Liebe PSP und Community Mitglieder,

unser Forum ist nun seit langem ein Teil unserer Aktiv mit MS Seite. Durch eure zahlreichen Beiträge und Kommentare blicken wir auf eine spannende und austauschreiche Zeit zurück. Da die Beiträge im Laufe der letzten Jahre immer weiter abgenommen haben, mussten wir nun eine schwere Entscheidung treffen und werden das Forum zum 15.12.22 schließen.

Die Beiträge werden bis auf Weiteres sichtbar sein, können ab dem genannten Datum jedoch nicht mehr kommentiert werden. Auch die Funktion neue Beiträge zu posten werden wir zu diesem Termin abschalten.

Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern ganz herzlich für den langjährigen Forumsaustausch und hoffen euch zukünftig mit neuen Ideen bereichern zu können.

Euer Aktiv mit MS Team

Forumregeln

4 posts in this topic

Hallo liebe Forummitglieder,

nach zwei Schüben innerhalb von vier Monaten (Gesichts- und Sehnerventzündung) habe ich im Februar diesen Jahres meine MS Diagnose erhalten. Seitdem bin ich in ein schwarzes Loch gefallen und komme nicht mehr so richtig raus. Wenn ich alleine bin, fange ich oft ohne offensichtlichen Grund an zu weinen. Ich muss mich zu sämtlichen Aktivitäten regelrecht zwingen und bin immer sehr erschöpft. Gleichzeitig plagen mich deswegen aber auch Schuldgefühle. Hinzu kommt, dass ich mit Konfliktsituationen nicht mehr umgehen kann. Also ich war schon immer konfliktscheu, aber aktuell fange ich nach jeder kleinsten Disharmonie an zu weinen und bin absolut fertig, auch wenn ich gar nicht aktiv involviert, sondern nur Teil der Situation bin. 

Ich habe große Probleme über diese Dinge mit jemandem zu sprechen, weil ich mir dann blöd vorkomme und mir selbst denke, dass ich mich zusammenreißen sollte. In der Gegenwart meiner Arbeitskollegen und Freunden bin ich ein perfekter Schauspieler.

Ich könnte mir auch nicht vorstellen, meiner Neurologin von meiner Gefühlslage zu berichten, da ich Angst habe, sie könnte mich irgendwie verurteilen oder sich denken, dass ich mich nicht so anstellen soll. 

Ich hoffe, dass ist nur eine Phase, die bald vorbei geht. Habt ihr Tipps, wie man diese Phasen überwinden kann?  Ich weiß gerade nicht was ich tun soll. 

Bitte entschuldigt den langen Text. 

Liebe Grüße 

Kleiner Fuchs 

 

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Hallo Kleiner-Fuchs,

deine Diagnose ist noch recht frisch. Jeder bewältigt diese auf unterschiedlicher Art und Weise.

Ich kann dir keine fachlichen Tipps geben. Mir scheint aber, dass es nicht gut ist, dass du das alleine verarbeitest. Du musst jetzt nicht stark sein. Vertraue dich deiner Neurologin an, oder deinem Hausarzt. Ggf. haben sie noch gute Ratschläge/ Hilfestellungen. 

Du beginnst gerade dein Leben mit dem Wissen über deine MS (jeder hat seine eigene). Es dauert seine Zeit - bei jedem anders - damit umzugehen und die Diagnose zu akzeptieren.

Bei meiner Diagnose war es für mich „beruhigend“ zu wissen, dass ich sie da schon mind. 9 Jahre mit mir hatte. Die 9 Jahre waren großartig! Warum sollte sich mein Leben nun von heut auf morgen ändern?.. das Selbstvertrauen in meinem Körper kam dann langsam wieder und man lernt sich mit der Zeit besser kennen und auf seinem Körper zu hören.

Es kann also auch eine Verarbeitungsphase sein.

Ich rate dir daher, sprich mit jemanden darüber. Alles andere zieht auch zusätzlich an deinen Kräften…wie gesagt, du musst jetzt nicht stark sein..

Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße, Travelbug

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Hallo kleiner Fuchs!

Ich war schon lange nicht mehr hier und habe mich mal wieder eingeloggt und gerade Deinen Beitrag gelesen. Darf ich Dich fragen wie alt Du bist?

Ich habe vor ca. 10 Jahren meine Diagnose bekommen und so wie Du Deine Gefühlslage beschreibst das kenne ich nur allzu gut.

Ich würde es auf jeden Fall einmal versuchen mit Deiner Neurologin das zu besprechen (Du hast bestimmt Kontrolltermine bei ihr/ihm) und wenn es eine gute Neurologin ist, dann kann sie Dich sicher gut verstehen - versuchs einfach mal.

Ich kann mich noch erinnern als ich die Diagnose bekam, mir ist zuerst mal eingefallen, was ich vielleicht nicht mehr machen kann und wenn ich sterbe, sehe ich meine Kinder nicht aufwachsen usw. - ich war fertig!!

Mittlerweile habe ich es akzeptiert, so weit es geht, aber blöd ist es trotzdem und wenn jemand sagt, es gibt ja schon gute Medikamente und man kann es gut behandeln bekomme ich alle "Zustände" und werde zornig, denn keiner, der nicht MS hat, weiß wie sich der Erkrankte fühlt - auch wenn man optisch nichts sieht.

Da wird ja gleich gesagt, derjenige kann nichts haben, man sieht ja nichts.

Auf alle Fälle  würde ich versuchen mit einem Menschen, der gut zuhören kann und wo Du das Gefühlt hast, dass Dich der versteht, zu sprechen - das tut gut.

Ansonsten melde Dich einfach wieder hier, da ist immer jemand der einem "zuliest".

Alles Gute noch und liebe Grüße, raindrops

 

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Hallo Kleiner Fuchs,

du bist damit nicht allein! Sicher gibt es hier im Forum viele, denen es nach der Diagnose genauso ging.

Und erstmal Glückwunsch, dass du dieses Forum gefunden hast.

Ich war nach der Diagnose zuerst mal noch in einer psychosomatischen Reha. Hatte mein damaliger Hausarzt angeleihert,

weil der schnell gemerkt hat, dass ich nicht klar komme.

Später habe ich mir auch selber eine ambulante Psychotherapie zur Diagnosebewältigung gesucht.

Ehrlich gesagt, hat die mir die Probleme natürlich auch nicht gelöst. Es ist nun mal keine Pillepalle was wir da haben.

Aber allein die Gespräche haben mir sehr geholfen. Sich bei jemand unbeteiligten mal hemmungslos ausweinen zu können kann

sehr befreiend sein. Bei Freunden habe ich dann oft das GEfühl, dass ich Mitleid bekomme, oder hab ein schlechtes Gewissen

die mit meinen Problemen zu belasten. Vielleicht wär das auch mal ne Idee für dich.

Deine Neurologin wird dich nicht verurteilen. Du hast keinen Schnupfen diagnostiziert bekommen, sondern eine Erkrankung

die dein Leben beeinträchtigen kann. Das steckt man nicht einfach mal so weg.

Wie du dich vor Kollegen verhälst ist natürlich auch nochmal ein anderes Thema. Ich hab es bei der ARbeit garnicht erzählt. Hab

keinerlei Einschränkungen, muss meiner Meinung nach auch keiner Wissen. Bin Stabil seit über 10 Jahren.

Und mit Freunden schaust einfach mal so nach und nach, wem du dich anvertrauen kannst und möchtest.

Du musst dein innerstes nicht vor jedem offenbaren. Aber alles mit dir allein ausmachen, das ist nicht gut.

Ich wünsch dir das Beste & drück dich mal ganz feste :-*

Kati

 

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