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Anne136

mal wieder Jakobsweg - oder doch verrückt?

22 posts in this topic

Hallo, ihr anderen MS-ler!

Außer dass ich MS-infiziert bin, hat mich 2008 das Camino-Virus erwischt.

2008 hatte ich noch keine MS und ich bin auf meinen ersten Jakobsweg, den klassischen Camino Francés, gestartet. Nach 28 Tagen und 720 Fußkilometern bin ich glücklich und zufrieden, nur etwas müde in Santiago de Compostella angekommen. 2009 musste ich meinen geplanten Weg absagen, da in dem Jahr 3 Operationen anstanden und so habe ich nur einen kurzen Abstecher auf den schottischen Westhighland-Way gemacht.

Da die Sehnsucht nach einem neuen Jakobsweg groß war, startete ich 2010 auf die ersten 500 Kilometer der Via de la Plata und lief von Sevilla nach Salamanca. Auch wenn ich es damals noch nicht wusste, einige Auffälligkeiten beim Laufen waren vorhanden und es waren die ersten Anzeichen der MS. Weil es eine so tolle Reise gewesen ist, habe ich die Via Plata 2011 fortgesetzt und bin weitere 600 Kilometer nach Santiago und bis an den Atlantik gelaufen. 2011 waren die Symptome noch ähnlich wie 2010, aber das Gleichgewicht war schon schwieriger und mir wurde immer mal wieder gesagt, dass ich einen eigenartigen, schwankenden Laufstil hätte.

Ursprünglich hatte ich für 2012 keinen Pilgeweg geplant. Da ich aber für 2013 zu meinem 40. Geburtstag schon lange den Camino Primitivo eingeplant hatte (durch Asturien nach Santiago) bin ich 2012 4 Wochen nach der definitiven MS-Diagnose auf den Küstenweg gestartet der unter anderem als Zubringer für den Camino Primitivo genommen werden kann.

Diese Reise musste ich nach 300 Kilometern abbrechen, da mein linker Fuß ständig einschlief, ich auf den steilen An- und Abstiegen sehr gangunsicher war, des öfteren gefallen bin.

Eigentlich habe ich da das Thema Fernwandern für mich abgehakt, auch wenn der Wunsch mich erneut auf einen Pilgerweg zu machen groß war und ist. Diese Pilgerreisen/Wanderreisen waren die besten Reisen meines Lebens. Eine Reise zu mir selbst.

Dann kam der schwere Schub im letzten Jahr und seit dem ist das Gehen doch anstrengender geworden, häufig knicken die Knie weg, das Gleichgewicht ist marode, Sensibilitätsstörungen im linken Bein, die anhaltende dauerhafte Müdigkeit.

 

Und nun spiele ich doch wieder mit dem Gedanken, meinen Traum noch einmal in die Tat umzusetzen und mich auf den Camino Primitivo zu machen. Eine Pilgerfreundin die ich seit Jahren kenne, ebenfalls Gleichgewichtsstörungen hat und auch nicht die schnellste Läuferin ist, hat mich gefragt, ob ich mitkomme.

Einerseits sage ich: total verrückt, einen Bergwanderweg, mit vielen Höhenmetern, steilen Auf- und Abstiegen und meinen körperlichen Beschwerden - aber immer auf Wanderwegen oder Landstraßen.

Der Verstand sagt nein, das Herz sagt ja. Und andererseits auch: Wenn nicht jetzt, wann dann? Statistisch und tendentiell wird eine MS-Erkrankung in einem großen Teil der Fälle im Laufe der Zeit schlechter, und daher wer weiß, wie lange die Möglichkeit noch besteht, dass ich es vesuchen kann auch wenn die Bedingungen jetzt schon wesentlich schlechter sind.

Durch die Begleitung hätte ich vielleicht etwas mehr das Gefühl der Sicherheit, auch wenn ich die bisher zurückgelgten 2200 Kilometer absichtlich immer alleine gegangen bin. Meine Pilgerfreundin hat eine Woche mehr Zeit eingeplant, um die Etappen kürzer zu machen oder mal einen Erholungstag einzulegen und wenn es dann doch nicht geht, kann ich immer noch sagen: Ich nehme den Bus oder ein Taxi und kürze eine Etappe ab - oder ich breche ab wie 2012.

Einerseits möchte ich es so gerne versuchen, andererseits sehe ich sehr viele Hürden und bis vor einer Woche hätte ich gesagt: traue ich mir nicht zu, das mache ich nicht.

Das Laufen ist auch immer tagesformabhängig, mal geht es besser, mal schlechte, aber ich hätte gesagt, ich traue es mir nicht vor.

Und nun sage ich plötzliche wieder: wer nicht wagt, kann nicht gewinnen.

Was mache ich, wenn ich wirklich zu dem Zeitpunkt der Reise Urlaub bekommen kann?

2012 habe ich mich gewundert, wie leicht es mir gefallen ist, die Reise von jetzt auf gleich abzubrechen. Plötzlich sagte ich mir: bis hierhin und keinen Schritt weiter. 1 Stunde später saß ich im Bus Richtung Flughafen. Der Abbruch war nicht schlimm, aber es war auch nicht "mein" Weg. Es gab etliche Dinge die mir auf diesem Weg mißfallen sind und eigentlich habe ich mich nur aus Verlegenheit und Trotz auf den Weg gemacht um mir zu zeigen, dass trotz MS alles geht, die Diagnose war gerade 4 Wochen her, vielleicht auch um der Krankheit davonzulaufen.

 

Jetzt habe ich schon wieder so viel geschrieben und frage mich: Was mache ich nun? Laufe ich los, versuche ich es noch einmal - dann habe ich es aber probiert - egal ob ich ankomme? Oder lass ich meinen Verstand walten und sage: Jakobsweg: das war einmal.

 

Egal wie ich mich entscheide, ich bin froh in den letzten Jahren meine Wege gegangen zu sein. Damals wusste ich nicht, warum ich mich auf den Weg mache, warum der Weg so laut nach mir ruft. Heute weiß ich die Antwort: Wer weiß ob es später noch möglich ist. Wann nicht jetzt wann dann.

Egal wie es ausgeht, ich bin froh diese Erfahrungen gemacht zu haben, meine Erlebnisse kann mir keiner mehr nehmen und sie geben mir auch heute noch sehr viel Kraft und Energie und zeigen mir, dass man wesentlich mehr möglich ist, als man sich zutraut, wenn man sich darauf einlässt und es probiertl.

Klaudia, warum hast du mich nur gefragt mitzukommen? Und Danke für die Frage, auch wenn ich momentan etwas aufgewühlt bin und nicht weiß, wie ich mich entscheiden soll.

 

LG Anne

http://anne-sternenweg.blogspot.com

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Liebe Anne,

 

als ich kann Dich verstehen, obwohl ich noch nie eine PILGERwanderung gemacht habe.

Meine Bergtourenerfahrungen, mögen in der Essenz auch Deinen Erfahrungen nahe gekommen sein.

 

Ich hätte Angst zu versagen und unstillbares Sehnen, wenn ich es nicht versuchen würde.

Da das Sehnen eines Tages die Angst überflügeln wird,

würde ich mich doch vor der Größe des Sehnens verneigen

und GEHEN

....soweit meine Füße es zulassen.

Mit meiner Angst kann ich mich ja unterwegs auseinander setzen.

 

***********************************************************************************

 

Wie DU DICH für DICH entscheidest, ist richtig, also vertraue DIR.

 

 

Liebe Grüße

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Wann, wenn nicht jetzt..

oder auch: wenn nicht gwagt, wird man sich immer fragen, warum mman nicht.. ob man nicht..

Ich würds gut abwägen. Und mich auch fragen: wäre ich ggf. auch bereit zuscheitern?

 

ich hab mir vor x Jahren schn hzu einem ganz anderen Thema mal überlegt: Lieber gewagt und verloren als niemals gewagt.

 

Weil: wenn ich mich nicht traue, dann weiss ich doch nie, ob ich es nicht doch geschafft hätte?

und doof gesagt: mit einem gepflegten Scheitern kann ich leben.

 

Ganz übertrieben: wenn ich mir den Everest vornehme als deichgucker.. mich selbst und meine Begleitung riskiere.. DAS ist selten dummes Scheitern. Aber dem Herz folgen, im Rahmen des möglichen sein, schauen,w ie weit es geht.. das ist nie ein dummes Scheitern. Das wird man immer vor sich vertreten können.

 

Das zum Hintergrund. Ganz realistisch: eben gut planen, sich nicht zu viel vornehmen, wissen, was ggf. Alternative oder Grund zum Abbruch.. Und eine Begleitung hast Du auch!

 

Was soll ich sagen.. ich tät´s

 

:-)

 

PS: Und "ich tät´s" vor dem Hintergrund, dass ich letztens eine bergwanderung auf teneriffa extrem verkürzte- und trotzdem noch nen guten Ableger hinkriegte- , weil mein letztes Symptom, Fussheber, sich plötzlich lauthals zu Wort meldete. Was zieh ich da für Schluss drau? Nicht, ich machs nicht mehr.. sondern  ich achte demnächst mehr drauf, wann ich müde werde. Statt seinfach hinter dem Vordermann herzuhatschen, zu merken, ich werd immer ko-iger.. und nix zu sagen.

Stupid me..

 

Und trotzde.. 3 Tage später wieder um dei Berge und Felsen gehaspelt. Nur halt mal mit Pause, BEVOR da was vehement anfängt zu meckern.

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Hallo!

DAnke, dass ihr mir antwortet. Ja, ich sehe es genau so, wie ihr. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt - und dennoch sind da Zweifel in meinem Hinterkopf, aber momentan denke ich, dass ich es wagen werde, sofern ich Urlaub bekomme.

Auch wenn ich die Reise abbrechen müsste - es wäre kein Scheitern.

Scheitern ist für mich aus Angst vor dem nicht-gelingen, irgendetwas gar nicht erst zu probieren.

Ich kenne soviele Gesunde, die aus Angst ein Ziel nicht zu erreichen, ihre Träume nicht in die Tat umsetzen, es nicht versuchen und das finde ich schade.

 

Wahrscheinlich sollte ich mich einfach weiterhin an einen Satz von Nietzsche halten den ich sehr gut finde:

Es gibt auf der Welt eienen einzigen Weg, auf welchem niemand gehen kann, außer dir. Wohin er führt? Frage nicht, gehe ihn.

 

LG Anne

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Liebe Anne,

Deine Lebenseinstellung finde ich einfach Klasse!

Bin eigentlich auch relativ "positiv gepolt", doch heute überwiegen dann immer wieder Bedenken, meine Wünsche. War früher auch der Draufgänger, hatte Angst vor Nichts und hatte mir alle meine damaligen Ziele erfüllt.

Hatte noch viel vor ... eben hatte ... was ich mir trotz ohne jegliche Einschränkungen (bis auf irgendwie müde Beine und Arme durch jahrelange sportliche Untätigkeit, denke ich), bitter bereue. Die Uhr tickt ...

Anne ja, ja und ja ... mach es! Du hast so eine gelöste und unkomplizierte Einstellung zum Ganzen, das ist die Hauptsache.

Kannst ja ein Forum mit oder ohne Crowdfounding, ins Leben rufen für Gleichgesinnte die mitkommen würden. Mit Deinen Erfahrungen, wärst natürlich der treibende Part. Das Crowdfounding würde Euch helfen die Reise zu finanzieren.

Hoffe für Dich, das Du das Projekt umsetzen wirst und wünsche Dir viel Spaß beim planen.

Silvie

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Scheitern ist immer so ein unbeliebtes Wort.. aber Scheitern gehört dazu. Und da kann auch was draus werden.

Kenn ich von meinem Freund, passionierter Kletterer, der sich immer wundert, dass es Leute gibt, die nur machen, wo sie wissen, sie werden 100%ig Erfolg haben.. und von allem anderen die Finger lassen. Weil, ne, lohnt nicht, warum soll man dann.

Weil, nicht hinkriegen geht ja gar nicht.

Und mal so: was lässt man sich dadurch alles entgehen?

 

Erinnert mich an meinen ersten Besuch beim Thai. Uaahh, iss das bloss nicht, sooo scharf, nene.

 

Probiert.. hmm, lecker!

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Halle Schnickschnack!

Ich sehe es genau wie du. Was heißt scheitern? Alles aus Angst dass es nicht so läuft sein lassen? Nein, der Versuch zählt und auch davon kann man profitieren, auch wenn es manchmal im ersten Moment nicht ersichtlich ist.

2012 habe ich meine Reise auf dem Küstenweg abgebrochen. Nach 300km wußte ich, bis hier hin und keinen Schritt weiter. Es wurde für mich zu gefährlich, ich war am Ende, hatte leichte Symptome, außerdem waren meine Mitpilger nur Konkurrenten im Bettenkampf, da es auf diesem Weg nur wenige Herbergen gab, und die Spanier in den Sommerferien waren und ebenfalls die Betten beanspruchten um günstig Urlaub zu machen.

Es fiel mir so leicht zu sagen: jetzt ist Schluss! Natürlich ist auch eine Träne gelaufen, als ich am Flughafen saß und noch einmal über meinen Entschluss nachgedacht habe. Aber hätte ich die Reise nicht abgebrochen, hätten sich daheim viele andere tolle Sachen nicht ergeben, wie der Umzug in meine tolle Wohnung etc.

Es hat so sollen sein und es hatte seinen Sinn. Auch die Erfahrung nicht immer alles zu schaffen und zu erleben, dass man dennoch zufrieden ist, dass nicht alles immer so läuft wie man erhofft hat, war ein positives Erlebnisse.

 

Ich habe im Laufe der Zeit viele schöne Postkarten mit schlauen Sprüchen zum Thema Weg gesammelt, sie beinhalten viele Wahrheiten, auch wenn man sich sein Leben manchmal anders vorgestellt hat.

 

Die Straße des Lebens ist meist holprig, jedoch bunt und voller prägender Momente!

 

LG Anne

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Ach ja, wo habe ich das letztens gelesen.. und nicht nur einmal: in unserer Gesellschaft gibt es keine Kultur des Scheiterns.. Scheitern kann nur schlecht sein, da es mit Misserfolg gleichgesetzt wird. Und Misserfolg ist in einer leistungsorientierten Gesellschaft extrem unpopulär. Anstatt zu erkennen, dass man auch dauraus was zieht und lernt.

 

war da besser ausgedrückt, sind jetzt ghalt meine simplen Worte.

 

Und da bin ich wieder bei meinem Partner und seinem Klettern: der sagt, was hätte ers ich teils schon entgehen lassen, hätt er nen Fels nicht wenigstens versucht. Zitat "glorios gescheitert und es war soo gut"

Und eben nicht übertrieben gescheitert, sondern wohlüberloegt die Sache angegangen und probiert ob und was möglich ist.

 

Meines Erachtens eine sehr spannende Ansicht. Ich muss nix probieren, was absolut aus meiner reichweite liegt.. aber was nicht abwegig ist- warum nicht? Ich werde sehen,w as kommt. Und in dem einen oder anderen fall unvergessliche Erinnerungen haben.

 

Weisste,d as ist bissl wie: ich bin früher mit meinem Dad immer in ner Jolle segeln gegangen. Später nahm mich Freundin mal mit, z.B. Dollart mit der Segelyacht ihrer Eltern. ha, Sturmfahrt!

Und dann kam das Angebot, da war ich 17 oder 18.. sie wollten das Boot nach Florida schippern, will ich mit? Mit absolut erfahrenen, zuverlässigen Leuten.

meine Eltern kriegten ne Krise, ne, zu gefährlich- mach wenn du erwachsen bist.

 

Und was wurde draus? Nix. Und ich wünschte heute, mit bald 42, immer noch, dass ich das hätt erleben dürfen- die Chance hat sich danach einfach nie wieder ergeben.

 

Was sagt mir das für heutige "Schnaps-Ideen"?

 

Genau!

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Hallo Anne,

also, wenn Du Dich verrückt nennst, dann bin ich wohl oberverrückt. Endlich finde ich mal jemanden, der auch mit MS verrückte Wanderungen macht. Wenn Du Dich irgendwie einigermaßen fit fühlst, würde ich laufen. Aber Du darfst Dich nicht unter Druck setzen. Gehe Dein Tempo und nicht das der anderen. Der Primitivo ist recht anstrengend. Ich werde ihn hoffentlich Ende August/September gehen.

Auch ich habe seit 2007 das Camino-Virus und lebe mit MS. Ich habe seit 1997 MS-Beschwerden, im Sommer 2010 endlich die Fast-Diagnose erhalten, Im Januar 2013 dann die endgültige (hätte schon eher sein können).

2007 habe ich den Jakobsweg in Frankreich entdeckt. Bis 2012 bin ich hauptsächlich in Frankreich und ein klein wenig auf dem Camino Francés bereits in meinen Urlauben insgesamt 2.700 km gepilgert.

Angespornt hat mich immer meine im Vergleich zu vor 1997 marode Gesundheit, meine ewige Müdigkeit, meine Erschöpfung, die einfach nicht real sein konnte, es war ja anscheinend alles in Ordnung. Da ich jahrelang nicht wusste, was ich habe, haben auch die Ärzte mir gesagt, ich solle es einfach nicht beachten. Leichter gesagt als getan, aber ich habe das ernst genommen und immer mehr dagegen angekämpft. Was sollte ich auch anderes tun? Ich bin dann - im Kampf gegen mich und meinen müden Körper - immer wieder hunderte von Kilometern mit extremer Erschöpfung gelaufen. Das Schlimme: Mir machte es trotzdem immer wieder Spaß und es gibt mir irgendwie immer neue Kraft. Ich hangel mich so von Camino zu Camino. Es ist ein regelrechtes Ziel im Jahr, aus dem ich meine Power für die nächsten Monate schöpfe. Kaum bin ich wieder zurück, juckt es mich wieder in den Füßen.

2013 habe ich mir endlich meinen Traum erfüllt:

Ich bin in Deutschland in Ulm losgelaufen, durch die Schweiz, Frankreich, das Baskenland, den Camino del Norte nach Santiago, Finisterre und Muxia insgesamt auch über 2.700 km.

Für meinen langen Weg von Deutschland nach Spanien habe ich mir über Jahre hinweg ein Sabbatjahr angespart und hatte kurz vor Beginn auch noch einen Schub (hatte bis dahin eher wenige Schübe). Am 30. Mai 2013 bin ich unter relativ schlechten Bedingungen in Ulm losgelaufen: Ich habe gerade einen Schub gehabt, durch den Schub bestand weiterhin verstärkte Fatigue, ich hatte seit Mitte April erstmalig ein Meniskusproblem und zehn Tage vor dem immer wieder verschobenen Starttermin dann noch einen "Hexenschuss". Ich war es ja schon gewohnt, länger zu laufen und ob man nun 500 km oder 3.000 km geht, ist letztlich egal. Und doch dachte ich, dass das diesmal nichts wird. Aber: Ich bin nach 130 Lauftagen in Muxia angekommen, alles gelaufen - wunderbar!

Insgesamt war ich 164 Tage unterwegs, mit Besuch bei Freunden, Pausen und 14 Tagen in Santiago und Finisterre am Ende. Es war die genialste Zeit meines Lebens.

Ab Juli 2013 hatte ich auf der Reise für ca. drei Monate neue Kribbelsymptome am ganzen Körper und erneut extreme Schubmüdigkeit. Ende August - angekommen in Saint-Jean-Pied-de-Port, überlegte ich, ob ich weitergehen könnte. Da ich mir den übervollen Camino Francés Anfang September nicht zutraute (die höchsten Pilgerzahlen aller Zeiten laut Pilgerbüro), da das mit übervollem Weg, übervollen Herbergen, noch mehr Schlafmangel und Stress verbunden wäre, habe ich mich nach einigen Tagen Pause in Saint-Jean-Pied-de-Port für den Camino del Norte entschlossen. Er hat sicher nicht den gleichen Spirit wie der Camino Francés. Aber das war mir in dem Moment egal. Ich wollte einen Weg finden, weiterzulaufen. Körperlich anstrengend fand ich diesen Weg im Gegenatz zu Schweiz und Frankreich nicht wirklich. Anfangs war es noch voller, es gibt ja nur wenige Herbergen. Der Weg war entspannt, in den Herbergen sammelten sich abends die Leute. Das wurde im Oktober immer weniger. Zum Schluss waren wir nur wenige in den Unterkünften.

Ich war dauernd extremst kaputt und dachte immer, dass ich es nicht mehr bis zum Ende schaffe. Aber ich habe ja einen Dickkopf. Wenn ich mir einmal etwas vorgenommen habe, dann ziehe ich das auch durch. Und es hat mir dennoch Spaß gemacht, einfach mal frei zu sein. Wer weiss, ob ich diese Möglichkeit noch einmal haben würde. Ich wäre enttäuscht gewesen, nach 1.700 kmn abzubrechenIch habe ab Saint-Jean-Pied-de-Port meine Tagesstrecke vorerst auf ca. 20 km am Tag reduziert, obwohl sich ein französischer Pilger spontan mir für elf Tage angeschlossen hatte (der sich in mich verliebt hat ;) ))). War nicht einfach, mit ihm mein Tempo durchzuziehen, aber das war meine Bedingung für das gemeinsame Gehen. Er kannte MS überhaupt nicht und er ist ein Extremsportler. Aber es war eine gute Übung für mich, meine eigenen Interessen durchzuziehen und mich nicht wieder mitreißen zu lassen, um irgendjemandem etwas zu beweisen. Naja, ich bin meinen Weg gegangen. Ab Bilbao lief ich wieder allein, der Franzose musste heimfahren, da sein Urlaub zuende war. Am 21. Oktober 2013 kam ich in Santiago, im Dauerstarkregen an. Am 23. Oktober ging es weiter Richtung Finisterre, wo ich am 26. Oktober meine vorletzte Etappe erreichte. Einige Tage später, am 31. Oktober, lief ich noch nach Muxia. Damit habe ich das Ziel meiner Wanderrung trotz allem ohne Enttäuschung erreicht. Außerdem war der Weg das Ziel und nicht diese drei Orte Santiago, Finisterre und Muxia.

Auf meiner Rückreise im November 2013 habe ich wieder das Gefühl gehabt, einen Schub zu haben. Und das war leider auch so, er hat wohl noch gewartet bis zum Ende und ich hatte großes Glück: Diesmal war mein Kleinhirn dran. Ich dachte oft, ich sei ungeschickt, da mir alles runterfiel und ich oft das Gleichgewicht verlor, wo ich es sonst hatte. Aber das waren alles leichte Symptome. Im Jahres-MRT im Januar 2014 waren dann tatsächlich zwei neue Herde (Kleinhirn und Großhirn). Mein Arzt sagte nur, dass ich mit dem Kleinhirn Glück gehabt habe. Er hätte bei dem Herd massive Gleichgewichtsstörungen erwartet. Er empfohl mir nun eine Basistherapie mit Copaxone. Ich bin jedoch nicht entschlossen, da mir die Studienergebnisse zu schwammig und gering erfolgversprechend sind.

Aber: ich würde so eine Reise so lange es geht immer wieder machen. Trotz aller Müdigkeit und trotz Kämpfen. Es ist nun mal so, dass man mit MS meist nicht so leicht lebt, wie wenn man gesund ist. Man muss wohl immer mehr kämpfen, um etwas zu schaffen. Nur noch herumsitzen und wegen Fatigue und einigen Symptomen an MS denken will ich auch nicht.

Ich überlege gerade, im April dieses Jahres kurz vor Ende meines Sabbatjahres noch in Frankreich eine Strecke "Figeac-Valée du Célé-Figeac-Rocamadour-Lectoure..." zu laufen. Ende August habe ich den Camino Primitivo geplant. Vielleicht treffen wir uns ja???

Wenn Du Lust auf einen Austausch mit mir hast, melde Dich gern. Liebe Grüße von

einer Pilgerin (41)

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:rolleyes:  danke für diesen Beitrag :rolleyes:

war während des Lesens, in Gedanken, auf meinen Strecken unterwegs.... :D

LG

Lotte S.

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:) !!! Mich juckt es schon wieder in meinen Füßen!

Trotz aller Müdigkeit werde ich nun die Aprilstrecke grob planen, was zeitlich machbar ist. Schön, dass Du ins Träumen kamst, Lotte!

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Hallo Schildkröte!

Toll von dir zu lesen, wie es dir auf deinem Weg ergangen ist.

Inzwischen habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und einen Flug nach Spanien gebucht.

Am 10. Mai fliege ich nach Bilbao, nehme den Bus nach Oviedo und am Folgetag kann es losgehen. Ich bin total happy, mich dazu entschlossen zu haben.

Es wird nichts mit der gemeinsamen Wanderungen mit einer Pilgerfreunding, da wir nicht gemeinsam Urlaub bekommen können - und dennoch: jetzt bin ich mal wieder infiziert, und gehe alleine los - so wie ich auch die letzten 2200 km bewusst alleine gelaufen bin.

Der Primitivo hat zwar "nur" knapp über 300 Kilometer, aber vor den vielen Höhenmetern und einigen - nicht anders planblaren Strecken - habe ich Respekt.

Schaffe ich die dreißig Kilometeretappe über die Berge - oder nicht?

Versuch macht klug, ich werde es sehen und ich weiß mir zu helfen. Angst hatte ich nie auf diesen Wegen, hilfreiche Menschen überall wenn man sie brauchte.

Notfalls gibt es eine Busetappe, oder ich bestelle mir für die ersten Kilometer bis der WEg die Straße den Weg kreuzt ein Taxi, oder, oder... Vielleicht ist es ja auch kein Problem und ich fühle mich gut.

Wenn ich daran denke, wie leicht es jetzt wird mit der Planung, da sah es doch letztes Jahr ganz anders aus. Hätte es überalle Eisschränke zum Kühlen der Kühlakkus gegeben, wären überalle Kühlschränke zum Kühlhalten der Spritzen gewese? Der ganze Platz den die Spritzen im Rucksack benötigt hätten...

Du kennst das.

Ich freue mich, es noch einmal zu wagen und was ich nicht gedacht hätte: dort wo ich meinen Wunsch erwähnt habe, sagen alle nur: klasse, mach das! Damit hätte ich momentan nicht gerechnet.

Gruß von Anne

(P.S. der Küstenweg war nicht so mein Ding, allerdings bin ich auch nur noch bis zwei Tage hinter Bilbao gelaufen  - es war nur ein Bettengerenne, eine Konkurrenz und es war definitiv der falsche Zeitpunkt)

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Hi Anne,

schön, dass Du jetzt doch wieder los gehst! Ich drücke Dir die Daumen dafür. Ich will aber danach etwas darüber hören, denn am 25.8. möchte ich ab Villaviciosa oder irgendwo da unten vor Oviedo den Primitivo gehen. Das soll ja der schönste aller Jakobswege sein. War daher auch enttäuscht, dass im Oktober schon abgeraten wird, ihn allein zu gehen. Sonst wär ich evtl. dieses Jahr schon gelaufen. Andererseits war ich von meiner Mammuttour mit Schub schon so erschöpft, dass es sicher besser war, den Norte weiter zu gehen.

Das mit dem Spritzentranzport ist ja nervig. Wie hast Du das denn genau gemacht? Ich habe mich auch deswegen gegen die vom Arzt vor zweieinhalb Wochen empfohlenen Medikamente (Copaxone) entschieden. Ich war jetzt so lange unterwegs. Ich wüsste gar nicht, wie das bei so einer langen Tour über 5,5 Monate wie bei mir gehen sollte....allein der Nachschub.

Wenn ich 2017 noch einigermaßen gut dran bin, gehe ich in Hamburg los! Insgesamt habe ich seit 2007 nun auch 5.400 Pilgerkilometer hinter mir und ich war fast immer allein unterwegs. Nur Wanda, meine kleine Stoffschildkröte (und somit Königin meines Rucksacks) war seit 2009 mit dabei. Die ist sooooo süß und weise - liegt jetzt im Bett immer neben mir und wir träumen vom Camino....nach der Reise war sie eine Woche eingefroren, um eventuelle Wanzeneier zu vernichten.

Der Monat Mai ist jedoch wieder ein beliebter Monat. Da ist es in den Herbergen voll, das kann ich leider voraus sagen. Zur Not ne Pension nehmen....Ich hoffe, dass es Ende August besser ist, denke jedoch, dass es auch voll sein wird. Erst im Oktober wurde es leerer. Aber wenn nicht jetzt, wann dann????? Der Primitivo ist eben Gebirge und da geht es nicht immer.

Der Nordweg war für mich eine landschaftlich attraktive Notlösung. Die Fülle auf dem Francés im September mit den höchsten Pilgerzahlen aller Zeiten hätte ich in meinem Zustand nicht mehr ertragen. Ich hatte unterwegs ja einen Schub und am Ende auch. Die Herbergen sind dort oft echt grenzwertig gewesen. Deba in der alten Schule war wie ein Flüchtlingslager. Zudem wollte dort nachts keiner ein Fenster aufmachen, ich bin fast erstickt. Avilés war voller Bettwanzen und Ratten. Die Wanzen spazierten nachts über mein Kopfkissen, im Bett, Schlafsack, Kleidung...es war schlimm. Wanzen hatte ich schon 2008, 2011 und davor in Ribadesella gesehen, aber Avilés hat es echt getoppt. So etwas hab ich noch nie gesehen. Alle Bettwanzen in Aktion.... :o.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall einen super Weg. Behalte den Mut auch wenn es anstrengend wird. Ich werde den gleichen Weg im August September laufen und sicher wieder müde, müde, müde sein. Aber es geht voran! Ultreia!!!! Der Weg gibt Dir die Kraft, Du musst nur daran glauben. Ich habe es auch geschafft, dann schaffst Du das (kleine) anstrengende Stück auch! Habe nur keine Angst - auch nicht vor MS-Symptomen. Denn Angst nimmt Dir die Kraft, die Du zum Gehen brauchst!

Liebe Grüße von Deiner Jakobsschwester! :)

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Hallo Lotte! Ich werde dir den Weg ebnen und die Berge platt treten, dann sind sie bei dir ein wenig flacher.

Ich bin nie mit Spritzen unterwegs gewesen. 2012 habe ich nach der Rückkehr vom Weg mit dem Spritzen angefangen. 2013 war ich nicht unterwegs und nun nehme ich Aubagio-Tabletten.

Ich hoffe, dass es auf den Nebenwegen im Mai noch nicht so voll ist, aber es wird sich zeigen. Der Mai ist ein beliebter Pilgermonat Inzwischen habe ich kein schlechtes Gewissen mehr, in privaten Herbergen vorzureservieren, notfals drücke ich jemanden aus der Bevölkerung mein Handy in die Hand und bitte ihn, die Aufgabe für mich zu übernehmen.

Das fand ich auf der Via Plata so schön: ich konnte kommen wann ich wollte und immer war ein Bett für mich da, egal ob mittags, nachmittags oder abends.

Es kann aber sein, dass das mit dem Flugchaos durch den isländischen Vulkan Eyjafjällajökull zusammenhint. Durch diesen Vulkan konnte 5 Tage lang vor mir niemand losfliegen und starten und ich bin am ersten Flugtag danach geflogen - aber es war schön sich einfach in die Natur zu setzen und eine Pause zu machen. Man kam wenn man kam und das war toll.

Es wird sich ergeben!

Mein Spruch auf allen Jakobswegen seit 2008 der sich bewahrheitet hat:

Dein Bett wird dich finden!

Gruß Anne

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Hallo Anne,

ich glaube Du meintest mich? Ja, tritt gern den Weg für mich platt. Du kannst mir ja hinterher mal mitteilen, welche Unterkünfte gut, bettwanzenfrei und günstig sind.

Aber ich bin ja die Hügel in Frankreich und der Schweiz gewohnt....Hauptsache, meine Füße machen wieder mit. Habe extreme Schmerzen seit der Schweiz auf meiner langen Tour letztes Jahr. Bin seit Tag 20 noch 110 Tage mit fast unerträglichen Schmerzen gelaufen. Und die gehen einfach nicht weg.

In einem Monat möchte ich los zum Pilgern nach Frankreich. Werde am Wochenende mal planen, bin sehr müde. Wie verträgst Du Aubagio? Ich mache weiterhin keine BT. Habe einfach Angst vor Nebenwirkungen. Will meine Freiheit nicht verlieren, bevor ich sie durch die MS (oder etwas anderes) verliere.

Viele Grüße von Schildkröte :o))

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Hallo Lotte! Ich vertrage das Aubagio recht gut. Mein Magen rebelliert zeitweise, trotz Magenschutz, die Nase tropft wie ein defekter Wasserhahn und ich finde, das Zeug steigert den Appetit. Blutwerte sind alle in Ordnung.

Ich fühle mich eigentlich gut, aber manchmal etwas eng in der Brust, das hatte ich aber schon öfter mal nach Cortison, hatte auch unter hohen Cortisondosen ein verändertes EKG. Ich hoffe, das ändert sich noch. Mir knicken sehr häufig die Knie ein und manchmal frage ich mich, ob ich nicht doch ein Stück Francés laufen sollte, da es dort nur geringe Höhenunterschiede gibt. Aber eigentlich habe ich mir den Primitivo vorgenommen, habe aber im Hinterkopf, dass falls der Primitivo zu anstrengend sein sollte, auf den Francés wechseln könnte. Es wird sich ergeben.

Gruß Anne

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Nur noch sechs Wochen bis zu meinme Urlaub. Die Zeit vergeht so schnell.

Ich versuche regelmäßig am Wochenende 10km durch den Wald zu laufen, bergauf und -ab, aber viel höher als Kanalbrücken sind unsere "Berge" im Münsterland auch nicht.

Momentan fühle ich mich gut, ich habe mich an das Aubagio gewöhnt, nur bin ich momentan köperlich wenig belastbar, total kurzatmig und es sticht in der linken Brust.

Mal sehen was der Kardiologe morgen zu dem Thema sagt.

Ich hoffe, dass alles ein Problem mangelnder Kondition ist, da ich von Sommer 2013 bis Januar 2014 stark eingeschränkt war. Irgendwie ist da auch immer die Angst, dass alles auf die Psyche geschoben wird. Irgendwie wäre es ja gut, wenn alles okay ist, aber woher kommt dann die plötzliche Kurzatmigkeit und die thorakalen Beschwerden, die hätten doch dann schon wesentlich eher da sein müssen.

Na ja, mal abwarten was man mir morgen sagt.

Ich hoffe so sehr, dass mein Reisevorhaben in die Tat umzusetzen ist, aber so prustig wie ich momentan bin, brauche ich erst gar nicht loslaufen.

Bis demnächst

Anne

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@Anne: Och, das Münsterland! Ich hab früher als Tecklenburger Stadtführerin auf dem Wierturm (Burg) immer geulkt: wenn Besuch aus Münster kommt, sieht man das 3 Tage vorher. 

Weil: platt wie Pfannekuchen  

Das mit der Kurzatmigkeit hab ich übrigens auch.. ist mir nach meinem letzten Schub nicht aufgefallen, auch nicht,d ass der Fussheber schneller mal müde ist.. aber im Dezember bei Wanderung auf Teneriffa fiels mir doch arg auf.

Hab auch den Eindruck, die meisten Leute denken dann, was will sie denn, wenn ich das anspreche..

So hab ich mir also mein eigens Training zusammengestellt. so viel wie möglich zu Fuss, Treppen nehmen, Berge raufschnüren (in der Fränkischen ganz gut machbar), pro Woche einmal 30-75 min Schwimmen.

Und bei bergauf merk ichs einfach.. gut, dann eier ich eben langsam auffi, immer mit Stöcken. Obs schon etwas besser geworden ist? Weiss nicht. Aber ich mach halt einfach, schaden tuts ja nicht. Und wenn dann wer anders zügig an mir vorbeischnürt und grinst.. ja mach doch, jeder nach seiner Facon und ich will eben oben ankommen, nicht auf halber Strecke platt sein, weil ich mich hab "mitziehen" lassen.

ich wünsch Dir ganz dolle, dass alles klappt.. wäre einfach so schön

:-)

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Nachher werde ich mal nach einem Rückflug schauen, den habe ich bisher noch nicht gebucht. Beim Kardio war alles okay, kam bei der Belastung weiter, als nötig gewesen wäre. Demnach steht meinem Vorhaben nichts im Wege und ich muss halt beim Aufsteigen etwas schnaufen. Klar, ich bin nicht die Schlankeste, aber warum ich mich kurzatmiger fühle weiß ich nicht, aber gut dass nichts Gravierendes gefunden wurde.

Versuch macht klug und so werde ich mich am 11. Mai auf den Weg machen - und danach weiß ich, ob es gekappt hat oder nicht. Aber egal wie es kommt: Ich habe es versucht und das ist mir wichtig. Ich mag mich nicht von einer Diagnose einschränken lassen und es wird so weit gehen, wie es geht.

Ich freue mich!

Anne

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Hallo Anne,

deine Einstellung ist suuper. Ich wünsche dir ganz viel Spaß und erfolg auf deiner Reise.

Mein Mann würde den Weg auch gerne gehen. Vielleicht wenn die kinder groß sind ;)

LG

Sonne

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Morgen in drei Wochen geht es auf nach Spanien. Irgendwie kommt es mir noch so unwirklich vor. Irgendwie vereinen sich Freude, Zweifel, Hoffnung zu einem großen Gemisch an Gefühlen. Der Rucksack ist wie immer fast vollständig gepackt und nach mehr als 2000 gewanderten Kilometern auf dem Jakobsweg (davon 1800km vor der Diagnose und alle Kilometer vor dem sehr schweren Schub) muss ich mich auch nicht mehr fragen: Was brauche ich und worauf kann ich verzichten? Meine Packliste hat sich seit 2008 als gut erwiesen und momentan komme ich für die drei Wochen (wäre aber auch für 10 Tage das gleiche Gewicht) auf 7kg, ohne Proviant und Wasser. Ich hoffe, das Wetter macht halbwegs mit und es ist trocken - mehr Ansprüche stelle ich nicht - etwas Sonne, nicht zu heiß wäre auch toll.

Wie weit sich die Wanderung durch die Bergwelt Asturiens mit meiner Fatigue, den schmerzenden Beinen und dem maroden Gleichgewicht und der Koordination vereinen lässt, werde ich schon ganz bald feststellen.

Frohe Ostertage

Anne

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