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Ulrike1977

langjährige Depression

4 posts in this topic

Hallo ihr Lieben,

hier nach langer Zeit mal wieder ein Beitrag von mir.

nachdem ich Mitte letzten Jahres noch jegliche Symptome auf die MS abgewälzt habe, habe ich nun endlich erkannt, dass meine Neurologin völlig recht hatte mit ihrer Einschätzung, dass der weiterführende Ruhestand eher aufgrund psychischer als MS-bedingter Symptome erfolgen sollte.

Erst hab ich mich im Inneren extrem gegen die Vorstellung gewehrt, dass ich depressiv bin.

Aber nach längerer "Tretmühle" mit Schlafstörungen, Antriebs- und Motivationslosigkeit und daraus resultierende mangelnde Bewegung  , Schlappheit, Konzentrationsstörungen habe ich heute mal mein mehrstündiges Abhängen im Internet dazu genutzt, mir einige Infos zum Thema Depressionen zu holen.

Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen - ich habe eine ausgewachsene Depression!

Selbst die Verschiebung meines Schlaf/Wachrhythmus ist ein Symptom davon. Also kann ich schon davon ausgehen, dass sie sich bereits über mehrere Jahre aufgebaut hat.

vor zwei Jahren habe ich mich noch aus eigenem Antrieb sportlich zu Hause betätigt, jetzt nur noch Physiotherapie. Ich fühle mich ständig schlapp und energielos und hab Kreislauf.

Gleichzeitig mit einer Ernährungsumstellung wollte ich meine Bewegung wieder ankurbeln. Leider geht da kein Weg rein. Gedanklich klappt es an manchen Abenden, aber an der Umsetzung am nächsten Tag scheitert es dann kläglich.

Am Montag geh ich in die Sprechstunde meiner Neurologin und ab jetzt passiert was in der Angelegenheit, als erster Schritt ist mal die Info über meine derzeitige Verfassung der richtige, denke ich.

Und dann folgt ganz sicher auch eine Psychotherapie, denn allein schaff ich es nicht raus aus dem Sumpf.

Medikamente nur wenns unbedingt sein muss, denn ich nehme schon Venlafaxin gegen meine Angststörung. Na mal sehen was die Neurologin sagt.

Ich melde mich wieder wenn ich mehr weiß.

Liebe Grüße

Ulrike

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Hallo Ulrike, 

Oh wie wahr das ist, es kann mit der MS zusammenhängen muß es aber nicht.

Das betrifft nicht nur Depressionen.

Gefühlsstörungen oder Sehprobleme können auch eine ganz andere Ursache haben.

Mit den Medikamenten das sehr ich genau so nur wenn es unbedingt sein muß. 

Liebe Grüße und gute Besserung 

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Hallo Ulrike,

es ist gut, wenn man ein Problem erkennt und sich eingestehen kann. Ich glaube Depressionen sind manchmal nicht so klar zu erkennen. Da wundert es nicht, dass oft die Symptome bei MS als Depression diagnostiziert werden. Was du beschreibst, klingt für mich logisch und hat mich wieder einmal dazu gebracht über meinen eigenen Zustand nachzudenken. Denn mir hat die Neurologin tatsächlich auch eine Depression attestiert, die ich jedoch nicht erkennen. Doch nichts von dem, was du beschreibst, trifft auf mich zu. Ja ich merke, dass ich in allen Punkte abgebaut habe, aber auch dass ich nicht "antriebslos" bin, was heißt das eigentlich? In mir habe ich ständig neue Sachen, die ich tun muss/möchte, nur dauert die UImsetzung oft lange, denn wenn ich z.B. 30 Minuten geputzt habe, kann ich nicht mehr stehen, habe Schmerzen und bin wahnsinnig müde. Dann lege ich mich hin und nach nem Schläfchen trete ich mich regelrecht wieder hoch, um dann etwas entspannteres im Sitzen zu machen. Ist das Antriebslos? Genau so mit dem Sport. Trotz Müdigkeit trete ich mich fast jeden Tag aufs Ergometer, auch wenn ich nicht immer die vollen 30 Minuten schaffe. Das ist doch keine Antriebslosigkeit. Auch meinen Tag versuche ich zu strukturieren, mit immer gleichen Aufstehzeiten und Zu Bett Geh Zeiten. Auch bin ich glücklich und empfinde mein Leben als schön. Aber natürlich kann man es eben nicht nachvollziehen, wie so eine Depression ist. Ich finde es wahnsinnig schwer, das irgendwie klar zu bekommen. Vor allem, weil man das Gefühl hat, alle wollen einem irgendwas einreden und glauben nicht, was man sagt.

Ich wünsche dir, dass die Erkenntnis dir etwas bringt und dass du dir durch diese Erkenntnis besser selbst helfen kannst bzw. besser Hilfe annehmen kannst.

Liebe Grüße

Franzi

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Hallo,

also in Bezug zu Depressionen und MS würde ich jedem raten mal seine Schilddrüsenwerte checken zu lassen.....

Es ist bekannt das Interferonmedikamente Depressionen auslösen können, es ist auch bekannt das eine Schilddrüsenunterfunktion ebenfalls Depressionen auslösen können und aus eigener Erfahrung und von anderen Bekannten mit MS beeinflussen Interferonmedikamente auch die Schilddrüse.  

Ich selbst habe (lange vor meiner MS Diagnose ) jahrelang unter Depressionen gelitten und ein 6 jährigen Therapeutenmarathon hinter mir gehabt, allerdings ohne Erfolg, Medikamente habe ich alle nicht vertragen und wirklich alle Therapeuten zu denen ich geschickt wurde, egal ob Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie oder Psychoanalyse, kein Therapeut konnte Ansätze zur Therapie , bzw.auslösende Faktoren o.ä.erkennen wo man ansetzten konnte, alle haben gesehen das ich schwere Depressionen hatte, aber niemand konnte erklären warum. Da sich mein psyischer Zustand immer weiter verschlechterte schickte mich mein Hausarzt damals in eine Akutklinik und da hatte ich wahnsinniges Glück an eine super Ärztin zu geraten die sofort nach Rücksprache mit allen meiner vorangegangenen Therapeuten  mich komplett medizinisch auf den Kopf stellen ließ und siehe da , meine Schilddrüsenwerte waren katastrophal , daher wurden mir sofort hochdosierte Schilddrüsenmedikamente statt Psychopharmaka verordnet und mir ging es von Tag zu Tag  besser und die Depressionen wurde immer weniger und verschwanden. Eine Blutkontrolle bestätigte das die Schilddrüsenwerte in Ordnung waren und ich gut eingestellt bin, das wurde auch jahrelang regelmäßig überprüft.  Dann kam die Diagnose MS, die ich für mich aber gut verarbeiten konnte und nach einiger Zeit fing ich mit Plegridy an, es hat keine 4 Wochen gedauert und das Loch  (so umschreiben ich es immer ) war wieder riesengroß und die Selbstmordgedanken nahmen wieder zu. Bin dann direkt zum Schilddrüsenfacharzt und nach einer Blutabnahme stellte sich heraus das die Werte sich wieder so verschlechtert hatten wie vor Therapie mit dem Schilddrüsenmedikament und der Arzt meinte auch direkt das Interferon dafür sehr wahrscheinlich verantwortlich ist. ....meine Schilddrüsentabletten wurde dann nochmal erhöht, aber nachdem ich dann weg vom Interferon war konnte dies auch wieder reduziert werden.

Will damit auch nur aus eigener Erfahrung sagen,  unterschätzt nicht die Schilddrüse und/oder euer MS Medikament....

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