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Pingu89

Von einer AU in die nächste...

2 posts in this topic

Hallo ihr Lieben,

ich wollte mal berichten, wie es gerade beruflich bei mir läuft und mir ein bisschen etwas von der Seele reden...

Ich bin gerade ziemlich frustriert und leider stimmungsmäßig auch in einem ziemlichen Loch.

Den Mai hindurch habe ich eine berufliche Wiedereingliederung in der Kita gemacht, erst mit 3, dann mit 5 Stunden täglich. Ab der 5. Woche habe ich wieder meine 35h normal auch im Rotationsdienst gearbeitet - die Woche war wahnsinnig anstrengend für mich. Zu dieser Zeit habe ich aber auch gerade ein Muskelrelaxanz abgesetzt und echt bescheiden geschlafen... Danach hatten meine Frau und ich zwei Wochen Urlaub, der leider zu 90% für mich nicht sonderlich erholsam war, da ich nur von Termin zu Termin getingelt bin und insgesamt doch ziemlich gestresst war. Aber ich dachte, nach dem Urlaub komme ich wieder in den Tritt und die Arbeit pendelt sich wieder ein.

Am vorletzten Montag wäre mein erster Arbeitstag nach dem Urlaub gewesen - ich habe allerdings in der letzten Urlaubswoche so eine massive Schmerzproblematik (Verspannungsschmerzen in Schultern und Nacken) und Schlafstörungen bekommen  (ca. 1-3h Schlaf pro Nacht) und war körperlich und emotional so runter, dass ich die letzte Woche arbeitstechnisch nochmal komplett aussetzen musste. Meine Ärztin hat mir ein Medikament angesetzt gegen Schmerzen, Schlafprobleme und Stimmungsprobleme in relativ niedriger Dosierung und meinte, wenn mir die Woche AU nicht ausreicht, solle ich mich melden. Ich habe versucht, den Stress bestmöglich zu reduzieren, mich an Entspannungsübungen versucht und ganz regelmäßig was für meinen Rücken gemacht und war diesen Montag dann wieder los. Den Tag hab ich geschafft, abends waren die Schmerzen allerdings wieder ziemlich fies und ich total platt. Naja, gestern dachte ich, Zähne zusammenbeißen und hin - was macht das denn auch für einen Eindruck? - aber mittags bin ich in der Kita kräftetechnisch fast zusammengeklappt, weil ich sowohl wegen Schmerzen als auch wegen Erschöpfung nicht mehr konnte.

Ich habe dann noch ein sehr offenes Gespräch mit meiner (wirklich tollen!) Chefin gehabt und ihr gesagt, wie die Lage gerade ist... dass ich es kräftetechnisch zurzeit einfach nicht schaffe und irgendwie auch von der Psyche her echt gerade am Kämpfen bin mit allem, was im letzten knappen halben Jahr so passiert ist, dass ich gerade einfach gar nicht leistungsfähig bin und es mich so ärgert, dass ich momentan nicht das schaffe, was ich vor der Diagnose alles gut hinbekommen habe. Sie war total verständnisvoll und hat mir zugesichert, dass ich mir die Zeit nehmen darf, die ich brauche, um wieder auf die Beine zu kommen. Das fand ich sooo toll!  Heute habe ich mit meiner Hausärztin telefoniert. Sie hat mich bis Ende nächster Woche krankgeschrieben, die Medikation noch etwas hochgeschraubt und ich soll nächsten Freitag hin, damit wir gemeinsam einen Plan machen können, wie es weitergeht.

Ich bin irgendwie so ratlos und habe wahnsinnige Angst, dass diese Leistungsfähigkeit nicht zurückkommt - obwohl ich eigentlich auch weiß, dass das Quatsch ist. Das Problem sind glaub ich gerade einfach meine Emotionen, die komplett am durchdrehen sind. Ich glaube, die Diagnose reißt mich vom Kopf her gerade wahnsinnig runter und (wieder) in eine ordentliche Depression.

Daher meine Frage an euch: Was hat euch nach der Diagnose geholfen? Hattet ihr auch solche Phasen, wo gefühlt nichts mehr ging? Wie seid ihr da wieder raus gekommen?

Ich weiß für mich gerade gar nicht, wie ich da raus kommen soll und wie ich diese Leistungsfähigkeit wiederherstellen kann... Und das tut mir wahnsinnig weh, denn dies ist ein Punkt, an dem ich über viele Jahre nicht war und an den ich nie wieder kommen wollte (zumindest von den Depressionen her...) Und im Grunde genommen liebe ich meine Arbeit!

Ach so, psychotherapeutisch bin ich seit letzten Monat über die PIA in meiner Stadt angebunden - allerdings nur ein Gespräch alle vier Wochen... was anderes war leider nicht zu kriegen...

Ganz liebe Grüße,

eure Pingu

 

 

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Hallo Pingu,

ich fürchte, ich kann dir nichts sagen bezüglich Umgang mit der Diagnose, denn als ich die Diagnose vor über 15 Jahren bekam, da hat man mir nichtmal persönlich gesagt, was ich habe. Naja und dann hieß es, komm klar.
Aber vor fast 2 Jahren ging es bei mir ms-technisch bergab. Ich wechselte in die SPMS und innerhalb eines halben Jahres musste ich in den Rolli und in die Rente. Ich lag fast 3 Monate nur auf dem Sofa und wurde immer lethargischer. Ich kam nichtmehr hoch und konnte nichtmal die Spülmaschine einräumen. Kräftetechnisch. Allerdings denke ich heute, es war das langsame driften in einem Depression.
Was habe ich getan? Ich hab als erstes erkannt, dass ich so nicht leben will und es mehr geben muss. Dann bin ich aufgestanden. Erst nur um ein Mal am Tag Kaffee zu kochen. Dann auch um den Kaffeebecher in die Spülmaschine zu stellen und so weiter und so fort. Nach einem Monat hatte ich dann meine körperliche Grenze erreicht, aber ich hatte so viel mehr als vorher. Anfangs konnte ich nichtmal auf einem Stuhl gerade sitzen, jetzt bewege ich mich weitestgehend autark im Rolli.
Ich weiß, dass vieles nicht mehr geht und klar bin ich manchmal traurig darüber, aber wenn ich bedenke, was war und was jetzt ist, freue ich mich einfach über jeden Tag.

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