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Guest Phönix80

Ich zweifel langsam an mir selbst

5 posts in this topic

Guest Phönix80

Guten Morgen ihr Lieben,

irgendwie läuft bei mir zur Zeit alles ein wenig aus dem Ruder. Ich will auch nicht die ganze Zeit meinen Mann damit nerven, was mir mal wieder so durch den Kopf geistert. Ich habe vor meiner gesicherten Diagnose 12/2012 nur alle drei Jahre einen Schub gehabt meint mein Neurologe. Ist ja scheinbar ein guter Schnitt. Hatte auch keine bis zu einer gewissen Zeit keine Beschwerden, ausser dass ich immer zu müde war und es wurde irgendwann halt so vom Umfeld missmutig hingenommen, dass ich eine Schlafmütze bin. Ich habe dann irgendwann die Diagnose gehabt, kam eigentlich auch ganz gut damit zurecht, aber irgendwas läuft auf mal schief. Ich habe dieses  Jahr ein halbes Jahr auf der Arbeit gefehlt, weil eins zum anderen kam. Erst nur ein Tennisarm, dann eine Grippe hinterher und zack war wieder ein Schub da. Juhu wieder Cortisondröhnung. Auf dem MRT war nichts verändert. Ist manchmal so wurde gesagt. Habe mich da schon gewundert, es aber so hingenommen. Wurde dann Von Cop auf Tec gesetzt. Tec hat mich dann richtig fertig gemacht, darum kamen dann auch die 6 Monate krank sein zusammen. Immer weiter versuchen, vielleicht nimmt mein Körper es ja doch an. Zwischendurch noch zweimal die Grippe. Und nachdem ich mir die Haut an den Armen abziehen konnte, hab ich dann gesagt, jetzt reicht es, dass will ich nicht mehr. Ich hatte in der Zeit meine ganze Ernährung verbessert, auf mich geachtet und trotzdem ging es mir immer schlechter, Ich habe dann ein paar Wochen nach dem Abbruch keine Medis genommmen und dann machte auf mal das Bein Probleme, irre Schmerzen und Schwäche im Bein, meine ganze linke Körperhälfte kribbelte. Wieder zum Arzt, wieder Cortison. aber nur 3x1000mg. Beschwerden wurden besser und ich bin dann endlich wieder arbeiten gegangen und wurde auf Plegridy eingestellt. Auf der Arbeit hab ich dann auf mal wieder diese irren Schmerzen und Taubheit im Rücken, kann kaum richtig laufen. Wieder zum Arzt, nochmal 5x1000mg Cortison und diesmal mit ausschleichen, ich nehme jetzt noch 5 Tage Tabletten. Gestern dann ins MRT, Hirn und HWS. Beides nichts neues. Warum habe ich dann das Gefühl der Boden bebt die ganze Zeit unter meinem linken Fuß? Jetzt denke ich, ich bin eher ein Fall für die Klappse, weil man ja nichts neues sieht auf den Bildern. Dann kommt noch dazu, dass ich jedes mal wenn ich nur daran denke, dass ich wieder arbeiten muss, das Heulen bekomme, weil ich Angst davor habe, dass ich wieder diese schlimme Fatigue bekomme, mittlerweile ist die so schlimm, dass ich mich kaum noch auf den Beinen halten kann, ich rede wirres Zeug, weil die Wörter nicht richtig aus meinem Mund wollen und verstehe einfach nicht, was man zu mir sagt. Ich habe auch immer mehr Tage, wo ich mich nicht mehr in der Lage fühle Auto zu fahren. Antrag auf Behinderung habe ich gestellt. Habe einen Grad von 30 bekommen und habe Widerspruch eingelegt. Das läuft noch. Ausserdem wollte ich mich gleichstellen lassen, bis ich im Antrag gelesen habe, dass geht erst, wenn man mindestens 18 Std/Woche arbeitet. Ich arbeite 17,5 :( geht also auch nicht. Reha Unterlagen macht mein Arzt gerade fertig. Vielleicht hilft das ja weiter. Aber diese Zweifel, dass ich mir die ganzen Beschwerden nur einbilde, weil sich auf den Bildern nichts verändert hat, macht mich echt fertig im Moment. Und dann diese Angst vor der Arbeit. Ich war nie faul, habe immer gerne gearbeitet, aber irgendwie packe ich das nicht mehr. Würde gerne zuhause bleiben, dann würde ich ja vielleicht auch mal meinen Haushalt schaffen, ohne zwischendurch mal schlafen zu müssen...Aber ich denke nicht, dass ich mit 34 schon Rente bekommen würde. Man sieht ja auf den MRT-Bildern nicht so viel, anderen geht es ja viel schlechter als mir. Ich habe immer gedacht, ach ja MS ok, das Leben geht weiter, aber irgendwie gehts auf mal nicht mehr so recht weiter. Ich habe auch nicht gedacht, dass ich mal Hilfe bräuchte, hab immer gedacht, ich schaffe alles alleine. Jetzt lege ich viel Hoffnung da rein, dass die Reha genehmigt wird, vielleicht haben die da ja auch einen Psychologen, der mir hilft, weil ich im Augenblick denke, ich bin ein Hypochonder. Aber dann würde mein Neuro mir ja keine Medikamente verschreiben, oder? 

So, das musste ich mir jetzt mal von der Seele schreiben.  :wacko: 

LG Konny

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Hallo Konny,

das, was du beschreibst, kennen bestimmt ganz viele MSler. Ich jederfalls auch.

Auch ich hatte ständig das Gefühl den Alltag nicht "schaffen" zu können. Kind, Haushalt, Arbeit und der ganz normale tägliche Wahnsinn haben mich auch völlig überfordert. Mir ging es von Monat zu Monat schlechter. Bin abends um 18 Uhr beim Spielen mit meiner Tochter einfach eingeschlafen. Ich hatte das Gefühl nur noch "hinterher zu rennen". Alles war schwierig und für mich nicht mehr lösbar.

Das große Heulen vor der Arbeit kam dann noch dazu. Ich bin 25 h/Woche arbeiten gegangen. Morgens Kind zum Kindergarten - ins Büro  - zurück......Und dann kam der Punkt, an dem einfach nix mehr ging. Und dann habe ich, gemeinsam mit meinem Mann, entschieden, dass sich Vieles einfach ändern muss. Ich habe mich krankschreiben lassen und habe mich zunächst 3 Monate einfach nur erholt. Schließlich habe ich aufgehört zu arbeiten und wurde umgehend verrentet. Im Alter von 34 Jahren. 

Ich will dir damit nicht sagen, dass eine Verrentung der "Weisheit letzter Schluss ist". Du wirst einfach einen Weg finden müssen, den Du gerne beschreiten möchtest. Wenn du immer das Gefühl mit dir trägst (das schaff ich nicht) wird es dir auch nicht besser gehen.

Auch heute habe ich mal diese "schlechten Gedanken" - aber man wird geduldiger. Und Morgen geht die Sonne wieder auf.

Und ganz wichtig: glaub an Dich!!!! Du bildest dir nichts ein. 

Auf meinem MRT-Bildern kann man manchmal auch keine Veränderung sehen. Mal weil nur der Kopf untersucht wird und eine mögliche Läsion tiefer sitzt. .... Ist aber auch egal - die Beschwerden sind trotzdem da und es bringt Dir gar nichts, wenn sie vom Radiologen bildlich dargestellt werden.

Alles Gute    und Morgen wird die Sonne irgendwo wieder scheinen.

LG Lounessa

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;) :wub:Hallo Konny!

Du bist mit Sicherheit kein Hypochonder und das was Du da so beschreibst kennt glaube Ich fast jeder der MS hat.

Du hast das Gefühl, Du bist ne Schlafmütze, Du bekommst Deinen Alltag nicht mehr auf die Reihe, Du fühlst Dich oft überfordert und Dir wird buchstäblich alles zu viel...da hilft eigentlich nur eins, einfach einmal einen Gang herunterschalten und auch mal 5 gerade sein lassen. Ich weiß, das ist ganz, ganz schwer, vor allem wenn man vorher immer 120% gegeben hat . Das man immer wieder auf Unverständnis von seiner Umwelt damit stoßt, ist glaube Ich ganz normal und jedem Recht machen ist ein Ding der Unmöglichkeit und auch sehr anstrengend. Spar Dir lieber Deine Energie für Dich und :)Deine Familie auf

Ich hoffe, das Du deine Reha bewilligt bekommst und Du danach wieder klarer siehst.

Liebe Grüße von Feger :wub:

P.S. Kopf hoch ;)

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Guest Phönix80

Vielen Dank für eure Worte. Es tut gut zu lesen, dass ich scheinbar nicht alleine bin mit meinen Sorgen und werde versuchen, dass Beste daraus zu machen. Jetzt warte ich einfach mal ab, was aus dem Reha-Antrag wird und schalte so lange mal einen Gang runter und dann schaue ich weiter. 

LG Konny

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Liebe Konny,

ich würde gerne deinen beitrag kommentieren, aber leider kann ich max. die ersten zwei zeilen lesen, dann verschwimmt alles. Sorry, aber ich wünsch dir alles Gute

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