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W E R ?

"Gestatten, mein Name ist MS"

31 posts in this topic

Die wohl genialste Erklärung der MS. Ich möchte Euch dies hier nicht vorenthalten. Es trifft den Nagel auf den Kopf:

© by Lilly Sulzbacher

Die Autorin des Textes ist eine MS-betroffene Schweizerin

Geschrieben hat sie die Geschichte ursprünglich, um Nichtbetroffenen und allen Interessierten in leicht verständlicher Form die MS mit all ihren Tücken näher zu bringen.

"Gestatten, mein Name ist MS"

"Hallo!

Ich bin die MS. Mit vollem Namen heiße ich Multiple Sklerose. Aber die Abkürzung finde ich cooler. Ist so ähnlich wie mit dem JR aus "Dallas"; ich bin ebenso fies. Im Gegensatz zu dem Ölmulti habe ich sogar noch einen lateinischen Titel: Enzephalomyelitis disseminata. Trotzdem: MS passt schon.

Natürlich arbeiten die Wissenschaftler mit Hochdruck, um mir auf die Schliche zu kommen. Gegenwärtig reparieren sie allerdings nur mehr als notdürftig die Schäden, die ich hinterlasse.

Ich bin ein wahres Genie, weil ausgesprochen wandelfähig und kreativ. Nicht umsonst nennt man mich auch „die Krankheit mit den tausend Gesichtern“.

Allgemein wirft man mich in einen Topf mit den chronischen Krankheiten.

Stolz bin ich Speziell darauf, dass gegen mich noch kein Kraut gewachsen ist. Weil nämlich niemand weiß, woher ich wirklich komme und warum ich mir gerade den Menschen aussuche, der mich dann ein Leben lang am Hals hat.

Denn ich plage den einen heftiger, den andern fast gar nicht, entzünde Sehnerven, lasse stolpern und wanken, führe zu Missgriffen, verwirre die Empfindungen, tanze mit manchen den "Zitterfox", mache schlapp oder auch steif, lasse bleierne Müdigkeit den Tag vermiesen. Ich vergälle das Liebesleben und zische da und dort mit einem mörderischen Schmerz durch die Glieder und Eingeweide und lasse die Blase ein Eigenleben führen.

Je nach Lust und Laune mische ich einen Symptom-Cocktail zusammen oder belasse es auch nur bei einer Widrigkeit. Ich bin da äußest flexibel.

Auch, was mein Bemerkbarmachen angeht. Ich komme oft schubweise daher, aber nicht immer, wobei mir der Überraschungseffekt ausgesprochen wichtig ist. Sehr gerne hinterlasse ich dann einen neuen Schaden oder auch zwei oder verstärke bestehende. Wenn ich ganz hinterhältig aufgelegt bin, stichele ich nur ein bisschen, grad so viel, dass es meinem Wirt nicht auffällt, aber genügend, damit er sich schleichend schlechter und schlechter fühlt. Und dann gibt's auch noch wenige Menschen, die mich derart langweilen, dass ich sie nur einmal heimsuche und danach nur mal so nebenbei vorbeischaue.

Ach, ihr wollt wissen, wie ich mein zerstörerisches Werk verrichte? Die Wissenschaft glaubt, dass eine Virusinfektion im Kindes- oder jugendlichen Alter eine Rolle für mein späteres Auftauchen spielen kann. Lassen wir sie in dem Glauben. Soviel sei verraten: Ich niste mich im Zentralnervensystem ein, befalle an verschiedenen Stellen (daher multipel) in Gehirn, an den Sehnerven und im Rückenmark die Schutzhüllen der Nervenfasern (das so genannte Myelin). Das führt dort zu Entzündungsherden und zu Vernarbungen (Sklerosen). Weil die Nervenfasern jetzt teilweise blank liegen oder hässliche Narben haben, leiten sie schlecht. Das wiederum löst diese unterschiedlichen Funktionsstörungen aus.

Die Schutzhüllen können sich, wenn überhaupt, nur teilweise regenerieren, darum bleiben oft die Störungen erhalten. Und mit jedem Schub sorge ich dafür, dass der Schaden etwas größer wird. Oder ich sehe' zu, dass die Entzündung schon gar nicht mehr nachlässt. Etwa zwanzig Prozent der Menschen, die ich heimsuche, zwinge ich früher oder später in den Rollstuhl. Man wird mit mir genauso alt wie ohne mich. Ansteckend? Gott bewahre! Dazu bin ich viel zu exklusiv. Darum lasse ich mich auch nur sehr, sehr ungern vererben.

Grundsätzlich mag ich lieber Jüngere und mir liegen Frauen mehr als Männer, darum befalle ich Frauen doppelt so oft. In jüngster Zeit finde ich auch immer häufiger Gefallen an Jugendlichen und sogar Kindern. Meine bevorzugte Heimat sind die gemäßigten Klimazonen; ich mag es eher kühl. Speziell wohl fühle ich mich in Skandinavien, wohingegen mir die Hitze des Südens absolut nicht behagt. Auch Japan ist mir nicht sympathisch.

Ach, es gibt so viel von mir zu erzählen! Dauernd entdecke ich selbst neue Seiten an mir. Was Wunder, kriegt man mich nicht zu fassen. Die Ärzte rücken mir neuerdings mit Interferonen zu Leibe. Schmeckt scheußlich! Drum lass ich mich bei den Menschen, die solches Zeugs spritzen, weniger oft blicken. Oder lass mal das Piesacken ganz sein. Aber wirklich sicher vor mir machen die Chemiekeulen auch nicht - kommt ganz auf meine Tagesform an.

Diese Tagesform ist mein Geheimnis."

Edited by W E R ?

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Hallo Wer,

gut geschrieben. Trifft den Nagel auf den Kopf.

Gruß Moggele:)

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Hihi,

finde ich cool!! Ist das so wie bei Mama?

Jetzt verstehe ich, wie das ist. Total bekloppt !

Angelina

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Hallo WER,

super!!!

Spricht mir wieder aus dem Herzen und ist voll auf den Punkt gebracht.

LG Bambus

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Guest thomaspahl

Hey W E R,

suuuper, ich habe noch nie über die Beschreibung einer Krankheit so lachen müssen.

VlG, thopah

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Guest Pia A.

Hallo WER

Finde ich auch echt genial, wenn man es aus der Sicht von MS betrachtet, verliert man sogar etwas die Angst vor dieser schrecklichen Krankheit. Danke dafür.

LG Pia

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Mir hat es genau aus der Seele gesprochen und ich dachte, das muss ich Euch unbedingt zugänglich machen.

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Hallo WER,

das hast Du richtig gemacht.

Danke nochmal.

LG Bambus

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Guest Sandra70

Hallo WER,

das ist ja mal richtig super. Hab herzlich gelacht. Wenn man das nicht selber hätte, könnte man glatt ein wenig Sympathie für das kleine Miststück empfinden. :D :D

Danke. Das hast du gut gemacht.

LG Sandra

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Hallo WER!

Vielen Dank für diese tolle Beschreibung der Krankheit! Wenn ich darf werde ich es auch mal weiterleiten, viele die in meinem Bekanntenkreis diese Krankheit nicht kennen und mich fragen - da kann ich das oft nicht gut beschreiben! Dafür ist das Perfekt geschrieben!

LG Lilli

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Hallo lilli,

ich hab es mir auch ausgedruckt und gebe es zu lesen, wenn jemand Interesse hat.

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Um einem Mißverständis vorzubeugen, ich habe das nicht geschrieben – leider!

Die Autorin des Textes "Gestatten, mein Name ist MS" ist die ebenfalls von MS-betroffene Schweizerin Lilly Sulzbacher.

Geschrieben hat sie die Geschichte ursprünglich, um Nichtbetroffenen und allen Interessierten in leicht verständlicher Form die MS mit all ihren Tücken näher zu bringen.

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Hi Wer,

ist eine tolle tolle Erklärung der MS

Hab Sie mir mehrfach ausgedruckt, und vor sie meinen Kollegen und einigen Freunden zum lesen zu geben.

Viele verstehen ja nicht, was MS wirklich bedeutet. Wird von Außenstehenden gerne auf weine Gehbehinderung reduziert.

Die Probleme, die mir viel mehr Angst machen (und mich auch mal mehr oder weniger beeinflussen) kiegen eher im kognitiven Bereich. Weiß auch noch nicht, wie ich mit denen auf der Arbeit umgehen soll, da ich ja nicht den Eindruck erwecken will, meiner Arbeit nicht mehr gewachsen zu sein.

Danke für den Beitrag

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Hallo,

die Geschichte hat auch mir geholfen MS besser zu verstehen, als ich die Diagnose Mitte Juni bekam. Wirklich eine sehr gute und lustige Beschreibung der Erkrankung.

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Hallo W E R,

ich danke dir. Ich habe dieses hier, dank meines Vorschreibers, letzte Nacht entdeckt.

So wie Lilly Sulzbacher es geschrieben hat, kann man es sehr gut verwenden, um nicht Betroffene MS veständlich zu machen. Meine beste Freundin war jetzt die erste, der ich es vorgelesen habe, und ich werde L. Sulzbacher bestimmt noch öfter zitieren.

Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Liebe Grüße

Denise

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hallo WER,

ich habe herzhaft gelacht über diese Beschreibung, auch wenn es für uns ziemlich traurig ist (als Betroffene).

das ist echt klasse, das muss ich mir auch drucken....TECHNIK!!!!!

lg espe

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Hi WER,

mittlerweile bin ich ja schon etwas länger im Forum und bei unserer "Freundin" MS,aber bis jetzt habe ich

noch nirgendwo eine so tolle Beschreibung von der "lieben Freundin" gelesen.

Einfach klasse,den werde ich auf jeden Fall drucken!!

LG

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Hallo WER.

Dankeschön für diese nette Schilderung der MS von sich selbst. Manchmal musste ich schmunzeln.....

Meine Frage: "Darf ich das klauen ??"

Liebe Grüsse

von Ute

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echt super, ich drucks mir auch aus

lg gabi

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Hallo Ute und alle anderen, die "Geatatten, mein Name ist MS" sich ausdrucken wollen!

Um einem Mißverständis vorzubeugen, ich habe das nicht geschrieben – leider!

Die Autorin des Textes
"Gestatten, mein Name ist MS"
ist die ebenfalls von MS-betroffene Schweizerin
Lilly Sulzbacher.

Geschrieben hat sie die Geschichte ursprünglich, um Nichtbetroffenen und allen Interessierten in leicht verständlicher Form die MS mit all ihren Tücken näher zu bringen.

Da es aber im Internet steht und so jedem zugänglich ist, denke ich mal, dass man e
s, bei Nennung der Autorin, sich ausdrucken darf.

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