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claudia19

Sinn und Unsinn von Rehas

8 posts in this topic

So, nachdem ich vor kurzem meine letzte und fünfte Reha hinter mich gebracht habe, frage ich jetzt hier mal ganz ketzerisch: Was bewirken Rehas überhaupt, wie aussagekräftig sind die Testungen?

Irgendwie denkt jeder, das Rad neu erfunden zu haben und preis seine eigenen wunderbartollen Testungen zur Leistungsfähigkeit bzw. Therapien an. Am Ende: überall das gleiche! Mal mit besseren, mal mit schlechteren Ärzten und Therapeuten. Und die Tests sind zu 95% identisch, und m.m. nur extrem beschränkt aussgekräftig.

Ich lasse mich da zwar gerne drauf ein, aber jetzt bei der letzten Reha, da hätte man schon grenzdebil sein müssen, um wirklich schlecht abzuschneiden. Und nein, das bin ich - noch - nicht! Der Arzt hat mich beim Aufnahmegespräch gefragt, ob ich schon mal an eine Umschulung gedacht hätte. Ich schüttelte den Kopf und hab auf mein alter hingewiesen: werde dieses Jahr noch 60! Dann wurde ich von einer Therapeutin bei einer PC Testung gefragt, ob ich deutsch lesen  und schreiben könne! Ehm, ja, warum denn nicht? Ein ausländischer Name sagt doch nichts über Sprachkenntnisse aus. Und wenn ich Probleme hätte, stünde das garantiert in meinen Unterlagen drin. Dann hat sie mich nach meinem erlernten Beruf gefragt. Ich: Wirtschaftskorrespondentin ... Ich schreibe euch jetzt nicht, was sie da nach längeren Überlegungen geschrieben hat und hab mir ehrlich gedacht, wer hier eine Therapie braucht!

Und wenn im Gehirnleistungstraining in der Gruppe weihnachtliche Begriffe abgefragt werden, immerhin alphabetisch, und dann unwidersprochen Sachen wie "Auto", " Schiff" etc akzeptiert werden, dann wird das einfach nur noch lächerlich! Ich meine, für Schlaganfallpatienten mag sowas ja noch sinn machen, aber doch nicht bei MS!! Oder sehe ich das falsch?
Am Ende wollte mich der Arzt arbeitsunfähig entlassen. Tags drauf habe ich ihn nochmal darauf angesprochen und gesagt, so fühle ihc mich eigentlich nicht, und dass ich lediglich einen aussagekräftigen Entlassungsbericht benötige, da ich auf jeden Fall eine Umwandlung meiner Teil- auf eine Vollrente beantragen werde. Ob er das begriffen hat, weiß ich nicht ... Wenn es jetzt heißt, ob au oder nicht, entscheidet der Arzt, und der dann das macht, was der Patient möchte, dann passt das ja auch nciht zusammen.

Er war eher der Typ wie der Prof aus "Zurück in die Zukunft" und meist komplett verpeilt, allerdings menschlich sehr empathisch und sympathisch.
Neue Infos zu MS Medikation und Forschung gab es dieses Mal gar nicht, überhaupt lief Neurologie gefühlt so nebenher und der Schwerpunkt lag auf Psychosomatik.
Wie gesagt, ich hatte schon 5 Rehas und jedesmal gehofft, dass ich irgendwas davon auch mittelfristig habe. Dem war nicht so, am allerwenigsten von der letzten.
 

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Ich musste auch immer ankreuzen, wie ich mich einschätze. Und mir dann anhören, ich würde mich immer zu schlecht einschätzen! Mag sein, aber zum einen wird das im Job erwartet, dass man funktioniert wir früher, zum anderen geht es nicht anders , wenn man selbst noch weiß, was man früher so alles konnte.

und das beste waren die "berufsbezogenen" PC Spielchen. Nullkommanix haben die mit meinem Job zu tun. Ich muss weder Augenzeugenberichte verfassen, noch von ungeraden Beträgen auf 10 Euro rausgeben o.ä. Alles gutgemeint, aber sehr schlecht gemacht.

Mein Fazit: Reha ist eine tolle Sache, um Mal aus dem Trott herauszukommen und Zeit für sich zu haben. Aber funktionieren so nicht, solange ein Standardprogramm abgespult wird, dass nur für geschätzte 10% der Patienten sinnvoll ist.

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Guten morgen,

also wenn ich ehrlich sein sollte, würde ich sagen, du bist "sauer", weil du nicht bekommst, was du willst. Weil eine Erwerbsminderungsrente wird nicht danach beurteilt, ob du in deinem bisherigen Beruf noch arbeiten kannst, sondern in einem zuzumutbaren Beruf. Das bedeutet auch, dass die Tests deine allgemeine Leistungsfähgigkeit prüfen und nicht deine konkrete. Zu mindest habe ich das so verstanden. Deswegen gibt es auch eine Arbeitsmarktrente, die gezahlt wird, wenn du zwar erwerbsfähig, aber mit deinen Einschränkungen in Bezug auf Alter und Ausbildung nicht mehr vermittelbar bist. Das scheinst du für dich so zu sehen. Dann musst du eine Rente beantragen.

Ich habe auch eine Reha gemacht, um meine Leistungsfähigkeit abschätzen zu lassen und kann nur sagen, egal ob die Kognitiven oder die körperlichen Probleme, ich bin bei allem durchgerauscht, auch wenn ich einen ungeraden Betrag auf 10 rausgeben kann, da ich das 1 oder 2 oder auch 10 Mal kann, aber dann geistig so leer bin, wie ein Toastbrot.

Ich kann verstehen, dass du mit fast 60 jetzt nicht nochmal neu anfangen willst, aber dann folgst du evtl. dem falschen Ansatz, was eine Frührente angeht. Deswegen gleich eine Reha zu verteufeln, nur weil die Leute wahrheitsgemäß rausfinden, dass du noch voll erwerbsfähig bist, finde ich schade. Und das sage ich, obwohl ich hoffe nie wieder in Reha zu müssen, weil ich kranker heim kam, als ich hingekommen bin.

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Also ich sehe das ähnlich wie Claudia und habe nach meiner ersten Reha 2017 beschlossen, das ich das nicht mehr möchte. Das ganze folgt einem Schema, ob man rein passt oder nicht, spielt keine Rolle. Ich hatte während der Reha einen schweren Schub, aber der passte auch nicht in das der Reha Klinik vorgegebene Schema, wurde also weder mit Kortison versorgt, geschweige denn wurde mein Plan angepasst.  Ich konnte z.B.nicht mehr stehen oder laufen, musste aber dreimal am Tag zum Sport u.s.w. Im Vorgespräch bei der Neuropsychologie wurde gefragt wo ich im Alltag Probleme habe oder nicht, in der späteren Testung wurde nur das getestet was ich im Vorfeld angegeben habe das ich da keine Probleme habe. Kognitiv bin ich auch nicht mehr so auf der Höhe,  insbesondere was meine Gedächnisleistung betrifft, allerdings wurde ich dann zur Therapie in eine Demenzgruppe gesteckt....in Reha war ich hauptsächlich wg.meiner beruflichen Situation, ich kannn durch Einschränkungen nicht mehr Vollzeit arbeiten und bin mit dem Gedanken auf Umschulung zur Reha, allerdings wurde dies direkt beim Eingangsgespräch abgelehnt,  es mache bei MS keinen Sinn, Stress, welche Einschränkungen kommen eventuell später noch u.s.w., wurde dann mit Teilerwerbsminderungsrente entlassen. Auch eine tolle Sache, man wollte testen wie leistungsfähig ich in meinem aktuellen Job bin und demnach musste ich zur Arbeitserprobung und wurde dann gefragt was meinem aktuellen Job am nächsten kommt, Büro oder Handwerk ? Ich bin Musikerin, also sollte ich in beide Arbeitserprobungen, die mehrfach betont nicht zwecks einer anderen möglichen Tätigkeit gemacht wurden, sondern um zu sehen wie arbeitsfähig ich im aktuellen Job bin,  aber sorry, als Musikerin sitze ich nicht stundenlang am PC und erstelle Tabelle o.ä. und genauso wenig sortiere ich Schrauben oder verlege Rohre. 

Also ich brauch das nicht mehr.

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Hallo!

Ich war bisher einmal zur Reha (2015). Wollte im Anschluss gerne noch ein wenig in meinem erlerntem Beruf als Krankenschwester arbeiten. Habe dann täglich

3 -4 Therapien bekommen - im Wechsel Muckibude,  Fußreflexzonenmassage,  Wassergymnastik,  Physiotherapie nach Bobath, 

Terabandtraining Progressive Muskelentspannung  oder Geländespaziergänge (ich schaffte noch ca. eine halbe Stund am Stück mal mit und mal ohne Stöcke). Insgesamt war ich täglich ca. 2 - 2,5 Stunden beschäftigt. Auf Nachfrage durfte ich dann täglich in die Muckibude. Bei der Entlassung bat ich darum eine Teil-EM zu befürworten. Dies wurde abgelehnt mit der Begründung dass ich dann ja wesentlich weniger Geld bekommen würde.

Ich bin dann im Oktober 2015 in die volle EM gegangen (wurde innerhalb von 3 Monaten rückwürkend bewilligt.

 Mit der Reha hat sich für mich eigentlich nichts verändert,  ich habe sie mehr oder weniger als vertane  Zeit empfunden.

Lieber nehme ich  an zusätzlichen Therapien an meinem Wohnort teil, als noch einmal zu einer Reha zu fahren.

 

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Doch, famous, ich bin Jg 1960, und Fälle noch unter den bestandsschutz, es heht ausschließlich, darum, dass ich im seitherigen Job nicht mer voll einsetzbar bin. 

 

Und woher weisst du, was in meinem rehabericht rausgenommen ist? Ich hab ihn noch gar nicht. Ich habe auch keine Bedenken, dass da etwas stehen könnte, was mir nicht gefällt. Definitiv nicht!! 

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I'm übrigen bin ich nicht voll erwerbsfahig, wie geschrieben, hab ich seit 2012 eine Teilrente. 

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Vor vier Jahren war ich bei Schmieder und die Therapeutin, die diese beruufstests gemacht hat, hat gleich gemeint, sie wisse jetzt nicht, was mit mir anfangen! Ich müsste dann so "fleissubungen" machen, wie Abschnitte eines Textes in unterschied. Sprachen übersetzen. Als ich sie gefragt hab, wer das kontrolliert, meinte sie  nur, sie hätten niemand. Ja toll... 

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