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Saalfelderin

meine Geschichte

185 posts in this topic

Hallo Saalfelderin,

bist du noch nicht. Wir sehen es daran, dass dein Name noch nicht unterstrichen ist (du wirst den Strich selbst eh nicht sehen). Du musst jetzt noch im Profil die Sicherheitseinstellungen auf mittel stellen, dann müsste es gehen.

Liebe Grüße

Cumeira

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Verfasst am 02.01.2009 12:55:28 Uhr

"Okay" strahlte ich.

Er hat mein unausgesprochenes Bütten erhört.

Ganz leise hat er sich heute vormittag aus dem Haus geschlichen.

Als ich wach wurde und müde auf die Uhr schielte, da sah ich, dass es bereits so spät war, dass er eindeutig schon längst aus dem Haus sein musste. Ich drehte mich entspannt rum und fiel zurück in den Schlaf.

Völlig entspannt bin ich aufgewacht, als er heute Mittag die Treppen hinauf kam. Er kennt die knarzenden Stellen der Treppe so gut, dass er weiß, wo er hintreten muss, damit er mich nicht weckt.

Er schob die Tür zum Schlafzimmer auf. Legte sich neben mich. Kalte Hände berührten meinen Körper. Sein kuschlig weicher Fleecepulli, den er nicht ausgezogen hatte, entschädigte aber sofort für den Kältschock. "Guten Morgen mein Schatz", strahlte er mich glücklich an. "Ich habe schon alle Wege erledigt!" Er umarmte mich zugleich. Mein Gesicht drückte ich dabei fest an seine Schulter. Seine Energie durchflutete meinen Körper. Seine gute Laune steckte mich an. "Komm Hübsche, ich mach uns einen Kaffee".

Nackt, so wie Gott mich schuf, folgte ich ihn in unser kleines Wohnzimmer, in dem sofort die Senseo-Kaffeemaschine zu laufen beginn. Ich legte mir die Decke über den Körper, er reichte mir die Tasse voll schwarzen, dampfenden Muntermacher. "Wir können nachher laufen gehen", meinte ich provokant. Er und laufen. Freiwillig laufen? Nö, niemals. Da grinste er mich breit an. "Weißt du, woran ich vorhin gedacht habe?" fragte er. "Nein", erzwang ich die Antwort auf seine rhetorische Frage, auf die ich ja keine Antwort haben konnte - denn Gedanken lesen gehört nicht zu meinen Stärken. "Vorhin, als ich hierherfuhr, da dachte ich, wir könnten nachher, nach dem Essen, eine kleine Runde am Waldesrand spazierengehen!"

Quatsch. Oh doch, er meinte es ernst. Er ist auf den Geschmack gekommen. Und sein Physiotherapeut, dem er heute Morgen einen Besuch abgestattet hat, bestätigte, dass dieses Laufen Muskulatur und die schmerzhaften Stellen am Rücken lockern. "Okay" strahlte ich. Telepathie. Sicherlich sowas in der Art. Haben wir in letzter Zeit oft, dass einer von uns beiden etwas denkt, was der andere zugleich ausspricht.

Fleißiges Bienchen räumt gerade ein bißchen auf, während ich hier tippe. Mein kleiner Hund liegt brav in seiner Ecke und schaut ihm bei seinem Treiben zu.

"Ich ruf JETZT mal Nicole an", meint mein tatkräftiger Mann. Zur gleichen Zeit klingelt mein Handy. Bab-C. Meine Bab-C. Rasch nehme ich das Telefonat entgegen und proste in das Telefon: "Gesundes neues Jahr!" "Euch auch", jubelte sie zurück. Sie klang regelrecht euphorisch, als sie von Silvester erzählte, von langen Winterspaziergängen in der Schweiz, von dem neuen Bild, dass sie gemalt hat. "Schaut aus, wie eine explodierte Supernova". "Kannst du es mir schicken, per MMS?" Ich muss es sehen. Ich muss das neuste Werk meiner Künstlerin sehen. Muss ich!

Schon piept mein Handy. Sie hat die MMS geschickt. Zugleich telefoniert mein Mann mit Nicole. Nicht lang, dann reicht er mir den Hörer unter die Nase. Kam nicht mal dazu, das Bild anzuschauen, da höre ich die Kleine. Die mit ihrer kindlich, liebevollen Art von den letzten Tagen berichtet. Und nach der Kamera fragt, die wir ihr schon längst schicken wollten. Eine Digitalkamera, damals auf den neusten Stand der Technik. Heute längst überholt und viel zu groß und mit viel zu geringem Speicherplatz. Wir haben sie ihr versprochen. Und es wird höchste Eisenbahn, dass wir unser Versprechen halten.

"Hat Bab-C das gemalt", fragt mein Liebster, kaum das ich das Telefonat mit der Kleinen beendet habe. "Ja!" "Das ist schön", entgegnet er begeistert. "Schön, wirklich schön!" Natürlich, malen kann meine kreative Freundin. Hab das kleine 1 x 1 des Malens schließlich durch sie gelernt.

"So Süße, erheb dich mal", fordert mein Liebster den Hund auf. Schaut mich an und sagt: "Komm, Mittagessen ist fertig!" Seine Mutter umsorgt und liebevoll, da kann man sich nicht beschweren. "Komm Hübsche!" wiederholt er, ohne zu drängeln.

Ich nehme noch einen großen Schluck aus der Kaffeetasse.

Und stehe auf.

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Verfasst am 02.01.2009 14:33:12 Uhr

Morgen also wird gekocht. Basta.

Die Treppen hinunter. Die Mutter steht am Herd und wärmt das gehaltvolle Essen von gestern Mittag auf. Mein Hund liegt daneben und schaut ihr interessiert zu. Nein, sie will nicht das Kochen lernen. Wie will eindeutig einen Bissen ab haben. Sie weiß, Knochen und Fett werden beim Essen abgetrennt und ihr später in ihren Napf gegeben. Sie weiß es und freut sich schon tierisch drauf. Tierisch? - Ja, im wahrsten Sinne des Wortes.

Mein Liebster blättert in der Zeitung. Unter der Rubrik "Autos". Was er sucht? Nichts bestimmtes. Einfach nur so. Könnte da ja ein günstiges oder gar kostenloses Mofa angeboten werden. Oder da ein Mercedes, der einem wieder zum Grübeln bringt: Soll ich mein Auto verkaufen und mir den Traum eines Mercedes erfüllen? Das Blättern beendet er schnell, als ich damit beginne, den Tisch zu decken. Nix gefunden also. Na Gott sei Dank.

Auf dem Tisch liegt noch immer die rote Tischdecke. Mit den goldfarbenen, klitzernen Punkten. Der Weihnachtsbaum leuchtet. Draußen rieselt leise der Schnee. Seine Mutter sitzt mir gegenüber. "Lasst es euch schmecken, es brauch nix übrig zu bleiben", läutet sie das Mittagessen ein, von den ich jetzt schon wieder weiß, dass ich viel zu viel essen werde. Soviel, dass ich morgen sicherlich nochmal fünfhundert Gramm mehr auf die Waage bringe, als ich heute bringen würde. Aber ich meide die Waage. Nein, ich will im Augenblick gar nicht wissen, was für ein abartig hohes Gewicht ich mit mir herumschleppe. Viel mehr möchte ich einfach wieder mit Joggen beginnen. Und später, Wochen später, wenn ich ein angenehmes Körpergefühl zurückgewonnen habe, mal den Gang auf die Waage getrauen. Jetzt nicht. Will ja keine schlagartige Depression bekommen.

Wir essen. Das Gesicht meines Liebsten wird ein bißchen blass, plötzlich sieht man den Hauch von Augenringen unter seinen inzwischen tränenden Augen. Er ist müde.

Nach dem Essen unterhalten sich seine Mutter und ich noch über ihre Arbeit, die sie bald ablegen wird, um ihren wohlverdienten Vorruhestand zu beginnen. Er lehnt währenddessen müde seinen Kopf auf meine Hand. Ich graule ihn.

Nun sind wir wieder zurück in seiner kleinen Stube. Unserem Liebesnest. Er hat sich auf dem Sofa ausgebreitet. Liegt direkt hinter meinem Rücken. Eine Kerze leuchtet. Er schnarcht leise. Nicht lang. Ich weiß, er wird nicht lang schlafen. So kurz, dass ich mich frage, wie er aus zehn Minuten Schlaf überhaupt Energie schöpfen kann. Kann er aber. Das hat er gelernt. Und dann, dann ziehen wir uns schön warm an und gehen raus. Ein Winterspaziergang. Ein kleiner gemütlicher Winterspaziergang mit meinem Hund, die nach dem salzigen Fett und den paar Knochen, die vom Mittagstisch direkt in ihren Napf fielen, Durst bekommen hat. Und gerade im Flur aus ihrem Trinknapf schlappert. Nachdem sie ihren Durst gelöscht hat, steht sie hinter der verschlossenen Tür und winselt leise. Sie will rein. Will zu uns. Sich in ihre Ecke legen. Und ein bißchen Dösen. Es meinem Liebsten gleich tun. Ich öffne die Tür nicht und höre, wie sie ihren Körper in dem kleinen Flur zwischen Stube und Schlafzimmer fallen läßt. Sie brummt kurz, aber deutlich hörbar. Und wird jetzt eindösen.

Ich hocke hier. Endlich entspannt. Endlich verspüre ich wieder Energie. Endlich. Die paar Tage frei, die paar Tage ohne Alltagsstress, zeigen endlich ihre Wirkung. Es wächst in mir Energie und Kraft. So dass ich heute am Mittagstisch sogar diesen Vorschlag aussprach, seiner Mutter morgen beim Kochen zu helfen. Sie ist sehr anspruchslos, erwartet von mir rein gar nichts. Und erklärt mir alles, was sie in ihren Kochtöpfen zubereitet, mit solcher Leichtigkeit, dass man denken könnte, das ist alle gar nicht so schwer. Nein mehr noch, man bekommt Lust, es mal mit ihr gemeinsam auszuprobieren. Aus dieser Lust heraus entstand mein Vorschlag, den sie offensichtlich überrascht aber er auch erfreut annahm. Morgen also wird gekocht. Basta.

Das Lieblingsgericht meines Liebsten. "Als ich damals heiratete", erzählt seine Mutter: "da war das erste, was ich von meinem Ex-Mann hörte, dass ich Gulasch mahcen solle." Ganz der Sohn, denke ich und meine zu ihr: "Sieht bei mir genauso aus. Wenn ich heirate, wird auch das SEIN erster Satz werden!" Er grinst. Sie lacht. Die Stimmung ist toll. Eben einladend zu einem gemeinsamen, kleinen Kochkurs.

Er liegt hinter mir. Brabbelt. Irgendwas. Klingt wie ein leises Lachen. Dann verstummt er wieder. Sein Schnarchen hat aufgehört. Es geht ihm gut. Das sehe ich an seinem zufriedenen Gesichtsausdruck. Seinen Arm hat er weit von sich gestreckt und unter einen der großen, apricot-farbenen Kissen geschoben. Seine Beine leicht angewinkelt, so dass ich hier in Ruhe sitzen und ungestört tippen kann.

Schlaf schön, Kuschelbär.

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Verfasst am 02.01.2009 16:51:47 Uhr

Spaziergang im Spielplatz

Habe seinen Nachmittagsschlaf genutzt, um Mails an Freunde zu schreiben, die die inzwischen übliche Länge endlich mal überschritten. Am Ende meiner Sitzung wachte er auf. "Komm anziehen", forderte ich ihn auf. Er lächelte. Sein Blick noch ganz verschlafen, hatte er dennoch Lust, sein Vorschlag in die Tat umzusetzen.

Wir fuhren los. Bedeckter Himmel. Eisige Temperaturen. Wenig Menschen auf der Straße. Ein junger Türke, an dem wir vorbeifuhren, trug eine viel zu lange Arbeitsjacke. Darunter einen knallroten Kaputenpullover, dessen Kaputze er sich weit ins Gesicht zog. Ganz verfroren schaute er mich an. Wäre wohl auch lieber mit dem Auto unterwegs, als zu Fuss. Dachte ich mir so.

Dann hielten wir. An einem kleinen Waldstück. Schon von der Straße aus war der Spielplatz zu erkennen. Hier, so hatte mein Liebster mir gesagt, haben sie sich immer mit ihren Mofas getroffen. Und wohl geklönt, das ein oder andere Bier geöffnet, es geleert und dabei Pläne geschmiedet, was sie am Abend so unternehmen könnten.

Wir liefen los. Er dick eingemummelt. In Thermohose, dicker Winterjacke, meinem von seiner Mutter geschenkt bekommemen, grünen Wollschal um den Hals gewickelt. Und eine Wollmütze auf dem Kopf. Mit leichtem Gang lief er neben mir her.

Da, gleich zu Beginn unseres Ausflugs, ein kleiner zugefrorener Tümpel. "Such ein Stöckchen", forderte ich meinen aufgeregten Hund auf. Und er brachte mir einen. Den ich über das gefrorene Eis schoss. Das Tier hinterher. Mit großer Müh zu bremsen. Ein lustiger Anblick, den mein Liebster noch nicht kannte. Und darüber herzhaft lachen musste.

Sein Lachen animierte den Hund unablässlich sein Stock in seine Hand zu legen. Um von ihm gejagt zu werden. Dieses Spiel gefiel beiden. Kurz vorm Ende unserer schönen Waldrunde hielten wir am besagten Spielplatz an. Er war leer. Kein Kind unterwegs. So dass ich kein schlechtes Gewissen haben brauchte, als ich meinen Hund auf das Klettergerüst jagte. "Bring mir den Stock" - "Spring da hoch" - "Schnell und schneller!".

Allen Beteiligten gefiel dieses Spiel. Meinem Hund, der endlich mal wieder ausgelassen toben konnte. Mich, die die frische Luft schon längst vermisst hatte. Und ihn, der einmal mehr über seinen Schatten gesprungen ist, und einen Spaziergang unternahm. Einen Spaziergang. Weiß Gott allein, wann er dies das letzte Mal getan hat. Aber die vielen Schritte und Treppenstufen in Saalfeld haben ihm gut getan. "Die Sache gelockert, sagt mein Physiotherapeut!" Und ich denke, das motiviert am Ball zu bleiben.

Zu Hause angekommen bin ich erstmal unter die heiße Dusche gesprungen. Sie ist leider viel zu eng, um sie in vollen Zügen genießen zu können. Und das heiße Wasser reicht in der Regel auch nur für eine Dusche in normaler Länge. Keine Entspannung, nur ein Reinigungsakt, wenn man es so nennen möchte. Ich föhnte mir meine Haare, die nun wieder die von meinem Großvater so genannte "Pferdemähne" erzeugte. Dicke Haare, um die mich schon viele Menschen - und vor allen Dingen Frauen und Frisöre - beneidet haben. Die aber auch eine kleine Ewigkeit brauchen, um trocken geföhnt zu werden.

Aber geschafft. Es ist volbracht. Spaziergang, Dusche, und jetzt kuschlige Zweisamkeit. Das haben wir uns jetzt so ausgemalt. Kuschlige Zweisamkeit ...

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hallo saalfelderin ,

wow - du solltes vieleich ein buch auflegen wo du eure geschichte erzählst -

zum Thema private mails must du unter dein Copaktiv die sicherheitseinstellung auf mittel setzten - sonst können wir dir und stephan keine privaten mails zusenden .

LG von seadancer , der dieses Wochenende noch viel glücklicher ist als sonst :-)))))

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Aber JETZT, jetzt sollte es klappen mit der Möglichkeit, private Mails zu empfangen.

Bis bald.

***Eure Saalfelderin

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hallo saalfelderin,

es geht immer noch nicht, hast du dich mit der chargen-nr angemeldet und deine sicherheitseinstellung auf mittel geändert? erst dann können wir dir auch private mails schreiben

lieber gruß susa & seadancer

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Hallo Saalfelderin,

ich kann mich Seadancer nur anschließen,eure Geschichte ist echt toll!!!!!

Habe sie ausgedruckt und meiner Tochter zum lesen gegeben,sie war auch sehr angetan.

Liebe Grüße Vera

@ Seadancer,

dir wünsche ich noch ganz viele,nicht nur glückliche Wochenenden,sondern Monate!!!!

Also ein super glückliches Jahr und das all deine Wünsche in Erfüllung gehen mögen.

auch dir und deiner Partnerin ganz liebe Grüße

Vera

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Essen gegangen.

Mutter, er und ich.

Kurze Fahrt durch eisiges Wintergrau.

Angekommen. Kaum Platz gefunden.

Zwischen all den Rentnern, die sich am Sonntag mal was Gutes gönnen wollten.

Wir fanden einen Platz. Den einzigst freien Tisch. Lautstärkepegel so hoch, dass man sich unmöglich unterhalten konnte. Die Mutter versuchte es dennoch. Und es war anstrengend, gegen die lautstarken Schafskopfspieler an den drei Tischen gegenüber anzukommen. Immer wieder schlugen sie mit geballter Faust auf den Tisch. Manchmal auch mehrmals hintereinander. Ich kenne die Spielregeln nicht. Wahrscheinlich ist dies ein ganz wichter Ausdruck, dieser Schlag auf den Tisch. Mich jedenfalls nervte es Und seine Mutter erklärte sofort wieder, wir müßten Schafkopfspielen lernen. Ein sooo tolles Spiel. Also wenn sie damit einmal angefangen hat, könnte sie nimmer aufhören. Ich versuchte mir, die ansonsten die absolute Ruhe suchende Frau, inmitten der Herrenrunde vorzustellen. Aber es gelang mir nicht. Prost. Der Wirt der kleinen Dorfkneipe brachte mir mein Radler, ihr ihre Weinschorle und meinem Mann sein Bier. Prost. Ich nahm einen großen Schluck und schaute an den Tisch gegenüber. Hier hockte ein fettleibiger alter Mann, der zum Atmen den Mund leicht geöffnet halten musste. Ihm gegenüber eine kleine, karge männliche Gestalt. Die Nervosität und Unsicherheit ausstrahlte. Eine seiner Hand war verkrüppelt. Ein Geburtsfehler, so erschien es ganz offensichtlich. Selten, aber dann doch, sprach der kleine Karge mit dem Fetten ihm gegenüber. Und ich merkte, dass nicht nur seine Hand in Mittleidenschaft gezogen war, sondern auch seine Sprachfähigkeit. Ich verstand jedenfalls kein Wort. Und auch der Dicke, ihm gegenüber, tat sich schwer. Prost. Ich nahm noch ein Schluck. Konnte meinen Blick aber nicht von dem seltsamen, nervösen, dürren Mann mit Krüppelhand wenden. Ich fragte mich (autsch, wie unanständig) ob er jemals Sex in seinem Leben gehabt habe. Irgendwann einmal. Vor Jahren. Aktuell sicher nicht. Dann würde er nicht so verschüchtert wirken. Nein, auf keinem Fall. Eher war der Dicke ihm gegenüber sein Vater. Dessen Frau verstorben ist und der nun, in einem alten, bruchreifen Bauernhaus, mit seinem Sohn allein lebt. Sohn mit Krüppelhand. Zu den beiden gesellten sich zwei Frauen. Beide im Alter des Dicken, und damit weit aus älter, als die kargere Gestalt, die aber auch schon Falten und einige graue Haare trug. Eine der Frauen hockte sich neben ihn, trank sogar aus seinem Weißbierglas. Sie kannten sich. Ganz eindeutig - die kannten sich. Ihre Körperhaltung signalisierte eindeutig Distanz. Seine hingegen zaghafte Zuneigung.

Die andere Frau hatte sich neben den Dicken gesellt. Der inzwischen sein Hirschbraten in großen Stücken aß.

Am anderen Tisch unterhielten sich eine Gruppe von Frauen und Männern um die Sechzig über ihre Urlaube im Erzgebirge. "Erinnerst du dich noch an den Dackel?"

"Nee, Elfriede, dat war doch ein Schäferhund!"

"Quatsch, kein Schäferhund. Ein Dackel, mit ganz krummen Beinen!"

Der Mann reagierte nicht. Seine Antwort - ein Schweigen.

Und die Frau fuhr fort, mit ihrer Urlaubserzählung längst vergangener Jahre. Der Mann schwieg weiter. Und die anderen aßen. Still und schmatzend. "Und da will mir jemand erzählen, dass Hunde intelligent sind!" belächelte sie das arme Tier zum Schluss, das vielleicht schon gar nicht mehr auf dem Erdball lebt. So alt wie die Geschichte war, die die Frau erzählte. Und so wenig der Mann sich noch entsann, ob es sich um einen Dackel oder um einen Schäferhund handelt.

Am anderen Nachbartisch kristallisierte sich die weniger geschminkte Frau der beiden Frauen als Frau des Dickens. Nicht etwa, weil irgendeine zärtliche Geste zwischen den beiden zu sehen war. Nein, er posaunte nur zu der munter plappernden Bekannten, am Tisch der Sechzigjährigen, dass er nun mal eine Frau hätte, die fahren könnte. Endlich eine, die fahren könnte und die er nicht durch die Landschaft chauffieren müsse. Und prost. Mit seinen Worten nahm er einen großen Zug aus seinem Bierglas. Die Frau an seiner Seite lächelte schüchtern.

Der nervöse Karge von deren, mit Krüppelhand, war inzwischen aufgestanden und unterhielt sich mit der Kellnerin. Die an der Theke lehnte. Und sichtlich alles lieber tat, als sich jetzt zuschwatzen zu lassen. Ihr Gesicht war von ihm abgewandt, während er redete.

Der Wirt, wahrscheinlich ihr Mann, brachte endlich unser Essen. Hirschbraten. Wunderbar mürbe und lecker. "Guten Appetit", meinte er, mit schielenden, offensichtlich ebenfalls angeborenen Blick, und verschwand wieder. Prost. Ich nahm einen Schluck vom zweiten Radler. Genoss das Essen. Konnte meinen Blick aber nicht von dem Kargen, irgendwie extrem gruslig wirkenden Mann lassen. Der hatte noch nie Sex. Diese Überzeugung huschte durch mein Hirn. Warum auch immer ich gerade jetzt daran denken musste, stellte ich mir weiter vor, wo er seine Befriedigung holt. Sicher, ja ganz sicher, hat er noch irgendeine perverse Neigung. Autsch - sehen so gar Vergewaltiger aus.

"Beim Fritz um die Ecke, da ist der Friedhof, wo die Hunde begraben werden", schallte vom Tisch der Sechzigjährigen rüber. Die Frau, die vorhin die Urlaubserzählung vom besten gab und ganz sicher war, dass es sich um einen krummbeinigen Dackel und nicht um einen deutschen Schäferhund handelt, blabberte munter weiter. Während ihre Begleiter weiter aßen. "Dort werden die großen Hunde beerdigt!"

Ach so, und wo die Kleinen? Sind nicht gerade die Kleinen diese, die einsamen alten Leuten in leeren Stunden Kinder und Partner erstetzen? Diese, die vermenschlicht werden und nach ihren Tod ihr eigenes Grab, anstatt die Schwender zu erwarten haben?

Ich ging dem Gedanken nicht weiter auf dem Grund. Einigte mich darauf, dass auf diesem Friedhof große und KLEINE Hunde beerdigt werden und aß meinen leckeren Hirschbraten mit Preiselbeeren weiter.

Nach dem Essen fuhren wir. Mein Liebster ließ seine Mutter und mich am Waldesrand raus. So dass diese und ich eine Stunde lang durch die kaltgraue Winterlandschaft, bergauf- und bergab stapfen konnten. Tat dem Gemüt, aber sicherlich auch unseren übersättigten Körpern gut.

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Wir haben uns einen Tag gestohlen. Das heißt, er hat ihn uns gestohlen, damit wir unsere kleine Weihnachts-Auszeit noch ein bißchen verlängern können. Und bis zum Abschied ein paar Stunden mer für uns übrig bleiben. Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau. Auf dem Dach der Scheune, welches ich vom Fenster aus sehen kann, sschmilzt der Schnee. Die zehn oder fünfzehn Grad Minus weichen wohl der Sonneneinstrahlung.

Heute muss ich fahren. Aber es sind nur zwei Tage. Zwei Tage ohne ihn. Dann schon komme ich zurück. Zurück in unser kleines Liebesnest. Noch nie haben wir beide soviei Tage miteinander verbracht, wie in den letzten drei Wochen. Wir waren Tag und Nacht zusammen, habe leidliche und auch unleidliche Seiten am anderen entdeckt. Stress und absolute Ruhe. Wir sind noch ein Stück mehr zusammengewachsen. Immer mehr zu einem EINS.

Ich liebe ihn. Liebe in wie nix und niemaden vor ihm.

Ich weiß, das was ich tue, das ist das Richtige. Das absolut Richtige. Ich muss nur JETZT endlich damit anfangen. Und davor graut mir. Nicht vor dem Gedanken, es könne verkehrt sein. Den nämlich gibt es in mir nicht. Sondern vor der großen Wand an Aufgaben und Anforderungen, die ich bewältigen muss.

Ich springe von einem Zug ab und auf den anderen Zug auf. Ich weiß noch nicht, wie ich landen werde. Wie ich aufkomme. Wo ich mich festhalten kann, um nicht auf die Schienen zu stürzen und überrollt zu werden. Aber ich weiß, da drüben auf dem anderen Zug, da ist er. Meine Zukunft. Also wage ich den Sprung.

Freu mich auf mein Leben

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hallo saalfelerin

ein wunderschöner beitrag - und irgendwie verbindet uns einiges was du da geschrieben hast

- der letzte abschnitt spiegelt genau das wieder was ich auch im Moment führe was ich denke !

es ist genau das was ich denke - es sind meine Gedanken !

LG Seadancer

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Liebe Saalfelderin, lieber Seadancer!

Ich wünsche euch beiden viel Mut zum Sprung. Wer nicht springt, weiß nicht wie er landen wird. Also muss man es tun. Wie heißt es so schön: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!" Also, nix wie los auf die Gewinnerseite, auch wenn sie mit Veränderungen verbunden sind, die vielleicht erst mal Angst machen....

Liebe Grüße

Cumeira

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„Nimm dir was zu Essen mit“, meinte seine Mutter am Nachmittag. „Brot, ich habe welches aufgetaut.“

„Danke, das ist lieb von dir!“

„Wann fährst du denn?“

„So gegen fünf habe ich gedacht!“

„Meinst du, dass das nicht zu spät wird? Die Temperaturen dann wieder anziehen?“

Tatsächlich fuhr ich halb fünf los. Und hatte, zu ihrer Enttäuschung, nichts zu Essen mitgenommen. Ist doch nur ein Abend, dachte ich mir, gesättigt wie ich nach dem reichhaltigen Mittagstisch noch war.

„Ist schon schwer der Abschied“, stellte die Mutter fest, als ich beim Gehen ihn in den Arm nahm, der seine Tränen nicht zu verbergen vermochte. „So lang am Stück warst du ja noch nie bei uns gewesen!“

Ich nickte. Umarmte auch sie. Bedankte mich für die schöne Zeit. Ein Dankeschön, dass ihr ein herzliches Lächeln auf die Lippen zauberte.

Meine dicke, blaue Reisetasche stellte ich vor die Haustür. Ich wollte sie nicht durch den engen Hinterausgang quetschen. Lieber dann von hinten nach vorn laufen, und sie von den Treppenstufen vor der Hautür abholen.

Mit ihm ging ich hinaus in den Hof. Der Abschied sollte doch etwas bleiben, was nur uns beide etwas angeht. Nur ihn und mich. Vor allem dann, wenn Tränen im Spiel sind. Ich befreite geschäftig das Auto von der dicken Schneedecke, während er mir ein paar Getränke zusammenräumte. Die mich mitnehmen sollte. Für die Fahrt und für danach. Ich räumte sie in das Auto. Auf die Rücksitzbank. Nicht leicht, denn auf dieser lagen bereits meine Tasche, Jacke, Daunenweste und einiges mehr und versperrten den Platz. Ich streckte mich und reckte mich, schnaufend. Dann umarmte ich meinen fröstelnden Schatz. Beide versuchten wir uns zu sagen: „Es sind ja nur zwei Tage!“ Nur zwei Tage, genau! „Bitte, bitte fahr vorsichtig“, seufzte er zum Abschied.

Dann stieg ich in das Auto, das noch immer mit Schnee bedeckt war. Aus der verschneiten Hofausfahrt hinaus, auf die Straße, vorbei an der dicken, blauen Reisetasche und bog die Straße Richtung Ortsmitte ab, denn ich musste ja noch tanken.

Ich fuhr. Es war glatt. Das erste, was mir auffiel war die Tatsache, dass es glatt war. Diese Tatsache zog die meine komplette Konzentration auf sich und weit weg von der vergessenen, dicken, blauen Reisetasche. Auf der Autobahn, so versuchte ich mich zu beruhigen, wie ich es vorher auch schon mit der Mutter und ihrem Sohn tag, würde sicher kein Schnee oder Eis liegen. Sicher ist diese trocken und gut zu befahren.

Ich fuhr.

Fuhr auf die Autobahn. Nur die Seitenstreifen waren gefroren, ansonsten war der Asphalt, wie von mir erhofft, trocken. Ich legte das Hörspiel ein, dass ich mir in Saalfeld gekauft und bisher noch nicht gehört habe. Hape Kerkeling erzählte mit seiner beruhigenden Stimme eine spannende und extrem lustige Geschichte, der ich meine Aufmerksamkeit schenkte, während ich über die Straße duselte.

Da! Stau. Kurz vor einer Baustelle. Sicher, sicher, sicher – eine Baustelle. Da ist ja auch schon das Baustellenschild. Was gibt der Blödmann hinter mir denn ständig Lichthupe. Arschloch blödes, fluchte ich innerlich. Bis zu dem Moment, in sich vor der Nase des Courgas ein Auto auftat. Welches auf den Rücken lag und alle Vier von sich streckte. Ich bremste. Bremste rechtzeitig, bekam einen herzhaften Schreck. Auf der Straße klitzerte das Eis. Hier, die einzige Stelle auf der kompletten Tour, die ich heute gefahren bin, die dick überfroren war. Und diese Stelle hat der kleine PKW erwischt, ist ins Schleudern gekommen und hat sich überschlagen. Es muss kurz, ganz kurz vor mir gewesen sein. Der Stau, in den ich mich begeben hatte, hielt schließlich nicht länger als eine Minute an. Das Fahrzeug lag auf der Mittelspur der dreispurigen Autobahn.

Menschen am Fahrbandrand. Die sich die neungelben Warnwesten angezogen hatten und emsig telefonierten. Ein zweites Fahrzeug war hinter ihnen zum Halten gekommen und hatte sich offensichtlich um die Passagiere des Unfallfahrzeugs gekümmert, so dass ich, wie all die anderen Autobahnteilnehmer, weiterfahren konnte.

Hape interessierte mich gerade nicht mehr. Das Bild hing in meinem Schädel und marterte sich in mein Hirn. Schrecklich. Wie schnell DAS passieren kann….

Kaum hatte ich den Anblick verdaut, obgleich nicht vergessen, überlegte ich mir: Hey, mein Hund heute so ruhig. Werde den doch nicht vergessen haben?! Nee, natürlich nicht. Schmunzeln! Wie könnte ich das. Aber, aber, aber … wenn nicht den … da fehlt doch was … die blaue Reisetasche. Mit sämtlichen, zum Großteil inzwischen wieder gereinigten Klamotten, die ich für zwei Wochen Reise eingepackt hatte. Na prima. Eilig fingerte ich im Dunkeln des Autos nach dem Handy. Irgendwo in meiner überfüllten Handtasche musste es sein. Und war es auch. Ein verpasster Anruf. Von meinem Liebsten. Wahrscheinlich hatte die dicke, blaue, vereinsamte Reisetasche Angst gehabt, sich eine Erkältung wegzuholen und an der Haustür geschellt. Er, mein Held, hat sie sicherlich ins Trockene gebracht.

Ich rief ihn an. Und ja, das hatte er. Er hatte sie gerettet. Mehr noch, mit dem Auto war er mir bis zur Tankstelle gefolgt, wollte sie mir hinterherfahren. Aber hatte mich verpasste. Tja, der langsame Astra kommt nun mal nicht gegen den PS-starken Courga an. Das ist mir ja auch klar. Aber habe ich jetzt was zum Anziehen. Diese Frage beschäftigte mich, während mir er liebevoll ins Ohr säuselte: „Brauchst dir keine Sorgen machen. Ich habe sie. Ist alles okay!“

Und wie ich mir Sorgen machte. Seine Mutter hatte das doch sicherlich auch mitbekommen. „Ja, aber sorge dich nicht. Ist doch halb so wild!“

Doch, es ist wild. Was denkt die denn jetzt, nach dem verlorenengegangenen Portemonaise, das sich erst nach Tagen auf dubiose Art und Weise wiederfand, nach der Tatsache, dass ich Wäsche-Trockner übervoll stopfe und nun auch noch arme, dicke Reisetaschen einfach aussetze, was für ein maßloses Schussel ich bin.

Ich mich noch in meinen Sorgen schwelgend, hatte kein Ohr für ihn, der mir erzählte, dass er diesen einen Kumpel getroffen habe. Ihn auf Wohnng ansprach. Und der eine wüsste. Zwei sogar. Große. Stehen leer. Schon seit langen.

„Was denkt nur deine Mutter“, jaulte ich.

„Ich habe ihm gesagt, die müssen wir uns unbedingt mal anschauen!“

Ah ja.

Ich fuhr. Die Straßen waren trocken. Hape erzählte munter seine immer spannend werdendere Geschichte und stellte die vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten des Hörspiels mit vielen unterschiedlichen Stimmen und Stimmungen dar. Ich liebe Hape. Hatte ich das eigentlich schon mal gesagt?

Ich fuhr. Irgendwann begann der Knopf meiner Hose ein bisschen zu drücken. Irgendwann begann der Knopf meiner Hose böse zu kneifen. Dämliche Weihnachtsfresserei. Dieser Gedanke löste in meinem Magen hingegen nur ein Gefühl aus. Das Gefühl des Hungers. Und ich dumme Pute habe den gutgemeinten Ratschlag der Mutter abgelehnt, und eben nichts zu Essen mit auf Reisen genommen. Wat nu? Der Knopf biss in mein Bauch, meine Blase meldete sich inzwischen mit: „Ich muss mal!“ Und mein Magen, der hatte nur eins im Kopf: „Essen.“

Anhalten. An einer Tankstelle. Kurz vor Augsburg.

Vor mir parkte eine rostige Schrottlaube. Die nur die vielen bunten Aufkleber zusammenhielt, die an Seite und Hintern des Fahrzeugs klebten.

Aber dafür ein unvergesslich witziges Nummerschild hatte. ES für die Stadt. Danach EL. Lustig. Ist doch wirklich witzig, was manche so für Abkürzungen finden. Heißt zusammen ES-EL. Und so sah das Ding auch aus. Aus diesem Auto stieg zeitgleich mit mir eine graue Gestalt aus. Gut ein Kopf kleiner als ich. Dick. Kurze rotbraune Haare. Grauer, nichtssagender Schlapperpullover, dunkle Jeans und hässlich, spitze Cowboystiefel. Ein Typ. Erst, als dieser Typ den Weg Richtung Damentoilette einschlug, stellte ich fest, dass es sich um eine O-beinige Frau handelte, die im Gegensatz zu mir die fünfzig Cent hatte, die der Automat wünschte, um freien Einlass zu den Sanitäranlagen der Rastanlage zu gewähren. Ich hatte nur einen Euro. Und der Typ, der die ganze Zeit vor der Schranke stand und diese missmutig anstarrte, hatte wohl nicht mal diese. Kein Wechselgeld. Sollte ich jetzt den Euro reinstecken, nur damit ich mal pinkeln kann?! Nö, entschied ich mutig und kletterte gelenkig, unter den Blicken des starrenden Mannes, über die Schranke. Na also, geht doch. Gerade in diesem Augenblick öffnete sich die Toilettentür. Die Dicke mit dem Autokennzeichen ES-EL warf mir einen dumpfen Blick zu, als würde sie ahnen, dass ich in meinen Gedanken ein paar kleine Späßchen über sie gerissen habe. Ich übernahm die Toilettentür, schloss sie hinter mir ab und erledigte mein Geschäft.

Eine Tür weiter, das Rasthaus. Überteuertes Käsebrötchen (das hast`e nun davon, hättest mal auf Muttern gehört!) eigenhändig abgeschmeckt mit zwei, kostenlosen Tütchenketchup (na, da ist da Geld doch fast schon wieder drin!).

Fuhr ich los. Jonglierte das Brötchen zwischen Hand und Mund, um ja nichts von dem Ketchup (hätte ein Tütchen nicht gereicht???) auf meine Hose zu kleckern. War ich mir doch nicht mehr sicher, wie viele Sachen überhaupt noch in meinem Kleiderschrank zu Hause, und nicht in der dicken, blauen, vernachlässigten Reisetasche in Alzenau stecken.

Aber alles paletti, mir gelang dieses Meisterstück NICHT zu kleckern. Dankbar hörte auch der Hosenknopf auf zu Beisen.

Inzwischen daheim. Ein Einwegglas voll Zigarettenkippen erinnert genauso, wie das noch immer zerwühlte Bett im Schlafzimmer, daran, dass ich zuletzt hier mit ihm gewesen bin.

Habe ich bis jetzt munter in die Tasten geklopft, und mich dadurch hervorragend abgelenkt, breitet sich nun Leere und Einsamkeit aus.

Und ich beginne ihn schmerzlichst zu vermissen.

Ich greife zum Telefonhörer, will ihn wenigstens hören …

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hallo saalfelderin ,

deine beiträge sind echt super geschrieben - an dir ist echt eine schriftstellerin verloren gegangen - wenn mann einmal anfängt zu lesen kann mann esrt am schluß aufhören und erwartet dann mit spannung auf den nächsten beitrag.

bei mir herrscht im Moment die gleiche Leere und einsammkeit - ich hoffe die nächsten tage vergehen wie im flug bis ich sie endlich wiedersehen kann .

LG Seadancer

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Es schällte das Telefon. Ich hatte mich gerade in mein Federbett gekuschelt, das Licht ausgeschalten und selbst das Telefonat mit meinem Liebsten kurz als kürzer gehalten. Ich wollte bissel Ruhe. Schlafen? Ach, sagen wir Augenpflege. Entspannen.

Nein, für Schlafen war es direkt nach Feierabend doch noch viel zu früh.

Es schällte, wie erwähnt, das Telefon. Und ich wusste, wer es war, ohne dass auf dem Display des Hörers eine Nummer zu sehen war. Baron Münchhausen. Seinen Anruf hatte er Tage zuvor angekündigt. Nun konnte ich nicht mehr ausweichen. Ich musste annehmen.

Eine halbe Stunde Telefonat mit einem Rentner. Der mein Vater sein soll, von dem ich aber nicht mal mehr ein Bild im Kopf habe. Er ähnelt mir ganz stark, bzw. ich ihm. Aber trotzdem, schaue ich mich im Spiegel an, kann ich mich schlecht als Mann vorstellen. Und schon gar nicht als alten Mann. Oh je, die Fantasie kommt in mir hoch, er könne inzwischen ausschauen, wie der Dicke. Der beim Essengehen mit den Kargen, samt Hand- und Sprachbeschädigung, an einem Tisch saß. Dick, weißhaarig. Den Mund ständig geöffnet, um überhaupt noch atmen zu können. Ein unattraktiver Gedanke, den ich sofort verwerfe.

Nee. Er gibt sich als agiler Rentner, dessen Gesprächsthemen sich einzig und allein und ausschließlich um die Dinge drehen, die einen so als Rentner eben interessieren. So macht er Sport. Nennt die wöchentliche Gymnastikgruppe so, von der er der Leiter ist. Und die im ständigen Quasseln mehr ihre Stimmbänder, als die Muskeln ihrer Körper trainieren.

Ähnlich wie ich es mir in solch unsicheren Situationen angewöhnt habe, drückt auch er sich überaus gewählt aus. Forumliert um mich herum, die Gefahr vermeidend, anzuecken. Aber reden wolle er mit mir. Mich sehen. Wenn ich mal wieder in der Heimat wäre. Es sei ihm wichtig, denn in den vergangenen Jahren ist soviel Aufregendes, Gutes, Schlechtes und Unglaubliches geschehen, dass er mir unbedingt in einem Gespräch unter vier Augen davon erzählen müsse. Außerdem habe er Fragen, das ginge eben nicht am Telefon. Ja, könne sein, dass es auch unangenehm wird. Weh tut. Und was dann kommt? - Nun, schauen wir mal!

Was will er mir damit sagen?

Was meint er damit?!

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Ein bißchen eitel ist er ja schon, mein lieber Schatz.

Waren heute beim Friseur. Anderthalb Stunden hat es glatt gedauert. Nun lass ich euch da draußen mal mit Eurer Fantasie spielen, was Mann eine Frisöse so lang an einem Mann basteln kann. Das Ergebnis kann sich in jedem Fall sehen lassen. Er ist schon ein schickes Stück geiles Fleisch. *grins*

Frierend saß ich auf der kleinen Designercouch am Eingang, eingemummelt in dicker Fleece-Jacke, meinem knallroten Wollschal und den herrlichen, fingerfreien Handschuhen, die mir Bab-C zum Geburtstag gestrickt hat. (Danke meine Gute, die sind einfach wunderbar!) Ich saß da, kramte aus der Tasche mein Roman "Feuchtgebiete". Wenn ich nach den ersten Zeilen immer nochmal hochschaute, um seinen Blick im Friseurspiegel zu erhaschen, galt meine ganze Aufmerksamkeit spätestens nach dem ersten gelesenen Kapitel ganz und gar dem Buch. Ich schwöre es, das hat mich voll und ganz gefesselt. Muss ich mich schämen? Gar befürchten, dass ich irgendwie anders geartet bin? Wenn mir solche Obsinitäten zusagen? Nö.

Ein Kaffee. Ein Kaffee im kleinen Bäckereck des Baumarkts. Die gleichen, eingefallenen grauen Gesichter wie immer. Man grüßt sich freundlich. Man kennt sich inzwischen. Aber dann drehen wir ihnen den Rücken zu und tun das, was man auch in Straßencafes bestens kann: wir beobachten die Leute. Dick eingemummelt in ihren Winteranoraks. Meist jedoch in Turnschuhen oder sonstigem, für diese kalten Temperaturen eindeutig ungeeigneten, Schuhwerk.

Ein junger Mann hält am Bäckerstand. Hat die Mütze tief ins Gesicht gezogen. Trägt einen rothaarigen Vollbart. Einen dicken Armeepulli und eine dieser Arbeitshosen im Tarnmuster. Lässig steckt er die Hände in die Hosentasche. Wie alt wird er sein? Er ist nicht so jung, wie er auf den ersten Blick wirkte. Erste Falten sind zu sehen. Er ist nur etwas älter als ich. Wobei die Erkenntnis - erste Falten und nicht viel älter als ich - mir die den fürchterlichen Gedanken ins Hirn treibt, wie wohl ich inzwischen auf die Menschen um mich herum wirke? Sehen sie auch bei mir erste Falten und schätzen daher so gut und genau mein Alter?! Oder ..?

Weiß nicht. Mag nicht weiter drüber nachdenken. Der Typ zieht die Hände in der Tasche. Greift nach einem Süßteil und seinem Cafe to go. Yes. Wenn der in Augsburg oder besser noch in München leben würde, dann wäre der sicherlich so ein abgefahrener Szenetyp. Dann würde die Tarnhose, die er trägt, keine billige aus dem Baumarkt sondern mindestens eine von Carhartt sein. Aber aller mindestens. Ich schmunzel bei den Gedanken in mich hinein. Mein Liebster greift nach meiner Hand. Seine ist, wie immer - und bei den Temperaturen erst recht - eisekalt. Ich schaue ihn an. Verdammt gut schaut er aus, so frisch frisiert. Mit meinem Gesicht nähere ich mich dem seinen. Mit meiner Nase reibe ich seine Wange. Aus dem Augenwinkel sehe ich die vorhin bereits erwähnten Gestalten. Mit ihren eingefallenen Gesichtern. Die, so wie mir scheint, am vormittag hier Kaffee, und am Nachmittag und Abend in ihren eigenen vier Wänden nur Hochprozentiges trinken. Ich küsse Stephan. Schließe die Augen. Um ihn zu genießen und die nicht mehr zu sehen.

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Es ist ruhig geworden, hier in diesem Beitrag.

Ganz still. Fast schon vermisse ich die vielen Kommentare, muss aber wohl auch einsehen, dass dies hier nicht die Plattform für einen lustigen Tagebuchersatz ist, sondern ein MS-Forum.

Ich habe dieses Wochenende zwei Bewerbungen geschrieben. Und eine Annonce eingestellt, in der Tageszeitung von Alzenau. Diese erscheint nächsten Samstag und gibt bekannt, dass ich Arbeit suche.

Will endlich zu ihm.

Es geht ihm gut. Es geht mir gut. Es geht uns gut.

Wenn es ihm gut geht, dann läuft er meistens wie ein kleiner Gott. Schwebt regelrecht über den Boden, zumindest eben für seine Verhältnisse. Ich freue mich, dass zu sehen.

Manchmal frage ich mich, wie es sein würde, wenn er einen Schub bekommen würde. Ich will es fast nicht aussprechen, nie daran denken. Aber ab und zu kommt es doch. Er meint, dann nimmt er Kortison. Und dann wäre er wahnsinnig sehr aufgedreht. Dann würde es ihm "richtig gut gehen".

Ich kann mir das kaum vorstellen. Aber mach mir vor allen Dingen Sorgen, dass dann was über bleibt. Von dem Schub.

Ich denke nicht oft daran. An meinen Erzählungen, die so wenig mit MS zu tun haben, merkt Ihr sicherlich, dass ich ihn anschaue und NICHT daran denke. All die Facetten, die diese Krankheit mit sich bringt, nehme ich als gegeben hin. Ohne bei dessen Anblick daran zu denken: "Oh je, das ist jetzt wieder MS!" Ich lebe mit all diesen vermeintlichen Schwächen, als würden sie von Natur aus zu ihm gehören.

Aber ab und zu denke ich schon mal daran, was wäre wenn. Ich halte zu ihm, das steht fest. Aber einen Schub hab ich noch nie miterlebt. Es wäre neu. Und ich möchte da einfach nix falsch machen, sag ich mal ganz naiv.

Ich grüße Euch ganz herzlich da draußen.

Bis bald - ***die Saalfelderin

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hallo romy ,hallo stephan

ich denke eure geschichte werden sehr viel hir immer weiterverfolgen und auch gerne deine beiträge lesen - klar vieleicht ohen jedesmal was dazu zu schreiben - aber ich denke das ist auch nicht so wichtig - wichtig ist das du und stephan glücklich seit und viel daran gerne teilhaben und vieleicht einige gute anregungen daraus ziehen.

susa und ich haben uns ja auch dazu entschloßen unsere geschicht im groben zu veröffentlichen da wir

zu unserer Liebe auch öffentlich stehen und weil vieleicht auch andere betroffene daraus sehen das MS nicht bedeutet alleine ohne Partner durchs leben gehen zu müssen - den ich finde das das schlimmste was einem passieren kann - allein zu sein !!!

LG Seadancer

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,klasse,war sicher ein wunderbarer anfang.

alles beste und viel glück in manch schwerer zeit.

lg mali

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Guest lucie

Hallo Saalfelderin,

es stimmt was Seadancer schreibt- auch ich lese eure Geschichte wie einen Fortsetzungsroman und freue mich auf jeden neuen Beitrag. Das gilt natürlich auch für dich, Seadancer.

Ich freue mich einfach mit und für euch dass ihr trotz oder besser durch die MS euren Partner gefunden habt und glücklich seid:-))))

Schreibt bitte weiter, auch wenn nicht immer eine Antwort folgt.

@Saalfelderin

Wenn es doch mal zu einem Schub kommt- hoffentlich noch lange nicht!- dann frag ihn einfach was du tun kannst, ihr könnt doch über alles reden.Falsch machen kannst du eigentlch nichts, höchstens übertriebene Fürsorge ( das geht mir jedenfalls auf die Nerven).

ich wünsche dir und Stephan und natürlich auch allen anderen eine schöne schubfreie Zeit.

LG Lucie

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Mein Portemonnaie ist weg. Und mir immer noch ein Rätsel, wie und wo ich es verloren haben könnte. Mein Vater, den ich anrief, meinte sofort: „Du dusslige Trine!“ Na herzlichen Dank. Dann aber versuchte er mich zu beruhigen. In der Hoffnung, dass diese Beruhigung in mir die Erinnerung wecken würde, wohin ich doch mein Geldbeutel gelegt habe. Ein lieber Kerl.

Aber noch mehr mein lieber Schatz. Dem ich mit meinen verheulten Anruf in der Morgenstunde nicht nur den Tag verdorben habe, sondern wohl regelrecht Angst einflößte. Er rief mich auf Arbeit an, um sich zu vergewissern, wie es mir geht. Er bat mich per SMS darum, dass ich ihn doch unbedingt und gleich nach Feierabend anrufen solle. Und er versuchte mich zu trösten. Alles halb so schlimm. Davon geht die Welt nicht unter. Ich bräuchte Ruhe (und im hysterischen Heulanfall gebe ich ihm auch recht) und die würde er mir notfalls aufzwingen. Ruhe. Er würde mir helfen, wo er nur kann. Von 370 Kilometer Entfernung rief er sogar die hier ortsansässige Polizei an, um herauszufinden, ob dort vielleicht nicht doch ein Portemonnaie abgegeben wurde. Vielleicht, auch wenn ich von Anfang an der Meinung war, dass es DORT nicht ist, war für ihn dieser Versuch es wert. Er würde sogar mit mir zu mir fahren, hat er mir gesagt, um mir die kommenden Behördengänge abzunehmen. Um mir beizustehen.

Es war in dem Augenblick kein Trost. So wie ich während der Suche für die Suche keinen Blick hatte. Aber jetzt, bissel später und so ganz für mich, bin ich stolz und glücklich über sein ernstgemeintes und alles andere als notwendige Angebot. Er steht mir bei, selbst dann, wenn er es eigentlich nicht kann. Er ist einfach wunderbar.

***Eure verheulte Saalfelderin

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Hallo Saalfelderin,

das ist ja wirklich blöd - Portemonaie weg! Da ich wirklich eine schusselige Trine bin, habe ich diesen Schreckmoment und das was auf ihn folgt schon öfter erlebt. Habe es - oder auch alternativ dazu den Schlüssel - allerdings immer wieder gefunden. Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es wieder den Weg zu dir findet. Und wenn nicht, ist das zwar superätzend, aber die Welt geht davon nicht unter - und schon gar nicht mit so einem Mann an deiner Seite!

Aber ganz wichtig: Hast du deine EC-Karte sperren lassen?

Liebe Grüße

Cumeira

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Kopfschmerzen.

Inzwischen ist aus meinem Schwindelgefühl, das sich am Nachmittag anbahnte, ein böser Kopfschmerz geworden.

Heute bin ich daheim geblieben.

Das verlorene Portemonnaie und die daraufhin fast schlaflose Nacht hat mir die Kraft genommen, mich heute auf die Arbeit zu konzentrieren. Nächste Woche möchte ich ohnehin „blau machen“, um mich konzentriert in Alzenau und direkt vor Ort bewerben zu können. So nebenbei läuft das eben nicht, muss ich mir eingestehen.

Also ist der eine Tag mehr oder weniger „krank“ nun auch kein Weltuntergang mehr.

Ich freute mich auf den Abend.

Mein Vater hatte mich zum Essen eingeladen. Zu sich. Möhrengemüse, Kartoffeln und Rostbrätel. Eine meiner Leibspeisen. Da ich den ganzen Tag nichts zu mir nahm, freute ich mich umso mehr auf dieses Essen. Und auf die tröstliche Gegenwart meines Vaters. Nach dem Verlust von gestern liegen meine Nerven einfach brach. Und er, als ein bisschen Balsam, ist sicherlich die richtige Lösung. Dachte ich mir. Freute mich darauf.

Genoss das leckere Essen, während mein Vater sagte, er habe die ganze Zeit wach gelegen. Die Nacht nicht mehr als anderthalb Stunden geschlafen. Mehr nicht. Weshalb? Doch nicht etwa wegen meinem Portemonnaie? Nee, das – so denkt er – findet sich wieder ein. Nee, er meint meine Zukunftspläne, die nun ganz offensichtlich gestalt annehmen. Ein Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirma steht an. Ich bin beim Thema Zeitarbeitsfirma auch sehr, sehr skeptisch. Sicher! Aber anhören kann man es sich ja mal. Schnell aber entpuppte sich im Gespräch aber, dass es ihm weniger darum geht, dass ich bei einer Zeitarbeitsfirma anfangen könne. Nein, er hält mein ganzes Vorhaben für bedenklich. Er habe ein sehr schlechtes Gefühl bei dem, was ich vorhabe. Alles aufgeben, für Stephan. Der zweifelsohne ein wunderbarer Mensch ist. Aber, er könnte ja in fünf Jahren im Rollstuhl sitzen. Ob ich daran wohl schon mal gedacht habe. Und jetzt schon, jetzt schon könnte ich mit ihm nicht fort, nicht tanzen gehen. Immer dann, wenn ich mit meinem Mann zusammengezogen bin und seine Macken feststellte, dann wurde es mir zuviel und ich habe die Flucht ergriffen. Dann aber bin ich da drüben. Mit einem Job, der mich wahrscheinlich nicht glücklich macht und ganz, ganz allein. Ohne Freunde, ohne Familie (sprich ihm!).

Ich kann seine Bedenken verstehen. Aber was glaubt Mann, wie ich darauf reagiere? Ich konnte nicht mehr sagen, als dass ich mein Entschluss feststeht. Ich gehe zu Stephan und das steht für mich fest. Und wenn er im Rollstuhl landet, dann ist es so. Dann werden WIR damit leben. Sagte ich ihm, konnte ihm aber ganz offensichtlich nicht trösten.

Meiner angekratzten Seele tat dieses Gespräch absolut nicht gut. Ich hätte heulen können. Sofort und ohne Punkt und Komma. Mich unter die Decke meines Bettes verkriechen, mich ins Kissen kuscheln und heulen. Mein Gott, was ist das nur für ein Mist.

Stephan habe ich das noch nicht erzählt. In etlichen kleinen Telefonaten hat er heute versucht, mein Gemüt aufzubauen. Kriegen wir hin, mit dem Portemonnaie. Er würde mir helfen, wo er kann. Ein wunderbarer Mensch, dem ich diesen Schmerz heute nicht auch noch zufügen möchte.

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Hallo Saalfelderin,

aus dem ganzen Bericht lese ich so raus, daß dein Vater dich nicht gehen lassen will, aber weniger wegen Stefan sondern weil du ihn "verlässt" und dann noch sooo weit weg. Ich denke du solltest deiner Liebe nachgeben, weil in ein paar Jahren ist vielleicht dein Vater auch nicht mehr da und so wie ich das zwischen dir und Stefan mitbekommen habe, kann ein Rollstuhl - der ja auch nicht zwingend kommen muß - nicht zwischen Euch stehen, oder?

viel Glück Euch zweien

Moni

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