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Dirk1967

Im Moment ist alles sch...

11 posts in this topic

Hallo zusammen,

sitze hier in meiner Wohnung und habe gerade das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen mich verschworen.

Habe seit 06/2011 die MS-Diagnose. Kann oder konnte bisher auch gut damit umgehen und lebe nach dem Motto "Ich habe MS, aber die MS hat nicht mich".

Aber zur Zeit bricht alles über mir zusammen. Zum 01.07. Diesen Jahres Kündigung meiner Halbtagsstelle. Vor 3 Wochen dann MS-Schub. Der erste seit 2011. Cortison-Stosstherapie hat nicht wirklich was gebracht. Bin selbst am Ursache suchen. Habe mir letzte Woche Zahn ziehen lassen der ein wenig Probleme machte. Letztes Jahr wurde schwerer Bandscheibenvorfall der HWS festgestellt der immer wieder Schwierigkeiten macht. Liegt es doch am Wetter ?

Meinen Eltern und meiner Freundin geht das ständige Fragen nach Hilfe auf den Geist. Ich soll mich nicht so anstellen ... andere haben auch MS ...warum wird es bei Dir nicht besser ... und und und ...

Ich bin von Natur aus niemand der sich leicht und ständig beschwert und um Hilfe bittet. Ich bin bisher gut alleine zu recht gekommen und werde auch den jetzigen Tiefpunkt überwinden.

Es gibt nur keinen der mich versteht weil sie mich auch nach der Diagnose anders kannten. Freunde und Nachbarn sind im Urlaub. Keiner da, mit dem man reden kann.

Warum ich das jetzt hier schreibe ...keine Ahnung. Vlt. versteht mich ja jemand.

LG Dirk

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Hi erstmal und willkommen im Forum (is ja der 1. Beitrag)

Also ich musste diesen Text dreimal lesen und jedesmal kommt ab der Mitte davon eine Enttäuschung rein....wieso geht es denen auf den Geist, wenn Du um Hilfe bittest? Du bist ja angeschlagen (wie wir alle im Forum - mal mehr mal weniger)

Die Kündigung trifft einen ja auch ziemlich hart. Gabs einen bestimmten Grund?

Das Corti kann noch etwas brauchen, bis es wirkt.

Ich kann leider nicht sagen, wie Gut/schlecht es Dir geht aber sprich doch ggf. mal mit deinem Neuro zwecks Weiterbehandlung/Rente.

Ansonsten sind wir alle für Dich da. We are one!

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Hi Dirk,

Das tut mir leid für Dich, dass Alles zusammenkommt. Ja, ich und ALLE hier verstehen Dich! Du bist im besten Forum gelandet, hier findest immer Rat und liebe Worte.

Wie Fenix geschrieben hatte, habe ich am wenigsten Verständnis dafür, dass Deine Familie nicht hinter Dir steht.

Immer wieder verblüffen mich solche Aussagen, bist leider nicht alleine damit. Wie sagt man so schön, in diesem Fall: Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht. Rede mal ganz, wirklich ganz offen mit Deiner Familie, so wie es wirklich mit Dir steht und wie es sein könnte. Bitte sie um Hilfe, sei Die nicht zu Schade dafür.

Arbeitsuche ist natürlich momentan nicht toll, doch erst musst wieder auf Damm sein um diese Herkulesarbeit packen zu können. Lass mal Deine Beziehungen spielen. Wünsche Dir viel Kraft.

Silvie

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Hallo,

Danke schonmal für die lieben Worte. Das tut gut.

Termin bei Neuro steht am Donnerstag an. Kann schlecht laufen. Aus der nach dem Schub in 2011 gebliebenen Fusshebeschwäche links ist nun das ganze linke Bein betroffen. Das Bein fühlt sich an, als wäre es alleine einen Marathon gelaufen. Keine Taubheitsgefuhle sondern schwere. Um es z.b. hochzulegen muss ich meine Hände zur Hilfe nehmen.

Da hat sich bisher nichts geändert. Das Schattensehen auf dem linken Auge hat sich etwas gebessert.

Ich war tätig als Vertriebsunterstützer bei einem Versicherungsmakler im Innendienst. Kündigungsgrund waren angeblich erhebliche Umsatzeinbußen.

Ja und das Thema mit meinen Eltern und meiner Freundin, mit der ich nicht zusammen wohne, ist ein leidiges Thema. Oft angesprochen, erfolglos.

Deswegen tut es gut, hier mit Euch zu schreiben und sich auszutauschen. Vielen Dank.

LG Dirk

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Hallo,

ein weiterer Grund wird wohl sein, dass ich mich in der Vergangenheit zu wenig beklagt habe ... muss man das, nicht mein Ding (wirft mir allerdings mein Hausarzt und meine Neurologin auch vor).

Bestes Beispiel, die Sprechstundenhilfe meines Hausarztes war bei meiner Schwester im Friseurstudio. Dort hat sie erzählt wie bewundernswert es ist wie ich trotz allem wie es mir zur Zeit geht, immer mit einem Lächeln im Gesicht vor ihr stehe.

Antwort meiner Schwester: Also bei mir und unseren Eltern erzählt er immer, wie schlecht es ihm geht.

Klagen war und ist nicht mein Ding ...

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Hi Dirk, wenn ich das lese.. ich kanns gut verstehen. Und denke auch: mann, müssen Leute so doof reagieren? Immer dieses "andere haben auch"..  Frag mich bei so was immer: was soll das sein, reichlich fehlgeleitete Aufmunterung? Darf man solche Leute hauen? ist das dann strafbefreit? Also doch sicherlich 90% strafmindernd?

Ich weiss nicht,w as solchen Leuten durch den Kopf geht.. ich kann ihnen höchstens anrechnen, sie wissen´s nicht besser? Meinen es gut?

"Der Weg zur Hölle ist mit 'gut gemeint' gepflastert"

Mein Dad sagt z.B., wenn ich nur i r g e n detwas von MS erwähne: wir wollen von was anderem reden.

Dann würd ich am liebsten den Hörer aufschmeissen..

Das hat er auch gesagt, als ich meinen letzten Schub hatte.. kurz erzähle "laufe wie Schlaganfallpatient, Fussheberproblem, es wird Kortison geben"

Ach, lass uns von was anderenm reden.. und dann erzählen er und meine Ma (sie reden immer über 2 Telefone mit einem), wie füüüürchterlich meine Schwester doch gestern k* musste, Magendarm, und meine Nichte hat sich SO erschrocken, also echt schlim..

Und ich sitz da und denk: ja, MagenDarm. Echt schlimm, da kann so´n Sch*schub ja echt nicht mithalten  :-S

Das war.. wann? 2012? Irgendwie ändert sich da nix und ich hab mittlerweile echt dran gegeben, das noch ändern zu wollen

Weil vergebene Mühe,wenn die andere Seite da stumpf ausblendet, irgendwann gibt mans dran.

Ich denk nur manchmal, wenn sie mal wieder hier sind und wir wandern gehen- mein Fuss dann wieder so schön spinnt (denn das tut er immer öfter, mal ja, mal nein)- was kommt dann? Drei Runden blöd gucken? "wieso sagste nix"?  Gegenfrage: wieso habt ihr immer weggehört?

Hab ja erst immer gedacht, ich kann das doch nicht einfach so übergehen. Bis mein Freund mal sagte, komm, es bringt nix.. lass es einfach und wenn, dann redste mit mir. Die wollen es einfach nicht hören.

Hm, recht hat er da.

Dieser Spruch mit "erkenne,w as du ändern kannst, akzeptiere,w as du nicht ändern kannst", der trifft es da wohl.

Irgendwie machen leider nicht nur wir diese Erfahrung,e s gibt sie öfter (und immerw ieder). Das macht sie nicht wirklich besser..

Siehe auch Job- auch da bist Du nicht allein. Leider. In dem Club bin ich dann AUCH noch Mitglied.

Spanndend,w enn dann irgendwann Leute, die genau mitkriegten,wie das gelaufen ist, plötzlich nach ein paar Monaten sagen "aber irgendwas muss sie ja doch selbst.."

Und nebenbei, denk dran, so bitter es auch ist: wenn ein AG kündigen will, dann findet er immer nen Grund. Notfalls ist im Himmel Jahrmarkt und der Hamster hat falsch gebohnert.

Zieh Dir das bloss nicht persönlich an. fertig sein darf man allemal. Wer das bestreitet, hat sie nicht alle. Aber es sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Herzen nehmen.. nein, tu das nicht. Und wie gesagt, das einen das trifft, ist docha bsolut verständlich. Egal,w as der Grund war. 

Ich fand bei mir, es war, wie aus heiterm Himmel mitten im vollen Lauf ein Bein gestellt kriegen. Man fällt auch Fr* und darf durchaus, aua,w arum schreien. 

Wer da gleich sagt, nu hör mal auf - dedr hat,w ie man bei uns in Westfalen zu sagen pflegt "ein Gemüt wie´n Schlachter-Rühen"- wie der Hund vom Schlachter. Nämlich keins. 

Wir sind aber menschen, um auch mal ein gewisses Einfühlungsvermögen und auch Verständnis zu haben? Sonst können wir auch als Schimmelpilz-Kolonie vor uns hin vegetieren- fressen und gefressen werden, nicht mehr nicht weniger. 

Ich bin dann doch lieber mehr als das.

Und aus Erfahrung: ja, es ist doff. Ja, es ist innerlich aua. Trotzdem immer wieder auf die Beine gekommen. Dauert manchmal (und das ist auch okay so). Nicht aufgeben.

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he, und weisste.. ich glaub JEDER.. hat ins einem Leben docha uch immer mal wieder diesen Moment,w o er denkt, verdammte hacke..w arum? Was hab ich getan,d as zu verdienen? Und ich finde, auch das muss akzeptiert werden. Nicht nur happy-happy-brainwash sondern es gehört auch zu einem Menschen, sich Gedanken zu machen. Wer das wem abspricht, der hat irgendwie wenig vom Menschen verstanden. 

Ich sag von mir immer, a la Faust nehm ich alles mit: vom Himmel durch die Welt zur Hölle. Und immer wieder zurück. Wahlweise:Phönix. Aus der Asche. Wer den Regen nicht, mit mir überstehen mag, den will ich bei Sonnenschein nicht sehen.

Ach je, Frau H. filosoofieat wieder  

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Hallo Dirk,

Dein Text macht mich betroffen. Wenn 1967 Dein Geburtsjahr ist, sind wir grob in einem Alter (1964 ist meins). Das mangelnde Einfühlungsvermögen Deiner Mitmenschen habe ich teilweise auch erleben müssen, nur anders als Du. Ein guter Freund weiss beispielsweise nicht mehr, was er noch mit mir reden kann, ohne dass er die Befürchtung bekommt, ich breche vor Trauer in Tränen aus. Was natürlich totaler Quatsch ist. Grund zur Verzweiflung habe ich überhaupt nicht. Das Leben ist ganz anders geworden, aber nach meinem Empfinden nicht schlechter.

Das was Du schilderst scheint mir eine sehr große Unsicherheit Deiner Familie im Umgang mit der Krankheit MS zu sein. Sie wissen es nicht besser und glauben, man geht dem Thema am besten aus dem Weg und redet nicht darüber. Und man zeigt nach Möglichkeit auch keine vermeintliche Schwäche und bittet seine Mitmenschen um Hilfe.

Ich kann diese Gedanken überhaupt nicht nachvollziehen, kann mir aber nach Deiner Schilderung vorstellen, dass Deine Familie so oder ähnlich denkt. Viele glauben, dass das Totschweigen der MS der richtige Weg ist. Betroffene wir wir wissen, dass das nicht stimmt.

MS hat bei vielen Menschen ein denkbar schlechtes Image. Dinge mit einem schlechten Image sind bedrohlich. Viele lassen sie daher nicht an sich heran. Wir als MS-Betroffene sind davon leider mit betroffen, denn die Krankheit ist mit uns untrennbar verbunden.

Auch wenn es schwer fällt. Vielleicht sollten wir versuchen, zumindest ein klein wenig Verständnis für unsere verunsicherten Mitmenschen aufzubringen. Sie wissen es einfach nicht besser. Wir können ihnen nur zeigen, dass wir der MS die Stirn bieten und irgendwie mit ihr leben. Ohne uns dabei zu verbiegen. Wir können damit leben. Und wir tun es auch.

Denn wir sind die starken ...

Mit Grüßen, Marcell

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Hallo Dirk,

herzlich Willkommen bei uns im Forum.

Da hast du ja einiges schon hinter dir, aber mit deinen Problemen wirst du bei uns bestimmt nicht alleine gelassen.

Ja, die liebe Familie, da kann dir wohl jeder hier ein Lied davon singen.

Eltern habe ich keine mehr da weis ich nicht wie sie reagiert hätten.

Von meinen Freundinnen ist mir so eine geblieben eine ist nicht damit klar gekommen, weil ich immer wieder Verabredungen verschieben oder absagen musste und überhaupt ich kann doch nicht so krank sein wenn man nichts sieht, da muss man sich halt etwas mehr bewegen oder das richtige essen dann wird es schon wieder. Die andere hat sich einfach nicht mehr gerührt.

Anderseits habe ich auch neue Bekanntschaften auch über unsere Krankheit oder Forum gemacht.

Meine Familie ha mein Mann hat mich noch nie gefragt wie es mir geht und wenn ich von mir aus nichts sage ist es einfach als wenn nichts wäre. Da hört man schon mal bei dem schönen Wetter heute hättest du schon mal die Äpfel zusammen sammeln können. Aber bei schönen warmen Wetter geht's mir nicht gut meine Fatigue ist doppelt so schlimm und mein Schwindel auch.

Mein Jungs verstehen es besser als mein Mann leider sind sie schon Erwachsen einer Verheiratet und einer fast ausgezogen. Mein Mann mag keine Veränderungen ich habe auch immer alles gemacht wenns geht 100% und jammern gab es bei mir nie, eigentlich immer noch nicht, hilft ja sowieso nicht.

Zum reden habe ich meine Schwägerin die selber Krank ist, eine sehr gute Freundin und eine gute Arbeitskollegin die mich deshalb so gut versteht weil ihre Schwester auch MS hat, aber über alles kann ich da auch nicht reden. Eigentlich hilft mir hier das Forum sehr da fühle ich mich nicht so alleine gelassen.

Trotz allem bin ich selbstbewusster geworden und auch ein bisschen egoistischer, wenn mich meine Familie nicht versteht dazu kann ich nichts drum lebe ich einfach so wie es mir geht.

Geht's mir besser mach ich was mir möglich ist geht's mir schlecht dann eben weniger und die vorwurfsvollen Blicke und Andeutungen blende ich so gut es geht aus.

Wir hier im Forum sind füreinander da,schreib einfach was dir auf dem Herzen liegt und wir Antworten dir gerne.

LG wildwind

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Hallo,

danke für die lieben Zeilen. Kopf in den Sand stecken ist nicht. Die Antworten von Euch

haben mir schon weitergeholfen. Leider ist es so, dass viele die MS nicht so sehen wie

wir als Betroffene.

Werde jetzt mein HSV-Trikot anziehen und zum Fussball gucken gehen. Hoffe, da wird der

Kopf frei.

Wünsche Euch einen schönen abend.

LG Dirk

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Hallo Dirk,

du hast es wirklich nicht leicht und mußt unbedingt Hilfe haben! Was ist das für eine Freundin, die dir nicht zur Seite steht und einspringt und hilft, wenn Not am Mann ist?? Eltern können manchmal die Realität aus Sorgen nicht aushalten, aber eigentlich auch immer für ihre Kinder da sein.

Ich glaube eine Psychotherapie würde dir sehr gut tun, dann hast du immer einen Ansprechpartner, der dir auch hilfreiche Tipps gibt, wie du etwas in deinem Alltag verbessern kannst. Du mußt auch das Trauma deiner Kündigung verarbeiten, alleine ist das sehr schwer!

Wir alle jedenfalls sind für dich da, wenigstens zum Reden. Melde dich jederzeit und Kopf hoch!!!

Gemeinsam finden wir schon eine Lösung!!

Alles erdenklich Liebe

von Reini

PS:Sprich gleich morgen mal mit deiner Neurologin darüber!!

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