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Sprengo

Was macht die MS aus/mit der Partnerschaft

15 posts in this topic

Hallo Zusammen,

 

Seid ca. 3 Monaten habe ich die Diagnose MS und seid dem Spritze ich täglich.

Mein Freund ist wirklich lieb aber kennt das noch jemand, ich mach mir über alles Gedanken und das mehr wie früher. Auch habe ich mittlerweile das Gefühl das ich launischer bin. Ich kram Gedanken aus dem Hinterstübchen die alt sind eigentlich abgehackt aber es schwirrt mir durch den Kopf. Es beschäftigen mich plötzlich Dinge da hätte ich vorher keinen Gedanken dran verschwendet.

Und das betrifft natürlich auch Dinge in meiner Beziehung. Nicht nur der Kopf auch mag ich manchmal keine Berührung besonders auf der Körperseite wo meine Haut etwas Taub noch ist vom letzten Schub. Das empfinde ich als unangenehm und mein Schatz als Abweisung.

Aber dieses ewige krübeln  :angry: :angry: viel über meine Beziehung und das damit verbundene nicht schlafen können machen mich fertig.

 

Kennt das noch jemand?

 

Danke

und Gruß

Sprengo 

 

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Sehr gut sogar. Meine Diagnose ist kommenden Donnerstag 7 Wochen her, morgen seit 4 Wochen spritze ich mich täglich.

Mich hat die Diagnose dazu bewegt über mein bisheriges Leben zu reflektieren und mir Gedanken über meine Zukunft zu machen, wie ich sie mir jetzt vorstelle.

Leider ist das Ergebnis nicht so rosig, es holt in der Tat längst vergangenes hervor (was allerdings nie verarbeitet wurde, sonst wäre es wahrscheinlich nicht mehr hochgekommen) und auch der Ausblick in die Zukunft hat sich etwas verändert.

Vor allem wird es problematisch wenn man sich endlich eine gesunde Portion Egoismus zulegt, die sein muss, aber die man vorher nicht hatte. Damit wird der Partner auch mit was konfrontiert, was er so nicht kennt.

Ob mich die Diagnose bzw. die Krankheit zu einem anderen Mensch gemacht hat wage ich zu bezweifeln, aber ich reagiere auf verschiedene Dinge anders als davor. Mal gelassener, mal weniger gelassen.

Offen reden, viel reden, das ist das einzige was hilft. Wenn Dein Partner weiss warum Du Berührungen an den Stellen nicht magst, deren Wahrnehmung eingeschränkt ist, dann weiss er Deine "abweisende" Reaktion besser zu deuten. Mir ist klar, daß Du in dem Moment nicht noch die Kraft hast in eine Diskussion einzusteigen, welche Deinen Partner dazu bringt nicht beleidigt zu sein. Also idealerweise wirklich ausführlich im Vorfeld darüber reden.

So versuche ich es zumindest, wobei ich gestehen muss, daß meine Gedanken noch lange lange nicht sortiert sind.

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Hallo Sprengo,

 

es ist wirklich heftig, wenn man das Empfinden auf einer Seite eingebüßt hat, sowieso schon nichts sortiert kriegt und dann auch noch einen Weg finden muß, den anderen nicht vor den Kopf zu stoßen.

Wie Cheech schon schreibt: im Vorfeld reden. Dein Partner hat bestimmt schon mal einen Zahn gezogen bekommen und wird sich ungern an dieses Taubheitsgefühl erinnern. Aber wenn Du ihm solche Vergleiche anbietest, kann er bestimmt besser Dein Problem verstehen.

 

Die Grübelei ist eine andere Geschichte. In der Reha habe ich Muskelentspannung nach Jakobson kennengelernt, was mir gezeigt hat, wie ich meine Gedanken woanders hinlenken konnte. Inzwischen mache ich Tai Chi und Qi Gong, die mir sehr gut helfen, Abstand zu allem zu bekommen. Zwar in mich hineinzuhören, aber meinen Ist-Zustand warzunehmen und nicht die eventuelle Zukunkt zu zergrübeln. Wäre so etwas auch für Dich eine Möglichkeit?

 

GlG KarU

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Hi Cheech,

hi Karu,

 

ja genau so geht es mir. Ich hole längst vergangenes in gedanken wieder hervor aber das bringt mich nicht weiter. Es ist wie du schreibst auch der Ausblick in die Zukunft die prioritäten verändern sich und ich habe das gefühl das ich nicht hinterher komme.

Darüber reden fällt mir sehr schwer wenn es um mich selbst geht ;-) und um meine gefühle und wünsche.

 

Ich habe vor einigen Jahren mal Tai Chi gemacht, die Idee ist nicht schlecht vorallem die Gedanken wo anders hinlenken zu können das wäre schön und wie du sagst die Zukunft nicht zergrübeln. Das ist nämlich anstrengend und zieht einen runter sehr runter.

 

LG

Sprengo

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@Sprengo

 

Dein Spruch gefällt mir :D  Also, nimm zum Schlafen die Sonnenbrille ab :rolleyes:  ;)

 

Viel Glück!

GlG KarU

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Sch.... ;) 

ja du hast recht, da hätte ich doch auch früher drauf kommen können :D :D

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Unter Umständen solltet Ihr vielleicht zusammen als Paar herausfinden in welcher Situation / Umgebung es euch beiden leichter fällt offene und glasklare Worte über unangenehme Themen zu sprechen. Manche Themen will mensch einfach nicht ansprechen, bzw. rauskramen, das kennt sicherlich jeder von uns, aber genauso wissen wir ja alle, das das nicht wirklich zuträglich ist zu einer ohnehin schon etwas schwierigeren Situation.

Bitte nicht falsch verstehen, aus eigener Erfahrung weiss ich, daß ein angetäuschter Frieden diesen Schritt über unangenehme wichtige Themen zu sprechen immens schwer macht. Irgendwann wiegt man sich in Sicherheit und macht den Mund nicht auf, weil man die aktuelle Harmonie nicht stören möchte und nicht riskieren möchte, den Partner vor den Kopf zu stoßen.

In dem Moment gibt es allerdings nicht viele Auswege. Entweder vor den Kopf stoßen oder aber so sehr wichtige Gedanken nicht rauslassen und sie dem Partner mitteilen.

Und das mit dem Blick in die Zukunft ist ein zweischneidiges Schwert. Ich ertappe mich in den letzten Wochen auch immer wieder dabei, daß meine Gedanken mir zig Jahre vorausgaloppieren, was da noch kommen mag, wie es sich vielleicht entwickelt und und und...

 

Ich zitier da immer gerne Meister Oogway vom Film Kung Fu Panda:

"Yesterday is history, tomorrow is a mystery, but the present is a gift!"

"Gestern ist Geschichte, Morgen ist eine Mysterie, aber die Gegenwart ist ein Geschenk!" (nettes Wortspiel im Englischen, "present" ist einerseits die "Gegenwart", andererseits ein "Geschenk", genauso wie das Wörtchen "gift")

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Hallo Cheech,

 

das ist ein tolles Zitat, gefällt mir richtig gut :) und so passend, Danke.

 

Ja was du schreibst ist schon korrekt und es hört sich so an als ob du wüsstest von was du sprichst. Klar das beste ist ein offenes Gespräch aber man kan auch Dinge tod diskutieren. Ich mache es doch nicht mit absicht aber ich bin schneller k.o. und momentan ist das auch extrem. Mein letzter Schub war kurz vor Weihnachten und meine Symptome sind immer noch nicht ganz weg. Zur Zeit mache ich zu hause das nötigste und leg mich dann auf die Coutch, da wir jedoch nicht zusammen wohnen möchte man ja wenn der Partner kommt es schön haben und sich auf den Partner konzentrieren aber eigentlich mag ich nur nach der arbeit auf die Coutsch,  eventuell Spülmaschiene oder Waschmaschiene bedienen und fertig.

 

Gruß

Sprengo

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Hallo,

hab auch einen Partner, der mit der Diagnose gut umgegangen ist (2009), mir viel abnimmt, mich MEIST auch versteht. Aber wie ich schon mal früher geschrieben habe: Ich konnte früher diskutieren, bis der Arzt kommt. Jetzt ist der Arzt mal gekommen und ich kann nicht mehr so diskutieren (ha, ha). Ne, mir fehlen manchmal einfach Argumente oder man verliert auch den Faden. Sogar das Zanken wird schwieriger mit MS. Wenn ich mal an meine "normalen Zeiten" denke, muß ich aber gestehen, dass ich es selber auch nie verstanden hätte, wenn mir ein Mensch gesagt hätte, dass Berührungen sich manchmal merkwürdig anfühlen. Geht ja schon los, dass man entweder nichts fühlt (oh weia, das hatte ich nach dem ersten Hammerschub in einer Pobacke. Hab noch nicht mal gefühlt, ob ich mir den Hintern richtig abputze. Welcher GESUNDE kann das denn verstehen?!) oder aber das Gefühl hat, alle Haare am Arm sind kleine Nädelchen und pieken bei Berührung. Oder diese Grottenmüdigkeit. Da kann der Partner noch so verständnisvoll sein.... Manche Dinge KÖNNEN sie nicht verstehen, vermute ich. Tausch mich da lieber auch manchmal mit Freundin aus dem Forum aus, weil sie es nachempfinden kann. Ich wünsch euch alles Gute, Reden, wenn man fit ist. Sag sogar manchmal: Ich will streiten, aber das machen wir nachher, bin zu müde dazu.

LG
Karola

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Hallo zusammen,

Meine Diagnose ist im Februar 2 Jahre her, was zufalls Befund war. Ich lag wegen Zusammenbruch in der Psychatrie, wo bei mir ein MRT wegen der Depression ( ob die Dep. andere Ursache hat, und so war es auch).gemacht wurde. Ich selber habe ca. 1 Jahr gebraucht damit fertig zu werden.

 

Mein Mann stand von Anfang an, seit der Diagnose MS, immer zu mir. Holte mich aus den Tiefs, die ich hatte. Als es mir besser ging habe ich durch die Psychotherapie gelernt "REDEN REDEN REDEN", das habe ich dann für uns als beste Therapie kennen und lieben gelernt. Diese sch..... Zeit ( wie ich sie nenne), hat auch was gutes, es hat uns mehr zusammengeschweisst.

 

Gib dir und deinen Freund Zeit, ihr beide müsst die Diagnose erst einmal beide vertauen. Es wird schon. Und denk dran, Reden nicht vergessen.

 

Liebe Grüße und alles Gute für Euch

Sabine

 

Und noch 3 Sprüche, die mir in der schweren Zeit geholfen haben für dich, vielleicht nützt dir das was

 

" Denk nicht an die Zeit zurück,

sonst siehst du den kleinsten Fortschritt nicht.

 

Wer kämpft kann verlieren.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

 

Der Weg ist das Ziel "

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Hallo Karola,

hallo Sabine,

 

vielen Dank ihr habt bestimmt recht ich muss lernen mehr über mich zu reden, was mir nicht leicht fällt. In der Vergangenheit war ich gerne die Person die sich Probleme anhört und aufbaut und gerne hilft. Lenkt halt auch von einem selbst ab ;-)

Aber jetzt über mich zu reden und schwächen einzugestehen und Hilfe anzunehmen fällt mir Schwerer als gedacht. Auf der anderen Seite bilde ich mir wohl ein, wenn ich zu viel darüber rede dann steht die Krankheit im Vordergrund und das will ich doch auch nicht. Aber wenn ich meinen Freund nicht alles sage kommt es zu Missverständnissen, da habt ihr vollkommen recht. In letzter Zeit ist es verdammt schwer, wenn ich dann mal rede oft aus einer Diskussion heraus weil ich mich wohl verändert habe?!?! komme ich nicht weit, weil ich direkt anfange zu heulen, will ich gar nicht aber es läuft und ich brauch gefühlt eine Ewigkeit bis ich mich beruhige.

 

"Wer kämpft kann verlieren

Wer nicht kämpft, hat schon verloren"

 

Ich habe schon ein paar mal an aufgeben gedacht aber wenn sich so ein Gedanke wieder bei mir einschleicht, werde ich an dich denken.

 

Vielen lieben Dank

und euch auch alles Gute

Sprengo

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Hallo Sprengo,

 

wenn Du meißt aus einer Diskussion heraus über Dich sprichst, ist das wirklich ein ziemlich schlechter Start dafür. Nimm Dir doch mal Zeit und Ruhe und versuche, alles, was Dich bewegt, aufzuschreiben. Entweder, Du zeigst es dann Deinem Partner oder Du hast dadurch einen Leitfaden, was Du alles sagen willst. Vielleicht kannst Du so Deine Gedanken besser sortieren?

 

:kopfhoch:    :durchhalten: !!!!!

 

Ganz liebe Grüße KarU

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Hi Gig, Karin oder Uta?

 

ja da bin ich absolut bei dir ein Gespräch aus einer Diskussion zu Starten ist nicht besonders Gut oder Hilfreich.

Aber dein Vorschlag meine Gedanken mal aufzuschreiben ist echt gut. Ich glaube das probiere ich mal am Wochenende, da ich dafür bestimmt länger brauche ;)

 

Vielen Dank

Sprengo

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Kopf hoch, kommt Zeit kommt Rat,

Der Tip von Sprengo ist auch nicht übel,

Probiere einfach mal alles aus und du wirst sehen, das was für dich am besten ist, behältst du dir bei.

Und gebe deinen Freund auch Zeit, mach ihn auch mal den Vorschlag mit reden oder wenn er das nicht kann, ebenfalls seine Gedanken aufzuschreiben. Und redet dann gemeinsam über über eure schriftlichen Gedanken.

 

Ich wünsche dir alles gute

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Ja, die Idee IST gut. Ich hab in der ersten Reha Tagebuch geführt und ich hab auch der Psychologin meine "Gebrauchsanweisung für die andere Karola" gegeben, damit sie sich das anguckt. Denn mal ehrlich: Wenn es uns richtig "gut" gehen soll, braucht man als Außenstehender, gesunder Mensch sowas. Hab das sogar den Nachbarn damals gegeben. Denn wenn ich müde bin, hab ich Phasen, dass mir Namen nicht einfallen, ich grüße nicht (oder ich sag morgens "Guten Abend") oder hör nicht richtig zu. Brauch dann auch zum Sortieren meiner Gedanken länger. Früher war es so, dass ich immer gesagt hab: Wo ist das Klavier, dass ich wegtragen soll. Anfangs als ich den Rollator noch nicht hatte, hab ich mich geschämt, einen Aufzug zu benutzen, wenn ältere Leute davor standen. LOGISCH. Die können ja nicht wissen, dass ich auch eine Etage fahren muß, weil mir die Beine auf der Treppe weggehen könnten. Für Fremde ist es jetzt einfacher zu erkennen, dass ich nicht betrunken bin, sondern Schwierigkeiten habe zu laufen. Freunde, Familie, Nachbarn wissen: Wenn ich auf die Frage, ob es mir gut geht, einfach nur abwinke, lauf ich mal wieder auf Reserve. Und mein Mann weiß inzwischen auch: Wenn ich sag, heute bin ich motzig, dann macht er nen großen Bogen um mich.

Wenn du es aufschreibst, kannst du auch was abändern, beim Reden ist es schwieriger, die Korrekturtaste zu finden.

Alles Gute

Herzliche Grüße

Karola

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