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DieNina

Mein Körper spielt seit der Diagnose verrückt

16 posts in this topic

Hallo zusammen,

kurz zu mir: Mein Name ist Nina, ich komme aus dem regnerischen Norden des Landes und bin 33 Jahre alt, unverheiratet, ledig, keine Kinder. 

Kurze Übersicht was bisher so diagnostiziert wurde:
Nach Missempfindungen in den Händen und Beinen/Füßen und dem Lhrmittezeichen wurde Mitte 2015 eine LP gemacht, 8-10 oligoklonale Banden im Liquor, nicht im Serum und Immunglobulin G i.L. +32.5 sonst alles unauffällig. LTT Test auch negativ. Die Tests beim Neurologen waren auch alle unauffällig. Damals hatte ich einen Herd in der HWS der auch Kontrastmittel angereichert hatte, aber wohl schon älter war. Meine Ärztin hat mir trotzdem soviel Angst gemacht, dass ich dann Plegridy spritzen sollte, aber nach nem 3/4 Jahr wegen der Nebenwirkungen abgesetzt habe. Eine Stoßtherapie mit 3x 1gr Kortison gabs noch obendrauf, seitdem schlimme Herzrhythmusstörungen. Und die Woche danach die übelsten Nebenwirkungen. Einige von euch kennen das ja.

Jetzt beim neuen Neurologen, der die Missempfindungen in den Füßen/Beinen ebenfalls für keinen Schub hielt, weil der ja mittlerweile (so über 2 Jahre später) auch mal weg sein müsste, wurde  also neues MRT von der kompletten Wirbelsäule gemacht (letzten Monat). Allerdings hatte ich im September eine SNE rechts, aber ohne aktiven Herd im Kopf. Ein kleiner grauer Punkt der laut Radiologe hätte alles sein könne, aber nicht für eine SNE verantwortlich wäre und ebenfalls nichts in der Wirbelsäule zu erkennen, auch keine Vernarbungen von dem alten Herd in der HWS. (Zur Zeit der SNE hatte ich ziemlichen Stress, negativen Stress.)

Ich also voller Vorfreude zum Arzt, der mich eigentlich bei nichtssagenden MRT in die UNI-Klinik nach Münster schicken wollte, gibts nun seit ner Woche BT mit Copaxone. Die Nachricht darüber, dass es nun doch eine schubförmige MS sein soll, trotz dass ich keine Läsionen habe, hat mir den Boden unter den Füßen weg gezogen. Heulattacken Tag ein Tag aus. Dass nur wegen der SNE. Die erneute Stoßtherapie hat auch nur dafür gesorgt, dass die Schmerzen weg sind, dass Sehen ist nach wie vor nicht so dolle. Grauer Schleier, rot ist nicht wirklich rot. Alle Nebenwirkungen wieder inklusive. Daher verweigere ich grad auch eine erneute Stoßtherapie. 
Bevor die Nachricht vom Arzt kam, war das Lhrmittezeichen weg, das Kribbeln nur noch minimal vorhanden. Ein Tag nach der Nachricht, war alles wieder da. Schlimmer als vorher. Ich dreh so langsam echt ab.

 

Wovon sollen diese Missempfindungen denn kommen, wenn nichts im MRT zu sehen ist???  Vor allem von heute auf morgen, nachdem ich mehr oder minder nach der Nachricht zusammengebrochen bin... Spielt mir meine Psyche hier einen Streich? 


Zudem spielt mein Immunsystem grad völlig verrückt. Erst Gürtelrose am Bauch, dann Herpes, gleich 3x in 2 Wochen (trotz einwöchiger Einnahme von Acevoir) und jetzt noch ne Bindehautentzündung. Ich mag gar nicht mehr vor die Tür gehen. Durch das starke Kribbeln in den Beinen ist mir seit Wochen auch nur noch nach Sofa. 

 

 

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Hallo Nina,

atme mal gut durch. Ja du hast jetzt die Diagnose und die ist schon ätzend. Aber es ist auch kein Weltuntergang. 

Weißt du im MRT kann man keinen Schub feststellen. Dies macht der gute Neurologe völlig ohne Bilder. Denn diese können schnell trügen da nicht jede Läsion sichtbar ist weil sie zB zu klein ist. Bei zukünftigen Auffnahmen wirst du erleben das immer mal Läsionen weg sind und wieder da oder mal größer oder kleiner. Liegt nur an der Bildgebung. 

Ob du jetzt einen Schub hast oder nicht kann ich natürlich nicht beurteilen. Aber es kann durchaus auch sein das deine Psyche alles verschlimmert. Kenne es von mir auch das Beine und Füße taub werden wenn ich Stress habe oder mir Sorgen mache.

Gegen die kribbelnden Beine kann ich dir was empfehlen. R Alpha Liponsäure. Diese wird Menschen mit Diabetis verschrieben gegen Neuropathien. Hilft bei Kribbeln uns aber auch super. :) 

LG Lena 

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Hi Lena,

 

vielen Dank für deine Worte! Die R Alpha Liponsäure werde ich gleich morgen aus der Apotheke holen und mal ausprobieren. Wenn das hilft, wäre es ein riesen Fortschritt für mich, aber auch ein Armutszeugnis für meine ganzen Ärzte die ich schon durch habe. Bin jedes mal wieder mit diesen Symptomen zum Arzt und bis auf etwas gegen Restless Legs, was natürlich nicht geholfen hat, hat man mir noch gar nichts empfohlen.

Meine Diagnose ist nur leider immer noch nicht gesichert. Das ist das was mich auch so fertig macht. Auf Rat meiner MS-Nurse werde ich mir daher noch eine weitere Meinung (nächstes Jahr, für dieses hab ich genug Ärzte und Krankenhäuser gesehen) einholen. Hätte halt gern noch das untersucht, was in dem letzten Wisch von der LP angeraten wurde. Die ganzen Ärzte reden immer alle von Ausschlussverfahren, aber außer ner Borreliose wurde noch nichts ausgeschlossen.

Ich versuche positiv zu denken, aber es ist soviel sch***** in den letzten 3 Jahren passiert, dass ich mich noch etwas schwer mit der ganzen Sache tue. Braucht alles seine Zeit.

LG Nina

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Ein klein wenig positiv darfst du schon denken :) 

Auf die Liponsäure bin ich gekommen weil Schub Nr. 2 mir taube Füße brachte und kribbelnde Waden. Könnte nur noch einschlafen wenn ich mit den Füßen gewippt habe ... dachte ich werde irre ...

Der Neuro wollte mir immer nur Antidepressiva geben. Aber damit wär ich nicht so zufrieden. Meine beste Freundin brachte mir dann mal ein Buch über Vitamine und Mineralstoffe usw mit in dem auch was über MS Stand. Dr Google spuckt dann ja doch viel dazu aus und daher habe ich es mal probiert. Nach wenigen Tagen wurde es dann schon besser. Dachte erst ich Spinne! Mehr als ein halbes Jahr hat es gekribbelt...

Hoffe das es dir auch hilft :)

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Ich bin dabei ;)
Ich werde dir auf alle Fälle berichten! Auf ein Nahrungsergänzungsmittel mehr oder weniger, kommt es bei mir auch nicht mehr an :D 

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Hallo Nina,g

herzlich willkommen und mache wirklich um einiges langsame.  Was bringt dir das, wenn  du das schriftlich hast? Es ist doch wirklich, wenn man jeweils schaut, was Sache ist. Du setzt dich selber unter Druck  -für was?  Ich denke ob sicher oder nicht die MS gehört jetzt zu dir und du wirst es annehmen  und dich arrangieren müssen. Wichtiger denke ich, gehst du einmal in eine MS-Ambulanz oder in eine Reha, damit du zur Ruhe kommen kannst.

Es sind hier soviel mit langjähriger Erfahrung und die meisten werden nicht den Kopf in den Sand stecken, weil es geht weiter.

Jetzt lass alles erst mal Sacken und wenn du fragen hast, wir sind da.

Jetzt alles gute für dich

Moni

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Hi Moni,

es geht mir nicht darum, etwas schriftlich zu haben, sondern nur darum, endlich die Sachen die noch in Frage kommen, ausschließen zu können. Warum sonst empfehlen die Ärzte die mein Liqour untersucht haben, noch diese Untersuchungen zu machen? Mit der BT gehe ich ja schonmal einen Schritt auf die MS zu. 
Da wie gesagt nicht nur ich am zweifeln bin, kann ich damit nicht ganz falsch liegen. Zumindest sind die Zweifel begründet. 

Reha kommt für mich derzeit nicht in Frage. Ich habe zwei Katzen um die sich hier niemand so wirklich kümmern kann (bin aber an einer Lösung dran). 

Im Januar werde ich eine RESET Therapie beim Heilpraktiker/Osteopath machen um "mein Energielevel", wie er so schön sagt, wieder etwas aufzutanken. Ja ich weiß, für viele Hokuspokus, aber der hat  mir schonmal geholfen, als die Schulmedizin versagt hat. Und das alles mit Massagen :)

Ich muss gestehen, ich hab meine Probleme mit "langsam". Runterkommen, fällt mir bei sowas extrem schwer. Da hab ich auch noch keine wirkliche Lösung für mich selbst gefunden, um mich zu entschleunigen :/ 

LG Nina

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Hallo Nina,

Mit dem Aussprechen der Diagnose MS haben viele Ärzte ihre Probleme! 

Ich hatte 2000 ein MRT wegen st Kopfschmerzen und erhielt einen Verdacht von MS.  Dieser wurde nicht weiter abgeklärt und ich erhielt keine Aufklärung über die Krankheit. 

2011 hatte ich eine SNE  re.und damit recht schnell die eindeutig Diagnose MS. 

Auch bei mir wurden die Banden im Liquor nachgewiesen. Das neue MRT Bild sah heftig aus, black holes, hohe Läsionslast...

Ich bekam Kortison und die Aussage, Verdacht auf MS. Der nächste Schub ließ nicht lange auf sich warten. Aussage der Ärzte,Verdacht auf MS erhärtet sich.

Hatte damals nur sch.... Neurologen. Mein HA machte dem allen Gsd ein schnelles Ende. Er sagte ganz klar MS und schickte mich zu einen guten Neurologen! 

Die Diagnose zu verarbeiten braucht Zeit! Anfänglich jagte ein Schub den nächsten bei mir. :sad:

Deine Situation löst leider Stress aus und könnte Schübe oder Pseudoschübe auslösen. Versuch ein wenig zur Ruhe zu kommen! 

Such dir einen guten Neurologen, der dir sympathisch ist und dir zuhört und dich ernst nimmt!  Die Suche gestaltet sich manchmal als beschwerlich aber,aus eigener Erfahrung, kann ich dir sagen,sie lohnt sich!!!

LG Sandra 

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Hallo Nina,

 

Du bist grad absolut in einem Hamsterrad. Ja es wäre gut, eine Diagnose zu haben und endlich zu wissen, womit man sich auseinandersetzen muß. Was nichts daran ändert, daß Du zur Ruhe kommen mußt. Sorry, Katzen sind wunderbare Wesen aber kein Argument, eine Reha nicht zu machen. Sie sind nur ein Zeichen dafür, daß Du wohl immer wieder Gründe hast nichts zu ändern.

Du sagst, die letzten drei Jahre waren heftig. Dein Körper versucht Dir gerade mitzuteilen, daß er nicht mit Deiner Lebensweise einverstanden ist. Wenn Dir Massagen helfen, dann ist es doch wunderbar welche in Aussicht zu haben. Aber das ist erst im Januar. Und bis dahin? Weiter der "normale" Streß, dazu die - ach so besinnliche - Weihnachtszeit? Mach Dir nichts vor. Dein Körper gibt Dir  JETZT Warnsignale die Du nicht ignorieren solltest, er sitzt am längeren Hebel.

Schau, was und wer Dir gut tut - und was und wer nicht. Übe das Wörtchen "nein" und gönne Dir Ruhe, so oft Du kannst.

 

Wünsche Dir ganz viel Kraft!

KarU

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Hallo KarU,

ich denke ich kann selbst ganz gut abschätzen was mir gut und was nicht. Und ja, zZ sind es tatsächlich meine beiden kleinen die mir gut tun. Sie entschleunigen mich im Alltag, halten mir nichts vor und sind einfach nur loyal ;) Die besten Therapeuten ever! Wenn ich die beiden alleine lassen müsste, dann würde ich erst recht nicht zur Ruhe kommen. Eine Reha ist nunmal nicht für jeden etwas. Mir geht es zB auch gut wenn ich arbeite, es lenkt mich ab und ich habe Spaß dabei. Ich habe schon viele Konsequenzen gezogen. Ich habe mich trotz der nicht sicheren Diagnose auf Copaxone eingelassen, ich mache nur noch Sport, wenn ich weiß dass es mich nicht überanstrengt, habe meine Ernährung umgestellt und gönne mir wirklich viel Ruhe. Aber halt zu Hause. Da wo ich mich wohl fühle. Ich denke ein Therapeut würde mir vllt. gut tun. Da ich mir noch zuviele Gedanken um meine Zukunft mache und viel zu Angst vor allem habe.

Den Stress der letzten Jahre konnte ich nicht beeinflussen. Es ging dabei um den Tod eines geliebten Menschen, um eine Trennung, weil mein Ex mit der ersten "wahrscheinlichen" Diagnose schon nicht zurecht gekommen ist und mir generell 2 Jahre lang viel unnötigen Stress beschert hat, bis er sich dann entschlossen hat u gehen. Dann die Wohnungssuche, der Umzug etc pp. War einfach viel, aber ich hätte nichts dagegen machen können. In der ganzen Zeit hatte ich aber nur ein Schub! Der der mir den ganzen Mist eingebrockt hat, wo man aber immer noch rätselt, ob es überhaupt einer war (das Kribbeln was halt immer noch nicht weg ist). Der letzte Schub (SNE) kam weil mich die erste Eigentümerversammlung in meinem Leben etwas überrumpelt hat. Hab mir alles viel zu sehr zu Herzen genommen. Sowie die Nachricht vom Neuro danach, dass wir doch wieder mit einer Behandlung anfangen sollten.

Ich gebe grad mein bestes, versprochen! :) Und ich finde ich mache  mich schon recht gut, ich war sonst immer wie ein Streifenhörnchen auf Speed, so langsam gehts eher die in die Richtung Faultier :D  Das einzige Problem was ich habe, ist dass ich mich zu schnell in rage bringen lasse. Daran MUSS ich noch arbeiten! In der Hinsicht bin ich halt immernoch wie n Flummi. 

Kraft kann ich immer gut gebrauchen, danke KarU! 
LG Nina

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Hallo Nina,

das klingt doch schon mal gut :smile:

Es sind oftmals die äußeren Umstände, die einen körperlich so schaffen. Ging mir genau so (aus anderen Gründen).

Schön, daß Du auf Deinen Körper hörst, das ist ein sehr guter Anfang. Wären Yoga, Tai Chi oder QiGong etwas für Dich? Dabei findet man das seelische als auch das körperliche Gleichgewicht wieder. Walking? Ist in der Natur, frische Luft, wie wärs? Weiß ja nicht, welchen Sport Du machst.

Und knuddel schön die kleinen Fellnasen  :happy:

GlG KarU

 

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Ein Neurologe hat mir mal gesagt: es kommt nicht auf die MRT Bilder an, die können jedesmal anders sein, es kommt bei MS allein auf die Klinik, die Symptome an!

Andere, auch die Patienten, tun sich damit aber sehr schwer, weil es halt nicht konkret an einem Bild, an einem Laborwert etc. festzumachen ist. Erst recht wenn es die unsichtbaren Sachen wie Sensistörungen etc. sind. Kenn ich nur zu gut.

Ich habe gelernt, langsamer zu machen im Alltag!

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Hallo, Nina,

die Bildgebung ist nur ein Kriterium zur Feststellung der MS. So gut die MRT-Bilder heute sind, so sehr werden wir uns in 10 Jahren darüber wundern, weil wir bis dahin sicher noch viel mehr über das unbekannte Wesen MS wissen werden. Ein Oberarzt in der Marinane-Strauß-Klinik erzählte mir den Fall eines jungen Mädchens aus Russland. Bei ihr hörte man bei >30 Stellen im Gehrin mit dem Zählen auf. Und jetzt kommt´s: sie hatte zum Zeitpunkt der Untersuchung keine (!) neurologischen Ausfallerscheinungen. Seit ich das hörte, nehme ich die alljährlichen Kontroll-MRT´s mit Interesse zur Kenntnis. Sie decken sich idR mit Phasen, die ich als Schub definieren würde. Mehr Bedeutung messe ich der Bildgebung nicht bei. Ich habe zum Beispiel im Gehirn -toi,toi,toi- fast nicht nichts (MS-spezifisch, sonst hoffentlich schon ;-)

Also, so schrecklich im Moment die Ansammlung Deiner Symptome ist, so schlecht es Dir gerade geht, bitte lasse Dich eher ergänzend von sehr engen Freunden und ggf. von Fachleuten bei der Annahme der MS unterstützen. Ab dem Augenblick, an dem Du die MS als zwar ungeliebten, aber dauerhaften Gast in Deinem Leben begrüßt, gewinnst Du einen andern, neuen Blick auf Dein Leben. Vieles wird nicht mehr gehen, was sehr weh tut. Aber glaube mir, Du kannst eine ganz neue Welt mit anderen Menschen und Interessen entdecken.

Alles Gute für Dich und viel Kraft- Christian

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Hallo Christian,

interessant. Macht es aber nur noch undurchsichtiger, finde ich. Woran wird denn im Endeffekt fest gemacht, ob Schub oder nicht, wenn man es eh nicht nachweisen kann. Ich meine, der Körper spielt bei jedem ja ab und zu mal verrückt. Meine Ma zB hatte dieses Jahr eine Schwindelattacke, die mehrere Tage anhielt, es waren bei ihr kleine Steinchen im Innenohr, die aber niemand sehen konnte. Ging aber mit bestimmten Übungen wieder weg. Bei mir würde man wahrscheinlich gleich sagen, ist n Schub. Wobei beides nicht wirklich nachweisbar ist. Oder auch die SNE, die man ja durchaus auch ohne MS haben kann. Wo macht man da die Unterschiede? Und warum sind dann diese McDonald Kriterien so aufgebaut, dass man erst eine bestimmte Anzahl an Herden und Schüben haben muss, um eine gesicherte Diagnose zu bekommen, ist dann ja Quatsch.

Manchmal glaube ich, dass es immer eine MS ist, wenn man was hat, was die Ärzte sich nicht erklären können und neurologische Ausfallerscheinungen mit sich bringt. 

Der neue Blick auf mein Leben gefällt mir nur gerade noch nicht so wirklich. 33 Jahre alt, kein Lebenspartner in Sicht und Kinderwunsch ist auch noch vorhanden... sieht zZ nicht ganz so rosig aus mit der Familienplanung, würde ich mal sagen. Zudem die Männer die ich kennengelernt habe, auch recht schnell auf Abstand gehen, sobald sie nur diese beiden schlimmen Buchstaben hören. Da kann einem schonmal das Lachen vergehen.

Ich will aber auch gar nicht so negativ rüberkommen. Leben geht ja erstmal weiter :) Positiv denken!

Danke dir für deine ehrlichen Worte!
LG Nina

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Liebe Nina,

über Dir scheint gerade der Himmel zusammenzubrechen und es kommt alles zusammen. 

Aus Deinen Posts ist ersichtlich, dass Du schon sehr tief in der Theorie steckst. Das ist verständlich,  denn man will die erste aller Fragen verstehen:"Warum?", "Warum ich?", "Wirklich ich?". 

Oben drauf kommen noch zahlreiche Zukunftsängste (Kinderwunsch, Partner mit MS). Ohne Dich zu kennen und mir irgendeine Wertung erlauben zu können, möchte ich Dich gerne auf eine "Übung" einladen: stell´Dir nur einen Augenblick (!) vor, Du könntest all die Dinge, die Du über MS gelesen hast, all die Symptome, die Du gerade empfindest -gleich wie schrecklich sie sind-, all die Ängste da sein lassen, ohne sie zu kommentieren. Versuche Dich auf Deinen Atem zu fokussieren und wenn Deine Themen hochkommen (und sie werden hochkommen), kommentiere sie mit einem inneren "auch das" und kehre zu Deinem Atem zurück. 

Dadurch wirst Du weder gesund, noch wirst  Du auf diesem Wege Mr. Right kennen lernen und man (frau) wird davon auch nicht schwanger. Wenn Dir das Gesagte aber nicht ad hoc zu esoterisch o.ä. erscheint, sondern Dir bei einiger Wiederholung das Gefühl gibt, das die Themen an Gravität und Wucht langsam verlieren, dann würde ich Dir empfehlen, in einer Suchmaschine MBSR und Deine Heimtstadt einzugeben. 

Ich könnte mir vorstellen, dass Dir ein Achtsamkeitstraining sehr gut tun würde, um die Phase des "Warum?" und die Phasen der Wut und der Angst liebevoll und ohne Zeitdruck anzugehen.

Erlaube mir abschließend eine Bemerkung  zu den Männern: sie waren wohl nicht die Richtigen und wenn Du hier im Forum liest, wie viele Betroffene unter der Rubrik Kinderwunsch und MS schreiben, dann wird dieses Thema -vor Ablauf der biologischen Uhr- auch bei Dir eine gute Chance auf ein Happy End erhalten. 

Sich weiter in Ängste, Literatur, Parallelvergleiche zu anderen Menschen zu begeben, tut Dir spürbar nicht gut.

Es ist im Moment wie es ist. So schrecklich banal der Satz klingt, so wahr ist er.  Kannst Du diesen Satz mal so stehen lassen? Damit findest Du MS (als Oberbegriff für zig mögliche neurologische Erkrankungen) weder schön, sexy noch sonst etwas. Du resignierst auch nicht, wenn Du dieses Satz sagst. Es ist gerade wie es ist umschreibt "nur" den Status Quo und kann helfen, eine aktuelle schlimme Situation nicht durch noch mehr Gedanken, Gefühle noch schwerer zu machen.

Alles Liebe

Christian

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um 27.11.2017 um 16:17, DieNina hat geschrieben:

Hallo zusammen,

kurz zu mir: Mein Name ist Nina, ich komme aus dem regnerischen Norden des Landes und bin 33 Jahre alt, unverheiratet, ledig, keine Kinder. 

Kurze Übersicht was bisher so diagnostiziert wurde:
Nach Missempfindungen in den Händen und Beinen/Füßen und dem Lhrmittezeichen wurde Mitte 2015 eine LP gemacht, 8-10 oligoklonale Banden im Liquor, nicht im Serum und Immunglobulin G i.L. +32.5 sonst alles unauffällig. LTT Test auch negativ. Die Tests beim Neurologen waren auch alle unauffällig. Damals hatte ich einen Herd in der HWS der auch Kontrastmittel angereichert hatte, aber wohl schon älter war. Meine Ärztin hat mir trotzdem soviel Angst gemacht, dass ich dann Plegridy spritzen sollte, aber nach nem 3/4 Jahr wegen der Nebenwirkungen abgesetzt habe. Eine Stoßtherapie mit 3x 1gr Kortison gabs noch obendrauf, seitdem schlimme Herzrhythmusstörungen. Und die Woche danach die übelsten Nebenwirkungen. Einige von euch kennen das ja.

Jetzt beim neuen Neurologen, der die Missempfindungen in den Füßen/Beinen ebenfalls für keinen Schub hielt, weil der ja mittlerweile (so über 2 Jahre später) auch mal weg sein müsste, wurde  also neues MRT von der kompletten Wirbelsäule gemacht (letzten Monat). Allerdings hatte ich im September eine SNE rechts, aber ohne aktiven Herd im Kopf. Ein kleiner grauer Punkt der laut Radiologe hätte alles sein könne, aber nicht für eine SNE verantwortlich wäre und ebenfalls nichts in der Wirbelsäule zu erkennen, auch keine Vernarbungen von dem alten Herd in der HWS. (Zur Zeit der SNE hatte ich ziemlichen Stress, negativen Stress.)

Ich also voller Vorfreude zum Arzt, der mich eigentlich bei nichtssagenden MRT in die UNI-Klinik nach Münster schicken wollte, gibts nun seit ner Woche BT mit Copaxone. Die Nachricht darüber, dass es nun doch eine schubförmige MS sein soll, trotz dass ich keine Läsionen habe, hat mir den Boden unter den Füßen weg gezogen. Heulattacken Tag ein Tag aus. Dass nur wegen der SNE. Die erneute Stoßtherapie hat auch nur dafür gesorgt, dass die Schmerzen weg sind, dass Sehen ist nach wie vor nicht so dolle. Grauer Schleier, rot ist nicht wirklich rot. Alle Nebenwirkungen wieder inklusive. Daher verweigere ich grad auch eine erneute Stoßtherapie. 
Bevor die Nachricht vom Arzt kam, war das Lhrmittezeichen weg, das Kribbeln nur noch minimal vorhanden. Ein Tag nach der Nachricht, war alles wieder da. Schlimmer als vorher. Ich dreh so langsam echt ab.

 

Wovon sollen diese Missempfindungen denn kommen, wenn nichts im MRT zu sehen ist???  Vor allem von heute auf morgen, nachdem ich mehr oder minder nach der Nachricht zusammengebrochen bin... Spielt mir meine Psyche hier einen Streich? 


Zudem spielt mein Immunsystem grad völlig verrückt. Erst Gürtelrose am Bauch, dann Herpes, gleich 3x in 2 Wochen (trotz einwöchiger Einnahme von Acevoir) und jetzt noch ne Bindehautentzündung. Ich mag gar nicht mehr vor die Tür gehen. Durch das starke Kribbeln in den Beinen ist mir seit Wochen auch nur noch nach Sofa. 

 

 

Ich bekomme momentan auch Kortison, obwohl im MRT nichts neues zu sehen ist. Es kann auch rein klinisch ein Schub sein, das MRT muss nicht immer was zeigen. 

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