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philly84

MS als Entschuldigung?

39 posts in this topic

Mir ist auf jeden Fall aufgefallen, dass es schwierig für meine Angehörigen ist, mit meiner Diagnose fertig zu werden.

Denn es meldet sich leider niemand. Und jetzt gibt es einen einen akuteren Krankheitsfall in meiner Familie als mich und ich habe geholfen, hatte dann nen Schub und nun kann ich eben nicht mehr helfen und schwupps bekomme ich zu hören "Ich soll mich nicht so hängen lassen".

Warum diese Denkensweise? Ich würde sie gern verstehen.

Vielleicht geht es ja jemandem so ähnlich wie mir oder kann mich aufklären.

philly

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Hallo philly,

verstehen kann man so eine Denkweise nicht. Kannst Du die Person, die meint, Du solltest über Dein verfügbares Maß hinaus aktiv werden, eben mal beiseite nehmen? Einen Kaffee trinken gehen oder so? Bei der Gelegenheit ruhig und freundlich davon sprechen, wo Deine Grenzen sind. Auch in Bezug auf die Intoleranz bestimmter Menschen. Du hast ein Recht darauf, so angenommen zu werden, wie Du bist.

Die Leute können sich manchmal einfach nicht vorstellen, womit wir zu kämpfen haben. Jemanden zusammenstauchen geht ja auch leichter als sich die Mühe zu machen, sich mit dem Krankheitsbild auseinander zu setzen.

Geh auf die Leute zu, mit denen Du etwas klären möchtest. Es lohnt sich! :kopfhoch:

GlG KarU

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Hey philly,

ich kenne das leider auch... Bei mir innerhalb der Familie ist es sogar richtig krass! Meine Mutter (auch MS etwa 1 Jahr vor mir die Diagnose bekomme) versteckt sich wirklich hinter der Krankheit... Es ist ein Grund für sie, den Haushalt schleifen zu lassen oder auch mal ein, zwei Tage nicht zur Arbeit zu gehen... Aber dann wieder am WE wegfahren und was erleben, dafür reicht die Kraft...Dafür hat dann aber auch jeder Verständnis!

Ich denke da etwas anders und jaule auch nicht ganz so viel... Wenn es mir dann aber schlecht geht, dann richtig.. So auch letztens, da bin ich nicht mit zu meinen Großeltern, weil ich lieber Ruhe haben wollte den Tag(wollte ja fit werden für die Woche und Kaffee und Kuchen find ich nicht ganz so wichtig wie arbeiten)

Da kam dann auch gleich, ich solle mich doch nicht so anstellen, so schlimm kann es doch garnicht sein, naja...

Und auch mein Freundeskreis kann oft nicht nachvollziehen, was in mir vorgeht... Wenn ich erzähle, dass ich schnell Müde werde und die Konzentration nachlässt kommt immer, "Ja, aber das hat doch jeder mal!" Das ist das Problem wenn man eine Krankheit hat, die keiner sieht... Ist eben nicht wie ein gebrochenes Bein, wo jeder sofort Verständnis für aufbringt...

Der Tipp mit dem Beiseite nehmen von Karin ist glaub ich der beste Weg... Und vor allem erkläre, was passiert, wenn du unter Kortison stehst... Das kann nämlich kaum einer verstehen und wirklich nachvollziehen...

Aber mit sowas wirst du immer wieder konfrontiert werden, leider :-(

Aber Kopf hoch und durch... Die Krankheit ist schon Belastung genug, da sollte man dann versuchen, sich nciht auch noch mit sowas herum zu schlagen, sondern souverän drüber stehen, obwohl auch das oft sehr hart ist, gerade wenn es der engste Freundes- und Familienkreis ist...

LG Aentchen

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Hallo philly,

das kennt glaub ich jeder hier! Leider kann man Menschen nicht in den Kopf gucken, deswegen können viele nicht verstehen, dass es schon belastend sein kann manche Dinge, die für andere normal sind, eben nicht mehr zu können! Außerdem haben viele immer noch das Bild MS ist gleichbedeutend mit Rollstuhl im Kopf. Klar kann das passieren, muss es aber nicht. Solange die Menschen das nicht verstanden haben, werden wir eben immer im falschen Licht gesehen!

Auch, dass eine Stosstherapie nicht immer leicht weg zu stecken ist, können die halt nicht verstehen. Die sehen nur, ok, die/der kriegt ne Infusion, dann ist alles sofort wieder gut. Wenn das so wäre, dann wäre es toll! Ist es aber leider nicht!

Den Rat mit zur Seite nehmen und mal Tacheles zu reden finde ich auch klasse. Vielleicht druckst Du ja ein paar unserer Antworten aus, immerhin sind hier alles Betroffene oder deren Angehörigen, und legt es Deinem Gegenüber einfach mal zum lesen hin. Dann können sie aus erster Hand erfahren, dass Du ganz normal bist und nicht simulierst, wenn Du sagtst, ich würde ja gern, aber ich kann nicht.

LG

sissitt

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Also ich denke, das was man sieht ist bei den Menschen existent und das was man nicht sieht, wird gerne ignoriert. So ist denn die Krankheit, wo wenig Symptome zu erkennen sind, schlicht und ergreifend nicht vorhanden, weil es ausgeblendet wird! Wenn auch keinere Schwierigkeiten zu sehen sind, werden diese nach einer gewissen Zeit, als normal akzeptiert und somit ist das Problem wieder nicht vorhanden! So kommt es dann dazu, das man sich nicht anstellen soll, oder wie bei mir damals sogar die Diagnose in Frage gestellt wurde! Natürlich waren die Auswirkungen dann auch nicht wahr. Ich hab zu der Zeit auch nicht mehr die Kraft gehabt, da gegen an zu gehen und hab mir gedacht: Glaubt was ihr wollt und lasst mich und meine kleine Familie in Ruhe!

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Guest Biko

Hallo Philly,

genauso wie Ruepel halt ichs auch. Meine Kraft ist diesbezüglich auch am Ende. Erst vor einer Woche ist eine Freundschaft wegen der MS in die Brüche gegangen bzw. eigentlich deswegen, weil meine frühere Freundin es nicht verstehen konnte, dass ich jetzt immer so müde bin. Früher hätte mich das völlig fertig gemacht. Heute ist es mir echt egal. Wer mit der MS ein Problem hat, dem kann ich auch nicht helfen. Und das ist auch nicht mein Problem.

Lg, Biko

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Guest Turtle

Vielleicht muss man den Leuten auch mal sagen, dass es nicht darauf ankommt, ob sie sich das vorstellen können. Wir sind ja nicht für die Vorstellungskraft anderer Leute verantwortlich - auch nicht für deren Mangel an derselben.

Odr man muss ihnen sagen, dass die Welt halt nicht immer so funktioniert, wie sie sich das vorstellen.

Und nein, das ist nicht unhöflicher als anderen Faulheit oder ähnliches zu unterstellen.

Edited by Turtle

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ich wundere mich immer wieder, wie viele wirklich schlechte erfahrungen mit verwandten, freunden, bzw. in beziehungen gemacht haben.

kann ich jetzt so überhaupt nicht bestätigen. klar, bei ein paar hatte ich den eindruck, die ziehen sich zurück, aber das ist ok! reisende soll man nicht aufhalten. aber ich fände vorgeschobenes pseudo-interesse ehrlich gesagt schlimmer.

keiner muss sich für alles interessieren. und ich war zugegebenermaßen auch früher kein vertreter der hyperaktiven, d.h. musst auch früher nicht immer und überall dabei sein.

die ignoranz einzelner, insbes. meiner vorgesetzten, weil man mir ja nichts ansieht, ignoriere ich. einmal versucht, das zu erklären, reicht mir. hab nur "verständnisvolles" nicken geerntet aber man sah ihnen an:" ich glaub dir kein wort". nun gut. ist letztlich deren problem und sich darüber aufzuregen lohnt einfach nicht... ja, fällt mir manchmal auch heute noch schwer, diese l.m.a.a.-haltung. aber ist wirklich das nervenschonendste. und unsere nerven sind ja nicht mehr die besten, oder?

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Hallo Philly,

ich hab auch bei manchen leuten das gefühl nicht verstanden zu werden, erst vor kurzem hat mich jemand gefragt wie es mir geht und meine antwort war mir geht’s zur zeit nicht gut, darauf kam die antwort,

dass das gar nicht sein könnte weil ich weder blass noch ein eingefallenes gesicht hätte.

Da ich nicht gerade die dünnste bin habe ich einfach geantwortet na ja so schnell fällt mein gesicht auch nicht ein.

Ich versuch vieles nach aussen mit humor zu überspielen weil ich weiß, dass mir viele meine krankheit nicht abnehmen, aber im innern ist es mir da manchmal nicht zum lachen zumute.

Es ist sehr schade, dass du so wenig unterstützung hast,

ich wünsche dir viel kraft, zuversicht und gute freunde.

LG wildwind

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Es kommt immer auch darauf an wer soche Aussagen tätigt und dann auf die Art wie sie getätigt werden.

Gegen ignorante Besserwisser hilft nicht viel, ich kann mich über solche Leute aufregen und mit Humor habe ich es dann auch nicht mehr so.

"Soso, ich soll mich nicht so anstellen. Was wissen Sie denn überhaupt über MS? Sind Sie Neurologe? Haben Sie überhaupt eine Ahnung um was es hier geht?", sowas in der Art beendet solche Themen meist recht schnell, muß jnatürlich je nach Situation/Gesprächspartner variiert werden.

Im politisch korrekten Klima Deutschlands könnte ich mir auch vorstellen daß man so Themen rasch ad acta legen kann wenn man dem Gegenüber indirekt unterstellt intolerant zu sein und was gegen Menschen mit Behinderungen zu haben. :D

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Ich kann mich Claudia19 nur anschließen, meine Familie und Freunde stehen zu und hinter mir, auch wenn es mal nicht so geht!!

Als Beispiel, ich bin vor zwei Jahren zu einer Siberhochzeit  eingeladen gewesen, wo ich vor 25 Jahren Trauzeuge war. An dem Jubeltag ging es mir richtig sch..ße. Ich habe an dem Jubeltag dort anrufen müssen und habe abgesagt.. Die Reaktion war, wenn es nicht geht, dann geht es eben nicht,.du kannst es dir aber noch überlegen, du weißt  ja es ist keine förmliche Veranstaltung und wir haben immer einen Platz wo du dich mal hinlegen und ausruhen kannst!

Wir haben weiterhin ein sehr freundschaftliches Verhältnis und besuchen uns häufig gegenseitig. Habe heute Vormittag noch eine Nachricht bekommen, dass sie bald mal vorbei kommen wollen.

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lieber  philly84

es ist jetzt genau 2 Jahre her, da Du diese Frage gestellt hast und von Deinem Problem berichtet hast.

Mich würde interessieren, ob Du mittlerweile besser mit Deiner Familie und Freunden zurechtkommst?

Bei mir ist es so, daß ich den Kontakt zu meinen Eltern abbrechen mußte, weil ich immer schubähnliche Symptome habe (mein linkes Auge wird blind und mein linker Fuß wird taub), wenn ich mich aufrege, und bei solchen Eltern wie ich sie habe kann man nicht ruhig bleiben!  Meine Mutter hat mich im KH besucht und das einzige Thema war, wie toll sie doch abgenommen hat. Später hat sie mich angerufen, und gesagt, daß ihr wichtig ist, bevor einer von uns stirbt (!) noch zu klären, warum unsere Beziehung so gestört war, und warum ich immer so ein schwieriges Kind war und ihr immer so viel Kummer bereitet habe. (!)

Tja, Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht.

Es gibt auch viele, die vorher nicht so eine enge Beziehung zu mir hatten, und mich jetzt nur drücken und umarmen und rücksichtsvoll sind und mich immer fragen, wie es mir geht, und was neues, und mit mir lachen und weinen. Vielleicht ist es ja, so, daß man erst in der eigenen Not den wahren Charakter von seinen Mitmenschen erkennt.

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Oh ja, Blumenfee,

da hast du ein wahres Wort gesprochen!

Als ich das erste Mal mit kompletten Netzhautablösungen in der Uni-Klinik lag, frisch operiert, kam meine "liebe

Schwiegermutter, mit ihrem noch lieberen Lebensgefährten mich besuchen und schon zur Begrüßung schenkten sie mir die Worte: Oh mein Gott, wie siehst du denn aus (beide Augen dick verbunden)! Nein, was hast du denn getan, dass der liebe Gott dich so bestraft!!

So wollten wir nicht leben, blind und im Rollstuhl, dann lieber gleich weg vom Fenster!

Meine Tochter, die zu Besuch war, packte sie gleich am Schlafittchen und setzte sie vor die Tür.

Ich war sehr, sehr traurig und habe diese Worte auch nie vergessen.

Unsere Beziehung wurde nie wieder so wie früher!!

Da kann man wirklich drauf verzichten!!

Glg und schönen Abend von

Reini

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Vielleicht für alle die auch Probleme mit den lieben Mitmenschen haben!?
Bei meinen Leuten hat es stilles Nachdenken veursacht, speziell meine Mutter kommt nicht mehr mit schlauen Ideen, was doch alles wichtig für mich ist um die Ecke, sie fragt jetzt was und ob ich kann!!
Dieser Text ist nicht aus meiner "Feder" entstanden, sondern aus einem anderen Forum abkopiert. Nur das trifft, bei mir, den Nagesl auf den Kopf!!


Eine Erklärung für Menschen ohne MS!
MS bedeutet, dass sich vieles verändert,
vieles davon ist unsichtbar.
Im Gegensatz zu AIDS oder Krebs, wissen die meisten fast gar nichts über MS und ihre Wirkungen.
Und diejenigen, die glauben es zu wissen, sind
eigentlich falsch informiert.

Hier sind Informationen für diejenigen, die es verstehen wollen ....
..... Dies sind die Dinge, die Du / Ihr verstehen solltet,
bevor Ihr mich beurteilt oder verurteilt
.... …. …. ….

Bitte versteht,
dass krank sein nicht heißt, dass ich kein Mensch mehr bin.
Versteht bitte den Unterschied
zwischen „glücklich“ und „gesund“.
Wenn Ihr Grippe habt, fühlt Ihr Euch bestimmt miserabel,
aber ich bin seit Jahren krank.
Ich kann mich nicht die ganze Zeit miserabel fühlen,
im Gegenteil, wer mich kennt weiß, ich arbeite hart daran, nicht ein „Häufchen Elend“ zu sein.

Also, wenn Ihr mit mir redet, und ich scheine glücklich zu sein,
dann bin ich es auch.
Das ist alles.
Es bedeutet nicht, dass ich keine Schmerzen habe,
oder dass ich nicht extrem müde bin,
oder dass es mir besser geht, oder so.
Bitte sagt nicht:
„Oh, es scheint Dir besser zu gehen !“.
Es geht mir nicht besser,
ich bin einfach glücklich !!!

Bitte versteht,
dass wenn ich fünf Minuten lang stehen kann,
dass das nicht heißt,
dass ich zehn Minuten oder eine Stunde lang stehen kann.

Mit vielen Krankheiten ist man entweder gelähmt oder nicht.
Mit dieser ist es etwas komplizierter.

Mit den Verben „aufrecht sitzen“, „gehen“, „gesellig sein“ usw. verhält es sich im übrigen genauso.
Das ist, was diese Art von Krankheit einem antut.

Bitte versteht,
dass MS variabel ist.
Es ist möglich,
dass ich heute zum Park und zurück laufen kann, 50 km Radfahren,
und es morgen nicht in die Küche schaffe.

Bitte greift mich nicht an, in dem Ihr sagt:
„Aber Du hast es doch vorher geschafft!“.

Wenn Ihr wollt,
dass ich etwas mache, dann fragt mich, ob ich es kann.
Im ähnlichen Sinn kann es sein,
dass ich eine Einladung im letzten Moment absagen muss.
Wenn das passiert,
nehmt es bitte nicht persönlich,
ich suche es mir bestimmt nicht aus.

Bitte versteht,
dass „ausgehen und was unternehmen“ mich nicht besser fühlen lässt.
Es kann meinen Zustand ernsthaft verschlimmern.
Mir zu sagen
ich bräuchte mehr frische Luft und Bewegung,
ist nicht nötig und nicht angebracht.

Bitte versteht,
dass wenn ich sage ich muss mich jetzt hinsetzen, hinlegen, stehen bleiben, oder Pinkeln gehen,
dass ich es genau jetzt machen muss.
Ich kann es nicht verschieben oder vergessen
bloß weil ich einen Ausflug oder sonst was mache.

In vielen Hinsichten brauche ich Euch - die Leute die nicht krank sind.

Ich brauche jemanden,
der mich besucht, wenn ich zu krank bin um auszugehen,
der mich zum Arzt fährt,
der mit mir kocht/bügelt/aufräumt/redet
oder der mich zum Sport begleitet.

Und ich brauche Euer Verständnis, soweit wie möglich.

Ich lebe einfach nach meinem Motto:

Ich bin nicht krank, sondern nur anders gesund !!!

Liebe Grüße
Harald

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Mensch Harald,

ich habe Gänsehaut! Dieser Text spricht mir von der Seele, ich hätte es nur nicht so in Worte fassen können.

Vielleicht sollte man ihn sich mal abschreiben und kopieren und dem Umfeld schicken!

Genau so fühlt man sich und genau so denken andere über einen.

Genau wie mein Nachbar, nie in seinem Leben richtig gearbeitet, Alkoholiker und ständig auf Spähposten am Fenster, hat mich tatsächlich mal gefragt, was ich denn eigentlich hätte.

Sowas bekommt Rente, den einen Tag arbeiten sie im Garten, ein anderes Mal fahren sie mit dem Rollator, dann gehts mit dem Hund und Stock über die Wiesen und gestern mußte sie ihr Mann im Rollstuhl fahren???? In einem Ton, der mir die Tränen in die Augen getrieben hat.

Meine Antwort: Das geht sie gar nichts an!

Mehr ist mir in dem Moment nicht eingefallen.

GlG von Reini

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Hi.. 

ms als entschuldigung....

wisst ihr;

ich würde gestern und heute sooo gerne

wieder die gleichen Probleme haben wie in de letzten

jahren!

soo gerne würde ich meine ms als entschuldigung angeben für

mein menschliches versagen!

es geht mir gut..jaa...danke..wirklich!

es geht mir gut!

zu gut...viiel zu gut!!

auch wenn ich nicht wirklich wieder gepeinigt werden möchte

von diesem teufel in uns...weder körperlich noch geistig mag

ich je wieder von ihr heimgesucht werden!!

aber wisst ihr was??

ICH HABE KEINE EINFACHE AUSREDEN MEHR!!

FCK....FCK.FCK.FCK...

SO EINFACH ZU SAGEN;HEY,ICH KANN HALT NICHT,DIE MS PLAGT MICH DOCH!

wer glaubt mir das denn in dieser der meinen zeit?

wer?....

vor 9monaten noch durchaus denkbar,aber heute?

ist das gut oder nicht?

beides Wohl eher!

auch ich habe mich in der vergangenheit mit meiner ms des öfteren

raus uund ausgeredet!

ist ja auch simpel und einfach mal eben aus verkegenheit sagen zu können;

ne geht nicht da...ne geht nicht weil und darum und deswegen..

heute hätte ich gerne eine aktive ms (natürlich nicht gerne!!)aber um

mich selber rauszureden und auszureden schon....

komisch....ich weiß gerade nicht was ich damit anfangen soll...

wollte nur sagen das unsere ms eine einfache,oder einfachere art ist sich

selber zu entschuldigen oder auszureden...

liegt wohl in unserer natur..in der natur des menschen!

einfach nur so...

l.g

marca

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 Danke :)

@Harald für diesen Beitrag (auch wenn er nicht von Dir Ist)

LG Amöbe

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Harald - einfach super. Glaub so denken 99,9% hier im Forum ( und der nicht angemeldeten...)

LG Zebra

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Uff,

marca ist schwer zuverstehen, ich weiß.

Ich habe nur ganz am Anfang, als ich gar nicht wußte was mit meinem Körper geschieht, diese MS als Entschuldigung benutzt. 

Die Jahre davor, voller Unkenntnis, und die Jahre nach der Diagnose, eigentlich ja auch voller Unkenntnis, brauche ich keine Entschuldigung. Ich schaffe das was der Körper zuläßt und etwas mehr darüber hinaus. Ich habe Glück für das wortlose Verständnis auf der Arbeit, dass mir entgegengebracht wird, obwohl mir nicht auf den ersten Blick anzusehen ist, was mir das Leben schwer macht.

Ich bin Single, meine Kinder sind erwachsen und auf einem richtig gutem Weg. 

Ich brauche niemanden mehr zu versorgen, mich nicht mehr kümmern müssen. Kann mein Enkelkind bespaßen und meinen "Enkelhund" wenn der Körper zustimmt..

Ich bin für mich alleine. Bei Marca sieht das aber ganz anders aus.

Einen schönen Abend.

Catherine

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Hallo zusammen,

als ich die Überschrift gelesen habe, kam mir zuerst der Gedanke, ist das jetzt ein Angehöriger, der sich fragt, ob vielleicht manchmal die MS als Ausrede genutzt wird. Damit einhergehend habe ich mich natürlich mal wieder hinterfragt. Und kam entgegen der allgemeinen Meinung hier im Beitrag zu dem Ergebnis, ja ich nutze manchmal die MS als Entschuldigung. Als Entschuldigung dafür, dass ich manchmal Sachen spontan absage und als Entschuldigung, dass ich manchmal Sachen garnicht erst in Erwägung ziehe, weil es könnte ja...

Als ich dann die Beiträge las, kam heraus, dass es mehr darum geht, dass sich einige hier von Angehörigen und/oder Freunden falsch behandelt fühlen. Dass nich verstanden wird, was unsichtbare Erscheinungen der MS sind und dass das manchmal eben auch spontane Absagen mit sich zieht oder eben auch vorherige negative Gedanken.

Tatsächlich ist es vermutlich so, dass man das als Nichterlebender einfach nicht verstehen kann. Man kann versuchen es zu aktzeptieren, man kann versuchen sich in den Betroffen rein zu versetzen, aber man kann es nicht verstehen. Wenn ihr ehrlich seid, hättet ihr das vor der Diagnose?! Bzw. könnt ihr das bei Symptomen, die ihr nicht selbst habt?!

Ich persönlich kann das nur schwer und ich glaube, dass man das schwer kann. Ich selbst habe probleme, wenn mich jemand aus meinem Dunstkreis ehrlich fragt, was sich wie anfühlt, es zu beschreiben, es zu erklären. Schon allein ein "komischs Gefühl im Arm" zu erklären ist schwer. Ich kann sagen was es nicht ist... es ist kein richtiges Kribbeln, kein Richtiges den Arm nicht mehr nutzen können, kein Richtiges schwache Muskeln... es ist eben "ein komisches Gefühl"... Wie also soll das jemand verstehen, der es eben nicht selbst spürt. Vielleicht ist mein "komisches Gefühl" auch ein ganz anderes als deins oder deins oder deins. Wer weiß!

Für mich arbeite ich ganz stark daran niemals zu sagen etwas geht nicht, ohne es probiert zu haben. Oft formuliere ich meine Bedenken, spreche sie den Betreffenden gegenüber an und suche schon vorher nach Lösungen, wenn etwas passiert. Oftmals bemerke ich dann, joah es geht ja doch und das sogar ohne Grenzen zu überschreiten.

Vielleicht sollten wir alle mal aus der Verteidigerposition herausgehen und uns einfach stellen, ganz offensiv. Dann würde viele Missverständnisse so vielleicht garnicht aufftreten.

Und für alle, die völlig unempathisch sind und einem auch nicht vertrauen, wenn man sagt, ja nun geht es tatsächlich nicht, hilft vermutlich eh nur ein gesundes Maß an Ignoranz.

Liebe Grüße das Franzi

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Franzis letzte beide Sätze bringen es schon gut auf den Punkt, ne?

Dabei merk ich oft- man w i r d auch mal, obwohl man das nicht will, ganz seltsam in diese Verteidiger-Position reingedrängt. Da hilft auch mal ein : Moment, was soll das werden.

Ist nicht einfach, aber nun ja.. das ist das leben ja irgendwie generell nicht.

Ich für meinen Teil muss sagen, ich hab irgendwie immer schon versucht, zu verstehen.. aber das liegt auch wohl dran,wie ich aufgewachsen bin. Allein schon mit "Behinderten" in Familie und Umfeld war "Verstehen" immer was, was mich begleitete. 

Ich denk mir immer, das war auch gut so.. ergibt eben Toleranz, Akzeptanz und ein Interesse am Gegenüber.

Dazu: die Menschheit ist,wie sie ist. Manchmal kann man versuchen, "Einzelfaktoren" zu ändern.. manchmal muss man letztendlich akzeptieren, es ist , wie es ist.. 

Manchmal nimmt man sichs zu Herzen, grämt sich.. manchmal ist es gut, wenn man sich sagen kann, okay, ich habs versucht, funktioniert nicht.

So isses halt.

Hat nix mit Fatalismus zu tun, 

Ihr wisst doch, dieses Zitat von wegen..

hilf mir zu ..ändern, was ich ändern kann.. akzeptieren,w as nicht änderbar.. beides zu unterscheiden.

(Mir fehlt grad leider das richtige Zitat, aber Ihr kennt es bestimmt)

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Hallo ihr lieben!

Meine Mama hat mir schon damals gesagt (1995 - da hatte ich einen Gehirntumor, danach wurde MS festgestellt): Solange die Menschen es nicht sehen und angreifen können hat man keine Krankheit.

Ich war damals "nur" müde und konnte nicht sprechen oder gar was arbeiten (laut meinem Ex-Mann).

"Die tut nur so!" hat mein Ex-Mann gesagt. Es ist ja egal was die Ärzte sagen, aber in  seiner Familie war ich halt zu "faul" um den Haushalt zu machen oder zu "arrogant" um mit der Familie meines Mannes zu sprechen.

Nächsten September feiern mein jetziger Mann, meine neue Familie und ich "20-Jahre nach dem Gehirntumor"! Ich habe es überlebt!!! Dank meiner Mutter, die mir geholfen hat (Übungen um wieder lesen, rechnen und gehen zu können).

Und jetzt bei der MS macht mein Mann weiter um mir zu helfen.

Mein Frauenarzt hat gesagt:  Ms ist eine Krankheit, die einem die Grenzen zeigt und die Notwendigkeit, diese Grenzen überschreiten zu wollen und viel Kraft abverlangt.

Also: kämpfen wir, um die Grenzen zu überschreiten, die uns unser Körper zeigt!!!!

Liebe Grüße

Karin

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Harald

klasse Beitrag!!!!!!!!!!!!!!!!!!  :) 

Hab ihn schon an Diverse weitergeleitet. Wer das nicht kapiert, ist ein hoffnungsloser Fall :wacko: 

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