und Gleichgewichtstraining, um einem eventuellen Abbau entgegenzusteuern (bin aber auch nachsichtig mit mir, wenn es mal nicht so gut klappt), und ich gehe irgendwie "netter", fürsorglicher mit mir um. Insofern hat die Erkrankung für mich fast etwas Gutes, ohne dass ich da etwas beschönigen will.

Das Reden mit der Therapeutin hat mir jedenfalls sehr geholfen! Vielleicht wäre das auch ein denkbarer Weg für Dich?

LG Inka

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Fast genau vor einem Jahr hatte ich einen Schub, der eben zu einem taubheitsgefühl, ab hüftbereich bis zu den zehen geführt hat. aber das heißt auch nicht, dass gleich die libido weg ist.

 

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Hallo Sara,

entschuldige bitte, daß ich Deine Frage erst jetzt lese. Früher dachte ich beim schlampigen Überlesen, daß hier eeh nur Weiberkram wäre. Entschuldige nochmal, das ist es nicht. Dein Text ist berechtigt andere um Meinungen zufragen.

Deine Diagnose ist verhältnismäßig jung und Du hast keine Ausfälle, aber Du hast Angst bald welche zu kriegen? Vielleicht, aber eher nicht! Wahrscheinlich hast Du noch viele Jahre ohne schwerwiegende Behinderungen.

Habe nicht zuviel Angst vor der MS. Gründe eine Familie. Kriege Kinder. Habe Spaß am Leben. Nutze jetzt diese Lebenszeit. Niemand kann vorhersehen wie es wird. Du hast noch gute Chancen. Nutze es!

Du hast doch jetzt keine Depressionen, aber Angst welche zu kriegen? Na und! So etwas wäre dann behandelbar.

Einen Libidoverlust trat bei mir erst viel viel später in 50igern ein, im Zusammenhang mit Gehverlust, weil die Rückenmarkschädigung auch die Lust am Sex beschädigte. Aber nicht jede hat eine Rückenmarkschädigung.

Also nochmals: lass Dir wegen MS das Leben nicht versauern, es kann trotzdem gut gehen und Dir auch nicht den Spaß daran nehmen.

Viel Glück und weiterhin viel Spaß am Leben!

Freundliche Grüße von 
Joschka
 

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Liebe Sara,
ich kann den Anderen nur zustimmen, mach Dich nicht verrückt. Jeder hadert mit der Krankheit an manchen Tagen, aber das gilt mit fast allen in unserem Leben. 

Also mein Erstsymptom war auch eine Sehnerventzündung 2003 und seit dem bin ich viel gereist (Europa, Asien, Amerika) und ich hatte auch schon einen Schub kurz vor Reisebeginn. Ich habe auch keine schlechten Erfahrungen gemacht ob Partner, Freunde oder Arbeitskollegen - es waren alle immer sehr verständnisvoll. Ja manchmal schränken die Symptome sehr ein, aber es gibt soviel das man trotzdem kann.  Bei genauerer Betrachtung wirst Du feststellen dass die Menschen um Dich herum auch Krankheiten haben - der eine hat Asthma, der nächste nur eine Niere, der andere Diabetes, ... - man lernt damit zu leben. So wie mit einer bösen Schwiegermutter, oder? Wenn Du Kinder bekommst, wachst Du auch immer mehr in die Mutterrolle hinein.

Sexuelle Probleme kann man auch immer mit einem Partner gemeinsam lösen - es gibt so viele Möglichkeiten. Aber warum heute mit etwas beschäftigen, dass vielleicht nie eintrifft.

Ich glaube manchmal das ich mein Leben bewusster lebe als andere, aber das hängt sicher auch mit den Erfahrungen die ich gemacht habe zusammen. Ich versuche halt regelmäßig Sport/Bewegung zu machen halt immer im Rahmen meiner Tagesfitness. 

Wenn mal alles zusammen kommt - versuche es mit einem Psychologen. Hab ich schon mal probiert nicht für die MS. Hör auf Dich selbst Du weißt immer am besten was Dir gut tut. Nicht die MS schränkt Dein Leben ein, sondern Du und was Du aus Deinem Leben machst. 

Alles Liebe und LEBE!
Martina

 

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