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Gesetzliche oder private Krankenkasse?

7 posts in this topic

Ich hätte kurzfristig die Möglichkeit, von der privaten in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln. Hat jemand Erfahrung oder weiß Gründe, ob dies sinnvoll wäre? Spricht gerade mit einer MS-Diagnose etwas dagegen, in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln?
Ich würde mich über Antworten sehr freuen!

 

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Hallo,

den Wechsel in die gesetzliche würde ich sofort machen - ich wurde bei Diagnose MS von der PKV rausgeschmissen (war noch in der "Probezeit"...) und war froh in die GKV meines Arbeitgebers ohne Gesundheitsprüfung (Anfang der 2000er Jahre) aufgenommen zu werden.

Ich hatte seither nie ein Thema zwecks Medikament, Rehasport, Physiotherapie etc.. ging alles durch... ich kann mir vorstellen, daß das mit einer PKV schwieriger werden könnte, ganz zu schweigen von ansteigenden Beiträgen...

 

Gruss,
Betty

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Hey,

also ich stimme Betty zu, bin selbst selbständig und aufgrund meiner künstlerischen Tätigkeit in die KSK eingetreten und zu Beginn darf man wählen ob man wie ganz klassisch bei den meisten Selbständigen die private Kasse oder die gesetzliche gewählt wird und ich hatte da ein sehr langes Gespräch mit einem Versicherungsberater und hatte mich für die gesetzliche entschieden und bereue es in keiner Weise.

Zum einen sind die Beiträge ja nach Gehalt gestaffelt und in unserem Fall kann uns ja keiner sagen wie lange wir noch voll arbeiten können, zum anderen erlebe ich gerade durch meine Eltern (privat versichert) das es da oft deutlich schwieriger ist gewisse Maßnahmen und Medikamente erstattet zu bekommen. Ob regelmäßige Physio, Off Label use, Rehasport o.ä.ich hatte noch nie Probleme bei meiner Kasse damit und bei meiner Kasse habe ich auch noch die Möglichkeit zwei Sportkurse erstattet zu bekommen,  einen Bonusprogramm  wodurch ich bei Teilnahme der Vorsorge Untersuchungen nochmal 120€ heraus holen kann und noch ein persönliches Budget von 150€ für Heilpraktiker/Osteopathie oder Igel Leistungen.....

Fazit:bisher immer alles anstandslos bezahlt und bewilligt bekommen und zusätzlich noch jedes Jahr 420€ durch die Kasse für Vorsorge/Prävention /andere ärztliche Leistungen

 

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Hallo,

irgendwie ist mir schleierhaft, wie hier solche Meinungen zu Stande kommen, aber gut jedem das seine. Ich persönlich würde mega gern in die private Krankenversicherung wechseln, aber die nimmt ja leider keine chronisch Kranken. Ich hatte mit der gesetzlichen KK bisher nur Ärger. Immer wieder brauchte ich Dinge, die "angeblich" nicht übernommen wurden. Bis hin zu einer Gesundschreibung, als ich an zwei Gehstützen ging und sogar die RV gesagt hat, dass ich gerade so rehafähig bin (hatte nichts mit MS zu tun). Und nach 1,5 Jahren, kurz bevor es vors Sozialgericht ging, hat die KK dann gesagt, upps ja sie haben Recht, sie waren nicht gesund. Und bis auf die Nachzahlung, habe ich nüscht bekommen. Ich hatte mehrere Tausend Euro von meinen Eltern leihen müssen, um nicht aus meiner Wohnung zu fliegen, bevor ich wieder arbeiten konnte, aber das war ja egal, Sozialversicherung eben.

Bei der privaten KV hat man nen Vertrag. Da steht ganz klar drin, was versichert ist und was nicht. Wenn man sich vernünftig beraten lässt und da auch was ordentliches und nicht das billigste abschließt, dann hat man da 100% mehr als bei der GKV. Und wenns mal Probleme gibt, kann man die verklagen und wird am Ende nicht mit "upps" abgespeist.

Aber jedem das Seine!

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@Famousalso es gibt sowohl bei privaten als auch bei den gesetzlichen Versicherungen gute und weniger gute, bzw.mehr Leistungen und besseren Service. 

Ich selbst war jahrelang über meine Eltern privat versichert und die Versicherung gilt als eine der "guten", aber ausser hohen Beiträgen und vom Arzt bevorzugt bei Terminen war das schon alles und bei den Rechnungen der Ärzte ist man Freiwild.  Viele rechnen sehr hoch ab und man bekommt trotz teuren Vertrag nur ein Bruchteil erstattet, also deutlich höhere Kosten. Einige Leistungen wurden auch komplett nicht erstattet,in meinem Fall wurden damals ambulante Infusionen verweigert zu erstatten, stationär hätte man gezahlt, so blieb ich auf knapp 1000€ sitzen, das Bett für die 10 Tage in der Uni wären teurer gewesen.  Des weiteren interessiert die private auch nicht wenn man nicht mehr so verdient/verdienen kann, und die Beiträge sinken aber nicht, sondern steigern mit dem Alter. Man kann zwar mittlerweile auf einen Basistarif wechseln,  allerdings sind die Leistungen da deutlich geringer als bei den gesetzlichen, ist schliesslich Privat und wie du sagst , die machen ihre Verträge und die wenigsten können das gut beurteilen, abgesehen davon sind die Verträge oftmals mehr als schwammig. Bei meinem Vater wurde Rehasport abgelehnt, wäre GRUNDSÄTZLICH immer selbst zu zahlen und nicht erstattungsfähig,  bei den gesetzlichen hat man halt eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung was IMMER bezahlt werden muss und darüber hinaus gibt es bei einigen gesetzlichen halt noch ein Aufschlag an zusätzlichen Leistungen/ Boni, klar, die haben dann einen etwas höheren Beitragssatz,  aber man selbst mehr Leistung und Service.

Es gibt durchaus einige Versicherungen die einem vielleicht eher Steine in den Weg legt und man wirklich um jeden Mist kämpfen muss, aber das gibt es auch bei den privaten Versicherungen, aber die Leistungen können je nach Versicherungen schon sehr ähnlich sein, denn auch Ärzte und Therapeuten unterscheiden zumindest bei uns nicht immer nach privat und gesetzlich, sondern machen auch Unterschiede je nach gesetzlicher Kasse, wenn man hier z.B. bei der AOK ist , dann hat man schon verloren. Und auch bei den Versicherungen selbst  gibt es große interne Unterschiede, IKK classic z.B. haben weniger Leistungen, eine ambulante Behandlung in einer MS Fachklinik wird z.b.nicht übernommen,bzw.muss erst beantragt und genehmigt werden, bei der IKK südwest hingegen wird man sogar gerne ohne Genehmigung und mit zügigem Termin in der Klinik angenommen.

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Hallo Sarah,

" bei den gesetzlichen hat man halt eine bundeseinheitliche gesetzliche Regelung was IMMER bezahlt werden muss " ist schlichtweg falsch. Es gibt keine Einheitlichkeit. Als ich vor einigen jahren nach einer komplizierten Tibiakopffraktur ein MULTISTIM-Gerät ganz selbstverständlich von meinem behandelnden Chirurgen erhalten habe, wurde dieses abgelehnt mit der Aussage, dass TENS-Geräte nicht übernommen werden, da sie lediglich der Schmerzlinderung und nicht der Genesung dienen (so viel zum Grundsatz der GKZ "ausreichend und zweckmäßig"). Sowohl mein Chirurg, als auch mein Physio haben versucht das zu klären, sind aber nach 2 Monaten Widersprüchen dann zum Ergebnis gekommen, jetzt soll ich es eh wieder abgeben, und so bin ich drum herum gekommen. In dem Zusammenhang habe ich bei meiner KK nachgefragt, wo ich nachlesen kann WAS Teil der gesetzlichen Versorgung ist, wurde mir gesagtz, dass man in der Regel einem Katalog folge, welcher durch die Ärztekammer ausgegeben wird, wo jeder Krankheit eine empfohlene "zweckmäßige und ausreichende" Versorgung zugeordnet wird. Der Name ist mir entfallen. Das Problem daran ist 1. in der Regel bedeutet es gibt Abweichungen und 2. wenn man eine etwas komplexere Erkrankung hat, wie zum Beispiel einen zusätzlichen knöchernen Ausriss des vorderen Kreuzbandes, dann gibt es dafür wieder keine Grundsätze.

Bei der PKV kann man alle Leistungen nachlesen. Klar, man muss sich damit auskennen, logisch, aber im Zweifel gibt es dafür Menschen, die einem sowas erklären (btw. sowas mache ich beruflich).  Und ja das kostet mehr, als 1,50 € und ist individuell verschieden und richtet sich nicht nach deinem Gehalt, denn das was du kostet richtet sich auch nicht nach deinem Gehalt.

Zum Beispiel deines Vaters, REHA ist in den meisten PKVs nicht versichert. Klar, dass REHA-Sport dann auch nicht versichert ist. Aber man kann das vorher wissen und absichern oder eben nicht. Bei der GKV kann man das eben nicht, weil man garnicht nachlesen kann, was versichert ist.

Und sry ich möchte bestmögliche ärztliche Versorgung, wenn ich sie brauche, und nicht irgendwelche Boni für 150 € Sportkurse.

Aber da sind wir scheinbar verschieden, denn für mich ist in erster Linie wichtig, dass ich jederzeit und zu jedem Arzt gehen kann und nicht in Berlin problemlos nen Termin bekomme, wogegen in Hamburg die Ärzte reihenweise Termine ablehnen mit mir. Obwohl sich außer mein Wohnsitz nichts geändert hat. Bei der PKV brauche ich nur darauf achten, dass der Tarif gut und nicht günstig ist. Und das kann ich beeinflussen (leider eben nicht, dass ich bereits chronisch krank bin und daher für die PKV nicht mehr vermittelbar).

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Als normale Angestellte kann die Entscheidung nach 25 Jahren Privater Krankenkasse ganz einfach sein. Da kam ein Brief mit, Sie haben im letzten Kalenderjahr weniger als... verdient (keine Kunst mit MS) und müssen sich somit zum.... (ganz kurzfristig) gesetzlich versichern. Angst, Schweißausbruch und Schock..welche Kasse nimmt einem auf bei den hohen monatlichen Kosten durch Tecfidera und der Diagnose MS auf?

Es hat erstaunlicherweise ohne Gesundheitsprüfung problemlos geklappt. Aufatmen..

Ein dickes Danke an die Gesetzliche!!!

 

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