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philly84

MS als Entschuldigung?

39 posts in this topic

Hallo Schnickschnack,

das läuft bei Wikipedia als Gelassenhaeitsgebet:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Hallo zusammen,

ja manchmal bin ich auch versucht, schnell die Ausredekarte zu zücken. Bisher habe ich mich immer gebremst. Schließlich gehöre ich auch zu denen, denen man die Krankheit nicht ansieht. Und ich denke, es könnte allen schaden, wenn man das überstrapaziert.

Andererseits mache ich nur noch Dinge, die unbedingt sein müssen oder mir Spaß machen. Für alles andere gibt es dann eine andere Ausrede. ;)

Viele Grüße

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Ach Glückskind, danke!

Genau das ist das Zitat, ich habs schon öfter auf Postkarten und in Büchern gesehen und finde es sehr gut :-)

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Danke Harald,

für diesen Beitrag (egal woher er auch ist).

Auch ich gehöre zu den Glücklichen (???), denen man nichts ansieht.

Jedenfalls nicht, wenn man mich nicht kennt oder sich niemals mit der MS (egal ob als Betroffene® oder Angehörige®, beschäftigen mußte und daher in der Lage ist, gewisse Anzeichen zu erkennen.

Manchmal denke ich.... wäre mein Leben einfacher WENN man es mir ansehen würde ??

Doch dann denke ich wieder: "Sei froh das man (noch) nichts sehen kann !!"

Für mich gilt, wie für KARINGINA - Immer bis an die Grenzen gehen und manchmal, ja manchmal geht es auch noch ein kleines Stückchen darüber hinaus   :) 

Liebe Grüße

von Ute

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Hallo Harald und all ihr Lieben im Forum,

ja man merkt immer wieder, wir sitzen in einem Boot.

Wir waren gestern mit Freunden essen, solche Freunde, die es einfach auch nicht begreifen wollen, dass man eben nicht mehr alles kann und auch selbst am besten weiss, was einem gut tut.

Prompt Thema, über den 3. Oktober 3 Tage verreisen!

Als ich ihnen erklärte, dass es für mich zuviel Aufwand bedeutet und Stress und mir das Druck bereitet, kam mal wieder das übliche, du mußt mal raus, es wird dir gut tun, geht doch auch mal ohne Spezialmatratze,passt der Rolli nicht ins Auto, leihen wir dir eben einen Bollerwagen lach, lach.......

Probiers doch mal usw.!

War aber gut vorbereitet und habe mit einem Lächeln im Gesicht, Haralds Zusammenfassung als Gebrauchsanweisung für Reini in der Zukunft, verteilt.

Da war das Staunen groß und das Thema wurde ganz schnell gewechselt.

Danke Harald, ich hätte es so nie auf den Punkt bringen können.

Wünsche euch allen ein wunderschönes Wochenende mit Sonne im Herzen!!

Eure Reini

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Den Beitrag von Harald finde ich klasse!

Genial finde ich auch die Erklärung über die MS von Lilly Sulzbacher

" Gestatten, mein Name ist MS"  und was sie auslöst. Denn sie trifft wirklich den Nagel auf den Kopf. Einige hier kennen den Beitrag schon.

Viele Nichtbetroffene wissen ja gar nicht so richtig, was MS eigentlich ist und was sie auslöst.

Hier nochmal der Link für die, die es interessiert.

http://www.aktiv-mit-ms.de/forum/topic/3865-gestatten-mein-name-ist-ms/

Ich habe diese Erklärung schon mehrere Male an Nichtbetroffene weitergegeben. Danach haben sich daraus auch schon mal Fragen und eine interessante Diskussion ergeben.

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Hallo WER und alle,

ja wer das geschrieben hat war schon sehr einfallsreich. Ich habe das damals ganz oft ausgedruckt und in meiner Abtreilung und bei den Vorgesetzten einschl. Verwaltungschefs verteilt.

Einige haben sich bei mir bedankt für den Text. Das waren die, die auch zwischen den Zeilen lesen können. Dazu gehörten auch Vorgesetzte und Verwaltungschefs.

Ich werde nun nicht  in Watte gepackt, aber mit anderen Augen gesehen, das tut gut und ist sehr hilfreich dabei meine Kräfte anders einzuteilen.

Wer auch diesen einfallsreichenText nicht verstehen will, den lasse man/frau lieber links liegen, diese Menschen kosten nur Kraft.

Ich habe lange für Akzeptanz gekämpft nun geht es mir gut.

Liebe Grüße und wärmende Sonnenstrahlen (bei uns regnet es leider) sendet

Catherine

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Hallo zusammen,

diesen Text finde ich auch sehr gut, woher er kommt steht drunter!

"Meine beste Zeit"

 

Es ist merkwürdig. Einerseits erlebe ich sehr schmerzhaft und bewusst das Weniger- und Schlechterwerden verschiedener Körperfunktionen.

Ich bin noch nie so schlecht gelaufen, hatte noch nie so viele sprachliche, feinmotorische und kognitive Probleme, Muskel-, Blasen- und sonstige Störungen wie jetzt.

Und das alles hat sich im letztlich kurzen Zeitraum von 20 Jahren angesammelt.

Andererseits ist mir sonnenklar, dass JETZT die beste Zeit meines Lebens ist.

Ich habe mich inzwischen einigermaßen auf meine MS eingestellt und gewisse Kompetenzen im Umgang mit ihr entwickelt.

Ich nutze mit Freude alles, was mir das Leben erleichtert. Dadurch ist meine

Lebensqualität trotz meiner geringeren Möglichkeiten wieder enorm gestiegen.

Mir ist sehr bewusst, wie viel mir trotz aller Abstriche möglich ist.

Ich weiß, dass meine Haben-Seite noch immer reich und bunt ist.

Und ich weiß, wie viel ich noch verlieren kann.

Was mir meine "Madame" noch abjagen könnte...

Deshalb genieße ich um so intensiver meine beste Zeit: JETZT!

Bettina Röser (1/09)    aus  MOSAIK

LG

Harald

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Guten Morgen,

will mich auch mal wieder melden. Hoffe, es geht euch allen gut.

Ich habe diesen Beitrag mal vor Jahren bei einer Freundin hier aus dem MS Forum gelesen. Ich hab nach der Diagnose damals in der Reha mit einer Psychologin auch drüber geredet, was ich kann und was nicht mehr und was mich wirklich belastet. Damals noch ohne Rollator, schlecht laufen, Treppe nicht möglich. Steht man vor dem Aufzug mit einem Rollifahrer und hat als "Läufer" ein schlechtes Gewissen. Oder man ist peinlich berührt, weil man nicht mehr mit dem Nachbarskind Memory spielen will, weil man mit 3 Pärchen überfordert ist. Oder sich ein Treffen mit Freunden so aufschreibt: Viertel vor Vier, weil das Hirn zu dampfig ist, um 15.45 zu schreiben. Also hab ich auch eine Gebrauchsanweisung gemacht. Nicht böse sein, wenn ich ein Gespräch einfach mittendrin abbreche. Muß dann einfach die ganzen Worte wieder im Kopf sortieren, damit ich noch weiß, was ich wollte. Nicht sauer sein, wenn ich nicht mehr grüße, nur weil ich mich auf den Weg konzentrieren muß. Könnte ja ein Marienkäfer meinen Weg kreuzen und peng lieg ich auf der Nase. Oder dass ich manchmal auch konfus schreibe. Von Stöckchen auf Hölzchen. Auch nach unserem Umzug hab ich sowas in den Briefkästen der neuen Nachbarn verteilt, damit die keine Angst um ihre Kinder haben. Keiner könnte es ihnen verdenken. Ne torkelnde, stammelnde Frau am Morgen..... Die MUSS Doch voll sein.Hätte ich früher auch gedacht.

Euch allen einen wunderschönen Tag, liebe Menschen um euch rum und immer einen Weg raus aus div. Löchern, die wohl jeder von uns hier hat.

Alles Liebe

Karola

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Es ist für manche Menschen nicht leicht oder gar unmöglich, sich in andere hin ein zu fühlen.Noch dazu, wenn der andere vielleicht gesund ist und alles aus seiner Sicht sieht.

Das ist aber keine Garantie dafür, das es so bleibt.Jeder kann in diese Lage kommen.sprich krank werden.lass dich nicht unter kriegen.

lg katja :) alles gute

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Na, diese Thread-Überschrift kommt mir heut recht.

ja, MS iste ien Entschuldigung dafür. Nämlich dafür, dass man irgendwann Leuten wie Apothekern, Ärtzten oder auich charmanten VDK_Mitarbeitern den Verdunklungshammer gibt, wenn sie einen wie Karl A* behandeln. Aber natürlich schon Mitgliedsgelder, Umsatz etc haben wollen. mehr nicht. aber das schon. Und dafür nicht mal einen halbwegs respektvollen Umgang.

A-grrrrr

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Apropos respektvoller Umgang mit Mitmenschen:

Das Finanzamt schreibt mich an, ich solle doch endlich die geforderten Unterlagen für 2012 einreichen. Erst versuche ich eine Woche lang, da jemanden ans Telefon zu bekommen, dann war ich heute erfolgreich: „Frau H., ich habe die Unterlagen vor drei Monaten fristgerecht eingereicht, zusammen mit der Steuererklärung für 2013. Im Anschreiben alle Anhänge aufgelistet, und die Jahre einzeln zusammengeheftet.“ Antwort mit einem leicht abfälligen Tonfall: „Ja, also wenn Sie die zusammenheften, kann ich die Sachen auch nicht finden. Die Steuererklärungen werden alle in einem großen Schrank abgelegt.“

Oh ja, vielen Dank für den freundlichen Hinweis von Steuerbeamten, die sich keine Sorgen machen müssen, wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten, wenn sie mal krank sind. Ich als Freiberufler stehe jedes Mal im Regen. Kann ich nicht arbeiten, kommt kein Geld rein. Kann ich nicht vernünftig arbeiten, laufen mir die Kunden weg. Letztes Jahr habe ich Unterlagen aus Krankheitsgründen nicht rechtzeitig eingereicht und musste mir einen Anwalt nehmen, damit ich meine Ansprüche durchsetzen konnte, weil die offensichtlich nur mit Anwälten normal reden können.

Schnicki, bornierte Schreibtischhengste gibt es überall. Schließlich geht man zu Bürgerdiensten, VdK o.ä. nur hin, um den Angestellten das Leben schwer zu machen.

Grüße,

wto

(Mir ist kalt)

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Hi WTO.. weißte, woran mich Deine Geschichte erinnert?

Wir hatten früher Zivis, 3-4. Übliches Gedöns mit ZD-Amt.

Vorstellen,wenn der okay ist eben die ganzen Formalitäten, dann immer alle Abrechnungsformalitäten.

Und dann geht das bei dem einen, total korrekten voll schief. Er wendet sich ihn, er ruft bei uns an, ich ruf da an.. keiner weiss von was, nur die Info: Herr xy hat seine Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht, das von Ihnen (Dienststelle) ist auch nicht da.. "schluderig, da können wir nix für"

War halt ein sehr kurzfristiger Kandidat, wir hatten telefonisch auch Zusage vom Amt.. jetzt wusste keiner von was. Die Dame ist nicht da. Nein, man kann da auch nicht in den Unterlagen gucken. Wo sie ist, wie lange? Geht nix an

Und dann erfährt man nachher durch Zufall: die sitzen nur eine Tür getrennt, die Unterlagen lagen auf Schreibtisch, die eine war im Urlaub und hat vergessen, der anderen- ihrer Urlaubsvertretung diese Akten zu geben. Und sie war 3 oder 4 Wochen in Urlaub.

Hätt damaliger Chef nicht eine seeeehr ungewöhnliche Lösung gefunden.. hätten wir den lange gesuchten Zivi nicht gehabt. Und der, obwohl er alles richtig gemacht hat, eben keine ZD-Stelle.

...

Mein alter Herr kalauert bei so was immer "jaja, Kunde droht mit Auftrag, oh mein Gott"

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Hallo philly,

verstehen kann man so eine Denkweise nicht. Kannst Du die Person, die meint, Du solltest über Dein verfügbares Maß hinaus aktiv werden, eben mal beiseite nehmen? Einen Kaffee trinken gehen oder so? Bei der Gelegenheit ruhig und freundlich davon sprechen, wo Deine Grenzen sind. Auch in Bezug auf die Intoleranz bestimmter Menschen. Du hast ein Recht darauf, so angenommen zu werden, wie Du bist.

Die Leute können sich manchmal einfach nicht vorstellen, womit wir zu kämpfen haben. Jemanden zusammenstauchen geht ja auch leichter als sich die Mühe zu machen, sich mit dem Krankheitsbild auseinander zu setzen.

Geh auf die Leute zu, mit denen Du etwas klären möchtest. Es lohnt sich! :kopfhoch:

GlG KarU

Toll geschrieben KarU. :)

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Oh ja, Blumenfee,

da hast du ein wahres Wort gesprochen!

Als ich das erste Mal mit kompletten Netzhautablösungen in der Uni-Klinik lag, frisch operiert, kam meine "liebe

Schwiegermutter, mit ihrem noch lieberen Lebensgefährten mich besuchen und schon zur Begrüßung schenkten sie mir die Worte: Oh mein Gott, wie siehst du denn aus (beide Augen dick verbunden)! Nein, was hast du denn getan, dass der liebe Gott dich so bestraft!!

So wollten wir nicht leben, blind und im Rollstuhl, dann lieber gleich weg vom Fenster!

Meine Tochter, die zu Besuch war, packte sie gleich am Schlafittchen und setzte sie vor die Tür.

Ich war sehr, sehr traurig und habe diese Worte auch nie vergessen.

Unsere Beziehung wurde nie wieder so wie früher!!

Da kann man wirklich drauf verzichten!!

Glg und schönen Abend von

Reini

Reini das tut mir wirklich weh sowas zu hören..

Ich wünsche dir alles Gute! :)

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