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Wotan

Nicht so leicht ...

9 posts in this topic

Habe eine 11jährige Ehe, bei der ich immer sagen konnte :

"Meine Frau ist auch mein bester Freund."

... nun ja, böse bin ich nicht, aber mit dem Freund, das klappt auch nicht mehr.

Ich habe mich zu sehr zum schlechten verändert.

Ich falle viel, bin zittrig, trotz Medikamenten, wie Tysabri, Sativex, Fampyra, etc.

... Kann eine saisonale Sache sein, wer weiss ???

Jedenfalls werde ich mir immer unheimlicher, weil ich gar nicht mehr so bin,

wie ich immer war. Es wird wohl Zeit, mich abzuschaffen.

Frage daher ... Wohin ???

So 1-x Jahre würde ich schon gerne erleben.

Mein Kind und meine Frau sehen jedenfalls, aus meiner Sicht, eher eine Belastung in mir. Reisen, Zoobesuche und vieles mehr, kann ich nicht machen, zu 90% jedenfalls nicht mehr.

Daher denke ich darüber nach, ein Heim zu bewohnen, wo ich mich selber kümmern und nicht erklären muss, warum ich gerade im Flur liege oder so.

Für einen sportlichen Mann, mit Lebensretterausbildung : Ein Alptraum !

Frage daher : Gibt es Sowas ? Bei Google jedenfalls nicht :(

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Guest raffra

Hallo Wotan,

da hast Du einen Beitrag verfasst ... WOW!

- ALLES verändert sich, nur die meisten von der Veränderung betroffenen "Dinge" merken es nicht - nur der Mensch mit seinem (gar nicht) allmächtigen Gehirn ist dazu in der Lage, die Veränderung zu reflektieren.

- Besser, schlechter und was dazwischen liegt, ist reine Empfindung des Empfindenden - vielleicht ist weiß Deine Lieblingsfarbe und bei schwarz bekommst Du Zahnschmerzen ... mir gefällt schwarz :-)

- Du nimmst Deine Umwelt stark wahr, weil die Menschen in Deiner nächsten Nähe Deine Familie ist - aber diese Menschen verändern sich doch auch! Und es ist unvermeidlich, dass ihr aufeinander reagiert - das menschliche Leben kann untereinander nur mit Interaktion geschehen.

- Deine Selbstbeschreibung "unheimlich" zu sein ist eine interessante Wortwahl ;-). Auch wenn Du Dich körperlich verändert hast, ich halte es für insgesamt äußerst unwahrscheinlich, dass Du irgendwann im Spiegel Frankensteins Monster siehst oder Dich so fühlst.

- Wenn Du Dich aus dem Leben abschaffen möchtest ... das kommt von alleine ;-)

- Deine Lebensführung kannst Du IMMER verändern und es wird immer einen Handlungsauslöser geben - JEDE Handlung hat einen Auslöser und eine Konsequenz - sicher hast Du das schon mehrfach erfahren und NUR der Tod ist endgültig ... so viel ich weiß *grins*.

Lasse das Leben geschehen und lasse DICH geschehen - erlaube dies' auch dem "Rest der Welt".

Ich wünsche Dir den Weg der Mitte: beobachte ohne Dich zu sehr zu involvieren.

Carpe momentum!

Rita

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Hallo Wotan,

oje oje, das liest sich aber sehr bedrückend. Ich denke, viele von uns hier können deine Gedanken sehr gut nachvollziehen, die meisten werden sie wohl selber schonmal gedacht haben, aus welchen Gründen auch immer.

Was mich allerdings stutzig macht ist dein Zusatz "aus meiner Sicht jedenfalls" bist du nur eine Belastung.

Hast du da schon ausführlich mit deiner Frau darüber gesprochen? Vielleicht siehst das ja nur du selber so und für sie ist die Sache völlig anders, weil sie dich, wie es dir furchtbar arg zu wünschen wäre, wirklich liebt und nie auf den Gedanken käme, dich loshaben zu wollen...

Also bevor du deinen trüben Ideen weiter nachhängst, klär das doch erstmal ab, lieber Wotan. Und ich wünsche dir alles Gute und drücke dir die Daumen, dass du dich bald nicht mehr so überflüssig und fehl am Platze fühlst.

LG eva

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Hey Wotan, also wenn ich Deinen Beitrag so lesen, dann denke ich: Menschen die so schreiben über sich, ihre Welt und ihre Gefühle.. die gehören nicht abgeschafft, die gehören behalten, denn alles andere wäre ein Verlust.

Eine Belastung? Aus deiner Sicht? Vielleicht siehst Du das ganz anders, als sie es tun.. klar, es ist nicht alles leicht, nicht für uns, nicht für unsere Mitmenschen.

Wir würden uns wohl was vormachen, meinten wir, das wäre in beiderlei Hinsicht nicht so.

Es gibt noch ein Wort mit A..

Akzeptieren.

Leichter gesagt als getan, aber.. akzeptieren,dass alles sich verändert..

akzeptieren, dass die einen sich vom Acker machen und die anderen den Weg weiter mit einem gehen. anders, aber sie gehen ihn mit.(weißt Du, mein Großonkel, beide Unterschenkel in recht jungen Jahren zerschmettert, sollten amputiert werden , aber er hats verweigert- der meinte mal über seine Frau "Ich dachte, sie verläßt mich Krüppel- aber wie hatte ich mich in ihr getäuscht")

Natürlich sind manche überfordert.. manche aber auch wesentlich weniger, als man meint/ ihnen zutraut.

Trauen wir uns und unseren Lieben doch mal mehr zu.. und bitte, nicht wirklich aufgeben.

Das Leben ist veränderlich, das ist nicht witzig, wenn es unsere Unversehrtheit betrifft, es ist kein kleiner Weg, damit klar zu kommen.

Aber schaffen wir das, was haben wir dann erreicht, das ist so verdammt viel wert.

Pathetisch?

Wessen größte Herausforderung im Leben die nächste Nichtigkeit ist, der hält so was immer für esoterisch-spinnert-blabla-usw.

GLG

Simone

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Hallo Wotan,

Hast du mal mit deiner familie darüber gesprochen,

was du da so an gedanken hast?

wollen die das du einfach so gehst? meint deine frau du seis

eine belastung von der man sich lösen muss? ich denke nicht.

hättes du deine frau im stich gelassen?

ich glaube dir gern das es schwer für dich ist,weil vieles anders ist

als früher.aber man etsorgt doch menschen nicht wie müll,blos weil

einiges nicht mehr so funktioniert wie früher.

rede mit deiner familie.

es gibt ein gutes beispiel wie schlimm es sein kann wenn der partner

sein ehemann entsorgt wie müll.

siehe mal hier:

http://www.thomas-zabel.de.ki/#

da findes du unter anderen auch das heim wo er wohnt.

ist gut beschrieben mit webseite.

nähe hamburg allerdings.

aber in einigen stäten gibt es betreutes wohnen für msler.

wenn du das denn noch unbedingt willst.

mein rat,rede mit deiner familie bitte.

lg powerbora

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Ihr Lieben !

Habe Mal Eure Tipps gelesen und arbeite das erst Mal noch im Kopf durch.

Sehr Interessant fand ich die Seite von Thomas Zabel. Danke dafür !

Liebe Grüße,

Wotan

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Hallo Wotan!

Was hälst Du von einer Reha (Kur)? Dann könnt Ihr euch alle mal sammeln?

LG Mares

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Hallo Wotan,

ich habe lange überlegt, ob ich dir schreibe. Da ist zu deiner Frage keine Antwort geben kann.

Mich hat dein Mail aber zu tiefst berührt.

Ich fände es auch ganz wichtig, dass du ein offenes und ehrliches Gespräch mit deiner Familie führst.

Deine Aussage, weil ich nicht mehr so bin, wie ich immer war, stimmt, denn wir ändern uns ja ständig. Ich kann deinen Gedankengang bzgl, deiner Familie sehr gut nachvollziehen.

Ich war vor ca. 2 Jahren oder sind es jetzt schon 3 Jahre?, in der Situation, das mein ganzes Leben, wie ich es bisher kannte, zusammengebrochen ist. Ich kam Karsamstag irgendwann mal wieder auf der Intensivstation zu bewusstsein. Bewusst, was sich verändert hat, ist mir vieles erst sehr viel später geworden. Das erste halbe Jahr danach bin ich daran verzweifelt, weil nichts mehr so ging wie vorher. Dabei hatte ich nur eine Hypertone-Krise. Nach ca. 1 Jahr ging einiges wieder so wie früher, aber halt nicht mehr alles. Die meiste Zeit komme ich damit zurecht, aber ist gibt auch Tage, wo ich mich Frage, wo bin ich mit meinem Leben geblieben und muss dann voller Schmerz feststelle, dass es das nicht mehr gibt. Das schlimmste für mich daran ist, ich kann es nicht ändern, sondern nur das Beste daraus machen. Oh Gott, wie ich diesen Satz oft hasse.

Das einzige was ich für dich tun kann, ist, dass ich dir ganz viel Kraft, Mut und Liebe schicke, um auch einigermassen durch diesen Abschnitt deines Lebens zu kommen.

LG Schnecke

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Hi ihr alle,

ich kann den Satz "ich lebe mit MS - die MS nicht mit mir!" nicht ausstehn, weil ich finde, dass das einfach nicht sitmmt und man es sich am Ende doch schöner redet als es ist...für mich ist das Wunschdenken! Trotzdem hab ich das Gefühl, dass du Wotan, nicht ganz Herr deiner Sinne bist. Für mich sind deine Gedanken doch arg düster und ich kenne das von früher (ist erst ein Jahr her), wo mein Körper all seiner Energie beraubt war und sich der körperliche Elendszustand auch stark auf die Psyche ausgewirkt hat. Ich kann dir nur empfehlen niemals aufzugeben, denn wahrscheinlich ist man länger tot als lebendig (ich geh einfach mal davon aus). Bei mir war es auch ein Kampf, aber ich habe eine liebe Familie die mich unterstütz hat und heute geht es mir wieder viel, VIEL besser. Vielleicht ist es für dich ein Trost zu hören, dass ich mit 25 Jahren nicht einmal mehr die Kraft hatte einen Einkaufswagen zu schieben und ein Jahr später geht es mir fast wieder normal!!!! Also lass dich nicht hängen und kämpfe! Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass ich nicht einfach nur ein Jahr lang gewartet habe, bis es mir besser geht, ich habe aktiv daran gearbeitet!

Edited by Myelin

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