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Labrador

Blutwäsche - wie lange nach Schub möglich

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Hi,

wer hat auch nach längerer Zeit als 6 Wochen

nach Schubbeginn

eine erfolgreiche Blutwäsche gemacht bekommen

und kann mir darüber berichten!?

Natürlich weiß ich, dass normalerweise

nur 6 Wochen zwischen Schubbeginn

und Blutwäsche vergehen dürfen,

aber vielleicht gibt es auch Ausnahmen?!

LG Labrador

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Hallo Labrador,

ich habe insgesamt 2 x eine Plasmapherese bekommen. Jedes Mal hat man ca. 7 - 8 Wochen nach dem Schubbeginn mit der Behandlung begonnen. Allerdings hatte sich der Schub in den Wochen immer weiter aufgebaut. Es war also nicht nur das eine Verschlechterungsereignis am Anfang sondern noch kurz vor der Plasmapherese hatte ich  eine erhebliche Verschlechterung. Der Schub war also bis zur Plasmapherese aktiv. Es hat deswegen so lange gedauert, mit der Plasmapherese zu beginnen, weil man erst noch abgewartet hat, ob sich die Symptome vielleicht noch von selber verbessern. Dann wurden noch alle MRT´s gemacht und bis ich die Termine dafür hatte, dauerte das wieder und dann schließlich 2 x für jeweils fünf Tage Cortisonstoßtherapien mit jeweils eine Woche Pause darin. Da ist man schnell über diese 6 Woche-Frist hinaus.

Als ich damals meine Neurologin darauf ansprach, ob das mit der Plasmapherese nicht zu spät sei, meinte sie - bis 6 Wochen ist das zwar besser - aber die wirkt auch noch später. Und das war bei mir auch so. Bei der ersten Plasmapherese hatte mich das Schubereignis von EDSS 2 auf 6,5 gebracht. Ich konnte nur noch ca. 30 m mit beidseitigen Unterarmgehstützen laufen. Nach der Plasmapherese war es erheblich besser und nach nochmals einigen Wochen konnte ich ohne weiteres und ohne ein Hilfsmittel wieder 3 - 4 km laufen. Auch andere Symptome, die durch denSchub entstanden waren, waren besser oder verschwunden.

Bei meiner zweiten Plasmapherse (wieder ca.  8 Wochen nach Schubbeginn) war der Erfolg nicht so groß. Im KH habe ich noch gar keine Verbesserung gemerkt. Erst einen Tag nach der fünften Behandlung kam die erste Verbesserung. Der Heilungsprozess hielt dann aber über Monate langsam aber stetig an. Durch die Behandlung bin ich von 250 m maximaler Gehstrecke vor der Plasmapherese auf 625 m ca. 1/2 Jahr danach wieder gekommen. Ich vermute, dass mein Körper inzwischen einfach auch nicht mehr so gut die Schäden reparieren kann, wie am Anfang.

Aber die Plasmapherese hat auf jeden Fall in beiden Fällen den Verschlechterungsprozess gestoppt. Das hat das Cortison bei mir nicht geschafft. Ich habe mich bei beiden Schüben noch während der Cortisonstoßtherapien weiter verschlechtert. Corti wirkt bei mir einfach nicht. Ich gehöre zum MS-Subtypen II, hat man mir gesagt. Diese Patientengruppe spricht schlecht bzw. nicht auf Cortison an, dafür aber besonders gut auf Plasmapherese. Ob und inwieweit sich die Symptome wieder zurückbilden, hängt eh nicht in erster Linie von der Plasmapherese (oder vom Cortison) ab. Diese Behandlungen stoppen den Schub und beschleunigen den Heilungsprozess. Aber das reparieren der entstandenen Schäden an den Nervenbahnen wird alleine durch die Selbstheilungskräfte des Körpers geleistet. Je nachdem, wie gut das der Körper (noch) hinbekommt, werden die Schäden repariert.

Ich hoffe, das hilft Dir ein bisschen weiter.

LG und einen schönen Sonntag

EvaMaria

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