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Evi70

Rollstuhl – Wie geht Ihr mit Eurer Scham um?

27 posts in this topic

Hallo Ihr Lieben!

 

Meine Gehstrecke verringert sich immer mehr und ich trau mich kaum noch mit Rollator aus dem Haus. Es gehen nur noch kurze Strecken … und die Folge ist, dass ich im Grunde allein nirgendwo mehr hinkomme. Das ist so frustrierend.  :( 

Ich habe einen Rollstuhl und ich habe den auch im letzten Jahr während eines heftigen Schubs benutzen müssen. Aber nun scheine ich dauerhaft auf das Gefährt angewiesen zu sein, wenn ich mal aus dem Haus will. Und das ist vom Gefühl her eine ganz „andere Nummer“. :huh:

Ich werde jetzt auch versuchen, an einen e-Rollstuhl heranzukommen. Die Angelegenheit mit Sanitätshaus und Krankenkasse läuft bereits an. Aber was gleichzeitig innerlich abläuft, ist das Schamgefühl, was sich mehr und mehr bei mir bemerkbar macht. Das kenne ich ja im Grunde schon, als ich anfangs den Rollator benutzen musste … aber den „Umstieg“ oder „Abstieg“ auf den Rollstuhl vor allem in der Öffentlichkeit fällt mir schwerer als ich es vor einigen Wochen noch gedacht hätte. Ich habe Angst vor dem Gegaffe der Leute und Bekannten und den entsetzten Blicken: „Meine Güte, so weit ist die schon!“ :o

Wie geht Ihr mit dieser Scham um? :wub: Wie habt Ihr das geschafft? „Augen zu und durch“!? <_<

Könnt Ihr mir mal Mut machen?!

Danke schon mal und liebe Grüße

Evi

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Hallo Evi,

ich kann bei diesem Thema nicht wirklich mitreden, da ich weder auf Rollstuhl noch auf Rollator angewiesen bin.

Aber schämen musst du dich deswegen nicht. Du solltest den Rollstuhl als etwas positives sehen, er macht es dir möglich trotzdem am öffentlichen Leben teil zu nehmen.

Gaffer wird es natürlich immer geben, aber das musst du ignorieren.

Ich habe vor ein paar Jahren eine junge Frau im Rollstuhl direkt angesprochen und gefragt weshalb sie im Rolli sitzt. Ich hab ihr auch erzählt weshalb ich so neugierig frage. Ich hatte dort ein halbes Jahr zuvor einen heftigen Schub und hab auch schon den Rollstuhl vor mir gesehen. Es war ein sehr nettes und interessantes Gespräch und wir beide freuen uns immer wenn wir uns irgendwo im Ort begegnen.

Ich wünsche dir, dass du es auch von der positiven Seite sehen kannst und mit deinem Rolli eine Freundschaft schließen kannst.

Ganz liebe Grüsse

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Hallo,

nein ich kann leider nicht mitreden - aber ich hab eben jeden Tag die Scheiß Angst dorthinzukommen. Bei jeden "Zwicken" etc. bekomme ich regelrecht Panikattake und dann muss ich laufen. Dann zieh ich mich an und geh bei uns im Wald laufen.

Ich war ja schon soweit und unser Reihenhaus checken lassen ob dies Rollstuhlgerecht mit Treppenlift etc. umgebaut werden könnte.....

Ich drück dich. Ich weiß es nicht. Aber vielleicht wenn es nicht anders geht. Kommt vielleicht auch draufan wie deine Familie dazusteht oder ob du alleine bist.

LG

Klaraursula

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Hallo Evi,

ich kann dich gut verstehen. Schlimmer als im Rollstuhl zu sitzen, ist für mich der Rollator. Wenn die Leute vom Behinderten-Porsche, oder AOK-Shopper reden, dreht sich mir der Magen rum. Ich komme mir wie eine alte Frau vor und habe dann auch immer das Bild vor Augen. Vom Verstand her, alles klar, dumm sich zu schämen usw. !! Tausendmal mit meiner Therapeutin durchgesprochen, trotzdem die Scheu nicht abgelegt. Wir wohnen in einem kleinen Ort, wo jeder, jeden kennt. Viele sind neugierig, andere nett, aber ich möchte nicht immer und ewig nur auf meine Behinderung reduziert werden und mitleidige Fragen gestellt bekommen. Das ist mein Problem!!! Mittlerweile ist mein Mann ja im Vorruhestand und wir fahren meistens in die benachbarte Stadt zum Einkaufen. Komischerweise macht es mir dort gar nichts aus. Unser kleiner Hund trabt dann wie ein Pony vor einer Kutsche vor dem Rolli und selbst ich kann darüber lachen, wie er sich freut. Ja, ich möchte dir Mut machen, es einfach zu probieren und zu versuchen den Kopf auszuschalten, weiß aber wirklich selbst, dass es nicht immer geht. Ich glaube ich bin jetzt auf einem guten Weg, je öfters ich im Rolli unterwegs bin, umso besser wird es. Eine Psychotherapie ist dafür wirklich auch sehr hilfreich.

Ich wünsche dir ganz viel Mut, du schaffst es!

GlG von Reini

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Hallo Evi,

Wenn das Wunder gestern war,

warum soll es nicht auch heute sein

oder morgen oder übermorgen.

Theodor Fontane

Wie einige vor mir habe ich keinerlei Erfahrung mit speziell diesem Thema. Aber ich weiß, wie man sich fühlt, wenn man seltsam angestarrt wird, möglichst noch mit dieser empörten Tuschelei, wenn man grad mal wieder Probleme mit dem Gleichgewicht hat und nicht besonders gerade aus läuft.

Aber Mut möchte auch ich Dir machen, daß Du den Gaffern hoch erhobenen Hauptes begegnen kannst und mit einem herausfordernden Blick: nehmt wie mich, wie ich bin, anders gibt es mich nicht.

Ganz liebe Grüße KarU

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Hallo Ihr Lieben!

DANKE Euch allen für Eure mitfühlenden Worte! Ihr habt das vielleicht noch nicht alle so konkret erlebt (seit froh und dankbar dafür!!), aber ich habe das Gefühl, dass Ihr mich sehr gut versteht. Das tut mir gut. Naja, ich muss es einfach wagen. 

@Reini "Behinderten-Porsche" oder "AOK-Shopper", das ist richtig böse. Ja, Du hast recht, den Rollator zu benutzen war anfangs eine große Überwindung, zumal ich mal gerade Mitte 40 bin. Aber daran hatte sowohl ich mich als auch die Umgebung gewöhnt, zumindest empfinde ich das so. 

@Mirco, Ich habe schon oft gehört, dass viele nur froh sind, wenn sie mit Hilfe des Rollstuhls endlich wieder eigenständig und beweglich sind. Das ist auch ein Punkt, nachdem ich mich sehr sehne!!!

@Klaraursula: Ich kann Deine Angst sehr gut nachvollziehen! Aber mach Dir keinen Kopf. Vielleicht und hoffentlich kommst Du gar nicht an diesen Punkt. Aber das ist so was mit unseren Ängsten. Wenn man die mal so einfach ausknipsen könnte, wie einen Lichtschalter. Dann wäre manches einfacher ...

Aber Ihr müsst wissen: Ich habe meine Diagnose erst seit 1 1/2 Jahren und ich bin wahnsinnig schnell an diesen Punkt gekommen. Das eine ist, das ich selber damit fertig werden muss, aber ein anderes ist, dass ich immer wieder wahrnehme, dass ich mit diesem rasanten Behinderungsprozess auch meine Umgebung schocke. Das kann ich ja keinem verübeln. Aber die "Schockreaktionen" wirken halt auf mich zurück und lassen mich noch mal neu wahrnehmen, was bei mir abläuft ... und das macht mir dann Angst!

Vielen Dank und ganz liebe Grüße

Evi

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Liebe Evi,

das ist alles wirklich nicht schön... Einem guten Freund von mir geht es genauso wie dir. Er ist 40 berentet, progediente MS und braucht für lange strecken den Rolli. Seit kurzem nimmt er aber Fampyra und ist sogar wieder Inlines gefahren...  Mein Gott... Wahnsinn!!

Das hat mir damals auch Angst gemacht (das es bei ihm so schnell ging). Er erhielt seine Diagnose fünf Jahre vor mir.

Und ( so gemein wie das klingt) ihn immer vor Augen... hmmm.

Aber ich muss sagen wir sind eine klasse Truppe. Freunde immer für einander da. Das ist wichtig. Ich hoffe du hast auch viele nette Leute um dich herum :) .

Sch... auf die Blicke der anderen. Nehme am Leben teil... Und wenn das mit Rolli besser geht .. ist doch super.

Vor drei Jahren ( meine MS war noch unbekannt) waren wir alle mal schick essen. Mein Kumpel hat seinen neuen E-Rolli vorgeführt und meinte : willste mal fahren? Mein Mann gleich: Das kannste doch nicht machen!! und ich: Wieso nicht :) . Bin dann erstmal mit dem Ding den Ku´Damm runter geheitzt und hätte beinahe jemanden überfahren.. Auweia :P

Alle haben gelacht ;) .

Ich will dir damit nur sagen: Lass dich nicht unterkriegen und es kann auch mit Rolli weiterhin sehr lustig im Leben werden.

Ganz liebe Grüße

Sonne

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Liebe Evi,

Eine ähnliche Frage hatte ich mir auch schon öfters gestellt. Bin zwar (noch) nicht betroffen, aber die Gedanken kreisen schon mal um: "was wäre wenn"?

Wir wohnen in einem kleinen Dorf, mit einer Kirche einem Dorffrisör, einer typischen Dorfkneipe und einer halbtags geöffneten Metzgerei. Das wars. Das Ganze 7 km vom nächsten Städtchen entfernt am Hang gelegen. Rolli hier? Puh? Raus ins Leben? Ich wünsche ich könnt mitten in einem quirligen Stadtteil leben, mit vielen kleinen Lädchen, Gemüsehändler, Terrassen"bistros" gemütlich halt, so dass die Oma mal so aus der Wohnung raus und gleich mitten ins Leben rein kann, so wie ich es von Frankreich und Spanien kenne. Jung und alt, Alle zusammen.

Mir geht es also primär um eine Zukunft mit Rolli, aber mitten im Leben. Ich sehe schwarz, wenn ich an ein Leben hier auf dem Lande denke; wenn alt, immobil, auf Andere angewiesen und womöglich alleine. Habe nur meinen Mann hier. Sohn in der Schweiz und kenne nur Wenige hier.

Ein Paradoxum, wie oben erwähnt: raus ins Leben. Aber, getraue ich mich? Schäme ich mich? Ich glaube nicht. Irgendwann einfach nur froh Anschluss zu bekommen.

Wie Rennmaus gehe ich auch offen auf gehbehinderte Menschen zu. Ich denke dann einfach, dass könnte ich sein, in ein paar Jahren. So wiederum denke ich, dass wenn ich mal in meinem Behinderten- R8 sitze, dann eben mit der Hoffnung, dass auch ein paar nette Bekanntschaften dabei sein werden. Zudem hoffe ich, genau so frech zu sein wie heute, das hilft.

Was mich wundert ist, dass in der heutigen Zeit in Deutschland immer noch gegafft oder gelästert wird. Alles Ignoranten, Doofis, oder Selbstverliebte? In den USA als Beispiel, da schieben sich die Übergewichtigen selbst schon in Rollis in den Spassparks rum (gesehen im Epcot Florida). Überall gibt es barrierefreies Betreten und es wird auch geholfen ohne fragen zu müssen.

Aber ab gekommen vom Thema ... sorry.

Eva nein! Schämen brauchst Dich sicher nicht. Eher im Gegenteil. Du meisterst eine schwere Krankheit mit Mut und Zuversicht, freue Dich auf Deinen zukünftigen Begleiter .

lg Silvie

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was wäre wenn mir das auch passiert.. stellt sich nicht jeder diese frage:/ so nun zu dir Evil. Also!! Schämen muss man sich für sowas schonmal nicht! denk nicht mal daran! Das einzige wofür man sich schämen sollte sind solche Personene die das von dir denken;) bei denen kannst dann du sagen " soweit ist es bei dir schon" schliesslich sind solche leute kranker als wir denn bei denen schrumpt wohl das hirn :O mach das was dir gut tut! wenn dir der Rollstuhl gut tut benutze es!

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Nicht, dass es dann besser ist- aber wer AOK-Shopper sagt, dem würd ich mal gepflegt um die Ohren hauen, das schreibt sich Chopper.

Die DvD (Deppen vom Dienst) werden das nicht schnallen, aber.. entweder ists ein cooles Motorrad. Oder Fortbewegungsmittel der mobilen Einsatztruppe, die jetzt gleich mal aufräumt (Ihr erinnert Euch an den Walküren-Ritt aus "Apokalypse Now"? DAS nennt man auch Chopper)

Mac Gyver lässt grüssen.

===============================================

Ach ja, und ich, noch relativ gut zu Fuss (alles ist relativ), merke: Wir wohnen im 3. Stock ohne Aufzug. Wo ch mich an manchen Tagen schon frage- wie lange geht das noch? Hätte sich der letzte Schub nicht so zurückgebildet, wär das gar nicht mehr möglich.

Dito.. wir überlegen immer mal wieder, uns ein Häuschen zu kaufen.. und ich hab unterschwellig dabei immer im Kopf, es ist wohl besser,a uf gute Zuwegung zu achten.. und auch bessers chon auf barrierefrei?

Oder ist das spleenig.. andererseits, Mrs. MS ist ja immer für ne Überraschung gut  :-S

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Hallo, (Reini, ich hab an die große Schrift gedacht!!!)

für mich war der Rollator Gold wert. Vorher haben Leute immer komisch geguckt, wenn ich rumgetorkelt bin. Oder sogar mal wieder mit der Nase die Straße gemessen habe. So nach dem Motto: Das hat sie davon, wenn sie morgens schon säuft. Mit Rollator ist es eher so, dass die Mitmenschen hilfsbereit sind. Und ich sag auch immer, dass ich früher auch so gedacht hätte. Das geht alles bei Kurzstrecke. Dann bin ich auch flott und überhol so manchen Rentner. Aber wenn wir z. B. weiter weg gehen müssen, ist der Ofen aus. Oder auch im Urlaub. Flughafen Malle sag ich da nur. Kilometer die man bewältigen muß. Da hab ich schon Probleme, wenn man an anderen Fluggästen vorbei geschoben wird. Besonders schlimm ist der Moment, wenn man den Rolli abgibt und dann zu Fuß in den Flieger geht. Das kommt enem dann vor wie: Ein Wunder, ein Wunder, sie ist geheilt. Sag mir dann aber auch, dass ich - wenn ich den Service nicht in Anspruch nehmen würde - nicht mit könnte. Im Ort hab ich für längere Strecken meinen Scooter. Den schmück ich immer schön (Rollator wird auch immer dekoriert) und die Leute gucken dann eher freundlich/interessiert, weil hier viele Leute mit Rollator rumlaufen und mein Scooter wirklich der Schönste im Dörfli ist.

Auch da seh ich es eher als positiv an, dass ich das Teil habe und so manche Dinge machen kann, die ich sonst nicht könnte. Oder wie mit meinem "Zweitwagen" (hab beide Teile gebraucht gekauft. Einer 6 km/h, ein Rennwagen mit 16 km/h) auf dem Campingplatz mitmachen kann beim Arbeitsdienst und sich die Leute freuen, wenn ich Zeug transportieren kann. Der kommt auch mit nach Holland in Urlaub.

Denk mal, allein durchs Forum hab ich gesehen, dass es viele Menschen gibt, die dauerhaft drauf angewiesen sind und sich nicht unterkriegen lassen. Also nimm es einfach, wie es ist. Als Möglichkeit, dabei zu sein!

Alles Gute

Karola

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Hab was vergessen: SchnickSchnack,
wir haben unser Haus verkauft und sind in die Wohnung gezogen. Was hab ich von nem Haus, das nicht behindertengerecht ist (man paßt ja heut noch nicht mal durch die Türen bei "normalen" Häusern), Keller, Erdgeschoß, 1. Etage und Dachgeschoß hat. Also im Grunde genommen jeden Tag einmal auf den Dom kraxeln. Garten: Schön, aber das Unkraut wächst meist auf dem Boden. Ist nicht unklug, direkt beim Umzug an ALLES zu denken.
LG

 

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Moin Evi.

Auch ich hab manchmal über solche Dinge nachgedacht und tu es immer noch. Nicht ständig aber gelegentlich kommt der Gedanke natürlich doch. Und ich denke, das wird bei jedem hier so sein. Egal, wie auch der persönliche Krankheitsverlauf der einzelnen hier sein mag.

Ich denke, das wir alle hier sehr wahrscheinlich sehr viel aufgeschlossener als andere Menschen sind, gegenüber Behinderten und Kranken.

Im letzten Jahr war ich in einer Reha. Dort gab es sehr viele Menschen mit "Gehhilfen" in allen möglichen und auch unmöglichen Varianten. Mir war vor dieser Reha gar nicht klar wie viele verschiedene Rollis es gibt. Für welche Zwecke diese Teile konzipiert sind.... warum gerade diese Menschen diese Rollstühle haben. Die Rolli-Fahrer haben sich untereinander geholfen, haben andere ausprobiert.... 

Und auch wir, wir "nicht-Rolli-Fahrer", haben von diesen Menschen sehr viel lernen können....

Mit Hochachtung denke ich an diese Menschen zurück, die mir manches Vorurteil gegenüber diesen Teilen genommen haben.

Die mir gezeigt haben, wie viel Spaß am Leben sie auch mit diesen Teilen haben.

Liebe Grüße

von Ute

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Hallo Ihr Lieben!

 

Gestern war der Außendienstmitarbeiter vom Sanitätshaus hier. Er hat mich beraten wegen des e-Rollstuhls. Zu diesem Beratungsgespräch gehört auch eine Probefahrt mit einem solchen Gefährt. Ich habe mich also mutig in das Superteil gesetzt und bin damit vor die Haustüre gefahren, wo mich gleich einige Leute anschauen konnten. Die Blicke der Leute haben mich schon etwas eingeschüchtert, aber das Fahrgefühl war genial! Jetzt freue ich mich riesig auf meinen e-Rollstuhl, weil ich den Eindruck habe, dass ich dann wieder fast überall alleine hinkomme. Wen es interessiert: Ich habe mir den bestellt: http://www.seeger24.de/media/products/0201242001285252331.pdf

LG

Evi

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Hallo Evi !

Wow ich bin gerade ein wenig neidisch auf dein Super-Geschoss. Ich möchte auch so einen. Gibt es besondere Anträge und wieviel muss man zuzahlen? Ich habe leider auch nur noch kurze Abschnitte in der Senkrechten. Hatte sehr viele Schübe in Folge und war jedes Mal auf den Rolli angewiesen. Mit dem Rollator komm ich gar nicht klar, da mein Gleichgewicht komplett im Eimer ist. Ich habe einen Rollstuhl, der sich leider sehr schlecht schieben lässt. Alleine komm ich damit gar nicht voran. Ich finde auch, dass du das Ganze positiv sehen solltest. Du kannst dich fortbewegen und aktiv am Leben teilnehmen. Nur zu Hause sitzen und Trübsal blasen, ist doch richtig Sch.....:( Ignoriere einfach die Leute, die dich anstarren und geniesse dein Leben aus einer anderen Perspektive :) Wünsche dir viel Kraft und versuche dein Schamgefühl abzulegen. Es gibt Schlimmeres. Fühl dich gedrückt.

GlG Simone :)

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Hallo Simone!

Oh, das tut mir so gut, was Du geschrieben hast! DANKE für die Mut machenden Worte!!!

Ich habe meiner Neurologin erzählt, dass ich nirgendwo mehr alleine hinkomme, denn mit dem Aktivrollstuhl alleine durch die Stadt - kannst Du total vergessen und dass mich mein jetziger Zustand wirklich bedrückt! :( Da sagte sie mir, ich könnte - was Hilfsmittel angeht - ALLES haben, was ich meine, dass es mir hilft. :lol: Na, das ist ja mal ein Wort! Auch der Elektrorollstuhl sei überhaupt kein Problem. Ich habe mich dann zunächst mit dem Sanitätshaus in Verbindung gesetzt und genau gesagt, was ich mir wünsche: Der E-Rolli soll für den Innen- und Außenbereich sein, durch jede enge Wohnungstür passen und sehr wendig sein und auch im normalen Auto mitnehmbar (ohne Rampe). Und so sind wir auf dieses schicke Modell gekommen. Da ich von der Krankenkassen-Zuzahlung befreit bin, glaube ich nicht, dass ich was zuzahlen muss. Der Außendienstmitarbeiter und auch meine Ärztin sagten mir, dass ich den Rolli problemlos bewilligt bekommen werde. Der Sanitätshaus-Fachmann ist das Ganze gleich so angegangen (mit Antrag und Fragebogen ausfüllen) sowie praktischer Einführung in die Fahrkünste, dass die Krankenkasse den Antrag (hoffentlich!) so durchgehen lässt. Das Rezept von meiner Neurologin habe ich erst bestellt, als ich wusste, was ich wollte. Auf dem Rezept steht jetzt genau dieser Rollstuhl. Das Rezept wird jetzt zusammen mit dem Antrag und dem Angebot des Sanitätshauses an die Krankenkasse geschickt und dann wird das hoffentlich so durch gehen. Der Sanitätshausfachmann sagte, es kann höchstens sein, dass sich die Krankenkasse noch mal bei meiner Neurologin meldet, aber die hat mir schon versprochen, dass sie alle Anfragen so ausfüllt, dass ich das Teil auf jeden Fall bekomme. Der Sanitätshaus-Mitarbeiter meinte, in ca. drei Wochen dürfte der neue Rolli bei mir sein.

Ich freu mich drauf!!! Versuche das doch auch einfach mal! Ich glaube, das ist einfacher, als man das meint. Ich habe auch schon so viel mich per Foren über das Herankommen an ein solches Gefährt ausgetauscht und immer gemeint, dass das ganz schwierig sei. Ich glaube, das ist gar nicht so schwierig.

LG

Evi

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Danke Evi, das ist echt lieb von dir. Werde es auf jeden Fall versuchen. Drücke dir ganz fest die Daumen das alles so von der Kasse genehmigt wird. Wünsche dir viele, schöne unfallfreie Touren. Kopf hoch, alles wird gut :)

GlG Simone :)

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Hallo Evi,

drück dir die daumen für dein gefährt - jetzt hab ich aber eine Frage und ich hoffe die ist nicht zu indiskret. In der Wohnung kannst du da alleine aufs Klo und ins Bad oder geht das auch nicht mehr?

LG

Klaraursula

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Liebe Klaraursula,

das ist nicht zu indiskret. Diese Dinge kann ich alle noch alleine. Bei mir ist nur das Problem, dass ich nur noch kurze Strecken von z. Z. ca. 300 m laufen kann, Tendenz deutlich fallend. Meine maximale Gehstrecke hat sich in den letzten vier Monaten progredient halbiert und wenn der Umstieg von Tysabri zu Mitoxantron keine Besserung bringen sollte, weiß ich noch nicht, wie wir das gebremst bekommen sollen. Außerdem habe ich eine Peronäuslähmung am rechten Bein. Aber dafür soll ich jetzt ein Gerät bekommen, was mir durch Stromimpulse zu einem normalen Gangbild verhilft. Mal sehen, ob das klappt. Vielleicht brauche ich dann in der Wohnung keine Gehhilfe mehr. Das wäre schon eine Erleichterung.

LG

Evi

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Danke Evi,

wie du sicher ahnen wirst, beschäftigt mich das Thema Rollstuh extrem. Gestern erst hab ich meinem Mann nochmal eindringlich klargemacht was er für eine Frau hat, was alles passieren kann, wir haben ein Reihenhaus alles Treppen und Stufen rollstuhlgerecht geht hier kaum was.

Er will aber davon nix wissen er meinte eben, dann ziehen wir in eine Wohnung und verkaufen das Reihenhaus. Ja gut schön. Ich sagte ihm dann das kann ich dann auch alleine. Ich schäme mich irgendwie dafür dass mein Mann jetzt mit einer "kranken" Frau zusammenlebt. Ich hab so ein schlechtes Gewissen.

Weil ich aber auch weiß dass wir so niemanden haben der mir mal helfen wird. Unser Sohn braucht selber wohl lebenslang unsere Hilfe und ja eben Tochterkind will ich auch nicht wirklich eine kranke Mutter aufbürden.

Tja ich werd wohl einiges in Angriff nehmen müssne.

LG

KLaraursula

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Liebe Klaraursula,

ich verstehe Deine Ängste gut! Und wie ich bereits geschrieben habe: Ängste, sind Ängste, die kann man nicht einfach abschalten. Und trotzdem: Nimm mich bitte nicht zum "Vorbild" Deines Verlaufes. Bei mir ist die Entwicklung wirklich extrem schnell. Die allermeisten MS´ler bekommen diese Mobilitätsprobleme nie. Und die, die sich dann doch bekommen, meistens erst nach vielen, vielen MS-Jahren. Ich bin da leider die traurige Ausnahme. Solche Gedanken können einen helfen, aus der Angst-Falle. Trotzdem ist es sicher nicht falsch realitisch zu sehen, ob die Wohnverhältnisse auf Dauer für Dich geeignet sind. Das alles sind wirklich schwierige Fragen. Lass Dich nicht beherrschen oder niederdrücken von Deinen Ängsten, ansonsten wird das alles nämlich noch schlimmer als es eh schon ist. Bei allem immer versuchen, positiv zu denken ...

Alles Liebe

Evi

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ach evi herzlichen lieben dank - jetzt jammer ich dich noch voll und du hast doch weit aus größere Probleme als ich außer dass wir die gleiche Krankheit haben.

Es tut einfach gut sich auszuschreiben.

Ich versuch positiv zu denken - aber eben halt wenn es wie jetzt seit ein paar Tagen am Auge drückt, oder die Hände wieder komisch sind, ober einfach die Beine müde sind, dann dreh ich am Rad.

Mit 51 sollte man soviel Verstand haben aber bei Krankheiten setzt er eben aus.

LG

Klaraursula

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Ich glaube, das ist mit 51 auch nicht so einfach ... wenn man jünger ist, dann sieht man die Dinge meistens leichter ... ich kann Dich so gut verstehen!!!

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@ reini: Übrigens, bei Schriftgröße: wenn´s mal zu klein ist, Du kennst Strg und gleichzeitig + für größer, umgekehrt gleichzeitig - für kleiner?

Strg und rauf oder Runterscrollen geht auch.

Sehr praktisch :-)

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Hallo Ihr Lieben!

Ich habe heute von der Krankenkasse die Nachricht bekommen, dass mein elektrischer Rollstuhl bewilligt wurde.

Ich freu mich!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! :D :D :D :D :D :D

Nun werde ich auch noch eine Rampe beantragen, denn unser Haus ist nicht barrierefrei. Das wollte ich aus taktischen Gründen erst im 2. Schritt machen.

Bald kann ich fast überall wieder alleine hin ... Ich kann Euch gar nicht sagen, was mir das bedeutet!!! :lol:

Inzwischen bin ich schon mehrfach mit dem Aktivrollstuhl in der Öffentlichkeit gewesen. Um so häufiger ich das tue, um so leichter wird es. Die Umwelt und ich selber, müssen sich erst daran gewöhnen, aber das kommt langsam aber sicher. Und jetzt wird es immer weniger mit der Scham.

Liebe Grüße

Evi

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