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Guest Turtle

Kortison in der Schubtherapie - Teil 835 (gefühlt ...)

2 posts in this topic

Guest Turtle

Auf dieser Website finden sich einige weniger aktuelle und ein sehr aktueller Thread zur Vergabe von Kortison. Dort findet sich auch eine *erm* Empfehlung, diesen Thread zu eröffnen.

Im vorherigen Thread schrieb ich sinngemäß, dass Kortison nach heutiger Kenntnis "nichts wegmacht, was nicht von selbst weggeht. Allerdings viel schneller."

Mit-Foristin Lernmaus hielt dagegen:

diese Aussage ist ziemlich gewagt wenn nicht sogar fahrlässig, denn eine Rückbildung ohne Kortison kann in vielen Fällen durch den voll ausgelebten Entzündungsprozess komplett fehlschlagen

Dafür gibt es aber eben keinen Nachweis. Es gibt zwar einige Neurologen, die von einer besseren Rückbildung mit Kortison ausgehen, aber einen Nachweis dafür soll es nicht geben.

Wohlgemerkt sage ich damit nicht, dass Kortison ein Placebo sei. Aspirin ist auch kein Placebo, aber die Kopfschmerzen gehen natürlich auch ohne Aspirin weg. Schübe sind allerdings übler als Kopfschmerzen.

Wenn sie das nicht sind, werden sie auch nicht unbedingt mit Kortison behandelt. Würde Kortison die langfristigen Auswirkungen eines Schubes schmälern, würde wohl (noch) häufiger zu Kortison gegriffen.

Ich rate damit auch nicht pauschal von Kortison ab. Ein kurzer, leichter Schub ist besser als ein langer, schwerer. Ich kann mich ohnehin nicht daran erinnern, jemandem zu einem oder gegen ein Medikament geraten zu haben.

Lernmaus kam nun mit folgendem Zitat, das sich hier unter den Artikeln auf aktiv-mit-ms.de findet:

Kortison bewirkt durch seine entzündungshemmenden und das Immunsystem gleich auf mehreren Ebenen unterdrückenden Effekte eine Verkürzung des Schubes und eine Verringerung seiner Schwere.

Stimmt alles. Aber das ist alles kein Widerspruch zu dem, was ich schrieb.

1) Die Schubdauer nimmt ab. Das ist, was ich sage: Die Remission geht schneller.

2) Der Schub ist weniger schwer. Ja, mit Kortison durchlebt man nicht die volle Schwere des Schubes. Ohne Kortison schon.

Das bedeutet aber nicht, dass mit Kortison die Rückbildung vollständiger wäre als ohne:

Auf den langfristigen Verlauf der MS vermag diese Behandlung jedoch keinen nachgewiesenen Einfluss zu nehmen.

Nach zwei Jahren (und vermutlich eher nach schon einem Jahr) geht es einem offenbar gleich gut - egal ob man Kortison zur Schubtherapie genommen hat oder nicht. Das ist Stand der Wissenschaft, wenn ich diversen Quellen im Netz und ein paar Ärzten glauben darf.

Und das ist nicht einmal eine schlechte Nachricht. Denn wer eine Infektion hat oder in der kasachischen Walachei Urlaub macht, einen Schub aber kein Kortison bekommt, muss zwar mit der vollen Dröhnung des Schubes aber nicht mit einer schlechteren Rückbildung rechnen.

Mal sehen, ob es jetzt Tomaten oder Torten sind, die auf mich zugeflogen kommen. :p

Gut's Nächtle

Norbert

Edited by Turtle

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Hallo Turtle!

Eine Torte backen und sie dann auf dich werfen ist mit zu anstrengend und Tomaten schmecken z. Zt. nicht und deswegen habe ich auch keine im Haus.

Was Du geschrieben hast ist sehr interessant und im allgemeinen stimme ich dem zu, daß man sehr genau überlegen sollte, wann man zum Kortison greift. Leichtere Schübe sitze ich lieber aus, jedoch bei den schweren Schüben, wie z. Bsp. nur noch 40% Sehkraft auf einem Auge war ich froh, das man mir helfen konnte.

Und was die Remission angeht, kann man sowieso immer nur hoffen. Bis jetzt hatte ich immer Glück, jedoch im Verlauf-MRT sieht man die "Einschläge".

LG Mares

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