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fallada1968

Beziehung, Sex, Partner, Gefühlschaos

12 posts in this topic

Hallo Zusammen,

Ich bin Neu hier, mein Partner hat vor kurzer Zeit erfahren dass er MS hat. ER 47, ich 44 Jahre. Wir sind am 2. Dezember 1 Jahr zusammen und diese Nachricht hat uns/ihn schwer getroffen.

Das leidige Thema ist der Sex.

Ich lernte einen Mann kennen mit viel Erfahrung, der heiss, leidenschaftlich, verrückt und zu allem bereit war. Ich fühlte mich wie auf einem Drachen reitend, jeden Moment könnte es mich versengen, ich fand dies extrem spannend, da ich ihm von Anfang sagte, wie ich sei, eben auch so. Mir war es wichtig, wenn ich einen Mann in mein Leben zulasse, dann nur einer, der wie ich tickt, wo der Sex eine hohe Priorität hat.

Zwar ist er nicht immer ganz pflegeleicht, manchmal hat er einen etwas schwierigen Charakter und nicht sonderlich flexibel aber er hat eine liebe Art und war eben sehr heiss.

Bevor er seinen Schub kriegte, wurde auf einmal alles Anders, keine Wochenenden mehr im Bett, wo wir die Tage verbrachten, es wurde markant weniger, als er den Schub hatte wurde es nochmal weniger und die Art der körperlichen Liebe hat sich total veränder. Wir waren vorher Stundenlang mit uns beschäftigt, jetzt muss ich froh sein wenn ich so 15 Minuten was von ihm habe.

Zwar sprechen wir darüber, es belastet uns beide, er dass er Angst hat mich zu verlieren, ich, weil ich ständig zu kurz komme. Ich versuche mich den Begebenheiten an zu passen und ich hoffe ich schaffe dies.

Er hat kein Libidoproblem, bei ihm ist es die Fatigue die ihm zu schaffen macht, er ist einfach extrem schnell ausgepouwert.

Leider trägt meine Unzufriedenheit und seine Angst mich zu verlieren, zu Spannungen, in der Beziehung... es ist ja auch Pech dass man gleich im ersten Jahr einer neuen Beziehung so was erleben muss, für Beide nicht gerade super.

Ich möchte nur wissen ob jemand ähnliche Probleme hatte oder hat, wie man dies lösen kann und ob sich eventuell sein Zustand verbessern wird, dass diese Fatigue mit der Zeit weniger wird, denn er hat Tage da geht es ihm gut, Andere da ist er schon beim Aufstehen soweit dass er gleich wieder ins Bett möchte aber beim Sex ist er einfach schnell an seinen Grenzen, was vorher nicht so war, das Gegenteil eben.......

Danke!

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Ich bin etwas nachdenklich.

Liebst du deinen Partner oder spielt der Sex in all seiner Form die alles herausragende und einzige Rolle?

>>… mein Partner hat vor kurzer Zeit erfahren dass er MS hat.<<

>>Mir war es wichtig, wenn ich einen Mann in mein Leben zulasse, dann nur einer, der wie ich tickt, wo der Sex eine hohe Priorität hat.<<

Frage dich vielleicht auch, ob du mit deinem Partner und seiner Krankheit leben kannst und willst, mit seinen positiven (MS ist nicht tödlich), aber auch negativen Seiten (es wird Einschränkungen geben). Denn sie wird ein Leben lang dabei sein.

Chronische Krankheiten sind meist eine Dauerbelastung für alle Partnerschaften. Gelingt es euch, euch zusammen den neuen Herausforderungen zu stellen und möglicherweise andere Prioritäten zu setzen, neue Wege zu gehen? Es ist meist die Unkontrollierbarkeit einer Krankheit, die einem Angst macht und das Gefühl von Hilflosigkeit verleiht. Für die Bewältigung der Diagnose MS euch viel Zeit.

Die Diagnose Multiple Sklerose - das wird noch oft zu wenig beachtet - betrifft auch immer die Partner.

Wir können unser Leben noch so gut planen, es gibt Dinge, die lassen sich nicht beeinflussen. Sie stellen ohne Vorankündigung plötzlich das ganze Leben auf den Kopf. Und das kann jeden treffen.

Du kannst dir sagen: Mein Partner ist nicht krank, sondern nur anders gesund.

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Das ist ein sehr schwieriges Thema. Ich selber hatte einen Ehemann, der mich mit einer Krankheit kennenlernte und diese akzeptierte, er selber hatte auch etwas, was aber dann besser behandelt werden konnte, und ab da kam er mit meiner Krankheit schon schlechter zurecht. Als bei mir die MS mit der Fatigue anfing (da wussten wir noch nicht, was es ist), konnte er mich mit meiner Unlust an allem nicht mehr ertragen, so hatte er mich nicht kennengelernt. Er suchte sich eine Neue. Das tat sehr weh, da man sich ja heiratet, um in guten wie in schlechten Zeiten zueinanderzuhalten. Andererseits war ich ihm fast dankbar, da er dadurch, dass er mich nicht mehr so liebte selber unerträglich geworden war und ich froh sein konnte, ihn nicht weiter ertragen zu müssen. Was mich aber tief traf und auch meine ersten - sehr heftigen - Schübe hervorrief oder mitbegünstigte, war, dass er das Ganze eine Weile zweigleisig machte und es mir dann an dem Tag eröffnete, an dem er quasi von heute auf morgen auszog (und das noch dazu um Weihnachten). Weder ich, noch seine Freunde und Eltern hatten vorher irgendetwas davon bemerkt. Ich hätte mir gewünscht, dass er von vornherein offen mit mir über dir Probleme geredet hätte und versucht hätte, sie gemeinsam zu lösen, und falls wir gemerkt hätten, dass unsere Bedürfnisse einfach nicht mehr kompatibel sind uns für eine Trennung entschieden hätten bevor er die Neue hatte. Natürlich hätte ich es noch toller gefunden, wenn er auch mit der Krankheit zu mir gestanden hätte, aber das kann man nicht erzwingen.

Wenn das Sexuelle für dich so wichtig ist, dass du keinen Partner akzeptieren kannst, der dir das nicht bietet, wirst du mit deinem Freund offen darüber sprechen müssen - vielleicht findet ihr ja bei all den Möglichkeiten der Liebeskunst etwas, das ihn weniger ermüdet ;-) Falls nein, ist halt die Frage, ob eure Beziehung wirklich nur auf der Sexualität basierend Bestand haben kann und du dir daher einen anderen Partner suchen musst. Allerdings beginnt es in deinem Alter bei vielen Männern auch ganz ohne Krankheiten, dass die Sexualität nicht mehr so funktioniert wie zuvor, also auch wenn du einen findest, der da wieder passt, ist es nicht sicher für wie lange das so bleibt (und es ist wohl überhaupt schwer, jemanden zu finden, der da 100% zu einem passt).

Und selbst wenn hier jemand ist, der mal an dem Punkt war, an dem du jetzt bist und dir aus seinen Erfahrungen einen Rat geben kann, ist es ja nicht gesagt, dass dieser Rat auch in Eurem Leben passt.

Ich finde nur wichtig, dass man bei allem was man tut oder entscheidet sehr genau in sich hineinhorcht, was genau man will und braucht und dann offen mit seinem Partner über eine gemeinsame Lösung nachdenkt, die dann ja auch eine Trennung sein kann. Aber das ist auch nur wieder meine persönliche Meinung, die aus meinen Erfahrungen resultiert.

LG

Stockrose

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Guten Morgen,

ohne anspruch auf richtigkeit, nur mal ein gedanke: ihr seid seit 1 jahr zusammen und vor kurzem bekam er die diagnose, und dann ging es sozusagen von 100 auf 1 runter. ich - selbst an starker fatigue leidend - würde das jetzt nicht so einfach darauf zurückführen in eurem fall. ich habe noch nie gehört, dass das so von jetzt auf nachher kommt. bei mir und eigentlich allen anderen, war es ein schleichender prozess, der natürlich auch in unterschiedlicher geschwindigkeit abläuft, aber eben nicht so wie bei deinem partner.

vielleicht könnte da auch noch die psyche, krankheitsverarbeitung etc. mit eine rolle spielen, unabhängig von fatigue.

trotzdem: alles gute für euch beiden!

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Guten Morgen Fallada,

ich Versteh das irgendwie nicht, ich mein es ist doch nur Sex..

Also meine Freundin und ich warten ca 2 Jahre zusammen als es im Mai 2012 ausbrach, wir waren sehr ahnungslos was es sein könnte und haben uns Sorgen gemacht, dauerte Alles ein bisschen und am 6.8.12. stands dann Fest.. es ist MS! glaub das is für jeden erstmal ein Schock. wir waren auch erst Überfordert, aber ich hab ihr klar gemacht ob sie Lust hat das gemeinsam durchzustehen, weil ich natürlich keinen Menschen der Welt irgendwie mit runterziehen will keiner soll sich wegen mir iwie den Kopf zerbrechen. Sie versicherte mir, dass das uns alles noch viel mehr zusammenschweißen würde & Sie behielt recht. ich hatte im Mai 2012 die ersten Anzeichen, vor 2 Wochen meinen 6ten Schub, der Arzt meint ich habe eine sehr Aggressive Form und copaxone usw wirkt nicht habe ich umsonst gespritzt..am Dienstag hab ich Erfahren das ich auch noch Spastik hab..aber was ich eigentlich sagen wollte.. man ich schweif schon wieder ab! ich persönlich finde eine Beziehung ist sehr sehr sehr wichtig für einen "kranken", also mir gehts zB. schon so, wenn ich dann wieder morgens aufwach wieder depressionen hab.. mich frag wofür ich überhauptnoch aufsteh und dann ein bild von ihr seh dann weiß ich wofür ich das alles mach.. gut ich bin jetzt nicht sooooooooooooo Alt und nicht soooooooooo Erfahren in Sachen Beziehung aber ich weiß das man ALLES meistern kann wenn man es nur will. verlang am besten nicht zuviel von deinem Mann, ich denke das gibt sich schon mit der Zeit wieder.

schenk ihm einfach Liebe, Zuneigung und hab Geduld ;)

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@doern: als jemand der erhebliche zweifel an der wirksamkeit der bt hat, muss ich dir trotzdem sagen, dass du noch nicht viel zur wirksamkeit von cop oder anderen sagen kannst, wenn du erst knapp 1/2 jahr spritzt. das dauert zw. 6 und 12 monaten bis man wass zur wirksamkeit sagen kann

ansonsten stimme ich deinen ausführungen 100% zu. sex ist was wunderschönes, aber eine beziehung nur auf sex zu gründen, wär bzw. ist mir mittlerweile zu oberflächlich.

ich gehör jetzt zu denen, die mit der zeit höhere ansprüche stellen und mit weniger als einem "komplettpaket" gebe ich mich nicht zufrieden, dafür wär ich mir zu schade!

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@ Claudia, hmm ja ICH kann natürlich nichts dazu sagen habs ja erst ein halbes Jahr, aber mein Arzt sagt das es nicht anspringt und das es wohl nicht normal ist alle 3-4 Wochen nen schweren Schub zu haben, er redet von einer rasch fortschreitenden, schweren MS und sagt die Spritzen sind zu schwach für mich, weil man müsste zumindest schon irgendwelche klitzekleinen Änderungen langsam sehen, werd jetzt am 18.Dezember auf Gilenya eingestellt.

LG michael, schönen tag :>

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Hallo,

ich möchte mich nicht unbeliebt machen.Finde aber eine Beziehung nur auf Sex gebaut und der Partner wird noch unter Druck gesetzt wenn er Sie nicht befriedigen kann sehr oberflächlich und wird glaube ich auch mit so einer Belastung nicht stand halten.

LG Ped

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Mir kommt in dieser Beziehung auch - so wie es sich nach Schilderung von fallada1968 liest - die LIEBE zueinander, nicht gleichzusetzen mit SEX, viel zu kurz. Zumindest ist davon nichts zu lesen. Schade.

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ja, stimme meinen vorrednern zu. ich denke auch, das wird nicht standhalten, wenn es nur auf sex basiert und an der stelle des ma-kranken würde ich dann sagen: zum glück!

einen partner für schönwetterperioden und nur für sex brauche ich auch nicht.

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hallo fallada,

es muss nicht immer alles von der MS kommen. ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man dauerhaft direkt eine so starke Fatigue hat durch nur einen Schub. Klar, nach meinem ersten starken Schub war ich auch für 2 Monate zu nichts zu gebrauchen und auch vor der Diagnose war ich TOTAL fertig! Aber bei mir hat sich das mit der Zeit wieder gegeben und ich bin jetzt wieder recht fit. Vor kurzem war ich mal wieder super erledigt und hab mich wie eine 100 jährige gefühlt. Da wurde durch Zufall festgestellt dass mein Selenwert lebensbedrohlich niedrig war. Ich bin 26 Jahre und konnte zu der Zeit nicht mal mehr einen Einkaufswagen schieben und das lag unter anderem am Selen. Eventuell sollte dein Freund mal zum Arzt und noch andere Dinge ausschließen. Ist seine Fatigue immer gleich schlimm? Also ich hab bis jetzt zum Beispiel nur vor und nach einem Schub Fatigue und hatte im ersten Jahr bestimmt 8 Schübe.

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Hi Fallada

Einmal die psychische Belastung und natürlich auch die MS fordern ihren Tribut! Von daher ist es durchaus möglich das dieses Problem eben auch von heute auf morgen auftreten können. Bei mir war es auch eher schleichend und in erster Linie muss ich damit leben und auf das Verständnis meiner Frau bauen! Wie oft hab ich in der Anfangszeit dagestanden und mich selber nicht verstanden, da die Lust vorhanden war und die Möglichkeit nicht besser sein konnte! Jedoch der Körper spielte einfach nicht mit! Es ist sehr schwer für einen selber das zu verstehen! Wenn dann meine Frau auch noch Probleme gemacht hätte, wäre ich wohl in eine Depression rein gerutscht, aber sie hat sich natürlich auch informiert und jetzt, einige Jahre danach kann ich wohl behaupten, das wir einen Weg gefunden haben! Der Sex hat sich einfach verändert! Wir haben einfach ausprobiert was geht und was nicht! Und wenn die Fatique zuschlägt und ich einfach zu müde bin ist, das für meine Frau eben kein Grund aufzustehen und den Tag im Bett abzubrechen! Sex ist kein Hochleistungssport und man kann auch da wieder anknüpfen, wo man aufgehört hat! Sex ist eine Erfahrung mit allen Sinnen und wenn beide Partner dies einmal verstanden haben, denn ist das einfache Rein und Rausspiel vll noch etwas, was wenn es gerade geht, dazu gehört, aber nicht etwas worauf es ankommt! Natürlich muss man die neue Situation erst einmal annehmen und das muss dein Mann eben auch. Jetzt wird sich zeigen wie tief eure Beziehung ist, oder ob es sich um Oberflächlichkeiten handelt und nicht um Liebe!

Ich hoffe und wünsche euch das Beste und das ihr einen Weg finden mögt!

Ruepel

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