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Grübeln ohne Grund

5 posts in this topic

Guest

Hallo zusammen,

obwohl es mir ms-mäßig richtig gut geht (10 Jahre schubfrei, keine Einschränkungen) und auch privat alles bei mir rund läuft, komme ich immer wieder schwer ins Grübeln.

Ich frage mich dann wie es weiter gehen wird, ob ich für meinen Partner eine Belastung darstelle, ob ich weiter werde arbeiten können, usw. Kann mich da dann richtig reinsteigern und komm aus dem Hamsterrad nur schwer wieder raus. Irgendwann gehts dann wieder, dann ist für einige Wochen oder Monate die Welt in Ordnung, bis zum nächsten Depri-Anfall.

Ganz schlimm wird es immer, wenn Veränderungen anstehen. Z. B. wechsle ich in ein paar Tagen von Copaxone 20 auf 40, wegen Hautproblemen. Entscheidung ist mit Ärzten abgesprochen und ich habe mich bewusst dafür entschieden. Aber jetzt wo es ernst wird, bekomme ich Panik dass was schief gehen könnte und male mir alle möglichen Horrorszenarien aus, anstatt einfach mal daruaf zu vertrauen und abzuwarten.

Kennt ihr das auch? Was macht ihr dagegen?

Liebe Grüße

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Hallo  ju_81,

ich glaube das bei fast allen MS-lern die Gedanken sehr häufig zugegen sind! Aber es ist verlorene liebes mühe.

Es kommt zu oft vor, das ein Halbleeres Glas nur zur 1/2 LEER ist, aber nicht das ein Glas auch zur 1/2 voll ist.

Meistens sieht man nur noch was nicht geht aber nicht was noch geht - oder das Glas zur Hälfte voll ist.

Die Ärzte sind auch sicher der Meinung das 20 zu wenig ist  und 40 dir besser hilft. was genau ist, kann niemand 

im voraus sagen. Es könnte bei jedem anderen auch etwas anderes passieren wodurch sie der Weg ändert.

Alles liebe

Moni

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Hallo Ju_81,

wie Moni schon schreibt, Deine Gedanken sind im Prinzip nicht abwegig. Natürlich sehnen wir uns nach Sicherheiten in unserem Leben, Dinge und Menschen, auf die man sich verlassen kann. Andererseits verändert sich alles immer wieder. In Geschäften werden die Regale umgeräumt, in der Nachbarschaft zieht jemand weg oder man selbst tut es, und ja, auch mit den Medis muß man sich zuweilen umstellen.

Es kommt auf Deine Sichtweise  an, wie Du allgemein mit Deinen Erlebnissen umgehst (siehe "halbvolles Glas"). Deinen Partner kannst Du einfach fragen und seine Antwort akzeptieren. Wenn es bei Euch gut läuft, dann sieht er in Dir keine Belastung sondern den Menschen, mit dem er sein Leben verbringen möchte. Schwierigkeiten hin oder her.

 

Ob Du weiter arbeiten kannst wirst Du sehen. Darüber zu viele Gedanken machen ist schlichtweg Zeitverschwendung.

 

Was die Umstellung von Cop angeht so hast Du doch gute Argumente. Du hast zwischendurch spritzfrei, wirst Dich an den neuen Rhythmus gewöhnen und Deine Haut wird dankbar sein.

Wenn sich trübsinnige Gedanken einschleichen versuche zu entschleunigen. Nimm Dir Zeit für etwas Schönes, einen Spaziergang, ein gutes Buch, malen, musizieren, was auch immer. Yoga, QiGong, Tai Chi. Es gibt so einiges, womit man sich wieder selber ins seelische Gleichgewicht bringen kann.

 

:kopfhoch:

Ganz liebe Grüße KarU

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Hallo Ju_81,

 

Die Psychologen nennen das, was Du beschreibst, Rumination und ist ein psychologisches Krankheitssymptom (u.a. für Depressionen und viele andere Erkrankungen). Sobald sich dieses Verhalten einmal verfestigt hat, kann es sehr schwierig sein, da wieder herauszukommen. Ich empfehle an dieser Stelle therapeutische Unterstützung. In der Therapie erlernst Du verschiedene Grübel-Stopp-Techniken, die, regelmäßig angewendet und eingeübt, Erleichterung bringen können. In schweren Fällen gibt es auch Medikamente dagegen.

Man muss sich bewusst machen, dass das Grübeln, im Gegensatz zum Nachdenken, nicht zielführend ist und Dich nie an einen Endpunkt bringen wird, es geht einfach immer weiter, und am Ende stehen auch keine Lösungsideen, sondern nur Verzweiflung und Erschöpfung. Der wichtigste Punkt ist, zu erkennen, dass man grübelt, und sich dann ganz aktiv „Stopp“ zu sagen. Man kann sich auch antrainieren, das Grübeln etwas zu strukturieren und sich beispielsweise einen Grübelstuhl einzurichten (hier ist ganz konkret ein Stuhl oder eine andere Sitzgelegenheit gemeint). Hierbei geht es darum, jeden Tag eine „Verabredung“ mit seinen Grübelgedanken zu treffen, diese „Verabredung“ auch einzuhalten und von vornherein klar zu begrenzen (10 min, 20 min, 1 Stunde, je nach Bedarf). In diesen Zeiten darfst Du grübeln, grübeln, grübeln, keine Beschränkung. Aber danach muss auch Schluss sein! Sollten wieder Gedanken auftauchen: Ganz klar „Stopp“ sagen und den Grübelgedanken klar machen, dass sie bis morgen warten müssen. Dass Du Ihnen Raum gibst und sie wahrnimmst, aber nur zu den vereinbarten Zeiten. Aus allen anderen Bereichen (vor allem dem Schlafzimmer und dem Bett!!!) werden Sie verbannt.

Das klingt vielleicht sehr schräg, ich war auch mehr als skeptisch, aber man kann das tatsächlich trainieren und es wird besser. Man gewinnt Kontrolle über diese Gedankenschleifen, lernt, zwischen grübeln und nachdenken zu unterscheiden und erfährt Entlastung. Dies ist natürlich nur eine Idee von vielen.

 

Alles Gute!

LG Silver

 

 

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Ich habe schon mein Leben lang das Problem, dass ich grübele, zu viel nachdenke, Gedanken hin- und herwälze die mich belasten. In vielen Fällen hilft mir Ablenkung, etwas mit Freunden machen, spannende oder lustige Filme und Serien ansehen usw. 

Zwei wichtige Strategien sind für mich außerdem Meditation und Sport. Bei der Meditation entspanne ich mich und versichere mir immer wieder, dass die Probleme nicht so groß sind, wie ich sie mir gerade einrede. Nach einer Weile verlassen mich die schweren Gedanken dann oft. Und Sport hilft wunderbar den Kopf frei zu bekommen. 

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