Forumregeln
Sign in to follow this  
Guest

Planlos

11 posts in this topic

Guest

Hallo zusammen!

Ich komm grad mit einem Problem nicht weiter und hoffe auf einen Tritt in die richtige Richtung.

Hab mich einige Zeit nach meiner Diagnose von meinem damaligen Freund getrennt (hatte aber nichts mit der ms zu tun - damit ist er gut umgegangen). Bin jetzt Single und merke langsam, dass ich mich doch wieder nach eiener festen Beziehung sehne. Und genau da beginnt mein Problem.

Ich weiß garnicht recht wie ich mich ausdrücken soll... Hoffe sehr, dass ich jetzt auch niemanden mit meinen Ausführungen verletze!

Ich denke immer, dass es von mir irgendwie "unfair" ist, jemandem zuzumuten, mit mir zusammen zu sein.

Ich mein, es hat ja wohl kaum jemand in den Top 10 seiner Partnerwunschliste ms aufgeführt. Und da mir klar ist, dass ms eine Beziehung durchaus belasten kann, scheue ich mich davor mich auf was neues einzulassen... (man sieht/merkt mir nicht an, dass ich ms hab)

Ich denk, dass ich kein recht dazu hab, dass Leben eines Menschen den ich mag dadurch zu belasten.

Ich denk immer, wenn man schon mit jemandem zusammen ist, und denjenigen liebt, wenn die Diagnose kommt ist es was anderes???

Ich kapsel mich grad diesbezüglich total ab und merk wie ich den Schwanz einziehe, sobald sich jemand für mich interessiert... Und den ersten Schritt zu machen trau ich mich schon gleich dreimal nicht.

Ich weiß, dass es falsch ist so zu denken. Aber ich komm davon grad einfach nicht los.

Hatte von euch schonmal jemand ähnliche Gedanken? Wie seit ihr damit umgegangen?

Liebe Grüße,

Judith

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hi Judith!

Ich fürchte das Groh der Menschen mit einer chronischen Erkrankung und nicht "nur" wir MS-ler werden solche oder ähnliche Gedanken vor, wärend oder nach einer Beziehung schon gehabt haben. Aber warum sollte es uns besser gehen als dem Rest der Menschheit. Was Du in der unbekannten Kiste deines Gegenüber finden wirst, und ob das Alles auch zu Dir passen wird, kann dir eh keiner im Vorfeld sagen. Den Sprung kannst nur Du wagen.

Was ich aber sagen kann, nachdem ich gelesen habe was Du denkst und meinst, ist folgendes. Du bist in meinen Augen ganz eindeutig mehr als Deine MS. Warum solltest Du also nicht ein passendes Deckelchen finden Du Töpfchen?!

Lieben Gruß- Volker

Share this post


Link to post
Share on other sites
Guest

@Öcher Jong

Hey Volker!

Fettes Dankeschön für deine Aufmunternden Worte. Das mit der Kiste hat mir gut gefallen. Damit haste natürlich auch recht... Kluges Kerlchen!

Werd mal versuchen etwas optimistischer zu denken. Grummel.

Liebs Grüßle vom Töpfchen ;-)

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo Judith,

ich befinde mich seit nun fast dreißig Jahren in einer stabilen Beziehung, der auch die MS bislang nichts anzuhaben vermochte. Und da ich auch nicht mehr in der glücklichen Lage bin, meine Erkrankung zu verheimlichen, ist alles, was ich zu Deinen Problem sagen kann, eher theoretischer Natur. Egal. Jedenfalls hat Volker mit seiner "unbekannten Kiste" völlig recht. Für Menschen gibt's halt keine Beipackzettel und auch kein Gesunder würde gleich am Anfang eines Liebesabenteuers (ich nenn das jetzt halt mal so)sofort alle seine Nebenwirkungen aufzählen - dann wäre die Menschheit wahrscheinlich längst ausgestorben. Unfair wird es nur, wenn man dem anderen einen wesentlichen Teil seines Ich längere Zeit verbirgt. Für uns ist die MS halt ein solcher wesentlicher Teil, mit dem nicht nur wir, sondern auch unsere Umgebung leben muss. Wer uns mag, der wird das in Kauf nehmen - wenn nicht, dann soll das sein Problem sein.

Auf die Gefahr hin, dass sich das jetzt etwas platt und distanzlos anhört - ich wünsch'Dir jedenfalls Mut und Glück beim Verlieben.

Gruß

Markus

Share this post


Link to post
Share on other sites

@ju81:

Also mein Mann wusste schon bevor wir zusammen kamen, welche Krankheit ich hab und wir sind 2 Wochen nachdem ich es ihm erzählt habe zusammen gekommen und wir sind seit dem in August 13 Jahre zusammen und im September 12 Jahre verheiratet.

Ich hab nunmal unzähliges Glück gehabt, dass es so gekommen ist aber wen man direkt mit der Sache rausrückt, ist es immer besser als es zu verschweigen.

LG sparrow (Steffi)

Share this post


Link to post
Share on other sites
Guest

@sparrow

Das klingt echt super!

Wünsch euch beiden nur das Beste für die nächsten 598.697 Jahre ;-)

Grüßle,

Judith

Share this post


Link to post
Share on other sites

hallo judith,

möchte mich erst einmal allen vorrednern anschließen. du trägst kein schild um den hals auf dem ms-ler steht, oder ähnliches. bitte reduziere dich nicht darauf. nicht bei jedem mal, schöne augen machen, musst du gleich denken- oje, hab ms, darf ich nicht. is leicht gesagt, ist mir klar.

wenn dein richtiges " deckelchen" da ist, wird sich alles ergeben, ohne plan.

vertrau deinem bauchgefühl. viel,viel glück und alle guten wünsche für dich von

evolie

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo Judith,

ich bin seit 9 Jahren mit meinem Mann glücklich und er wusste von Anfang an, dass ich MS habe. Das sah man mir auch nicht an. Ich muss mich halt immer wieder daran erinnern, dass er nicht Gedanken lesen kann und somit darauf angewiesen ist, dass ich ihm sage, was gerade geht und was nicht. Und damit fahren wir gut.

Das mit dem "habe ich das Recht jemanden zu belasten" finde ich gruselig! Damit sprichst du dem anderen ab, für sich entscheiden zu können, ob er es sich zutraut mit einer MS-Partnerin. Und hier weiß er wenigstens, was du hast. Wogegen doch viele chronischen Erkrankungen erst mit der Zeit unvorhergesehen eine Partnerschaft herausfordern.

Liebe Grüße,

Dagmar

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo Zusammen,

ich habe gerade ähnliche Probleme. Am Sonnabend gehe ich mit Freunden tanzen. Ich hoffe nun auf einen schönen Abend. Aber eigentlich habe ich schon wieder ein Problem. Ich bin geschieden und möchte gerne wieder ein männliches Wesen kennen lernen. Ich habe aber auch jahrelang meine Mutter mit ihrer Parkinsonkrankheit gepflegt. Seit 13 Jahren habe ich nun selber MS. Die Pflege meiner Mutti hat manchmal meine ganze Kraft gekostet, obwohl sie im Pflegeheim war. Ich war aber ihre Betreuerin und sie war auch oft bei uns zu Hause mit Übernachtung. Sollte es bei mir selber mal so schlimm kommen, möchte ich das keinem andereren zumuten.Ich weiß, dass wurde alles schon diskutiert. Vieleicht kann mir aber doch noch mal jemand was dazu schreiben.

Liebe Grüße Schnettel

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hi Schnettel, meine Lage ist ganz anders.. aber trotzdem sag ich mal was dazu. Ich denke, das Problem ist, das sich- verlieben und die Entscheidung des anderen, er/ sie kann mit der MS umgehen eben nicht grad Hand in Hand gehen müssen. Und das ist eben das Schwierige dran- man baut seine Gefühle auf.. und weiss nicht, ob nicht diese Sache den anderen dann doch lieber zum Rückzug veranlasst- und das tut dann echt weh.

Andererseits muss ich sagen- auch eine bestehende Beziehung, die scheinbar gut ist, heißt noch lange nicht, dass der andere nicht stiften geht, wenn die Diagnose kommt. Sprich: Gewissheit hat man nie.

als ich meine Diagnose kriegte, war ich seit 12, 13 Jahren mit meinem Schatzi auf 500km-Distanz zusammen.. und ich geb zu, so wie mich die Diagnose erstmal erschlagen hat, so hätte es mich irgendwie nicht gewundert, hätt er sich vom Acker gemacht. Ich rechne es ihm nach wie vor sehr hoch an, dass er zu mir hält.. und denk in dunklen Stunden tatsächlich immer noch manchmal, womöglich ist er weg, wenn sich´s verschlimmert.. oder so was wie: Hätt ich ihn nicht, wollt mich bestimmt keiner haben mit der MS..

Insofern glaub ich, ich weiss gut, was Dich umtreibt.

Die Situation ist halt für beide Seiten schwer und erfordert in beiderlei Hinsicht Verständnis in vielerlei Richtung.

Ich weiss, dass ich auf jeden Fall bei der "Suche" nach ner neuen Beziehung (nein, ich bin happy mit meinem! Hat vielleicht auch was damit zu tun, dass wir uns über einen Sport kennen und lieben gelernt haben, bei dem man definitiv sein Leben dem anderen anvertraut.. so jemandem vertraut man einfach gottverdemmich).(Und wenn ich überlege, wie skeptisch ich damals auch diversen persönlichen Gründen war.. aber dann stolperte ich irgendwo über ein Zitat und traute mich: "Besser gewagt und verloren als niemals gewagt"

Jedenfalls sehr wichtig: ich würd immer mit offenen Karten spielen.

Nicht grad auf die Stirn tätowieren, aber wenn klar wird, es entwickelt sich was, ehrlich sein.. sonst fühlt sich der andere womöglich verhohnepiepelt. Wer dann weiss, worauf er sich einlässt- der liebt Dich, egal, was da kommen mag.

Ein Gesunder ist ja auch nicht vor Pflegebedürftigkeit gefeiht!

Und dann gibt´s ja auch noch andere Wege zur Pflege, wenn´s wirklich so käme.

Ich wünsch Dir, dass Du bannig viel Spass auf der Party und auf der Suche hast.. und dass Du den findest, der Dein Herz zum Bumpern bringt und Du seins!

Liebe Grüße

Simone

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo Simone,

danke für deine lieben Sätze. Der Spruch "Besser gewagt und verloren, als niemals gewagt" ist absolut gut. Ich werde diesen mir erstmal auf meinene Schreibtischunterlage schreiben. Mit offenen Karten spiele ich eigentlich immer, zumindest dann wenn es angebracht ist.

Na mal sehen, wie es morgen wird. Es muss sich ja auch garnichts ergeben. Spaß werde ich auf jeden Fall trotzdem haben.

Also nochmal vielen Dank für die schönen Worte

Ciao Schnettel

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!


Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.


Sign In Now
Sign in to follow this