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aeonfoxx

EIN HAUCH VON...Narzisstische Tendenz???

13 posts in this topic

Hallo miteinander,

...ich bin ja hier bislang noch nicht "auffällig" geworden, aber heute muss das raus: Als Single mit MS habe ich mir immer eine gewisse Unabhängigkeit auferlegt. Nur selten wollte ich darüber sprechen oder schreiben. Doch nach meinem letzten Auffenthalt in der Klinik bin ich zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen...ich neige offenbar dazu, Aufmerksamkeit zu erlangen!- Dies gaben mir dort Ärzte und Pfleger zu verstehen, die mich begleiteten und erkannten, dass ich sehr wohl kontaktfreudig bin. Ich habe dort Patientinnen kennengelernt, mit denen ich mich sehr lebhaft unterhalten konnte. Doch kaum wieder zu Hause muss ich nun feststellen, dass meine Seele nach dieser Aufmerksamkeit giert und dahingehend "gepflegt" werden möchte. Anders ausgedrückt, ich muss soziale Kontakte pflegen.

Toll, diese Wandlung, obwohl ich eigentlich schon immer vllt. einen Hang zum Narzissmus hatte. Ist das jetzt falsch???- Oder bereits "Torschlusspanik"???- Schelmisches Smiley!

 

VlG, aeonfoxx

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Hey aeonfoxx,

 

warum nicht Kontaktfreudigkeit entwickeln? Ein wenig habe ich verfolgt, was Du in der letzten Zeit mitgemacht hast und kann Dir nur sagen, ich verstehe es! Vor ca. fünf Jahren bin ich zur psych. Reha (wegen Depression und Angststörung und daraus resultierender Burn-out-Gefährdung) 6 Wochen in einer entsprechenden Klinik gewesen. Es gab Gruppen- und Einzeltherapie, Sport, Yoga und mehr oder weniger spaßige Unternehmungen am Abend. Und nein, ich bin kein Partymacher, Spaßvogel, Wortführer und andere-Leute-Ansprecher.
Aber nach diesen sechs Wochen in denen ich von der Therapie kaum Nutzen gezogen hatte, hatte ich jede Menge Kontakte zu anderen. Mittlerweile habe sich diese wieder im Sande verlaufen, aber mit ebenfalls Gebeutelten kommt man leichter in Kontakt. Man macht sich einfach keine Gedanken darum, 'wie wirke ich, werde ich wirklich gemocht' etc. Diese Menschen sieht man schließlich höchstwahrscheinlich nie wieder. Sie kennen Deine Vorgeschichte nicht und beide sind völlig unvoreingenommen. Diesen Rausch nimmst Du mit nach Hause und ich finde es toll! Warum sollte man mit/wegen MS allein bleiben? Warum sich abschotten? Ist doch Quatsch!
Ich wünsche Dir viel Erfolg und viele tolle nette neue Kontakte! :)

 

LGe

Tigerchen

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Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten. Ich lese, dass ich ja doch nicht so "einsam" mit MS, Angst und Panikattacken bin. Ist schon überraschend, wie sehr sich einige von euch dargestellten Dinge mit den Erfahrungen und Umgängen im alltäglichen Leben mit den meinen gleichen. Ich trete des öfteren tatsächlich sehr selbstbewusst, aber auch sehr "unnahbar" auf. Mit der Diagnose MS im Jahr 2004 verstärkte sich dies noch und ich empfand mich selbst als arrogant und selbstherrlich. Dabei wollte ich doch nur für mich Ruhe und Abstand zur "Aussenwelt", die damals gar nicht begriff, dass ausgerechnet mir so etwas passieren konnte.

Mit dem Therapieverlauf in der Landeszentralklinik Calw/Hirsau über vierzehn Tage habe ich jedoch jetzt einen kompletten Neuanfang gewagt um mich mehr denn je dieser "Aussenwelt" zu öffnen und mich letztendlich einer Partnerschaft nicht grundsätzlich zu verschließen. Es wird vllt. eine Weile dauern, aber der Anfang ist gemacht...

 

@ Katinka,

den Nick "aeonfoxx" habe ich abgeleitet von dem Sci.- Fi.- Movie Aeon Flux mit Charlize Theron in der weibl. Hauptrolle. Ich suchte damals  einen griffigen, aber auch mysthischen Namen. Typisch ich nu wieder...Aufmerksamkeit um jeden Preis erlangen...Lächelndes Smiley!

 

VlG, aeonfoxx

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Moin @all.

 

Wenn ich das lese hier..... es könnten doch glatt meine Worte sein. 

Auch ich bin auf der einen Seite ein sehr kommunikativer, lockerer Mensch und gebe mich auch gern als unnahbar aus.

 

Auch bei mir hat sich das durch die Diagnose noch verstärkt..... das unnahbare an mir. Allerdings habe ich auch das Gefühl, das ich "anspruchsvoller" bin wenn es um neue Bekanntschaften geht. Manches kommt mir so unendlich hohl, platt und absolut überflüssig vor.....

 

Es ist wie es ist..... machen wir alle das Beste für uns daraus.

 

Euch allen liebe Grüsse

Ute

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Hallo Ute,

guten morgen, anspruchsvoll im Hinblick auf so manche "Plattheiten", die manche Leute umtreibt und zum Teil nicht wirklich aussagekräftig herüberzukommen...ja, das trifft es sicherlich am Besten. Ich frage mich manchmal allerdings, ob erst diese besch...Krankheit dazu führen musste, Bekanntschaften intensiver zu hinterfragen?- Es stimmt absolut: Ich gehe nicht gerne oberflächige Bekanntschaften ein, die nur von "Worten" existieren. Manchmal reicht eine Geste, eine Mimik oder ein Augenaufschlag aus, um in mir eine seltsame "Vertrautheit" auszulösen. Ich fühle mich dann angesprochen und geborgen...zuviel Pathos jetzt, da ich meine Gefühle euch offeriere???- Vielleicht, aber es entspannt mich zumindest.:)

 

VlG, aeonfoxx

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Hey aeonfoxx,

 

das ist nicht zuviel Pathos, sondern etwas ausgesprochen und auf den Punkt gebracht, was sich sonst keiner zu sagen traut. Auch darin finde ich mich nämlich wieder. Nach außen hin das Selbstvertrauen (inkl. unnahbar wirken), nach innen die Unsicherheit,  - und dann fühle ich mich seltsam vertraut mit völlig Fremden durch die von Dir genannten Kleinigkeiten. Nicht pathetisch sondern zutreffend! Ein Blick, ein Greifen nach derselben Sache und dann Lächeln....viele kleine Dinge, die nur innen drin etwas bewirken. Ein Außenstehender bemerkt das wahrscheinlich gar nicht :)
 

LGe

Tigerchen

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Und wir hier *lächeln* durch unsere geschriebenen Worte und erzählen uns Dinge, die niemand von uns weiss  ;o)

DAS tut uns gut.

Kein Pathos @Aeonfoxx sondern die Geste, die Mimik und auch der Augenaufschlag in Buchstaben verpackt.

 

Geniessen wie doch einfach, das wir hier offen sein können und die Sicherheit haben, verstanden zu werden.

 

Liebe Grüsse

von Ute

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Hey,

 

ihr sprecht mir aus der Seele. Ich habe es mittlerweile geschafft keine Bekannte mehr zu haben und nur noch eine Freundin. Es waren mal zwei. Und diese eine Freundin wird nun Auswandern.

 

Und nun....... 

 

......unterhalte ich mich seit langem lieber mir Menschen die mir völlig unbekannt sind und führe vertraute und herzliche Gespräche. 

 

Mit Kollegen auch eher oberflächlich und schiebe dann auch immer Mal "keine Zeit" vor weil es immer alles so flach ist, immer dieses Gejammer und Klagen und doch nie den Mumm haben etwas zu verändern. 

 

Die Veranlagung war bei mir aber auch schon vor der MS da, nur nicht so ausgeprägt.

Jetzt habe ich vor ein paar Monaten einer langjährigen Freundin regelrecht den Laufpass gegeben. Sie hatte immer wieder ein neues Zipperlein und wenn ihr gesagt wurde, dass da nichts festzustellen ist fand sie etwas Neues. Dann war sie mit ihrem Sohn unzufrieden, weil er mit 27 noch nicht verheiratet war - er hatte ja noch gar keine Zeit -, dann wollte sie ihn dazu bringen sich eine neue Haarfrisur zuzulegen, weil alle anderen heute mit anderen Frisuren herum laufen. Anmerkung: ihr Sohn ist ein sehr gepflegter gut aussehender Junger Mann. Dann kam der Hammer, sie versuchte ihren Sohn und meine Tochter zu verkuppeln. Ich bin fast vom Glauben abgefallen als ich das hörte.

 

Das schlimme ist, dass ich lange Bekanntschaften/Freundschaften ohne Herzblut beende, so als wenn nie etwas da war, was uns verbunden hat.

 

Darum mache ich mir nun schon Gedanken, da ich ja nun bald niemanden mehr habe, denn ich anrufen kann und fragen ober er/sie auf einen Kaffee vorbeikommen mag. Mit dem ich Gedanken/Gefühle austauschen kann. Unternehmungen gemeinsam erleben. Ich bin Single und schaffe es auch da nicht über meinen Schatten zu springen. 

 

Ja so geht es mir!

 

Liebe Grüße

 

Catherine

 

 

 

 

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Interessantes Thema.

 

ich bin auch so ein.. extro-introvertierter Mensch ;-)

zwei Seeelen wohnen, ach, in meiner Brust.. oder so?

Gehe eigentlich immer sehr offen auf leute zu, dafür gabs aber dann die letzten Jaghre paarmal so auf Mappe, dass man eher sehr zurückhaltend wird.

 

Allein so Sachen, man ist im neuen Job uin ner schulungsgruppe, alle verstehen sich 1a.. dann wird man ner anderen Teamleiterin zugeteilt und kriegt nur noch auf deckel "sie haben hier keine Scherze zu machen, das tue wenn nur ich" Huch!

 

Erst denkste, okay, die geht halt zum Lachen ind en Keller.. aber dann jedesmal wieder so Knaller, selbst wennste mit wem ganz anders in der Kaffeeküche stehst.

Und dann kommt diese nette Dame ums Eck "ach, die Frau H., bringen sie wieder ihre unqualifizierten Witze?"

=.0

 

echt, und ich hab ja gedacht, ich hab nen gutes selbstbewusstsein, aber das jeden tag und ich war total gar, mochte kaum noch was sagen, herrasen und Magenspinnen,w enn zur Arbeit..

Und natürlich liess dann ein netter Schub gar nicht lange auf sich warten, so psychostress kann  ich nicht ahben.

 

jedenfalls fort mit Schaden mit diesem Job.. aber man glaubt nicht, wie lange mich das absolut unsicher gemacht hat!

Bis irgendwann mein neuer Chef irritiert fraget,w as´n eigentlich los.. wir frozzeln hier rum, du bringst den Knallerspruch- und entschuldigst dich sofort dafür? Warum?

 

Also kann man sagen,a uch wennse- oder vielleicht grad weilse?- hier alle gelinde irrsinnig sind- durch den kessen Ton auf Arbeit hab ich mittlerweile michs elbst wieder gefunden.

 

Und durcheine auf Vortrag kennengelernte Auch-Mslerin, einen guten Kumpel.. dito. Mein vereinsleben.. ebenso, da ist Federfechten eben auch verbal angesagt und macht viel Spass.

 

Krass, dass man in diesem Alter durch andere so in Zweifel an sich selbst gebracht werden kann.. und auch krass, zu sehen, wie gut einem die "richtigen" Kontakte tun.In Zeiten von dieser zickigen (ist leider der einzig passende Begriff) Teamleiterin hab ich ja nachher gedacht, ich halt bessder die Klappe, gehe nicht auf andere zu, denn wie sie immer sagte "sie machen auch alles falsch".

 

Tja.. was genau will ich eigentlich hiermit sagen? Gute Frage (ne,d as ist nen anderes Forum).

Jedenfalls einfach mal.. man ist da eben gar nicht so alleine mit solchen Erfahrungen und Gefühlen.

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Ach SchnickSchnack, bleib, wie Du bist ;-)  Wenn die blöde Teamleiterin ein abgeflachtes Selbstbewußtsein hat und keinen Scherzkeks neben sich dulden kann, dann hat   D I E   ein Problem. Klar hilft dann nur noch in die Ecke drücken und warten, bis sie vorbei ist. Aber laß Dich mal nicht von der zwischenmenschlich schlecht belichteten Tante so runterziehen!

 

GlG KarU

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@karu: Das Tolle ist. die haben mich sowieso während krank wegen Schub gekündigt und ich hab jetzt viel nettere Kollegen. Und Chefs. Auch wenn beide Parteien manchmal spinnen. Aber eben viel angenehmer zum mit arbeiten.

Keks, dass das im März wohl schön wieder vorbei ist (befristeter Vertrag, Projektende.).

Müssen wir wohl hoffen, dass die Jungs die nächste Bauüberwachung auch hier in der Nähe an Land ziehen *toitoitoi*

 

Es war schon echt irre festzuustellen,w ei man selbst als Etwachsener durch solche leute völlig irr an sich selber werden kann. So was brauch ich echt nicht nochmal.

 

Mein Freund sagte irgendwann nur, warum haste sie nicht die Treppe runtergeschmissen statt dir das gefallen zu lassen, stell dir vor die Symptome wären wegen der Zicke geblieben!

 

Oder wie mein jetziger Boss in anderem Zusammenhang mal sagte: Manchmal bleibt einem nur Duck&Cover.. aber wenns reicht, wird zurückgeschossen. Und das richtig.

 

Ist mir irgendwie sympathisch, der Mann ;-)

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Ich war irgendwie noch nie wirklich Kontaktfreudig. Ich hab ein paar Freunde denen ich alles anvertrauen kann aber das war's auch. Ich versteh mich auch viel besser mit Erwachsenen als mit Teenagern. Und das als 15 jähriger. Aber wenn ich mit jemanden ins Gespräch gekommen bin, kann ich meist mit der Person Kontakte knüpfen. Bin aber sonst eher ein Einzelgänger.

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@Phil: jo, kenn ich. Wenn ich sag, ich bin extrovertiert.. dann habe ich tatsächlich, geht mir beim Lesen Deines Eintrags auf, unterschlagen. Ja, generell. Aber persönlich .. hab ich längst nicht auf jeden Bock. Eeben nicht die Facebook-Alles-Freunde- mentalität. Bekannte ja. Freunde, denen man sein Innenleben darlegt, .. das ist ganz wass anderes und selten.

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