Forumregeln
Sign in to follow this  
weltoffen

Wann sage ich es meiner Ma

19 posts in this topic

Hallo Community!

 

Nachdem ich vor zwei Tagen schon einmal im Clubhaus vorbeigeschaut habe, ist es mir auch endlich gelungen, mich hier anzumelden. Irgendwie hat es mit meiner anderen E-Mail-Adresse nicht funktioniert.

 

Ich habe folgendes Problem: Mein Pa ist am 28.5. ins Krankenhaus gekommen, ich am 29. mit einer Sehnervenentzündung. Ich war nach einigen Tagen mit meiner schicken Neuerwerbung wieder draußen, mein Vater hat sich dann selber entlassen und ist Ende Juni zu Hause verstorben. Ich habe ziemlich viel erzählt, meinen Krankenhausaufenthalt (wohne in einer anderen Stadt), meine Arzttermine, dass ich mir Sorgen wegen meiner Augen mache (bin Freiberuflerin und muss schnell große Texte in hinreichender Genauigkeit erfassen können, auch Kommas und Apostrophe) und bei Wärme nicht gut sehen kann usw.

 

Allerdings habe ich dem Kind noch keinen Namen gegeben, da meine Ma nach 61 Jahren Freundschaft und Ehe erst einmal einiges zu verarbeiten hat und im zarten Alter von Mitte 70 nach ihrem Schlaganfall im letzten Jahr jetzt auch den Betrieb weiterführt. Da will ich nicht, dass sie sich jetzt auch noch Sorgen um mich macht. Seit knapp einem Monat spritze ich jetzt Cop und am Wochenende begleite ich sie anstelle meines Vaters auf einer Reise. Mit dem Spritzen habe ich keinerlei Probleme und finde sicherlich ein paar passende Minuten, einen Flush könnte ich aber schlecht erklären.

 

Ich möchte auch nicht, dass es einige aus der Familie erfahren. Meine Freunde wissen alle Bescheid (nach einem längeren Auslandsaufenthalt hatte sich eh schon die Spreu vom Weizen getrennt) und einer meiner Neffen, der mich im Krankenhaus besucht hatte, auch. Der darf allerdings nichts sagen.

 

Jetzt bin ich gespannt, was ihr dazu meint. Ihr habt ja bestimmt so eure eigenen Erfahrungen gemacht.

 

Viele Grüße,

weltoffen

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo weltoffen,

manchmal kommts schon knüppeldick. Neben dem Tod vom Papa und der Sorge um die Mama mußt du jetzt irgendwie auch deine eigene Diagnose verarbeiten.

Psychische Belastungen sind für uns MS-ler das reinste Gift. Leider ist es manchmal nicht zu ändern. Drum habe ich frühzeitig begonnen offen über meine Krankheit zu sprechen.(nicht immer und nicht mit jedem!) Meine Mama ist ungefähr so alt wie deine und hat ganz schnell gemerkt, dass irgendwas gar nicht stimmt. Wir sprechen regelmäßig darüber und fahren auch gemeinsam weg, was sie sehr beruhigt, weil sie sieht, dass es auch richtig gute Zeiten gibt. Sie muss ja auch hinein wachsen und braucht Zeit sich an so manches zu gewöhnen. Unwissenheit find ich schlimmer als den offenen Umgang mit MS.

Und wenn sichs auch super blöd anhört, für mich war die Diagnose ein Meilenstein.

Ich lebe viel bewußter- erlebe meinen Körper intensiver-passe auf mich auf-

nehme mir das Recht heraus das zu tun, was mir guttut und Spaß macht- und habe trotz mancher Tiefschläge eine sehr positive Grundhaltung. Kopf hoch und durch.

Extrem hilfreich sind mir (natürlich neben unserem Forum) zwei MS - Freundinnen, die immer ein offenes Ohr haben und wo ich gar nichts erklären muss, weil sie genau wissen, wovon ich spreche.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und liebe Leute, die dir zur Seite stehen.

Liebe Grüße aus Unterfranken

Scheffi

Share this post


Link to post
Share on other sites

HI weltoffen,

klar ist das nicht e infach und man will keinen (noch mehr) belasten.

 

Als ich sehr überraschend meine Diagnose kriegte (ging alles sehr schnell, Mo in Notaufnahme wegen völligem AUsfall Gleichgewicht, Fr, sehr sehr sichere Verdachtsdiagnose).. da hab ich abends meinen Eltern, gar wie ich war auf Band gesprochen. >> 500km entfernt. Kriegte sie halt nicht und wollte das loswerden.

War natürlich der Knaller, denn meine Schwesterw ar an diesem Tag bei Geburt ihrer Tochter fast mit der gestorben.

Wusst ich ja nicht... im Nachhinein dacht ich auch erst, mann, hättste ja nicht so.. und andererseits denk ich immer noch, ja, aber woher sollt ichs wissen und meins war eben auch ne absolute Ausnahmesituation für mich :-S

 

nebenbei.. nachdem ich erst bei Diagnose nur 500km entfernt war,w eil ich bei meinem Partner war.. bin ich dann sehr fix zu ihm gezogen udn heute auch froh drum. Denn meine Eltern möchten,d ass ich weiterhin auf sie Rücksicht nehme, will sagen: meine MS existiert nicht, ich habe nix und wenn man sich mal sieht, dann sag ich bitte nicht mal so verwerfliche Dinge wie "ich geh mal eben meine Spritze setzen". Okay, ist halt ne Spezialität meiner werten FAmilie.

 

Generell- ich weiss nicht, wann ichs meinen Eltern in einera nderen Situation gesagt hätte? ich denke aber, auch sehr bald, abgesehen davon: der Klinikaufenbthalt etc. liess sich ja nicht ignorieren.

Auch nicht die stante pede folgende Kündigung eines doch schon längerjährigen Jobs.

 

Vielelicht mag es egoistisch klingen: Ich habe einfach keinen Nerv, mich mit der MS immer zu verstecken. Ich geh da, außer im Job (gebranntes Kind) recht offen mit um, das ist halt ein Teil von mir- es definiert mich nicht,a ber es ist eben ein Teil.

Und ich hab keine Lust,d as immer unterm Teppich zu halten.

Ich tackere es auch keinem so auf die Nase, aber wenn ich Leute näher kenne, erkläre ich es ihnen schon. Auch weil ich immerd enke, dann lösen die sich mal von ihrem Standardbild des sofort-in-Rolli-nach-Diagnose.

Manchmal frustet dass, denn grad "Freunde" reagieren teils sehr, äh.. interessant.

Manchmal erstaunen einen die Leute, z.B. wenn man irgendwann im Sportverein den Trainern erklärt,warum man was nicht macht (Flugrollen usw. sind so lala bei Gleichgewichtsproblemen)- und sie reagieren angenehm entspannt und fragen interessierter nach als die werte Familie/Freunde. Ddie das gar nicht w issen w ollen. Und ich sabbel da echt keine Romane (ha,anders als hier). aber von d e n e n  hätt ich einfach mehr Mit-Gefühl, Interesse, was weiss ich erwartet.. und von wem kommt´s? ner ganz anderen Seite.

Hmmm...

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo SchnickSchnack, die Geschichte mit deiner Familie kommt mir doch sehr bekannt vor. Das ignorieren oder herunterspielen tut manchmal schon weh.

Aber egal... sie müssen mit uns rechnen.

Und wie du sagst, da gibt es "Lichtgestalten", die einem sooo gut tun und von denen man es nicht erwartet hätte.

Lustigerweise habe ich kurz vor meiner Diagnose eine klasse Frau kennengelernt, die mir im Nebensatz erzählt hat, dass sie MS hat.....

Tja, manchmal schickt er uns einen Engel!!

LG

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo Weltoffen,

 

ich stand im Frühjahr diesen Jahres vor demselben Problem wie Du, wem sage ich es und wie? Ich habe mir dann viel Zeit gelassen, da ich die Diagnose auch erst mal selbst verkraften musste.

Dann habe ich nach und nach mit wenigen guten Freunden darüber gesprochen, bei der Arbeit weiß mein Chef nur, dass es ein "ernstes gesundheitliches Problem" gibt, nichts Genaueres. In der Familie wissen nur mein Mann und meine Schwägerin Bescheid. Mein Sohn, 9 Jahre, hat schon mal Spritzen entdeckt, daraufhin hatter er natürlich einige Fragen, die ich ihm auch beantwortet habe. So richtig umfassend aufgeklärt habe ich ihn aber nicht, das mache ich dann bei Bedarf nach und nach.

Bei mir zog sich die Diagnosestellung über 1,5 Jahre hin. Copaxone spritze ich jetzt seit Februar 2013 und komme ganz gut zurecht damit, einen Flush hatte ich glücklicherweise bis jetzt noch nicht. Meine MS verläuft wohl eher gutmütig und man merkt es mir im Alltag kaum an, da ich auch viel Sport mache, mein größtes Problem ist die Fatigue. Daher gab und gibt es auch keinen so großen Erklärungsdruck.

Gerade mit meinen Eltern über die Krankheit zu sprechen, fiel mir besonders schwer. Meine Eltern sind auch schon über 70 und haben ihre eigenen gesundheitlichen Probleme, da wollte ich Ihnen nicht noch meine Probleme aufbürden. Aber dann war es mir doch ganz wichtig, dass sie Bescheid wissen, denn die MS ist nun mal leider ein Teil meines Lebens. Ich wollte auch nicht, dass sie sich wundern, dass bei uns ständig Gelpacks im Kühlschrank herumliegen, oder dass sich mein Mann oder mein Sohn verquatschen, das wäre für meine Eltern schon ein Vertrauensbruch gewesen.

Ich hatte dann schon zweimal Anlauf genommen, es Ihnen zu sagen, es aber doch erst beim dritten Mal geschafft. Am Tag nach meinem Geburtstag im Juni, nach dem Frühstück, bevor meine Eltern, die 200 km entfernt wohnen, abgefahren sind, habe ich dann meine Mutter in Kenntnis gesetzt. Für mich war der Zeitpunkt gut, weil wir dann zwar genug Zeit hatten, ausführlich darüber zu sprechen, aber eben auch nicht zu viel, so dass sich das Gespräch nur noch endlos im Kreis dreht. Dafür hätten wir beide vielleicht nicht genug Kraft gehabt. Meine Mutter war natürlich sehr betroffen, hat es aber erst mal ganz gut weggesteckt.

Aus unseren Telefonaten weiß ich, dass sie in der Folgezeit ganz viel darüber nachgedacht hat und natürlich auch traurig ist, aber eben die Sache auch verarbeitet und annimmt. Sie versteht jetzt besser, warum mir für manche Sachen, Fenster putzen oder so, einfach manchmal die Kraft fehlt.

Natürlich ist es bei mir noch einfacher als bei Dir, weil meine Eltern sich noch gegenseitig haben. Aber wenn Deine Mutter mit Mitte 70 und nach einem Schlaganfall noch allein einen Betrieb führt, dann muss sie ja eine starke Frau sein. Dann werdet Ihr auch gemeinsam dieser Sache gewachsen sein! Wichtig ist, sich nicht selbst unter Druck zu setzen.

 

Liebe Grüße aus dem Norden

Christine

Share this post


Link to post
Share on other sites

Die Frage: Wann sage ich es wem, und vor allem wie ist nicht leicht.

Als ich mit V.a. MS in die Klinik sollte, hat sich mir auch die Frage gestellt, wie es den Eltern sagen. Meine Eltern sind in Bezug auf mich sehr ängstlich und besorgt (war von vier Kindern das ständige Sorgenkind). Meine drei Geschwister wußten alle Bescheid und waren der einstimmig der Meinung erst einmal nichts zu sagen, solange ich keine Diagnose habe. Warum Pferde scheu machen, wenn hinterher womöglich alles in Ordnung ist? Zudem waren meine Eltern in der 2 Wochen vor dem Krankenhausaufenthalt im Urlaub - und dort wollte ich sie erst recht nicht beunruhigen. Einen Tag vor der Aufnahme im KH kamen sie aus dem Urlaub und furhen direkt zum Geburtstag meiner Nichte, wo auch ich und ein großer Teil der Versandschaft war. Hier gab es auch keine Möglichkeit etwas zu sagen, außerdem wollte ich meiner damals 9jährigen Nichte nicht den Geburtstag vermiesen.

Einen Tag nach der Lumbalpunktion, erste Hinweise verdichteten die Diagnose, hatte ich einen Heulkoller und habe meine Eltern angerufen. Sie waren entsetzt und besorgt wegen der Diagnose und kamen direkt im KH vorbeigerauscht, aber so wussten sie wenigstens Bescheid und meinem Gewissen ging es besser.

Egal wann man etwas sagt; Begeisterung löst man mit so einer Diagnose nie aus, der Moment ist nie wirklich gut und passend.

Ich gehe offen mit der Diagnose um. Die Kollegen wissen Bescheid, ebenso die Chefetage und ich bin bislang gut mit dieser Offenheit gefahren. Wenn ich mal nicht gut zurecht bin, wissen die Kollegen woran es liegt, ebenso bei Fehlzeiten, beruflich kann man auf mich eingehen, wenn es Verschlechterungen gibt.

Ich bin mit meiner Offenheit bisher immer gut gefahren.

Dir alles Gute

Anne

Share this post


Link to post
Share on other sites

Vielen lieben Dank für eure Antworten.

 

Ich seit heute wieder von meiner Reise zurück. Ich habe es nicht übers Herz gebracht, ihr von der MS zu erzählen. Da die Truppe sich schon seit 40 Jahren kennt und schon einige gemeinsame Reisen gemacht hat, hat mein Pa natürlich allen gefehlt. Ganz besonders natürlich meiner Ma, die immer mal wieder sagte, dass sie meinte, sie müsste ihm etwas erzählen. Soll ich ihr da noch mehr die Tränen in die Augen treiben?

 

Heute beim Abendessen mit einem anderen Neffen stand ich kurz davor, dann kam aber meine Schwägerin vorbei und die braucht es erst mal nun wirklich nicht zu wissen.

 

Das Spritzen hat gut geklappt, habe mich abends halt ein paar Minuten eher aus der Bar verabschiedet, um schon mal ins Bad zu gehen. Die Beleuchtung auf dem Schiff ist mir nicht bekommen und ich hatte häufiger Kopfschmerzen, aber es wussten ja alle von meiner Sehnervenentzündung. Bin mal gespannt, wann es jemandem komisch vorkommt, dass ich regelmäßig zum Neurologen muss oder z.B. eine Kühltasche für die Insulinpens meiner Ma parat hatte.

 

Kommt Zeit, kommt Rat.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo weltoffen,

 

"Es ist nicht alles vorbei, es fängt nur alles neu an!"

 

Bei weltoffen ist mir spontan eingefallen - sag es je eher desto besser. Weil es macht Deinen Kopf frei und das ist wichtig in der wichtig für Deine Zukunft. Also klare Ansage!

 

In ihrem versuch, gesund zu werden, konzentrieren sich die Menschen meistens auf die Krankheit. Sie können nicht gesund werden. Man muß sich auf das Leben und die Lebensweise konzentrieren. Heilung, das heißt, mehr von dem zu tun, was Freude macht.

 

Guido

Share this post


Link to post
Share on other sites

das mit dem herunterspielen darfst du nicht so sehn wie es bei dir ankommt...sie ist sich schon bewusst wie es um einen steht....es ist eine psychologische schutzfunktion

Share this post


Link to post
Share on other sites

Das mit dem Runterspielen ist wirklich, so komisch es klingen mag, ne psych. Schutzfunktion. Sonst müssste man sich ja eingestehen,was wirklich Sache ist- und das überfordert eben auch in einiger Hinsicht.

 

Kenn ich, da man das u.a. im Päda-Studium auch findet.. kenn ich von meinen werten Eltern. Weiss ich also theoretisch. und praktisch auch,a berd a könnt ich manchmal die MOtten drüber kriegen.

 

Platt gesagt: meist wissen die Leute viel mehr als man denkt. Wollens nur nicht wahrhaben. Auch das seh ich mittlerweile für mich als eine "Übung in Geduld".

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich versuche mich dann in die Lage der Mutter zu versetzen. 
Oder daran zu denken, wenn meine Kinder in dieser Situation wären, mir davon aber nichts erzählen würden... ich wäre vermutlich traurig darüber und würde mir die Frage stellen, warum. 
Manchmal ist es der verkehrte Weg, wenn man meint, andere schonen zu müssen. Vor was? Vor der Wahrheit? Sie ist es, die uns vorwärts bringt, aber letzt endlich muss es jeder für sich selber wissen, wem er es wann sagt. 

:)

Share this post


Link to post
Share on other sites

Hallo!

So, geschafft. Ich war heute zu Hause und habe meine Ma und zwei weitere Familienangehörige am Kaffeetisch versammelt (vorsorglich die Wohnzimmertüre zugemacht). Dann habe ich erzählt, wie die letzten beiden Jahre für mich waren, ihr Schlaganfall, der Tod meines Vaters, die Stoffwechselstörungen, MS, Depressionen, Infektanfälligkeit und das Spritzen plus aller dazugehörigen Belastungen und der monaltelangen Fahrerei zwischen mir, meinen Eltern und ihrer Rehaklinik. Und sie haben mich verstanden - I feel blessed right now. Als ich meinte, dass ich sehr froh sei, dass sie es sehr gefasst aufgenommen haben, meinte meine Ma, dass sie das erst einmal verarbeiten bzw. begreifen müsse. Sie mussten auch mal grinsen, als ich meinte, dass ich einsehen musste, dass ich nicht unkaputtbar bin, weder psychisch noch physisch.

Ich habe ihr eine Broschüre dagelassen, meine Spritzutensilien gezeigt, die Überweisung fürs HWS/BWS-MRT. Da meine Ma letztes Jahr den Schlaganfall hatte, konnte ich da den Bogen zu schlagen, was von Vorteil war: dass verschiedene Nerven kaputtgehen, sich aber in gewissem Maße regenerieren können. Tastbare Beulen am Oberschenkel vom Spritzen durften betastet werden. Sie meinte, sie (insulinpflichtig) hätte sich schon gewundert, warum ich auf einmal so viel über das Spritzen gewusst hätte.

Keine dummen Sprüche, kein "man sieht dir das gar nicht an". Ich hatte sie zwar vorgewarnt, aber damit hat dann keiner gerechnet. Und sie haben verstanden, warum ich es ihnen nicht eher erzählt habe.

Jetzt warte ich noch darauf, dass die Erleichterung einsetzt, erst einmal bin ich geschafft. Insgesamt sehr positiv verlaufen.

Grüße,

weltoffen

 

PS: Schnickschnack, ich hab meiner Ma Insulin gespritzt und sie fragte dann, ob ich nicht auch noch spritzen müsste. So kann's gehen.

Edited by weltoffen

Share this post


Link to post
Share on other sites

@weltoffen: So was ist klasse.
ich hatte grad vorgestern wieder Telefonat mit meinen Eltern, Vater kam auf gesundheits-Themen, uich sag da was zu.. erw undert sich,w ieso ich das weiss? Ich sag, naja, weisste, spätestens seit meiner Diagnose beschäftige ich mich schon mit so was.

 

Und er fragt allen Ernstes "welche Diagnose".

 

Ich hab nur gsagt, mensch Vaddern, das weisst du doch ganz genau.. Aber ehrlich gesagt, ich glaub, ich gebs auf. Ich muss nicht freiwillig Sysiphos´ Fels immer wieder den Berg raufrollen. Wenn sowieso wahlweise keiner Sysiphos kennt, da kein Berg ist und Felsen? Wo sind denn hier Felsen. Da? Ne, ich seh nix, hör nix

 

Ach, forget it.

Share this post


Link to post
Share on other sites

@Weltoffen juppi! Es freut mich zu lesen, dass Du es nun geschaft hast, zumindest Dir dieses Thema arg im Magen gelegen hatte. Jetzt kannst Du Kraft und Zuversicht für Dein zweites Sorgenkind sammeln. Melde mich später privat dazu.

@Schnick-Schnack immer wieder lese ich aus Deinen Zeilen, wie besch.... es Dir im Zusammenhang mit Deiner Familie und auch auf Arbeit geht. Gibt es wirklich keine Lösung? Warum ist das so? Hast Du Deiner Familie die Chance gegeben sich dazu zu äussern oder bist so ein kleiner Bulldozer? Frag nur mal nach, denn aus eigener Erfahrung, habe früher immer gemeint, Alles ist entweder schwarz oder weiss und immer schonungslos meine Meinung dahin geknallt, mit dem unerwünschten Effekt, dass meine Eltern, keine ernsten Gespräche führen möchten.

Lg

Share this post


Link to post
Share on other sites

@Scrat

 

Echt?? Du, ein Bulldozer?! Nee, das glaube ich nicht!

 

GlG KarU

Share this post


Link to post
Share on other sites

Scrat, danke, dass du dich so lieb um mich kümmerst. Das hilft echt weiter.

Meine Ma hat heute angerufen, sie konnte natürlich die ganze Nacht nicht schlafen und hat sich Sorgen gemacht. Auf die Frage "Wie geht's" (siehe ceza's Thread) habe ich dann inzwischen souverän "Soweit ganz gut" geantwortet. Meine Schwester, zu der ich keine Beziehung habe (lange Geschichte, hab sone Seifenoperfamilie), hat gefragt, was sei und sie wäre auch gekommen. Da hat sie dann geantwortet: "weltoffen ist krank. Sie hat was an den Nerven und versucht das in Griff zu bekommen." Erste unbeholfene Schritte mit dem neuen Wissen. Die Broschüre will natürlich auch erst einmal gelesen werden.

Grüße,

weltoffen

Share this post


Link to post
Share on other sites

@Scrat: ich bin kein kleiner Bulldozer, ich geb jedem ne Chance, auf seine Weise mit was umzugehen. Ich finds nur unlustig, wenn da null Breitschaft besteht und allesd rigoros ignoriert wird. Das bild ich mir auch nicht ein, ich züchte es mir nicht selber ran.. es ist leider so. Wenn andere was partout nicht wahrhaben oder akzeptierenw ollen, kann man 1 Mio goldene Brücken bauen und es bringt nix.

Deshalb bin ich ja ehrlich gesagt mittlerweile auch froh, relativ weit weg zu wohnen. Würde ich noch, wie bis zu meiner Diagnose, ein Haus mit meinen Eltern teilen, dann hätte ich glaub ich, ein echtes problem mit mir selbst und dieser Krankheit. Denn wie will man sich mit was arrangieren, mit was klarkommen,wenn einem immer suggeriert w ird, man hat bitte nix, da ist bitte nix?

 

Frei nach dem Motto Kopf in den Sand, "weil nicht sein kann, was nicht sein darf".

Da bin ich eben immer froh, dass ich da ne andere "Zugehensweise" hab, denn ich hab keine Kust, Krieg mit mir selber zu führen, weil andere mir das so auf´s Auge drücken.

 

Würd man sich anders wünschen, aber auch das lernt man: Akzeptieren,w as man nicht ändern kann. Das gilt auch für die Denke anderer Menschen. Wenn ich Abstufungen von S/W/Graus ehe..andere aber sagen,e s gibt nur S/W

 

Manchmal nervt´s, aber wie gesagt, durch ne gewisse räumliche Distanz entspannt sich das auch schon. Was für mich selber dann eben doch besser ist.

Tja, auch ne Form von Egoismus.

 

Und Job? Was soll ich sagen.. verrückte gibt es überall, sie treiben einen gerne zum Wahnsinn.. aber ein gutes hat´s: im Prinziop sind sie wenigestens nett, schmeißen nicht mit Messern. Das hat man auch schon anders kennengelernt. (müsste aber trotzdem nicht sein)

 

Insgesamt bin ich dann immer froh, meinen Partner zu haben, der unterstützt, versteht, für einen da ist, einem auch mal den Kopf grade rückt ("die sind halt so, du wirst sie nicht mehr ändern")

 

Noch 3 Tage und ich geh in Urlaub.. DAS sind Aussichten!! Samstagmittag hüpf ich in El Medano, Teneriffa, in´s Meer!

Share this post


Link to post
Share on other sites

Kleines Update:

Meine Ma hat den ersten Schock inzwischen ganz gut verdaut. Sie vesteht mich auch, warum ich es nicht eher erzählt habe und hat auch die Broschüre gelesen. Von meiner Warte war es ein Vorteil, dass ich unter den Umständen so lange gewartet habe:

1. Alle haben den Tod meines Vaters, der zur gleichen Zeit verstorben ist wie ich die Diagnose erhalten haben, soweit möglich, erst einmal verdaut.

2. Ich habe mir ein Bild von der Erkrankung verschaffen können und kann die Dinge so darstellen, dass meine Ma nicht noch weiter beunruhigt wird.

3. Durch den Thread "My best of Kommentare" fühle ich mich einigermaßen für die bevorstehenden Weihnachtstage gewappnet, auch wenn ich mich nicht gerade auf die wahrscheinlichen Reaktionen mancher Familienmitglieder freue. Puh, aber dann ist es hoffentlich erst einmal überstanden.

Grüße,

weltoffen

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!


Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.


Sign In Now
Sign in to follow this